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Vor Mai 1968 in Frankreich: Die Studenten von Nanterre (März 1967 - April 1968)

Das Entstehen einer Protestbewegung

Title: Vor Mai 1968 in Frankreich: Die Studenten von Nanterre (März 1967 - April 1968)

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 31 Pages , Grade: 1

Autor:in: MA Johan Thienard (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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Summary Excerpt Details

Während sich bereits heftige Protestbewegungen in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre in den Straßen von Washington, Berlin oder Rom ausbreiten, hat man den Eindruck, dass die französische Gesellschaft ruhig bleibt. Nach einem berühmten vorausschauenden Artikel am 15. März 1968 „langweilt sich“ Frankreich1. Dies ist nicht ganz richtig. Zu diesem Zeitpunkt langweilt sich die Fakultät von Nanterre nicht mehr… So plötzlich scheint der Verlauf der Ereignisse ab dem 3. Mai für die überraschte Presse und französische Bevölkerung zu sein, so ungeordnet der Einfall der Studenten, so irrationell der wirre Ausdruck ihrer Empörung, als ob die Protestbewegung aus dem Nichts, aus den ungewöhnlichen Umständen entstehen würde.
Und doch kann man deren Wurzel bis zum Neomarxismus der unmittelbaren Nachkriegszeit zurückverfolgen. Die Bewegung ist zwar zunächst nur auf sehr kleine und gespaltene Kreise beschränkt. Aber zwischen diesen „Neuen Linken“, die sich in Frankreich durch vertrauliche Zeitschriften entwickeln2, und dem studentischen Aufstand Anfang Mai gibt es eine entscheidende Stufe, die in Nanterre stattfindet: Eine Verschmelzung zwischen den theoretischen Ansätzen der „Neuen Linken“, einigen tatkräftigen linksextremistischen Gruppen und dem Unbehagen der Massen der Studenten. Ende April, d.h. unmittelbar vor dem Pariser Mai, sind schon alle Bestandteile der studentischen Protestbewegung in Nanterre vorhanden und die zukünftigen Entwicklungen können nur im Licht der erworbenen Erfahrung in Nanterre verstanden werden. Denn in Nanterre kann man eine Art „Generalprobe“ des Aufstandes in kleinem Maßstab beobachten. Hier hat die sich bildende Bewegung eine Trägergruppe (die Bewegung des 22 März), Gegner (alle Vertreter der so genannten „autoritären“ Gesellschaft) und Strategien (direkte spontane Aktion) gefunden, so dass nichts Neues mehr in der ersten studentischen Phase der Revolte in Paris am 3. – 13. Mai hinzukommen muss.3

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einführung

I Warum Nanterre?

1) Ein deprimierender Rahmen

2) Studenten und Lehrende

a) Wohlhabende Studenten

b) Motivierte Lehrende

II Erste Konflikte in Nanterre

1) Aktionsbereitschaft der Studenten

a) Die „sexuelle Segregation“

b) Der Generalstreik von November 1967

2) Die Zeit der Provokation

a) Die Schwimmbad-Affäre

Die „Schwarzen Listen“ und der erste Einsatz der Polizei

III Die Bewegung des 22. März

1) Grüppchen der Extremlinken

2) Entstehung der Bewegung des 22. März

3) Cohn-Bendit, die Bewegung und die Welt

IV Der Zusammenbruch der Fakultät Nanterre

1) Chronologie von Februar bis Anfang Mai

a) Die Abschaffung der Hausordnung in den Studentenwohnheimen

b) Erste Aktionen der Bewegung des 22. März

c) Die unerträgliche Spannung

2) Der Mobilisierungsprozess

a) Die studentische Überschwänglichkeit

b) Die Reaktion

3) Die Professorenschaft

Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Entstehen der studentischen Protestbewegung an der Fakultät von Nanterre zwischen März 1967 und April 1968, um zu ergründen, warum gerade dieser Ort zum Ausgangspunkt der Mai-Ereignisse 1968 in Frankreich wurde. Dabei wird der Fokus auf die Wechselwirkung zwischen strukturellen Krisen der Universität und der subjektiven Handlungspraxis der studentischen Akteure gelegt.

