Dort wo Menschen zusammentreffen besteht immer die Möglichkeit, dass
Konflikte entstehen. Auch am Arbeitsplatz ist niemand davor gewahrt. Hier
gibt es bereits seit längerer Zeit ein Phänomen, das als „Mobbing“ bezeichnet
wird, es gewinnt seit den 80er Jahren immer mehr an Beachtung. Die
Berufstätigen leiden unter den psychischen und physischen Schäden, sie
können krank werden und ihren Arbeitsplatz im schlimmsten Fall sogar
verlieren oder selbst aufgeben. Ein schlechtes Arbeitsklima hat dann auch
Auswirkungen auf die Produktivität und die Krankheitsquoten eines
Unternehmens und so führt Mobbing heute bereits zu einem erhöhten
Krankenstand und erhöhten Prozessanzahlen.
Mit wachsendem Konkurrenz- und Leistungsdruck und der ständigen Gefahr
drohender Arbeitslosigkeit, nimmt die Mobbing Problematik stetig zu. Und
niemand ist davor gewahrt nicht selbst einmal Opfer zu werden, diese
Problematik macht vor keiner Hierarchiestufe und keinem Beruf halt.
Vor ca. 1 Jahr gab es dann den für mich entscheidenden Auslöser mich näher
mit dem Thema „Mobbing“ zu befassen. Eine Person aus meinem direkten
Familienkreis war selbst betroffen und wurde von seinem Vorgesetzten
schikaniert. Es gab üble Beschimpfungen, die Person bekam nur noch
Aufgaben ohne Sinn und war für seinen Ausbildungsstand völlig
unterfordert. Es wurden Urlaubsanträge gestrichen und unzulässige
Überstunden angeordnet. Als dann zum 3. Mal ein gebuchter Urlaub durch
den Chef drei Tage vor Urlaubsantritt storniert wurde, hat diese Person die
Notbremse gezogen und rechtlichen und auch ärztlichen Rat eingeholt. Bis
dahin war der Person nicht klar, dass das was der Chef mit seinem
Mitarbeiter tat, Mobbing sein könnte.
Im späteren Gespräch mit einem Psychologen wurde aber deutlich, dass es
sich hierbei schon lange nicht mehr nur um einen Konflikt zwischen den
Beiden handelte.
Natürlich ist nicht jeder Kollegensche rz als Mobbing zu betrachten. Necken
und gelegentliche Pöbeleien liegen in der Natur des Menschen. Jedoch sollte man in der Lage sein, Mobbing rechtzeitig zu erkennen um
Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.
Im Folgenden wird der Begriff Mobbing näher durchleuchtet, die Täter und
Opfer charakterisiert und auch Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt. Natürlich
wird hierbei auch der rechtliche Aspekt sich gegen Mobbing zu wehren
angesprochen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition und Bedeutung des Mobbing-Begriffs
3. Die Charakteristika und Ursachen im Mobbing-Täter
4. Die Charakteristika und Ursachen im Mobbing-Opfer
5. Mobbing-Handlungen: Unterschiede zu „normalen“ Konflikten
6. Die 4 Mobbing-Phasen
7. Folgen von Mobbing
8. Verbreitung von Mobbing
9. Prävention und Intervention in Bezug auf Mobbing
10. Die rechtliche Seite
11. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht das Phänomen Mobbing am Arbeitsplatz, analysiert dessen Entstehungsbedingungen bei Tätern und Opfern und erarbeitet präventive sowie rechtliche Lösungsansätze für Betroffene und Unternehmen.
- Psychologische und strukturelle Ursachen von Mobbing am Arbeitsplatz
- Differenzierung zwischen Mobbing und alltäglichen Konflikten
- Die Auswirkungen von Mobbing auf Individuen und betriebswirtschaftliche Kosten
- Interventions- und Handlungsstrategien für Mitarbeiter, Vorgesetzte und Betriebsräte
Auszug aus dem Buch
Die Charakteristika und Ursachen im Mobbing-Täter
Die Ursachen für Mobbing sind vielfältig. In vielen Untersuchungen und Studien werden auch Strukturen innerhalb einer Organisation als mobbingförderlich eingestuft. „Mängel in der Organisation schaffen Konflikte und Konflikte sind hervorragender Nährboden für Mobbing.“ Aber auch schlechte Arbeitsbedingungen wie zu wenig oder unqualifiziertes Personal, permanente Arbeitsüberlastung, räumliche Beengtheit, unfähige Führungskräfte oder Einsparungen an falscher Stelle können den Mobbing-Prozess fördern.
