In der Datenverwaltung werden diese Gruppen jedoch häufig in einem gemeinsamen Datenbestand unter dem Oberbegriff „Teil“ geführt, da die beschreibenden Attribute identisch sind, bzw. große Ähnlichkeiten aufweisen [THOM90, I 1.2 S.4]. Einige wichtige Attribute der Teilestammdatei sind Teilenummer, Teilebezeichnung, Variantenkennzeichen, Dispositionskennzeichen, Daten zur physischen Beschrei-bung des Teils etc.. Je nach gewünschtem Vollständigkeitsgrad der PPS-Lösung ist die Anzahl der Attrib ute in der Teilestammdatei beliebig erweiterbar; beispielsweise um Bestands-, Beschaffungs- oder Kalkulationsdaten [KURB03, S.63ff.]. In der Erzeugnisstrukturdatei wird die genaue Zusammensetzung von Baugruppen und Erzeugnissen dargestellt. Je nach Anforderung an die enthaltene Information unterscheidet man beispielsweise Fertigungsstücklisten, die den produktions-bezogenen Ablauf in den Bereichen Teilefertigung und Montage beschreiben von Dispositionsstücklisten, in denen materialwirtschaftliche Aspekte im Vordergrund stehen. Eine weitere Variante stellt die Konstruktionsstückliste dar, in der der Aufbau eines Erzeugnisses nicht mehr zwingend dem fertigungslogischen Ablauf folgt. [THOM90, I 1.2 S.5]
Inhaltsverzeichnis
1 Einordnung von Stücklisten und Arbeitsplänen in das PPS
2 Teilestamm – und Erzeugnisstrukturdaten
2.1 Graphische Darstellung von Erzeugnisstrukturen
2.2 Stücklisten und Teileverwendungsnachweise
3 Arbeitspläne
4 Möglichkeiten der maschinellen Grunddatenverwaltung
4.1 Stücklistenprozessor
4.2 Relationale Darstellung
5 Variantenorganisation
6 Inner- und interbetriebliche Bedeutung von Grunddaten
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit befasst sich mit der effizienten Verwaltung und Verarbeitung von Stücklisten und Arbeitsplänen im Kontext der Produktionsplanung und -steuerung (PPS) sowie des Supply Chain Managements (SCM), um betriebliche Abläufe durch maschinelle Grunddatenverwaltung zu optimieren.
- Grundlagen der PPS-Datenstrukturen (Stücklisten und Arbeitspläne)
- Methoden der Erzeugnisstrukturdarstellung (Gozintograph, ERM)
- Technologien der maschinellen Grunddatenverwaltung (Stücklistenprozessor vs. Relationale Datenbanksysteme)
- Strategien zur Variantenorganisation
- Bedeutung der Grunddaten für die inner- und interbetriebliche Zusammenarbeit (SCM/Extranet)
Auszug aus dem Buch
2.1 Graphische Darstellung von Erzeugnisstrukturen
Abb.1 zeigt eine Möglichkeit, Erzeugnisstrukturen graphisch darzustellen:
Hierbei stellen die senkrechten Linien Bereitstellungs- bzw. Montagevorgänge dar [THOM90, I 1.2 S.7f.].
Eine weitere Form der graphischen Strukturdarstellung ist der Gozintograph (Abb.2). Da hier jedes Teil und jede Strukturinformation nur ein einziges Mal erfasst wird, wird Redundanz vermieden [SCHE98, S.111].
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einordnung von Stücklisten und Arbeitsplänen in das PPS: Beschreibt die Rolle von Grunddaten als Basis für die Material- und Zeitwirtschaft innerhalb von PPS-Systemen.
2 Teilestamm – und Erzeugnisstrukturdaten: Definiert die notwendigen Daten zur Beschreibung von Teilen, Baugruppen und deren hierarchischen Verknüpfungen.
2.1 Graphische Darstellung von Erzeugnisstrukturen: Erläutert visuelle Methoden wie Erzeugnisstrukturbaume und Gozintographen zur Abbildung von Zusammenhängen.
2.2 Stücklisten und Teileverwendungsnachweise: Unterscheidet zwischen verschiedenen Stücklistenformen und der bidirektionalen Nachverfolgung von Bauteilen.
3 Arbeitspläne: Erörtert die Verwaltung von Arbeitsgängen, Rüstzeiten und Prozessoptimierungen innerhalb der Fertigung.
4 Möglichkeiten der maschinellen Grunddatenverwaltung: Analysiert den historischen Stücklistenprozessor im Vergleich zu modernen IT-Ansätzen.
4.1 Stücklistenprozessor: Detailliert die technische Realisierung der Datenverknüpfung durch Adressierung in Stamm- und Strukturdateien.
4.2 Relationale Darstellung: Erklärt den Übergang zu relationalen Datenbankmodellen unter Verwendung von Primärschlüsseln.
5 Variantenorganisation: Beleuchtet Ansätze wie die Plus-Minus-Stückliste zur Abbildung von Produktvarianten.
6 Inner- und interbetriebliche Bedeutung von Grunddaten: Diskutiert die Relevanz der Daten für die Prozessplanung und den Datenaustausch im SCM.
7 Fazit: Fasst zusammen, dass Grunddaten eine zentrale Schnittstelle für PPS und SCM bilden, ohne dass redundante Speichersysteme nötig sind.
Schlüsselwörter
Produktionsplanung, PPS, Stücklisten, Arbeitspläne, Teilestamm, Erzeugnisstruktur, Gozintograph, Datenbankverwaltung, Relationale Datenbanken, Variantenorganisation, Supply Chain Management, SCM, Grunddaten, Fertigung, Datenstrukturen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die systematische Verwaltung und maschinelle Verarbeitung von produktionsrelevanten Grunddaten wie Stücklisten und Arbeitsplänen in der Wirtschaftsinformatik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Strukturierung von Fertigungsdaten, die technologische Umsetzung in PPS-Systemen sowie die Anwendung dieser Daten im Supply Chain Management.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine effiziente Datenorganisation (z. B. durch relationale Ansätze) produktionslogische Abläufe innerhalb und außerhalb eines Unternehmens optimiert werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich verschiedener Modellierungstechniken, wie Entity-Relationship-Modellen (ERM) und relationalen Datenbankmodellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Stammdaten, die Beschreibung technischer Verwaltungsmethoden (Prozessoren und Relationen) sowie die strategische Bedeutung für Varianten und das SCM.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wesentliche Begriffe sind Produktionsplanung, Stücklistenverwaltung, Arbeitsplanoptimierung, SCM und relationale Datenbankstrukturen.
Wie unterscheidet sich der Stücklistenprozessor von der relationalen Darstellung?
Der Stücklistenprozessor nutzt manuelle Verweisadressen (physikalische Adressierung) in Kettfeldern, während die relationale Darstellung auf redundanzfreien Schlüsseln zur Identifikation und Verknüpfung basiert.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Teilestamm- und Erzeugnisstrukturdatei für das SCM relevant?
Diese Trennung erlaubt es, Lieferanten gezielt nur jene Informationen (z. B. Strukturdaten von Komponenten) bereitzustellen, die für ihre spezifische Zulieferung notwendig sind, anstatt das gesamte Produktspektrum offenzulegen.
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- Christine Krätschmer (Author), 2003, Verwaltung und Verarbeitung von Stücklisten und Arbeitsplänen zur Produktionsplanung bzw. für SCM, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25499