Weiblichkeit in Japan. Sexualität, Ehe, Gesellschaft, Ausbildung und Arbeitsmark


Essay, 2004

17 Seiten, Note: 1


Leseprobe

INHALT

1.Einleitung, generelle Stereotypen

2. Ansichten über das sexuelle Verhalten

3. Kurzer historischer Hintergrund
3.1 Frühere japanische Geschichte
3.2 Modernere Geschichte

4. Ehen

5. Gesellschaft, Ausbildung, Arbeitsmarkt

6. Zusammenfassung

Bibliographie

Begriffserklärungen

Definitionen, Identitäten japanischer Frauen im Vortrag

Ausschnitte über japanische Frauen aus dem 2O. Jahrhundert - Handout

1.Einleitung, generelle Stereotypen

Die Position von Frauen in der japanischen Gesellschaft ist einer der Hauptunterschiede zwischen östlicher und „westlicher Gesellschaft“. Japanische Männer hält man für krasse männ-liche Chauvinisten, während Frauen angeblich schämvoll ausgenutzt und unterdrückt werden, obwohl sie doch eine bessere Position haben als Frauen in den islamischen Nationen oder in einigen anderen Ländern der Welt. Sogar heutzutage gibt es eine strenge Arbeitsdiskriminierung gegen sie und man fühlt immer noch die Einflüsse des alten konfuzianischen Sprichwortes, dass eine Frau in ihrer Jugend ihren Vater, in ihrer Reife ihren Ehemann und in ihren alten Jahren ihren Sohn befolgen sollte. Mit westlichen Augen werden Frauen häufig kalt und sogar mit Verachtung behandelt. Japanische Frauen sind zahm und duldsam mit ihren Männern und männlichen Ver-wandten, Mädchen verstecken sich schüchtern hinter einem Schirm von Grinsen. Das Sozialleben hat wenig Platz für die verheiratete Frau. Es besteht ein doppelter sexueller Standard, der den Mann befreit und die Frau einschränkt. Jedoch macht die sexuelle Moral und Haltung eine schnelle Änderung durch, zwar in die gleiche Richtung wie im Westen.

2. Ansichten über das sexuelle Verhalten

Japaner teilen die westlichen Ansichten über die Sündhaftigkeit sexueller Beziehungen nicht. Es ist ein natürliches Phänomen für sie, wie das Essen, das an seinem geeigneten Platz genossen werden kann. Die Japanische Haltung ist folglich einerseits freizügig, aber gleichzeitig ist man sich der Notwendigkeit für das Verbiegen der Wünsche der Einzelperson zum umgebenden Sozialklima eher bewusst. Die sozialen Richtlinien, die sie befolgen, begrenzen das emotionale Leben des Individuums in extremer Maße. Japaner können einem sowohl ausschweifend als auch puritanisch vorkommen, sie erlauben Männern fast alles, aber von Frauen verlangen sie Reinheit.

3. Kurzer historischer Hintergrund

3.1 Frühere japanische Geschichte

Die primitiven Japaner hatten die Fruchtbarkeit in der Landwirtschaft und auch unter Men-schen respektiert. Phallische Symbole waren allgemeine Gegenstände der Anbetung auf dem Lan-de bis neue Zeiten. In der klassischen Periode wurde Liebe das literarische Hauptthema in einem Hofleben mit erstaunlich freien sexuellen Gewohnheiten. Etwas von dieser Freiheit überlebte bis in die modernen Zeiten, auf dem Lande wurden voreheliche sexuelle Relationen erlaubt und Ehe-schließungen waren häufig nicht registriert, bis die Braut ihre Fähigkeit geprüft hatte, Kinder zu gebären. /Frau 1-2 / (Heutzutage sind japanische Frauen nicht mehr so fruchtbar.)

Die frühe japanische Gesellschaft hat einen definitiv matriarchalen Substratum. Der mythi-sche Vorfahrer der imperialen Linie war die Sonnegöttin /Bild Nr.1/, weibliche Führung war im 3. Jahrhundert allgemein, und es gab regierende Kaiserinnen bis zum Ende des 8. Jahrhunderts. Frau-en hatten große Freiheit im Heian Hofleben (10-11.Jh.) und dominierten einen großen Anteil seiner Literatur z.B. Murasaki Shikibu, die Verfasserin der Geschichte von Genji. Im frühen Feudalismus konnten Frauen Besitz erben und eine Rolle im Feudalsystem spielen. /Frau 3-4/

