Verwaltung und Verarbeitung von Stücklisten und Arbeitsplänen zur Produktionsplanung bzw. für SCM


Seminararbeit, 2003
10 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einordnung von Stücklisten und Arbeitsplänen in das PPS

2 Teilestamm – und Erzeugnisstrukturdaten
2.1 Graphische Darstellung von Erzeugnisstrukturen
2.2 Stücklisten und Teileverwendungsnachweise

3 Arbeitspläne

4 Möglichkeiten der maschinellen Grunddatenverwaltung
4.1 Stücklistenprozessor
4.2 Relationale Darstellung

5 Variantenorganisation

6 Inner- und interbetriebliche Bedeutung von Grunddaten

7 Fazit

Quellenverweis

1 Einordnung von Stücklisten und Arbeitsplänen in das PPS

Ein bedeutendes Instrument zur Gestaltung des betrieblichen Ablaufs ist die Pro-duktionsplanung und -steuerung. Zur Bewältigung der Aufgaben innerhalb der Material- und Zeitwirtschaft ist die maschinelle Verwaltung und Verarbeitung großer Datenbestände unabdingbar. Die Datenstrukturen des PPS lassen sich in Grunddaten und vorgangsbezogene Daten gliedern, wobei die Grunddaten losgelöst von tat-sächlich realisierten Produktionsplänen die Basis für das PPS darstellen. Zu den wichtigsten PPS-Grunddaten gehören einerseits Stücklisten in Form von Daten zur Beschreibung der Teile und Erzeugnisstrukturen und andererseits Arbeitspläne sowie die darin aufgelisteten Arbeitsgänge zur Konkretisierung der einzelnen Fertigungs-abläufe. [THOM90, I 1.2 S.1,3; KURB03, S. 53]

2 Teilestamm- und Erzeugnisstrukturdaten

Die zur Produktion benötigten Teile lassen sich unterscheiden in Rohstoffe oder Materialien, Einzelteile und Baugruppen. Baugruppen bestehen aus mehreren Komponenten und gehen selbst noch in übergeordnete Teile ein. Einzelteile entstehen durch Verarbeitung eines Rohmaterials [SCHE98, S.107]. Die im Betrieb erstellten Erzeugnisse sind Einzelteile und Baugruppen, die als Verkaufsteile (z.B. im Sinne eines Ersatzteils) geführt werden, sowie Endprodukte.

In der Datenverwaltung werden diese Gruppen jedoch häufig in einem gemeinsamen Datenbestand unter dem Oberbegriff „Teil“ geführt, da die beschreibenden Attribute identisch sind, bzw. große Ähnlichkeiten aufweisen [THOM90, I 1.2 S.4]. Einige wichtige Attribute der Teilestammdatei sind Teilenummer, Teilebezeichnung, Variantenkennzeichen, Dispositionskennzeichen, Daten zur physischen Beschrei-bung des Teils etc.. Je nach gewünschtem Vollständigkeitsgrad der PPS-Lösung ist die Anzahl der Attribute in der Teilestammdatei beliebig erweiterbar; beispielsweise um Bestands-, Beschaffungs- oder Kalkulationsdaten [KURB03, S.63ff.]. In der Erzeugnisstrukturdatei wird die genaue Zusammensetzung von Baugruppen und Erzeugnissen dargestellt. Je nach Anforderung an die enthaltene Information unterscheidet man beispielsweise Fertigungsstücklisten, die den produktions-bezogenen Ablauf in den Bereichen Teilefertigung und Montage beschreiben von Dispositionsstücklisten, in denen materialwirtschaftliche Aspekte im Vordergrund stehen. Eine weitere Variante stellt die Konstruktionsstückliste dar, in der der Aufbau eines Erzeugnisses nicht mehr zwingend dem fertigungslogischen Ablauf folgt. [THOM90, I 1.2 S.5]

2.1 Graphische Darstellung von Erzeugnisstrukturen

Abb.1 zeigt eine Möglichkeit, Erzeugnisstrukturen graphisch darzustellen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Erzeugnisstrukturbaum

Hierbei stellen die senkrechten Linien Bereitstellungs- bzw. Montagevorgänge dar [THOM90, I 1.2 S.7f.].

Eine weitere Form der graphischen Strukturdarstellung ist der Gozintograph (Abb.2). Da hier jedes Teil und jede Strukturinformation nur ein einziges Mal erfasst wird, wird Redundanz vermieden [SCHE98, S.111].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Gozintograph

Im Sinne des Entity-Relationship-Modells (Abb.3) lässt sich der Aufbau einer Er-zeugnisstruktur auch verallgemeinert darstellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.3: ERM

Der Entitytyp TEIL steht stellvertretend für alle in der Erzeugnisstruktur enthaltenen Einheiten, einschließlich des Endprodukts. Die eindeutige Identifikation des Typs TEIL erfolgt über die Teilenummer (TNR). Der Beziehungstyp STRUKTUR beinhaltet alle direkten Beziehungen zwischen zwei Teilen der Erzeugnisstruktur. Ein Strukturtyp wird durch die beiden Teilenummern (OTNR, UTNR) eindeutig fest-gelegt, die durch die Beziehung miteinander verbunden werden. Im Modell kann grundsätzlich jedes Teil entweder keinem, einem, oder beliebig vielen anderen über- oder untergeordnet sein. [SCHE98, S. 111f.]

