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Von der uneingeschränkten Solidarität zum deutschen Weg: Das transatlantische Verhältnis auf dem Prüfstand

Titel: Von der uneingeschränkten Solidarität zum deutschen Weg: Das transatlantische Verhältnis auf dem Prüfstand

Seminararbeit , 2003 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Michael Münch (Autor:in)

Politik - Thema: Deutsche Außenpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Beobachtet man die Schlagzeilen der vergangenen Monate, so stellt sich unweigerlich die Frage, was das transatlantische Verhältnis zu den USA noch wert ist bzw. jemals wert war. Das alte Europa - bestehend aus Deutschland und Frankreich - wird für die Vereinigten Staaten auf einmal zum Problem und der USPräsident sieht sich Vergleichen mit Adolf Hitler oder römischen Imperatoren gegenüber1.
Ein Rückblick in die Vergangenheit zeigt, dass sich eine maßgebliche Veränderung in den deutsch-amerikanischen Beziehungen vollzogen haben muss. Während des Kalten Krieges galten die USA als der wohlwollende Hegemon, der Mittel- und Westeuropa vor der kommunistischen Expansion bewahrte. Unter der schützenden Hand der Vereinigten Staaten gelang insbesondere der Bundesrepublik in der Nachkriegszeit ein enormer wirtschaftlicher Aufschwung, nicht zuletzt durch die finanzielle Hilfe in Form des Marshall-Plans. Die Amerikaner blieben auch über die Wiederaufbauzeit hinaus willkommen, da sie auf der einen Seite für die notwendige sicherheitspolitische Stabilität und auf der anderen Seite für eine Machtbalance der westeuropäischen Staaten untereinander sorgten. Auftretende Konflikte innerhalb des westlichen Bündnisses trug man meistens diplomatisch geschickt hinter verschlossenen Türen aus, da man gegenüber dem Klassenfeind im Osten keine Schwäche, sondern Stärke und Zusammenhalt zeigen wollte2. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion stand nicht mehr die Sicherheitsgemeinschaft, sondern die Wertegemeinschaft im Vordergrund. Fortan galt es gemeinsame Ideale (wie Freiheit und Demokratie) und nicht einen gemeinsamen Feind zu betonen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

1.2. Aufbau

1.3. Forschungsstand

2. Uneingeschränkte Solidarität

2.1. Der 11. September 2001

2.2. Der Afghanistanfeldzug

3. Der deutsche Weg

3.1. Die Irakdebatte

3.2. Deutscher Antiamerikanismus

4. Schlussbetrachtung

5. Bibliographie

5.1. Selbständig erschienene Literatur

5.2. Unselbständig erschienene Literatur

5.3. Internetquellen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Wandel der deutsch-amerikanischen Beziehungen im Zeitraum von 2001 bis 2003, um zu klären, ob es sich dabei um temporäre Verstimmungen oder einen tiefgreifenden, strukturellen Dissens handelt. Die Analyse zielt darauf ab, die Dynamik zwischen politischer Rhetorik, sicherheitspolitischen Notwendigkeiten und historisch begründeten Differenzen im Weltbild beider Nationen zu identifizieren.

  • Die Auswirkungen des 11. September 2001 auf die transatlantischen Beziehungen.
  • Die Rolle Deutschlands im Afghanistanfeldzug und die Ambivalenz der Solidarität.
  • Die Eskalation der Irakdebatte und die Proklamation des „deutschen Weges“.
  • Die Ursachen und Erscheinungsformen des aufkommenden Antiamerikanismus in Deutschland.
  • Szenarien für die zukünftige Gestaltung der transatlantischen Partnerschaft.

Auszug aus dem Buch

3.2. Deutscher Antiamerikanismus

Mit der Zunahme der amerikanischen Drohungen gegen den Irak, wuchs natürlich auch die Anzahl der Kriegsgegner in Deutschland. Dies verwundert nicht. Denn schon während des Vietnam- und ersten Golfkrieges sank die Sympathie der Deutschen für die Amerikaner erheblich. Doch dieses Verhalten der Bevölkerung war natürlich keine Ausnahme in Europa. Einmalig war jedoch, dass die Regierung diese Amerikakritik bis hin zum Antiamerikanismus mittrug und sogar noch schürte, indem man aufrief sich gegen die Kriegstreiberei der Vereinigten Staaten zu wehren. Diese ungewöhnlich harte Rhetorik gipfelte schließlich in mehreren unbedachten Äußerungen von hochrangigen Politikern. Einen traurigen Höhepunkt bildete hier schließlich der Vergleich von Präsident George W. Bush mit Adolf Hitler durch die ehemalige Justizministerin Herta Däubler-Gmelin. Dass sich Bundeskanzler Schröder daraufhin lediglich mit einem oberflächlichen Brief und nicht noch zusätzlich mit einem Telefonat beim US-Präsidenten entschuldigte, wurde in Washington mit Verbitterung aufgenommen. Dort verstand man das Verhalten Schröders als Gleichgültigkeit.