  • Analyse der soziokulturellen und räumlichen Bedingungen der Fakultät Nanterre
  • Untersuchung der Rolle radikaler Studentengruppierungen und der „Bewegung des 22. März“
  • Bewertung der Provokationsstrategien als Katalysator für die Mobilisierung
  • Einordnung der Rolle zentraler Akteure wie Daniel Cohn-Bendit
  • Darstellung des Eskalationsprozesses im Verhältnis zur Reaktion der staatlichen und universitären Autoritäten

Auszug aus dem Buch

Die Zeit der Provokation

Eine Analyse eines Theoretikers der „Neuen Linken“ gestattet, die Logik dieser zweiten Phase und deren Akteure mit großer Klarheit zu verstehen:

« Il y en avait quelques uns, inspirateurs du jeu qui pour n´avoir pas de plan, n´en agissait pas moins dans l´intention d´entraîner les autres au plus loin dans le refus de du système universitaire et la critique de la société bourgeoise. […] Ils s´amusèrent, hors des organisations où l´on s´ennuie. […] Pas de programme, pas de perspectives, pas de d´objectifs au sens où on l´on entend ces termes dans un parti mais l´idée que par l´action directe, par la provocation, en récusant la loi de l´université, il était possible de forcer un passage […] de gripper un mécanisme essentiel au fonctionnement du système social ».

Ablehnung der Institutionen, direkte Aktionen, Mobilisierung der Studenten, das sind die Merkmale der Bewegung im Entstehen.

Zusammenfassung der Kapitel

I Warum Nanterre?: Dieses Kapitel beleuchtet den deprimierenden Rahmen der neu errichteten Fakultät sowie die soziologische Zusammensetzung von Studenten und Lehrenden, die den Nährboden für Unmut bildeten.

II Erste Konflikte in Nanterre: Der Abschnitt beschreibt frühe Protestformen wie die Besetzung von Wohnheimen und die Schwimmbad-Affäre, die als „Generalproben“ für die spätere Eskalation dienen.

III Die Bewegung des 22. März: Hier wird die Entstehung der Bewegung des 22. März analysiert, die durch das Zusammenwirken verschiedener linker Gruppierungen und die inspirierende Rolle Daniel Cohn-Bendits eine neue, antidogmatische Mobilisierungsdynamik entwickelte.

IV Der Zusammenbruch der Fakultät Nanterre: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Chronologie der Ereignisse von Februar bis Mai 1968 und untersucht die wechselseitigen Reaktionen zwischen Studenten und Autoritäten, die schließlich zur Lähmung der Fakultät führten.

Schlüsselwörter

Nanterre, Mai 1968, Protestbewegung, 22. März, Daniel Cohn-Bendit, Studentenrevolte, Provokation, Universität, Situationismus, Linke, Mobilisierung, Reform, Autoritäten, Hochschulpolitik, Soziologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Genese der studentischen Proteste an der Universität Nanterre im Vorfeld der Mai-Ereignisse 1968 in Frankreich.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die strukturellen Probleme der französischen Universität der 60er Jahre, die Rolle politischer Splittergruppen und die Eskalationsdynamik durch Provokationsstrategien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie aus lokalen studentischen Konflikten eine Bewegung entstehen konnte, die schließlich das gesamte französische Hochschulsystem und die Gesellschaft in Frage stellte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung kombiniert eine thematische Analyse der sozialen und politischen Hintergründe mit einer detaillierten chronologischen Aufarbeitung des Eskalationsprozesses.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Rahmenbedingungen, der frühen Konflikte, der Synthese zur „Bewegung des 22. März“ und die chronologische Abfolge des Zusammenbruchs der Fakultät.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Nanterre, Mai 68, Protestbewegung, 22. März, Cohn-Bendit, Provokation und universitäre Selbstverwaltung.

Welche Rolle spielte Daniel Cohn-Bendit in der Bewegung?

Cohn-Bendit fungierte als wichtiger Moderator und Symbolfigur, wobei er durch seine Persönlichkeit und sein eklektisches Wissen eine Brücke zwischen verschiedenen politischen Strömungen schlug.

Warum wird die Schwimmbad-Affäre als so wichtig erachtet?

Sie gilt als exemplarische „situationistische“ Aktion, da sie durch gezielte Provokation die Autorität des Ministers lächerlich machte und die Solidarität der Studenten aktivierte.

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Details

Title
Vor Mai 1968 in Frankreich: Die Studenten von Nanterre (März 1967 - April 1968)
Subtitle
Das Entstehen einer Protestbewegung
College
University of Tubingen  (Fakultät für Philosophie und Geschichte)
Course
Protestbewegungen in Europa und in den USA in den sechziger Jahren
Grade
1
Author
MA Johan Thienard (Author)
Publication Year
2004
Pages
31
Catalog Number
V25629
ISBN (eBook)
9783638281959
ISBN (Book)
9783638648691
Language
German
Tags
Frankreich Studenten Nanterre April Protestbewegungen Europa Jahren
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
MA Johan Thienard (Author), 2004, Vor Mai 1968 in Frankreich: Die Studenten von Nanterre (März 1967 - April 1968), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25629
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