Verschiedene Ursache führen dazu, dass ca. vier bis neun Prozent aller Kinder vor der 38. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen. Diese Frühgeborenen Kinder haben heutzutage bereits ab der 22. Schwangerschaftswoche Chancen zu überleben. Aufgrund der Unreife der Lunge haben die meisten Frühchen Probleme mit dem Atmen, was die Sauerstoffversorgung verschiedener Organe gefährdet. Das unreife Gehirn ist für viele andere Störungen verantwortlich. Behinderungen sind deshalb oft der Preis für das Überleben. Es gilt, je kleiner das Frühgeborene, desto grösser das Risiko einer Behinderung. Nebst den offensichtlichen körperlichen und geistigen Behinderungen, muss man heutzutage vermehrt feststellen, dass Frühgeburtlichkeit auch massive Folgen auf psychosozialer und emotionaler Ebene habe kann. Laut verschiedenen Studien weisen Frühgeborene signifikant häufiger Aufmerksamkeitsprobleme, soziale Probleme und hyperkinetische Symptome auf als reifgeborene Kinder. Auch in der Schule haben Frühgeborene Kinder massive Probleme. Verschiedene Belastungen, die eine Frühgeburt mit sich bringt, können die Eltern- Kind Beziehung stark beeinträchtigen. Gerade diese Beziehung ist jedoch für die Entwicklung des Kindes sehr wichtig.
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten um die Folgen der zu frühen Geburt zu minimieren. Vor allem auf physiotherapeutischer Ebene gibt es viele Methoden, z. B . das ‚Känguruhn’, Bobath, Vojta, Sensorische Integrationstherapie, Basale Stimulation etc. Weiter gibt es die auditive Stimulation oder die Interaktive Frühförderung nach Sarimski. Behinderte Frühgeborene Kinder werden im Rahmen der heilpädagogischen Früherziehung gefördert. Doch nicht nur behinderte Frühgeborene, sondern der gesamte Bereich der Frühgeburtlichkeit ist für die Sonderpädagogik relevant. Denn Frühgeborene sind Risikokinder und bedürfen spezieller Förderung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition und Epidemiologie
3. Die biologisch-medizinische Entwicklung des Frühgeborenen
3.1 Respiratorische Erkrankungen
3.2 Zentrales Nervensystem ( Gehirn)
3.3 Immunsystem
3.4 Magendarmsystem
3.5 Behinderungen
4. Psychosozial- emotionale Entwicklung des Frühgeborenen
4.2 Die Schulische Entwicklung des Frühgeborenen
5. Die Situation der Eltern
6.1 Belastungsaspekte
6.2 Eltern-Kind- Beziehung
6. Therapie
6.1 Physiotherapie
6.1. 1 Känguruh Methode
6.1. 2 Die Bobath und Vojta Methoden
6.1. 3 Sensorische Integrationstherapie
6.1. 4 Minihandling
6.2 Auditive Stimulation
7. Die Rolle der Sonderpädagogik
7.1 Frühgeburt: Eine interdisziplinäre Aufgabe
7.2 Beratung und Betreuung auf der Neonatologie
7.3 Sonderpädagogische Aufgaben auf der Neonatologie
8. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die medizinischen, psychosozialen und emotionalen Folgen von Frühgeburtlichkeit und beleuchtet die Rolle der Sonderpädagogik bei der Unterstützung betroffener Kinder und deren Eltern.