Konfuzianische Philosophie und die lange feudale Erfahrung haben die Freiheit der Frauen eingeschränkt und sie in komplette Unterordnung der Männer gezwungen. Frauen wurden stufenweise von der Feudalstruktur hinausgeschoben, in eine Zusatzrolle zu Männern, da sie zum Kämpfen weniger fähig waren als Männer. Konfuzianismus hielt Frauen für wichtig für das Kindgebären und die Fortpflanzung der Familie /Bild Nr.2 /, aber nicht für Gehilfen oder Gegenstände der Liebe. Diese puritanische Ansicht betrachtete romantische Liebe als eine Schwäche, und Geschlechtsverkehr als einen Mechanismus für die Auferhaltung der Familienlinie.

Unter den Bauern waren Frauen als Mitarbeiter der Männer auf den Äckern tätig, aber in der höflichen Gesellschaft wurden sie zu völlig dienerischen Mägden und Speilzeugen der Männer. /Frau 5-6 = Mitarbeiterin, Spielzeug/ Eine Tochter konnte durch eine gelungene Ehe die Verbin-dungen ihrer Familie verbessern, sie wurde also sorgfältig erzogen, um eine dekorative und unan-getastete Ware auf dem Ehemarkt zu werden. /Bild Nr.3,4,5/ Von einer Ehefrau wurde erwartet, sich dem Wohlstand der Familie ihres Mannes zu widmen, unter der strengen Überwachung ihrer Schwiegermutter. Außereheliches Sozialleben galt als unnützlich für sie, und jeder möglicher Kon-takt mit Männern außerhalb der Familie wurde als potentiell gefährlich gesehen. Ihre Zähne wur-den geschwärzt und ihre Augenbrauen entfernt damit sie minder attraktiv wurde. Da Ehe-schließungen durch Familienbedürfnissen bestimmt waren und nicht das Resultat der Anziehung zwischen zwei jungen Leuten waren (die einander in vielen Fällen nie vor der Eheschließung gesehen hatten), schien gegenseitige Liebe eine Sekundärangelegenheit. /Frau 7/

3.2 Modernere Geschichte

Sexuelle Lockerheit oder Ehebrechung von seiten der Frauen galten als sozial sehr aufrüh-rerisch und man tat folglich alles, sie vorzubeugen. Die Männer jedoch konnten ein ausgedehnteres Sozial- und Sexualleben entwickeln, solange dies nicht gegen ihre familiären Verantwortungen verstoß. Ein reicher Mann konnte Sekundärfrauen oder Mättressen halten und die Unterhaltungs-viertel größerer Städte öfters besuchen, in denen er sich durch das Gespräch, die künstlerischen Talente im Tanz und im Singen /Bild Nr.6,7,8,9/ und die sexuelle Anziehkraft professionell ausge-bildeter Frauen in einer Umgebung von Theater und Gaststätten amüsieren konnte. Diese Frauen reichten von einfachen Prostituierten bis zu berühmten Kurtisanen, die ein anständiges Umwerben vor einem sexuellen Verhältnis erforderten. Der letztere Typ wurde im 19. Jahrhundert bekannt als Geisha und besteht immer noch in heutigem Japan. /Bild Nr.10/ /Frau 8-9/

Da solche Ideen lange noch (bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts) bestanden, leben viele Hal-tungsweisen und Gewohnheiten, die von diesem System abgeleitet sind, fort, sogar in einem sich schnell verändernden Japan. Das „Dating“ und Mit-Einander-Ausgehen spielen viel weniger Rolle, als im westlichen Sozialleben, gegenseitige Liebe wird kaum betont, obwohl sie später in manchen Ehen langfristig dasein kann. Zwar blieben vorgeplante Ehen ein Teil des Systems, ist die Zahl der jungen Leute seit den zwanziger Jahren gewachsen, die darauf bestanden haben, ihre Partner durch Liebeseheschliessungen zu finden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Weiblichkeit in Japan. Sexualität, Ehe, Gesellschaft, Ausbildung und Arbeitsmark
Hochschule
Debreceni Egyetem  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Das Verbindende zwischen Kulturen, Konferenz in Wien 2003
Note
1
Autor
Jahr
2004
Seiten
17
Katalognummer
V25640
ISBN (eBook)
9783638282055
ISBN (Buch)
9783638848190
Dateigröße
401 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weiblichkeit, Japan
Arbeit zitieren
Anita Mester (Autor:in), 2004, Weiblichkeit in Japan. Sexualität, Ehe, Gesellschaft, Ausbildung und Arbeitsmark, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25640

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