„Rekordarbeitslosigkeit, explodierende Kriminalität, Massenzuwanderung und Rekord-Staatsverschuldung zeigen eines nur zu deutlich: Die Altparteien haben abgewirtschaftet.“1 Mit diesem kurzen aber für jedermann verständlichen Satz wirbt der Vorsitzende der Republikaner, Rolf Schlierer, für seine Partei. Mit Hilfe von Lösungsvorschlägen für die oben genannten Probleme versuchen die Republikaner, die Wähler zu ködern. Dabei heißt die Devise: Einfache Antworten auf schwierige Fragen.2 Verallgemeinern statt Konkretisieren, leicht einprägsame Schlagworte und Parolen sind Werkzeuge der rechtsextremen Parteien.
Wer sind diese Republikaner? Was macht diese Partei aus? Woher stammen die Wähler dieser Partei? Es versteht sich von selbst, daß es unmöglich ist, auf wenigen Seiten die Partei der Republikaner so ausführlich wie möglich zu erfassen. Die vorliegende Arbeit soll lediglich einen kurzen allgemeinen Überblick über die Partei der Republikaner darstellen. Es soll keine chronologisch gegliederte Geschichte der Republikaner werden, es werden einige wichtige Merkmale der Partei erläutert. In den folgenden Kapiteln wird kurz auf ihre Entstehungsgeschichte, Führungsperson Franz Schönhuber und das Parteiprogramm eingegangen. Im fünften Kapitel soll die Wähler- und Anhängerschaft näher betrachtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entstehung der Partei
3. Führungsfigur der Republikaner: Franz Schönhuber
4. Parteiprogramme und Propaganda
5. Wähler und Anhänger
6. Resümee
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit bietet einen komprimierten Überblick über die Partei „Die Republikaner“ (REP) und untersucht deren Entstehungsgeschichte, programmatische Ausrichtung sowie die soziologische Struktur ihrer Wählerschaft, ohne dabei eine chronologische Gesamtgeschichte anzustreben.
- Historische Entstehung als Abspaltung von der CSU.
- Die Rolle von Franz Schönhuber als identitätsstiftende Führungsfigur.
- Programmatische Analysen zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus.
- Soziologische Profilierung der Wählerschaft und Anhängerschaft.
- Umgang der Partei mit Antisemitismus und demokratischen Grundwerten.
Auszug aus dem Buch
3. Führungsfigur der Republikaner: Franz Schönhuber
In allen Parteien gibt es Führungsfiguren, Leitbilder und Identifikationsobjekte. Diese Merkmale sind jedoch bei den rechtsextremen Parteien besonders stark ausgeprägt. Das Führer-Gefolgschaftsprinzip gehört nicht nur der Vergangenheit Nazi-Deutschlands an, sondern ist ein fester Bestandteil heutiger rechtsextremer Parteien. Zweifellos gehört Franz Schönhuber zu den wichtigsten Führungsfiguren der REP. Wie kam aber Schönhuber zu seinem Ansehen unter den Anhängern dieser Partei? Sicherlich nicht zuletzt auf grund seines Auftretens: „Rhetorik, Charisma, persönliche Ausstrahlung und die Fähigkeit zum Volkstribun, zur Volkstümelei“. Das macht aber noch nicht die Gesamtheit Schönhubers aus.
Man sollte auch einen kurzen Blick auf einige Lebensstationen des Populisten werfen. Geboren 1923 als Sohn eines „alten Kämpfers“ der NSDAP, durchläuft die Jugend Schönhubers nach dem damals üblichen Muster ab: erst JV, dann HJ. Bereits mit 18 Mitglied in der NSDAP. Nach dem Abitur meldet sich Schönhuber freiwillig zur Waffen-SS. Nach dem Krieg landet er nach kurzen Stationen bei verschiedenen Medienanstalten bei dem Bayerischen Rundfunk, wo seine Popularität durch die Sendung „Jetzt red’ I“ einen steten Aufschwung erfährt. 1980 muß sich Schönhuber seiner NS- und SS-Vergangenheit stellen. Er macht das durch sein Buch „Ich war dabei“, in dem ganz deutlich wird, daß Schönhuber nicht mit seiner Bindung zum Nationalsozialismus gebrochen hatte. Dieser Bestseller beendet zwar seine Moderationstätigkeit beim BR und schafft einen Graben zu der CSU.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Selbstverständnis der Partei anhand aktueller Parolen und legt das Ziel fest, einen Überblick über Merkmale, Geschichte und Wählerschaft der Republikaner zu geben.
