Die Kreuzzüge – eine der interessantesten und bedeutendsten Phasen der Geschichte. Bedeutend, da sich die religiösen Gegensätze im Heiligen Land und der Heiligen Stadt Jerusalem bis in die heutige Zeit politisch, wie auch gesellschaftlich-kulturell auswirken, wie der Konflikt zwischen Israel und Palästina nur allzu deutlich zeigt. Interessant, weil sie mit einer Fülle schillernder Persönlichkeiten, einer Vielzahl neuer kultureller Einflüsse für die damalige Zeit und – leger ausgedrückt – jeder Menge Action aufwarten kann. Umberto Ecos Roman „Baudolino“ und dessen Verkaufszahlen beweisen, dass das Thema Kreuzzüge nicht nur für Historiker, sondern auch für Freunde der Belletristik interessant, ja sogar unterhaltsam sein kann. Während Eco der Kreuzzug Friedrich Barbarossas als Grundlage für seinen Roman diente, soll nun der „Kreuzzug“ Friedrich II. Gegenstand dieser Arbeit sein, ein Kreuzzug, der deutliche Unterschiede zum doch eher blutigen Unterfangen der vorangegangenen Kreuzzüge aufweist und vielleicht gerade deshalb umso bemerkenswerter ist. Den Verlauf von Friedrichs Kreuzzug nachzuzeichnen und die Besonderheiten herauszuarbeiten ist das Ziel dieser Arbeit.
Gliederung
1. Biographie und Charakteristik Kaiser Friedrichs II.
2. Die Vorbereitungen zum Kreuzzug
2.1 Das Kreuzzugsversprechen Friedrichs II.
2.2 Die Heirat mit Isabella II.
2.3 Der misslungene Kreuzzugsaufbruch
2.4 Die Exkommunikation Friedrichs II. durch Papst Gregor IX.
3. Der „Kreuzzug“ Friedrichs II.
3.1 Die Situation im Vorfeld des Kreuzzugs
3.2 Die Fahrt bis nach Jerusalem und der Vertrag von Jaffa
3.3 In Jerusalem
4. Friedrichs Rückkehr nach Italien
4.1 Die Abreise aus dem Heiligen Land
4.2 Der Sieg über die Widersacher in Italien
4.3 Der „Friede“ mit dem Papst
Schlussbetrachtung
Rezension zu Hans Eberhard Mayers Betrachtung der „Selbstkrönung Friedrichs II.“ innerhalb seiner Abhandlung „Das Pontifikale von Tyrus und die Krönung der lateinischen Könige von Jerusalem“
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den Verlauf des Kreuzzuges von Kaiser Friedrich II. detailliert nachzuzeichnen und dessen Besonderheiten – insbesondere den diplomatischen Charakter im Gegensatz zu früheren gewaltsamen Unternehmungen – herauszuarbeiten. Dabei wird der Fokus auf die politisch-religiöse Gemengelage und die Konflikte zwischen dem Kaiser und der Kurie gelegt.
- Die schillernde Persönlichkeit Friedrichs II. und sein Verhältnis zum Orient.
- Die diplomatischen Verhandlungen mit Sultan al-Kāmil und die Rolle des Vertrags von Jaffa.
- Die tiefgreifenden Spannungen und Konflikte zwischen Kaiser Friedrich II. und Papst Gregor IX.
- Die kritische Auseinandersetzung mit den Ereignissen in der Grabeskirche („Selbstkrönung“).
- Die Bewertung des Kreuzzugserfolgs in der historischen Rückschau.
Auszug aus dem Buch
3.2 Die Fahrt bis nach Jerusalem und der Vertrag von Jaffa
Etwa zehn Wochen nach seiner Abfahrt, traf Friedrich am 7. September 1228 in Akkon ein, nachdem er unterwegs auf Zypern seinen herrscherlichen Anspruch durchgesetzt hatte. Dass Friedrich sich immerhin sechs Wochen dafür Zeit nahm befremdet auf Grund der Situation in der er sich befand etwas und ist wohl nur durch die dort gewonnene Unterstützung für seinen Kreuzzug zu rechtfertigen. Allerdings passt sein Verhalten zu seinen oben aufgezeigten Charakterzügen. Die genauen Geschehnisse auf Zypern spielen für den Verlauf des Kreuzzugs aber keine wirklich entscheidende Rolle und werden hier deshalb nicht eingehender behandelt.