Natürlich gibt es auch persönliche Gründe, die individuell von Neid, Konkurrenzdenken, Karrieredenken, Unsicherheit über die eigene Stellung am Arbeitsplatz über Minderwertigkeitsgefühle und Machtgelüste reichen. Mobbing-Täter fühlen sich oft selber als Mobbing-Opfer und handeln ihrer Meinung nach nur zur Verteidigung; für sie ist Mobbing eine Art sich zu wehren. Sie drehen die Dinge um und sind am Ende die scheinbar bedauernswerten Opfer. Ihre Verteidigungsgründe werden oft als Rechtfertigung für ihr unfaires Verhalten vorgeschoben. Mobber haben jedoch eines alle gemeinsam:
„Sie sind aktive Täter!“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtet die wachsende Relevanz von Mobbing am Arbeitsplatz und erläutert die persönliche Motivation der Autorin für diese Seminararbeit.
2. Definition und Bedeutung des Mobbing-Begriffs: Definiert den Mobbing-Begriff wissenschaftlich unter Bezugnahme auf Leymann und das Bundesarbeitsgericht.
3. Die Charakteristika und Ursachen im Mobbing-Täter: Analysiert die persönlichen Motive und organisatorischen Rahmenbedingungen, die Menschen zu Mobbing-Tätern machen.
4. Die Charakteristika und Ursachen im Mobbing-Opfer: Untersucht Merkmale und Verhaltensweisen, die eine Person anfälliger für Mobbing-Attacken machen können.
5. Mobbing-Handlungen: Unterschiede zu „normalen“ Konflikten: Grenz Mobbing von alltäglichen Konflikten durch Kriterien wie Systematik und Schikanierung ab.
6. Die 4 Mobbing-Phasen: Beschreibt den typischen, eskalierenden Verlauf eines Mobbing-Prozesses nach Leymann.
7. Folgen von Mobbing: Erläutert die psychischen und physischen Auswirkungen auf das Opfer sowie die wirtschaftlichen Folgen für Unternehmen.
8. Verbreitung von Mobbing: Präsentiert statistische Daten und Zahlen zur Verbreitung von Mobbing in verschiedenen Arbeitsumfeldern.
9. Prävention und Intervention in Bezug auf Mobbing: Zeigt konkrete Handlungsmöglichkeiten für Mitarbeiter, Vorgesetzte und betriebliche Interessenvertretungen auf.
10. Die rechtliche Seite: Diskutiert die arbeits- und zivilrechtliche Lage sowie die Bedeutung der Beweissicherung durch ein Mobbingtagebuch.
11. Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von präventiver Kommunikation zur Vermeidung von betrieblichen Kosten.
Schlüsselwörter
Mobbing, Arbeitsplatz, Mobbing-Täter, Mobbing-Opfer, Konfliktmanagement, Schikane, Psychoterror, Prävention, Intervention, Arbeitsrecht, Fehlzeiten, Betriebsklima, Produktivität, Kommunikation, Personalfluktuation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit Mobbing am Arbeitsplatz als ernsthaftes soziales und gesundheitliches Problem, das sowohl Individuen als auch Unternehmen belastet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definition und Phasen des Mobbings, die Analyse der Rollen von Täter und Opfer, die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Interventionsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für Mobbing-Prozesse zu schaffen und praktische Handlungshilfen zur Prävention und Bewältigung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Auswertung relevanter deutscher Fachliteratur aus den Jahren 2000 bis 2003 basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Täter- und Opferprofilen, die Abgrenzung zu normalen Konflikten, den Phasenverlauf, die Folgen sowie Strategien für Betriebsräte und Vorgesetzte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mobbing, Psychoterror, Prävention, Arbeitsrecht, Betriebsklima und Konfliktmanagement charakterisiert.
Warum ist die Dokumentation in Form eines Mobbingtagebuchs rechtlich wichtig?
Das Mobbingtagebuch dient als wesentliches Beweismittel vor Gericht, um systematische Schikanen über einen längeren Zeitraum glaubhaft zu machen.
Warum fällt es Betroffenen oft schwer, sich gegen den Täter zu wehren?
Betroffene befinden sich oft in einem Teufelskreis aus Hilflosigkeit und Verzweiflung, während Täter häufig verdeckt agieren, was eine klare Zuweisung erschwert.
- Quote paper
- Olivia Mürmann (Author), 2004, Mobbing - Gewalt in Gesellschaft und Politik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25649