Das Hauptproblem in dieser Auseinandersetzung ist das mangelnde Verständnis für die jeweilige gegenüberliegende Seite. Insofern hat Außenminister Fischer vollkommen recht, wenn er sagt, dass die Amerikaner weder ein Verdun noch ein Auschwitz oder ein Stalingrad auf ihrem Kontinent hatten. Denn dies sind die einschneidenden Ereignisse in der Historie Deutschlands, die das Weltbild der Bevölkerung maßgeblich prägen. Die Deutschen haben durch Kriege nicht nur schwere Niederlagen erlitten, sondern auch ihre nationale Einheit verloren. Sie setzen sich bis heute mit dem tiefsitzenden Schuldbewusstsein auseinander. Gewalt wird als kein adäquates Mittel anerkannt, um eine Region zu stabilisieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Krise der deutsch-amerikanischen Beziehungen ein und stellt die forschungsleitende Frage nach der Tiefe des Dissenses zwischen beiden Ländern.

2. Uneingeschränkte Solidarität: Dieses Kapitel analysiert die deutsche Reaktion auf den 11. September 2001 und die Rolle Deutschlands im Afghanistanfeldzug als Spannungsfeld zwischen Loyalität und innenpolitischem Druck.

3. Der deutsche Weg: Hier wird der Irakkonflikt als zentraler Konfliktherd sowie die Entwicklung des Antiamerikanismus in Deutschland als Folge konträrer außenpolitischer Konzepte thematisiert.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Zukunftsaussichten sowie die Notwendigkeit einer gemeinsamen Konzeption für den Wiederaufbau im Irak.

5. Bibliographie: Das Verzeichnis listet die verwendete Fachliteratur sowie Internetquellen zur Unterstützung der Argumentation auf.

Schlüsselwörter

Deutsch-amerikanische Beziehungen, transatlantisches Verhältnis, 11. September 2001, Irakkrieg, Bundesregierung Schröder, Antiamerikanismus, Unilateralismus, Außenpolitik, Sicherheitsgemeinschaft, Wertegemeinschaft, Vasallentreue, Diplomatie, Achse des Bösen, Machtpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Verschlechterung der politischen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA im Zeitraum von 2001 bis 2003.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Wandel der Sicherheitswahrnehmung nach den Terroranschlägen, der Umgang mit der Irak-Problematik und die historischen Unterschiede im nationalen Selbstverständnis.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, ob die deutsch-amerikanische Krise eine vorübergehende Verstimmung oder ein unüberwindbarer, struktureller Dissens ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die aktuelle Literatur, politische Diskurse und offizielle Stellungnahmen vergleichend auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Reaktion auf den 11. September, der Afghanistanfeldzug, die Irakdebatte und der zunehmende deutsche Antiamerikanismus untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselwörtern gehören Transatlantik-Beziehungen, Unilateralismus, Irak-Debatte, Wertegemeinschaft und die Außenpolitik der Regierung Schröder.

Welche Rolle spielte die Irak-Resolution 1441 für die deutsche Regierung?

Die Resolution wurde von der deutschen Regierung unterstützt, um diplomatische Handlungsfähigkeit zu suggerieren, obwohl sie am kategorischen "Nein" zu einer militärischen Beteiligung festhielt.

Warum wird der Begriff "Allianz des Misstrauens" in der Arbeit verwendet?

Der Begriff beschreibt den Vertrauensverlust zwischen Berlin und Washington, der durch harte Rhetorik und den Unilateralismus der US-Regierung massiv vorangetrieben wurde.

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Details

Titel
Von der uneingeschränkten Solidarität zum deutschen Weg: Das transatlantische Verhältnis auf dem Prüfstand
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Proseminar: Deutsche Außenpolitik zwischen Kontinuität und Wandel
Note
1,0
Autor
Michael Münch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
22
Katalognummer
V25554
ISBN (eBook)
9783638281393
ISBN (Buch)
9783638639361
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Solidarität Verhältnis Prüfstand Proseminar Deutsche Außenpolitik Kontinuität Wandel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Michael Münch (Autor:in), 2003, Von der uneingeschränkten Solidarität zum deutschen Weg: Das transatlantische Verhältnis auf dem Prüfstand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25554
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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