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Arbeitswelten im Wandel - Vom Industriekapitalismus zum Neoliberalismus

Title: Arbeitswelten im Wandel - Vom Industriekapitalismus zum Neoliberalismus

Seminar Paper , 2004 , 22 Pages , Grade: 1-

Autor:in: Michael Grindmayer (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Summary Excerpt Details

This essay trys to analyse the economic and social changes that have occured in the post-fordist era
concerning new forms of work relations. Therefor, at first the author wants to describe elemental
properties of the taylorist- fordist system before he is discussing the aftermath of global economic
breakdown and globalisation in the post-fordist society. Die gegenwärtige politische, wirtschaftliche und soziale Situation der westlichen post- industriellen
und postmodernen Gesellschaften ist ge(kenn-)zeichnet durch das Ende der Vollbeschäftigung am
Ende der 1970er Jahre. Waren die Arbeitnehmer während des fordistischen Booms der
produzierenden Industrie in ein staatliches System aus Sicherheiten eingebettet, das ihnen für die
Unwägbarkeiten des Lebens (Unfall, Arbeitslosigkeit, Krankheit, Bedürftigkeit, Alter)
entsprechende Hilfe-, Vorsorge- und Versorgungsleistungen zur Verfügung stellte, so ist dies heute
zwar noch nicht Vergangenheit, aber zumindest nur noch in eingeschränktem Maße so und wohl
auch in dieser Art nicht zukunftsfähig.
Aus der Unsumme der damit einhergehenden Veränderungen für Staat, Gesellschaft und
Individuum wurden für diesen Essay speziell die Wandlungen im Verhältnis des Individuums zu
seiner Arbeit als Schwerpunkt ausgewählt, diese jedoch dabei in den Kontext der sich zwischen den
Phasen des Fordismus und Postfordismus verändernden Ökonomie und Gesellschaft eingebettet.
Im ersten Teil erfolgt eine recht detaillierte Beschreibung des Weges der Industriegesellschaft vom
Taylorismus über den Fordismus zum Industriekapitalismus. Dabei soll besonders die allmähliche
Verzahnung von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik zu einem großen Räderwerk mit dem Zweck
des gesamtgesellschaftlichen Wohlstandes durch Arbeit und besonders: mit dem Normalarbeitsverhältnis
als Basis beschrieben werden.
Eben dieses Normalarbeitsverhältnis begann mit der Krise des Fordismus enorm zu erodieren, was
die Phase des Post-Industrialismus bzw. Postfordismus einläutete und die westlichen Gesellschaften
vor bis heute ungelöste Probleme stellte. Neue Formen der Arbeit entstanden und zusammen mit
einsetzender Individualisierung, Globalisierung, Flexibilisierung und Liberalisierung der
Gesellschaften führte dies zu zunehmender Verarmung früher prosperierender Mittelschichten und
der Freisetzung des Arbeitnehmers in die individualisierte „Risikogesellschaft“. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Taylorismus, Fordismus, Industriekapitalismus

1. Die „wissenschaftliche Betriebsführung“ des Frederick W. Taylor

1.1 Produktivitätssteigerung durch Rationalisierung

1.2 Trennung von Arbeitsprozess und Arbeiterqualifikation

1.3 Trennung von Planung und Ausführung

2. Die Mechanisierung der Arbeit in Highland Park, Detroit

2.1 Die Einführung des Fließbandes bei Ford 1913

2.2 Zeitkontrolle wird Maschinentaktbindung

2.3 Die totale Entfremdung vom Produkt der Arbeit

3. Das Gesellschaftssystem des Industriekapitalismus

3.1 Vorraussetzungen von Massenproduktion und Standardisierung

3.2 Die Integration der Arbeiterschaft durch Massengewerkschaften

3.3 Der „New Deal“

3.4 Neudefinition gesellschaftlicher Werte

3.5 Demokratie durch Vollbeschäftigung

II. Globalisierung, Liberalisierung, Flexibilisierung

1. Die Krise des Fordismus

2. Von der nationalen zur postnationalen Moderne

2.1 Sättigung und Globalisierung der Märkte

2.2 Die Entörtlichung der Produktion

2.3 Die Globalität des Kapitals und die Lokalität der Arbeitskraft

3. Von der Arbeits- zur Tätigkeitsgesellschaft

3.1 Neoliberalismus als Patentlösung der arbeitsgesellschaftlichen Probleme ?

3.2 Die Zerstörung der Gesellschaft durch den Neoliberalismus

4. Arbeitszeitflexibilisierung und Risikoregime

4.1 Arbeitszeitmodelle und „McJobber“

4.2 Das Risikoregime und die „selbsttätige Gesellschaft“

III. Schluss

Zielsetzung der Arbeit

Die Arbeit analysiert die tiefgreifenden wirtschaftlichen und sozialen Transformationen, die mit dem Übergang vom fordistischen Industriekapitalismus zum globalisierten Neoliberalismus einhergehen, und untersucht insbesondere die Auswirkungen dieser Entwicklung auf das Verhältnis des Individuums zu seiner Erwerbsarbeit.

  • Historische Analyse des tayloristisch-fordistischen Systems und seiner gesellschaftlichen Einbettung.
  • Untersuchung der Krise des Fordismus und der daraus resultierenden Globalisierungs- und Liberalisierungsprozesse.
  • Darstellung der Entstehung einer „Risikogesellschaft“ und der Erosion des Normalarbeitsverhältnisses.
  • Kritische Reflexion der Rolle transnationaler Konzerne und der Abgabe staatlicher Regulierungskompetenz.
  • Diskussion neuer Beschäftigungsformen wie „McJobs“ und die Prekarisierung der Arbeit.