- Medizinische Entwicklung und Risiken bei Frühgeborenen
- Psychosoziale Auswirkungen auf die Eltern-Kind-Beziehung
- Therapeutische Ansätze zur Minimierung von Entwicklungsfolgen
- Sonderpädagogische Interventions- und Beratungsmöglichkeiten
Auszug aus dem Buch
5.1 Belastungsaspekte
„Die Frühgeburtlichkeit stellt nicht nur für das Baby, sondern ebenso für seine Eltern eine Herausforderung ihrer Bewältigugnskräfte dar.“ (Sarimski 2000, 55)
Die Geburt eines Frühchens findet meist in einer Notfallatmosphäre statt und ist häufig ein ‚Schockerlebnis’. Die erste, ,,natürliche`` Annäherung zwischen Mutter und Kind ist oft nicht möglich, da das neugeborene Kind sofort notfallmässig behandelt werden muss. Viele Mütter trauern über die ihnen vorenthaltene, ursprüngliche, erste Begegnung mit dem eigenen Kind. (vgl. Vonderlin 1999, 53)
Auch der Aufenthalt des Kindes in der Klinik ist mit vielseitigen Belastungen verbunden. Die Eltern können auf Grund medizinischer Massnahmen nur beschränkt Kontakt mit ihrem Kind aufnehmen, was ein Gefühl von Fremdheit dem Kind gegenüber weckt. Oft sieht die Mutter ihr Kind tagelang nicht, dem Vater kommt die Vermittlerrolle zu.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Fragestellungen zur Frühgeburtlichkeit und Erläuterung der sonderpädagogischen Perspektive.
2. Definition und Epidemiologie: Abgrenzung der verschiedenen Kategorien von Frühgeburten und Erläuterung des Apgar-Index.
3. Die biologisch-medizinische Entwicklung des Frühgeborenen: Analyse der körperlichen Unreife, insbesondere der Lunge und des Nervensystems, sowie der resultierenden Behinderungsrisiken.
4. Psychosozial- emotionale Entwicklung des Frühgeborenen: Darstellung der Risiken für Verhaltensstörungen und schulische Probleme aufgrund des frühen Starts ins Leben.
5. Die Situation der Eltern: Diskussion der Belastungen für Eltern durch die Klinikatmosphäre und die Beeinträchtigung der frühen Eltern-Kind-Bindung.
6. Therapie: Überblick über medizinische und physiotherapeutische Förderansätze wie Känguruh-Methode, Bobath und Minihandling zur Unterstützung der Entwicklung.
7. Die Rolle der Sonderpädagogik: Plädoyer für eine verstärkte interdisziplinäre sonderpädagogische Beratung und Betreuung im klinischen Umfeld der Neonatologie.
8. Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse und Bestätigung der Relevanz einer ganzheitlichen sonderpädagogischen Begleitung für Frühgeborene.
Schlüsselwörter
Frühgeburtlichkeit, Neonatologie, Frühförderung, Sonderpädagogik, Eltern-Kind-Bindung, Entwicklungsrisiken, Physiotherapie, Känguruh-Methode, psychosoziale Belastung, Frühgeborene, kindliche Entwicklung, Interdisziplinarität, Minihandling, Auditive Stimulation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das komplexe Thema der Frühgeburtlichkeit, die medizinischen und psychischen Folgen für die Kinder und die Auswirkungen auf die Familiensituation.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die medizinische Entwicklung, die psychosoziale Belastung der Eltern, therapeutische Methoden zur Unterstützung und die spezifische Rolle der Sonderpädagogik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Folgen einer zu frühen Geburt auf körperlicher und emotionaler Ebene zu beleuchten und herauszufinden, welchen Stellenwert die Sonderpädagogik in diesem Bereich einnehmen sollte.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf der Auswertung aktueller Studien, Fachbüchern und Internetquellen basiert, um das Thema sonderpädagogisch zu erschließen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die medizinischen Entwicklungsprobleme, die psychosozialen Auswirkungen auf die Bindung, verschiedene Therapiemöglichkeiten sowie das Aufgabenprofil von Sonderpädagogen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Frühgeburtlichkeit, Sonderpädagogik, Eltern-Kind-Bindung, Frühförderung, Entwicklungsrisiken und interdisziplinäre Betreuung.
Wie belastet eine Frühgeburt die Eltern-Kind-Beziehung?
Durch die Trennung in der Notfallsituation und die hochtechnisierte Umgebung entsteht oft eine Fremdheit, die durch Schuldgefühle und Überforderung der Eltern zusätzlich erschwert wird.
Warum wird eine sonderpädagogische Begleitung auf der Neonatologie gefordert?
Eltern sind während der Klinikzeit oft überfordert und erhalten zu viele widersprüchliche Informationen; eine sonderpädagogische Anlaufstelle könnte beratend unterstützen und die Bindung fördern.
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- lic. phil. Eliane Zürrer-Tobler (Author), 2004, Frühgeburtlichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25518