2.2 Stücklisten und Teileverwendungsnachweise

Als Stückliste bezeichnet man ein listenförmiges Verzeichnis aller Teile, die im Zuge der Produktion eines Enderzeugnisses in dieses eingehen [KURB03, S.72]. Der Teileverwendungsnachweis zeigt alle Baugruppen und Enderzeugnisse auf, in die ein bestimmtes Teil eingeht [THOM90, I 1.2 S.6]. Bezüglich der Darstellung lassen sich mehrere Formen von Stücklisten und Teileverwendungsnachweisen unterscheiden.

Die Baukastensicht betrachtet jeweils nur zwei Ebenen. Bezüglich der Stückliste werden hier nur die direkt untergeordneten Teile einer Baugruppe oder eines Erzeugnisses als dessen Komponenten mit den entsprechenden Mengenkoeffizienten aufgeführt. Entsprechend werden im Teileverwendungsnachweis auf Baukastenebene diejenigen Teile erfasst, in die das betrachtete Teil auf der nächsthöheren Ebene eingeht. Die Mengenübersichtsdarstellung enthält keinerlei Strukturinformationen. Aus Stücklistensicht werden hier alle in das betrachtete Teil eingehenden Komponenten lediglich mit der Gesamtstückzahl angegeben. Zwar werden alle Baugruppen, Einzelteile und Materialien aufgeführt, die in das betrachtete Teil eingehen, jedoch wird zwischen den verschiedenen Fertigungsebenen nicht weiter differenziert. Der Teileverwendungsnachweis enthält in dieser Darstellung alle Teile, in die das betrachtete Teil auf direktem oder indirektem Weg eingeht mit den entsprechenden Gesamtmengen [SCHE98, S.118]. Im Gegensatz zur Mengenübersichtsstückliste werden in der Strukturstückliste die enthaltenen Teile in ihren produktionslogischen Zusammenhängen dargestellt [THOM90, I 1.2 S.5]. Die Strukturstückliste enthält die Baukasteninformationen aller Fertigungsebenen eines Erzeugnisses. Aus Teileverwendungssicht werden hier ebenfalls, ausgehend von dem jeweils betrachteten Teil, alle Fertigungsebenen von der ersten Verarbeitungsstufe bis zum Enderzeugnis einbezogen. Es werden also alle Einzelteile, Baugruppen und Enderzeugnisse genannt, in die das betrachtete Teil im Laufe des Fertigungsprozesses eingeht. [SCHE98, S. 118]

3 Arbeitspläne

Arbeitspläne dienen der Übersicht über die einzelnen Abläufe zur Produktion der Erzeugnisse und Baugruppen. Innerhalb des Arbeitsplans werden die zur Fertigung notwendigen Arbeitsgänge und deren Reihenfolge beschrieben. Wichtige Attribute zur Beschreibung eines Arbeitsplans, bzw. der darin enthaltenen Arbeitsgänge sind die Sachnummer des zu ver- oder bearbeitenden Teils und des resultierenden Erzeug-nisses, die entsprechenden Arbeitsplatz- und Werkzeugnummern, die verbale Er-läuterung der Arbeitsgänge und Angaben über Rüst-, Übergangs-, sowie Fertigungs-zeiten. Diese Zeitangaben werden durch Alternativmöglichkeiten zur Verkürzung der Durchlaufzeit eines Auftrags ergänzt. Dazu gehören Angaben über die Pufferzeit, die dazu dienen soll, eventuelle Zeitüberschreitungen abzufangen sowie Informationen über die Möglichkeit von Splitting i.S.v. Verteilung eines Arbeitsplans auf verschie-dene Ausweicharbeitsplätze zur simultanen Fertigung. Ein weiteres Attribut der Arbeitsgangdatei zur zeitlichen Optimierung ist die Option der Überlappung, wobei der Übergang von einem Arbeitsgang zum nächsten nicht mehr in kompletten Losen erfolgt, sondern in kleineren Einheiten. [THOM90, I 1.2 S.28ff.]

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Verwaltung und Verarbeitung von Stücklisten und Arbeitsplänen zur Produktionsplanung bzw. für SCM
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Betriebswirtschaftliches Institut, Lehrstuhl für BWL und Wirtschaftsinformatik)
Note
2,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
10
Katalognummer
V25499
ISBN (eBook)
9783638281065
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verwaltung, Verarbeitung, Stücklisten, Arbeitsplänen, Produktionsplanung
Arbeit zitieren
Christine Krätschmer (Autor), 2003, Verwaltung und Verarbeitung von Stücklisten und Arbeitsplänen zur Produktionsplanung bzw. für SCM, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25499

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