Auszug aus dem Buch

Die Mechanisierung der Arbeit in Highland Park, Detroit

Einen durchschlagenden Erfolg auf dem Wege der Rationalisierung des Produktionsprozesses stellte 1913 die Einführung des Fließbandes, der „wandernden Wege“6, im Ford-Werk Highland Park, Detroit dar. Während Taylor zwar schon in bestmöglichem Ausmaß auf den Einsatz von Maschinen pochte um Verzögerungen der Produktion und damit Produktivitätseinbußen durch menschliche Fehlleistungen zu vermeiden, erreichte Ford mit dem Fließbandsystem ein nie da gewesenes Maß an Reibungslosigkeit.

Das „T-Modell“ von Ford bestand aus 5000 Teilen, welche in etwa 8000 Einzelschritten von 50000 Arbeitern überwiegend an Maschinen zusammen gesetzt wurden. Immenses Verzögerungspotenzial stellten die oft langen und ungünstig angelegten Transportwege von einem Montageplatz eines Teiles zum nächsten dar, welche sich nicht selten wechselseitig überschnitten und behinderten 7. Durch die Anlage fester, bis ins kleinste Detail ausgeklügelter und vor allem: sich selbst bewegender Produktions- und Transportwege konnte dieses Hindernis wirkungsvoll beseitigt werden. Die Werkstücke konnten direkt und verzögerungsfrei von einem zum nächsten Arbeitsplatz befördert werden. Damit erreichte Ford ein Ausmaß an zusätzlicher Produktivität, welches ihm trotz des weitgehenden Verzichts auf den Drill und die strenge Zeitvorgabe tayloristischer Arbeitsorganisation erlaubte, seinen Arbeitern überdurchschnittlich hohe Löhne und den Acht-Stunden-Tag anzubieten.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung thematisiert das Ende der Vollbeschäftigung nach den 1970er Jahren und die damit verbundene Erosion des staatlichen Sicherungssystems, welches den Übergang von einer fordistischen Industriegesellschaft zur individualisierten Risikogesellschaft einleitet.

II. Taylorismus, Fordismus, Industriekapitalismus: Dieses Kapitel erläutert die Grundprinzipien der wissenschaftlichen Betriebsführung nach Taylor und deren Vervollkommnung durch Fords Fließbandproduktion, was in ein umfassendes System der gesellschaftlichen Integration durch Arbeit mündete.

II. Globalisierung, Liberalisierung, Flexibilisierung: Hier wird die Krise des fordistischen Wachstumsmodells analysiert, die durch globale Marktverflechtungen, die Entörtlichung der Produktion und eine neoliberale Politik zur De-Regulierung und Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse führte.

III. Schluss: Das Fazit stellt fest, dass mit dem Ende des Normalarbeitsverhältnisses der gesamtgesellschaftliche Wohlstand gefährdet ist und fordert von transnationalen Akteuren eine Rückbesinnung auf soziale und nationale Verantwortung.

Schlüsselwörter

Arbeitswelten, Industriekapitalismus, Taylorismus, Fordismus, Neoliberalismus, Globalisierung, Normalarbeitsverhältnis, Risikogesellschaft, Prekarisierung, McJob, Strukturwandel, Vollbeschäftigung, soziale Ungleichheit, Wirtschaftswachstum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Wandel der Arbeitswelt vom industriellen Kapitalismus des 20. Jahrhunderts hin zum globalisierten Neoliberalismus und die damit einhergehenden gesellschaftlichen Folgen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen den Taylorismus und Fordismus, die Krise dieser Wirtschaftsmodelle, die Auswirkungen der Globalisierung auf die Arbeitskraft sowie die Entstehung prekärer Arbeitsformen im Neoliberalismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Wandlungen im Verhältnis des Individuums zu seiner Arbeit im Kontext der sich verändernden ökonomischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zwischen Fordismus und Postfordismus zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoriegeleitete soziologische Analyse, die historische Entwicklungen der Arbeitsorganisation mit aktuellen globalisierungs- und gesellschaftstheoretischen Ansätzen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Entstehung der Massenproduktion, dann die Krisenursachen des Fordismus und abschließend die negativen Konsequenzen der globalen Liberalisierung sowie die Individualisierung von Risiken thematisiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Taylorismus, Fordismus, Normalarbeitsverhältnis, Risikogesellschaft, Entfremdung, Globalisierung, Prekarisierung und die Transformation zum Industriekapitalismus.

Was versteht der Autor unter dem „Risikoregime“?

Das Risikoregime bezeichnet die Verlagerung von vormals staatlich abgesicherten Lebensrisiken auf das Individuum, welches nun unter Bedingungen von Unsicherheit und erzwungener Selbständigkeit agieren muss.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der modernen „McJobs“?

Der Autor sieht in der sogenannten McJob-Kultur ein Symptom der Prekarisierung, bei dem Arbeitnehmer zur Sicherung ihrer Existenz mehrere prekäre Beschäftigungsverhältnisse eingehen müssen, was den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwächt.

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Details

Title
Arbeitswelten im Wandel - Vom Industriekapitalismus zum Neoliberalismus
College
LMU Munich  (Institut für Soziologie)
Course
Grundkurs Theorie III
Grade
1-
Author
Michael Grindmayer (Author)
Publication Year
2004
Pages
22
Catalog Number
V25618
ISBN (eBook)
9783638281843
ISBN (Book)
9783656313526
Language
German
Tags
Arbeitswelten Wandel Industriekapitalismus Neoliberalismus Grundkurs Theorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Grindmayer (Author), 2004, Arbeitswelten im Wandel - Vom Industriekapitalismus zum Neoliberalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25618
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