Bei Friedrichs Ankunft in Akkon war die Euphorie groß. Kreuzfahrer, Pilger und Einwohner feierten den Kaiser von dem man sich den Durchbruch für die christliche Sache versprach. Friedrich selbst unternahm sogar nochmals den Versuch, eine Aussöhnung mit dem Papst zu erreichen – vergeblich. Schon bald nach der Ankunft des Kaisers trafen Gesandte Honorius’ ein, die dem Patriarchen den Auftrag übermittelten, des Kaisers Exkommunikation bekannt zu machen und den drei Ritterorden zu untersagen, weiter mit ihm zusammenzuarbeiten. Es kam zur Spaltung des Kreuzfahrerheeres in eine kaisertreue und eine papsttreue Partei. Hermann von Salza und sein Deutschritterorden hielten dem Kaiser die Treue, Patriarch Gerold von Jerusalem wurde zum erbitterten Gegner Friedrichs. Templer und Johanniter waren teilweise bereit dem Kaiser zu folgen, aber nur unter der Bedingung, dass die Befehle nicht in des Kaisers sondern in Gottes und der Christenheit Namen ergingen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Biographie und Charakteristik Kaiser Friedrichs II.: Dieses Kapitel beleuchtet das Leben Friedrichs, seine kulturelle Prägung durch den Orient und seinen ambivalenten Ruf als „Stupor Mundi“.
2. Die Vorbereitungen zum Kreuzzug: Der Abschnitt behandelt die vertraglichen Verpflichtungen des Kaisers, insbesondere den Vertrag von San Germano, und die wachsende Spannung mit dem Papsttum.
3. Der „Kreuzzug“ Friedrichs II.: Hier steht die diplomatische Reise ins Heilige Land, die Verhandlungen mit Sultan al-Kāmil sowie der Vertrag von Jaffa und der Einzug in Jerusalem im Mittelpunkt.
4. Friedrichs Rückkehr nach Italien: Das Kapitel schildert die überstürzte Abreise des Kaisers aufgrund päpstlicher Angriffe auf sein Heimatreich und die anschließende militärische sowie diplomatische Konsolidierung seiner Herrschaft.
Schlüsselwörter
Friedrich II., Kreuzzug, Jerusalem, Papst Gregor IX., Sultan al-Kāmil, Vertrag von Jaffa, Exkommunikation, Stupor Mundi, Heiliges Land, Diplomatie, Kaisertum, Mittelalter, Kirchenbann, Ritterorden.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit dem historischen Kreuzzug von Kaiser Friedrich II. und dessen diplomatischer Rückgewinnung Jerusalems im 13. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind das Spannungsverhältnis zwischen dem Kaiser und der Kirche, die diplomatiegeschichtliche Bedeutung des Vertrags von Jaffa sowie die besondere Persönlichkeit Friedrichs II.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den speziellen, friedlichen Verlauf des Kreuzzugs unter Friedrich II. nachzuzeichnen und den Kontrast zu den gewaltsamen Kreuzzügen der Vorgänger herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Verfasser nutzt eine quellenorientierte Analyse, wobei er aktuelle Forschungsliteratur wie die Werke von Stürner und Runciman gegenüberstellt und bewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorbereitungsphase, den tatsächlichen Kreuzzugsverlauf im Orient und die anschließende Rückkehr des Kaisers nach Italien zur Sicherung seiner Macht.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie „Diplomatie“, „Kaisertum“, „Exkommunikation“ und „Vertrag von Jaffa“ sind für das Verständnis der Argumentation entscheidend.
Inwiefern unterschied sich dieser Kreuzzug von früheren Unternehmungen?
Anders als seine Vorgänger erreichte Friedrich II. sein Ziel der Rückgewinnung Jerusalems durch Verhandlungen und diplomatisches Geschick anstatt durch militärisches Blutvergießen.
Warum war die „Selbstkrönung“ in der Grabeskirche so umstritten?
Die Zeremonie wurde von Gegnern des Kaisers als Provokation gegenüber der Kirche und als demonstrative Unabhängigkeitserklärung gewertet, während moderne Historiker sie als machtpolitische Inszenierung ohne kirchenrechtliche Relevanz einstufen.
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- Jan Hendrik Schmidt (Autor), 2002, Friedrich II., sein Kreuzzug und Jerusalem, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25598