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Zu: Die Arbeitslosen von Marienthal

Title: Zu: Die Arbeitslosen von Marienthal

Term Paper , 2003 , 23 Pages , Grade: 1

Autor:in: Svea Dahlström (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Vor dem Hintergrund der beginnenden Weltwirtschaftskrise entstand in den Jahren 1931-
1933 eine der bedeutendsten und aufschlussreichsten Studien der empirischen
Sozialforschung , die bis zum heutigen T age nichts an Aktualität eingebüßt hat.
1933 erstmals in einem Leipziger Verlag publiziert, wurde sie später zu einer Fundgrube für
methodisch Interessierte und gegenüber anderen Arbeiten zu einem Klassiker empirischer
Sozialforschung geadelt ( von Alemann, 1984, S. 308 ).Der ursprünglich nur 78 Seiten
umfassende Untersuchungsbericht war eine Arbeit mit tatsächlichem Pioniercharakter. Für
diese Art der Untersuchungen gab es keine direkten Vorbilder, an denen sich die Forscher
hätten orientieren können. So mussten die Autoren das meiste der Methodik für ihre Studie
selbst entwickeln.
So lautet die verbreitete Schlussfolgerung, dass die sozialwissenschaftliche
Arbeitslosenforschung mit der Marienthalstudie beginnt.
Die Studie soll Aufschluss geben über die veränderten Lebensverhältnisse der Menschen
eines Dorfes, dass gemeinsam durch die Schließung ihrer Haupterwerbsquelle - der Fabrikarbeitslos
wird.
Das Ziel des Forschungsteams war es exaktes Zahlenmaterial mit Erlebnissen,
Erzählungen, Beobachtungen und Stimmungen zu einem aufschlussreichen Resümee
zusammen zu fassen.
Kleinste Einzelheiten des Lebens der Marienthaler mussten erfasst und dann objektiv
geordnet werden, so dass alle Details in eine Reihe von Haupttatsachen gegliedert werden
konnten.
Einige objektiven Daten fand das Team zu Beginn der Studie schon z.B. im Konsumverein,
auf der Gemeinde, ect. vor.
Andere benötigte Daten beschaffte sich das Team in Form von Essverzeichnissen,
Katasterblättern, Zeitverwendungsbogen und vielem anderen selbst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Forscherteam

3. Das Industriedorf

3.1. Der Standard

3.2. Die Arbeitslosenunterstützung

3.3. Andere Hilfsquellen

3.4. Speisezettel und Budget

3.5. Geldeinteilung

3.6. Gesundheitszustand

4. Die müde Gemeinschaft

5. Die Haltung

6. Die Zeit

7. Die Widerstandskraft

7.1. Lebensschicksal und Haltung in der Arbeitslosigkeit

8. Der Einfluss der Marienthalstudie auf die Forschung

8.1. Kommentar

9. Literatur

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der klassischen Marienthalstudie auseinander, um die psychologischen und sozialen Auswirkungen von langanhaltender Arbeitslosigkeit auf eine Gemeinschaft zu untersuchen und deren Relevanz für heutige gesellschaftliche Strukturen zu reflektieren.

  • Soziographische Analyse der Lebensbedingungen in Marienthal nach der Fabrikschließung.
  • Untersuchung der psychologischen Haltungstypen von Arbeitslosen.
  • Analyse des Zeitempfindens und des Verlusts von Tagesstrukturen.
  • Transfer der historischen Ergebnisse auf aktuelle Fragen der Langzeitarbeitslosigkeit und Sozialpolitik.

Auszug aus dem Buch

5.Die Haltung

Wichtiger als die äußeren Reaktionsformen erscheint jedoch die Art, wie die traumatisierende Erfahrung des Arbeitsplatzverlustes psychisch aufgenommen und verarbeitet wird.

Durch umfangreiche Recherchen bei Hausbesuchen, dem Auswerten von Fragebögen, Beobachtungen und Gesprächen entstand eine ausführliche Lebensbeschreibung einzelner Durchschnittsfamilien, welche nach der Auswertung aller Details unterschiedlichen Haltungsgruppen zugeordnet werden konnten:

**Bei den ersten Familien ( 366, 23 ) zeigte sich, dass sie sich in ihr Schicksal gefügt haben. Aussagen wie :“ Man kann auch so leben.“ (S.65) sind charakteristisch für ihre Haltung. Beide Elternteile haben in ihrer Jugend auf ihren eigentlichen Berufswunsch verzichten müssen und sind in die Fabrik gegangen. Der Mann hat Pläne, tut aber nichts, um sie zu verwirklichen. Sie haben oft Streit. Sie verzichten auf alles. Lediglich aufrechterhalten wird die geregelte Haushaltsführung, wie z.B. die Ernährung der Kinder und die körperliche Pflege. Die Gelassenheit gegenüber ihrem Schicksal und das gleichmütig erwartungslose Dahinleben ist in vielen beobachteten Familien zu finden.

