Deutschland - Die Single-Gesellschaft


Seminararbeit, 2004
18 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen von „Single“
2.1. Definition nach einem Universallexikon
2.2. Umgangssprachliche „Definition“
2.3. Versuch der Definition in den Sozialwissenschaften

3. Historische Entwicklung des Phänomens „Single“

4. Soziodemographische Ergebnisse
4.1. Demographische Grunddaten
4.2. Bildungsniveau und Beruf
4.3. Einkommen
4.4. Wohnsituation
4.5. Sonstige Aspekte

5. Erklärungsversuche der Motive des Single-Daseins

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

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1. Einleitung

„Single werden ist nicht schwer, Single sein dagegen sehr!“

Dieses umformulierte Sprichwort zeigt deutlich den Trend hin zum Einpersonenhaushalt, den uns in den letzten zwei Jahrzehnten auch die Erhebungen des Statistischen Bundesamtes gezeigt haben. Die Anzahl der Einpersonenhaushalte ist stark gewachsen. Der Single ist allerdings kein Phänomen der letzten zwanzig Jahre. Es hat in der gesellschaftlichen Entwicklung seit jeher immer Alleinlebende gegeben und dies aus den verschiedensten Hintergründen.

Die Medien bombardieren uns förmlich mit dem Thema „Single“, so dass der Eindruck entstehen kann, dass Deutschland mehr und mehr zu einer Single-Gesellschaft wird. Die Frauenzeitschrift „Amica“ stellt uns jeden Monat die 100 attraktivsten Singles des Landes vor, die Partnerbörsen im Internet sprießen wie Pilze aus dem Boden, sogar das Fernsehen hat sich der „Alleinen“ angenommen und einen eigenen Kanal eingerichtet auf dem sich die „Einsamen Herzen“ kennen lernen können.

Aber was genau ist eigentlich ein Single?

Dazu ist es zuerst einmal von Nöten, den Begriff „Single“ von unterschiedlichen Seiten zu beleuchten. Was findet sich in einem Lexikon darüber, was ergibt eine kleine Umfrage in der Bevölkerung und wie sehen die Sozialwissenschaften den Single. Darüber hinaus soll in dieser Hausarbeit geklärt werden, wie sich die Singles zahlenmäßig seit den vorindustriellen Gesellschaften bis in die Gegenwart entwickelt haben. Daran schließt sich eine Erklärung der besonderen Lebensumstände zu den Themen Bildungsniveau, Beruf, Einkommen und Wohnsituation an und es werden mehrere Versuche der Motivklärung vorgestellt.

Im Fazit werden Vor- und Nachteile des Single-Daseins erläutert. Außerdem soll die Frage, ob Deutschland sich zu einer Single-Gesellschaft hin entwickelt, geklärt werden.

2. Definitionen von „Single“

2.1. Definition nach einem Universallexikon

„Ein Single ist eine Person, die ohne feste und dauerhafte Partnerschaft in einem Einpersonenhaushalt lebt. Der Begriff Single entstand in den 70er Jahren in den USA und sollte dort diejenige, jüngere Personengruppe bezeichnen, deren Angehörige aufgrund ihrer vorrangigen Ausrichtung auf das Berufsleben und die erstrebte Karriere keine feste Partnerbindung eingehen wollten. Der Grund hierfür lag nicht nur in einem stark ausgeprägten Hedonismus (- Erfüllung, Selbstverwirklichung in Beruf und Freizeit -), sondern auch in einem veränderten Verhältnis der Geschlechter zueinander. War es noch bis in die 60er Jahre üblich, dass Frauen für die Karriere des Mannes die eigenen Ambitionen zurückstellten, so hatte sich dieses Bild spätestens mit den beginnenden 70er Jahre gründlich verändert. Weder waren Frauen weiterhin gewillt, die Arbeit der Kindererziehung alleine zu erledigen, noch waren sie bereit auf die eigene Karriere zu verzichten. Nachdem der Begriff Single gegen Ende der 70er Jahre auch im deutschen Sprachgebiet Einzug gehalten hatte, erfuhr er schon bald eine erhebliche Erweiterung. Unter Single versteht man im aktuellen Sprachgebrauch auch ältere und alte Menschen, die ihren Lebenspartner oder ihre Lebenspartnerin um zum Teil viele Jahre überleben, sowie alleinerziehende Mütter und Väter. Ob der Begriff Single auch diejenigen Personen umfasst, die zwar alleine einen Einpersonenhaushalt führen, aber in einer Partnerschaft leben, ist umstritten. Der Statistik nach fallen unter den Begriff Single, weil sie steuerlich, hinsichtlich ihrer Wohnverhältnisse sowie der Sozialversicherung als allen lebend geführt werden. Die Entwicklung zum Einpersonenhaushalt hat in den Städten der westlichen Industriegesellschaften zu einer Verschlechterung auf dem Wohnungsmarkt geführt. In den deutschen Großstädten waren Mitte der 90er Jahre beinahe 50 Prozent aller Haushalte Einpersonenhaushalte (Microsoft Encarta Online-Enzyklopädie)

2.2. Umgangssprachliche „Definition“

In einer kleinen Umfrage, die ich in mit 25 meiner Bekannten – darunter nach Lexikon-Definition sowohl Singles als auch Nicht-Singles - durchgeführt habe, stellte ich fest, dass das umgangssprachliche Verständnis eines Singles sehr nahe an der Definition des Lexikons liegt.