2. Entstehung der Partei: Dieses Kapitel erläutert die Gründung der REP im Jahr 1983 durch ehemalige CSU-Politiker und den Einfluss von Franz-Josef Strauß als indirektem Wegbereiter.
3. Führungsfigur der Republikaner: Franz Schönhuber: Es wird die Biografie Schönhubers beleuchtet, wobei seine NS-Vergangenheit und seine rhetorischen Fähigkeiten als Schlüsselfaktoren für seine Rolle als „Führer“-Typus analysiert werden.
4. Parteiprogramme und Propaganda: Der Abschnitt untersucht die inhaltliche Entwicklung der Parteiprogramme von 1987 bis 2002 und zeigt die Verschiebung in Richtung nationalistischer und ausländerfeindlicher Rhetorik auf.
5. Wähler und Anhänger: Hier wird das soziale Profil der REP-Wählerschaft analysiert, wobei Merkmale wie Frustration, soziale Abstiegsängste und autoritäre Einstellungen im Vordergrund stehen.
6. Resümee: Das Schlusskapitel zieht Bilanz über die politische Etablierung der Partei und betont die Notwendigkeit gesellschaftlicher Aufklärung zur Eindämmung rechtsextremer Strömungen.
Schlüsselwörter
Republikaner, Rechtsextremismus, Franz Schönhuber, CSU, Nationalsozialismus, Antisemitismus, Parteiprogramm, Wahlverhalten, Populismus, Ausländerfeindlichkeit, Deutschland, politische Radikalisierung, Verfassungsschutz, Wählerpotenzial, Parteigeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Partei „Die Republikaner“ in der Bundesrepublik Deutschland, wobei der Schwerpunkt auf ihrer Entstehungsgeschichte, Führung und ihrem ideologischen Profil liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Analyse konzentriert sich auf die Parteientwicklung, die Rolle der Führungspersönlichkeit Franz Schönhuber, den programmatischen Wandel sowie die soziologische Zusammensetzung der Wählerschaft.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen fundierten, allgemeinen Überblick über die Struktur und die ideologischen Merkmale der Republikaner zu geben, anstatt eine rein chronologische Historie zu schreiben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Aufarbeitung auf Basis politikwissenschaftlicher Literatur, Verfassungsschutzberichte und zeitgenössischer Quellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Gründung aus einer CSU-Abspaltung, das Phänomen Schönhuber, die Entwicklung der Parteiprogramme und eine soziologische Typisierung der Wählergruppen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Rechtsextremismus, Rechtspopulismus, Parteigeschichte, gesellschaftliche Verankerung und Ideologieanalyse geprägt.
Wie bewerten die Republikaner laut der Arbeit ihre NS-Vergangenheit?
Die Arbeit zeigt auf, dass die Republikaner NS-Verbrechen bagatellisieren und den Antisemitismus primär als Ursache für die „nationale Katastrophe“ des verlorenen Krieges statt als menschliches Verbrechen interpretieren.
Warum wird Franz Schönhuber in der Arbeit als „Führer“-Typus bezeichnet?
Der Autor führt dies auf Schönhubers rhetorisches Geschick, seine persönliche Ausstrahlung und seine Fähigkeit zurück, als Populist Ängste zu schüren und diese mit Versprechen zu verknüpfen.
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- Wladimir Danilow (Author), 2003, Die Republikaner - Entstehung, Parteiprogramme, Wähler und Anhänger, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25508