Es herrscht eine ruhige Stimmung und zuweilen gibt sogar einige heitere Augenblicke.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des historischen Kontextes der Marienthalstudie als Pionierarbeit der empirischen Sozialforschung.

2. Das Forscherteam: Biografische Skizzen der leitenden Wissenschaftler und der Zusammensetzung des Forschungsteams.

3. Das Industriedorf: Beschreibung der ökonomischen und sozialen Ausgangslage des Ortes Marienthal vor und während der Krise.

3.1. Der Standard: Analyse der Abhängigkeit des Lebensstandards vom Rhythmus der Unterstützungsauszahlungen.

3.2. Die Arbeitslosenunterstützung: Untersuchung der finanziellen Situation und der Kategorisierung in verschiedene Haushaltstypen.

3.3. Andere Hilfsquellen: Betrachtung von Solidaritätsformen und Überlebensstrategien jenseits der offiziellen Unterstützung.

3.4. Speisezettel und Budget: Darstellung der Konsumänderungen und der Prioritätensetzung bei der Ernährung.

3.5. Geldeinteilung: Analyse der haushalterischen Disziplin unter Frauen angesichts extremer finanzieller Knappheit.

3.6. Gesundheitszustand: Auswirkungen der schlechten Ernährung und Lebensumstände auf die körperliche Verfassung der Bevölkerung.

4. Die müde Gemeinschaft: Beschreibung des allgemeinen sozialen Niedergangs und der Apathie innerhalb des Ortes.

5. Die Haltung: Klassifizierung der Bewohner in spezifische Haltungstypen wie Resignierte, Ungebrochene und Gebrochene.

6. Die Zeit: Untersuchung des Zerfalls der zeitlichen Struktur und der Sinnlosigkeit im Alltag der Arbeitslosen.

7. Die Widerstandskraft: Analyse der abnehmenden psychischen und physischen Ressourcen der Betroffenen im Zeitverlauf.

7.1. Lebensschicksal und Haltung in der Arbeitslosigkeit: Untersuchung des Einflusses von Vergangenheit und Charakter auf das Verhalten in der Krise.

8. Der Einfluss der Marienthalstudie auf die Forschung: Würdigung der Bedeutung der Studie für die moderne Arbeitslosenforschung.

8.1. Kommentar: Eigene Reflexion und Zusammenfassung der Relevanz der Studie für aktuelle soziale Fragestellungen.

9. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und weiterführender Literatur.

Schlüsselwörter

Marienthalstudie, Arbeitslosigkeit, Sozialforschung, Resignation, Apathie, Zeitverwendung, Lebensstandard, Haushaltstypen, Langzeitarbeitslosigkeit, psychische Gesundheit, soziale Unterstützung, Wirtschaftspsychologie, Marie Jahoda, Paul F. Lazarsfeld.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die historische Marienthalstudie von 1933 und untersucht die sozialen sowie psychischen Folgen von Massenarbeitslosigkeit auf eine Dorfgemeinschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Veränderungen des Alltags, die psychische Haltung der Betroffenen, der Zerfall der Zeitstruktur und die Auswirkungen auf die familiären Beziehungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die pionierhaften Erkenntnisse der Studie zu rekapitulieren und kritisch auf ihre Übertragbarkeit auf heutige gesellschaftliche Bedingungen zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit nutzt die ursprüngliche soziographische Methodik des Forscherteams, bestehend aus der Kombination von statistischem Datenmaterial, teilnehmender Beobachtung und qualitativen Interviews.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der ökonomischen Lage, die Einteilung der Familien in verschiedene psychologische Haltungsgruppen und die Untersuchung des Zeitempfindens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Arbeitslosigkeit, Resignation, Apathie, empirische Sozialforschung, psychische Belastung und soziale Solidarität.

Warum wird zwischen verschiedenen Haltungsgruppen bei Familien unterschieden?

Die Unterteilung in Gruppen wie „Resignierte“ oder „Ungebrochene“ verdeutlicht, dass Arbeitslosigkeit keine homogene Wirkung hat, sondern von individuellen Biografien und Ressourcen abhängt.

Welchen Einfluss hat das Zeitempfinden auf die Arbeitslosen?

Das Fehlen von erwerbsorientierten Zeitstrukturen führt bei vielen Betroffenen, insbesondere Männern, zu einer Sinnlosigkeit, die den psychischen Verfall beschleunigt.

Excerpt out of 23 pages  - scroll top

Details

Title
Zu: Die Arbeitslosen von Marienthal
College
University of Applied Sciences Frankfurt am Main
Grade
1
Author
Svea Dahlström (Author)
Publication Year
2003
Pages
23
Catalog Number
V25477
ISBN (eBook)
9783638280891
Language
German
Tags
Arbeitslosen Marienthal
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Svea Dahlström (Author), 2003, Zu: Die Arbeitslosen von Marienthal, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25477
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