Die Antworten im Einzelnen: Ein Single ist...

- ... eine Person ohne Freund bzw. Freundin. (12)
- ... jemand, der alleine lebt. (7)
- ... ein freier Mensch. (5)
- Sonstiges (1)

Ein Single wird in der Umgangssprache also als Mensch ohne eine feste Partnerschaft, also als alleine angesehen. Außerdem kann man sehr leicht erkennen, dass auch die Freiheit, die das Single-Dasein mit sich bringt, scheinbar von einer sehr großen Bedeutung ist.

2.3. Versuch der Definition in den Sozialwissenschaften

Wenn an das Phänomen des Singles von der sozialwissenschaftlichen Seite heran gegangen wird, stößt man wie Jutta Kern es in ihrem Buch „Singles“ beschreibt, schnell auf ein Definitionsproblem. Laut Kern lässt sich dafür allerdings eine Lösung finden. Sie definiert alle Menschen als Singles, die auf die Führung einer exklusiven und dauerhaften Partnerschaft im gemeinsamen Haushalt verzichten. (Kern 1998: 15)

Stefan Hradil dagegen unterscheidet in seinem Buch „Die Singlegesellschaft“ zwischen einem engen und einem weiten Singlebegriff. Unter den engen Begriff fällt „jede(r) [...], der bzw. die alleine in einem Einpersonenhaushalt lebt, 25 bis unter 55 Jahre alt ist und angibt keinen festen Partner zu haben sowie aus eigenem Willen und für längere Zeit alleine leben zu wollen.“ (Hradil 1995: 9) Allerdings würden mit dieser Definition nur maximal 3 Prozent der deutschen Bevölkerung als Singles gelten, was definitiv nicht repräsentativ ist.

Daher stützt sich Hradil in seinem Werk auf den weiten Begriff des Singles. Dieser kennt nur zwei Kriterien: zum einen das Alter und zum anderen das Leben in einem Einpersonenhaushalt. Danach „gelten alle diejenigen als Singles, die 25 bis unter 55 Jahre alt sind und alleine leben und haushalten. Unerheblich dabei ist,

- ob sie ledig, geschieden, getrennt lebend oder verheiratet sind,
- ob sie „freiwillig“ oder durch äußere Umstände „gezwungen“ alleine leben,
- ob sie kurzfristig, längerfristig oder immer alleine leben (wollen),
- ob sie wirtschaftlich eigenständig sind, und wenn ja, ob sie viel oder wenig verdienen,
- ob sie eine feste Partnerschaft unterhalten oder nicht,
- ob sie Kinder außer Haus haben (wer Kinder im eigenen Haushalt hat, ist per definitionem alleinerziehend und kein Single).“ (Hradil 1995: 7).

Diese weite Definition ist so verfasst, dass sie genau die Menschen im mittleren Alter einbezieht, die mit höchster Wahrscheinlichkeit eine andere gesellschaftliche Alternative zum Single-Dasein gehabt hätten. Die über 55jährigen leben in den meisten Fällen auf Grund des Todes des Partner alleine Die untere Altergrenze, also 25 Jahre soll gewährleisten, dass alle Personen ausgeschlossen werden, die keine andere Möglichkeit zum Single-Leben haben. Die meisten der jungen Singles befinden sich noch in der Ausbildung, für sie bilden Ehe und Familie keine Alternative. 1992 lebten nach dieser Definition etwa 8 Prozent der Deutschen als Single.

In dieser Hausarbeit schließe ich mich der weiten Definition von Stefan Hradil an. Ein Single ist damit nur durch die Kriterien Einpersonenhaushalt und Alter definiert.

3. Historische Entwicklung des Phänomens „Single“

Singles sind nicht erst ein Phänomen, das in der neueren Zeitrechnung aufgetreten ist. Es gab durch alle Epochen Menschen, die alleine gelebt haben, auch, wenn ihre Hintergründe sich von den heutigen unterscheiden mögen. In der heutigen Zeit ist das Single-Dasein in den meisten Fällen freiwillig erwählt, wohingegen es in vergangenen Jahrhunderten fast ausschließlich mit einem Zwang verbunden war.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Deutschland - Die Single-Gesellschaft
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für Soziologie)
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
18
Katalognummer
V25529
ISBN (eBook)
9783638281256
ISBN (Buch)
9783638756877
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deutschland, Single-Gesellschaft
Arbeit zitieren
Catrin Knußmann (Autor), 2004, Deutschland - Die Single-Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25529

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