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Stasis am Beispiel der Stadt Megara

Title: Stasis am Beispiel der Stadt Megara

Term Paper , 1998 , 20 Pages , Grade: 1

Autor:in: Mark Thumann (Author)

World History - Early and Ancient History
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Untrennbar verbunden mit der klassischen Zeit der griechischen Antike ist das Phänomen der Bürgerkriege. Die Griechen selbst verwendeten hierfür den Begriff „Stasis“. Gemeint war damit das Auseinanderfallen einer politischen Einheit (Polis) und die gewaltsame Austragung der Konflikte innerhalb eines Staates.
Die folgende Arbeit befaßt sich beispielhaft mit der dorischen Stadt Megara und zeichnet die dramatischen Ereignisse der Jahre 430-420 v. u. Z. detailliert nach. Besonders interessant ist das megarische Beispiel mit seinem Konflikt zwischen oligarchischer und demokratischer Partei u.a. auch deshalb, weil die Ereignisse sich zeitgleich und in mannigfacher Verquickung mit dem peloponnesischen Krieg zwischen Athen und Sparta abspielen.
Kernfrage der Arbeit ist eine korrekte Einschätzung der dem Konflikt zugrunde liegenden politischen und sozialen Hintergründe, die auch einen Beitrag zum Verständis der griechischen Bürgerkriege an sich liefern soll.
Inhaltlich gliedert sich die Arbeit in eine Beschreibung der geographischen Verhältnisse, der historischen Zusammenhänge und des Konfliktes selbst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.0. Einleitung

2.0. Geographische Lage

3.0. Geschichtliche Entwicklung Megaras von ihrer Gründung bis 431 v. u. Z.

3.1. Die archaische Zeit

3.2. Die klassische Zeit

4.0 Der peloponnesische Krieg

4.1. Megara im archidamischen Krieg bis 424 v. u. Z.

4.2. Die gescheiterte Übergabe an Athen 424 in der historischen Überlieferung

4.3. Versuch einer Einschätzung der Ursachen und Bedingungen der Ereignisse von 424

5.0. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der "Stasis" (Bürgerkrieg) in der griechischen Antike am konkreten Fallbeispiel der Stadt Megara während des Peloponnesischen Krieges. Ziel ist es, die politischen, sozialen und außenpolitischen Ursachen der Machtwechsel und Verratsereignisse zu analysieren und dabei die Verlässlichkeit der zeitgenössischen Überlieferung, insbesondere bei Thukydides, kritisch zu hinterfragen.

  • Phänomen der Stasis in der griechischen Polisgesellschaft
  • Machtpolitische Lage Megaras zwischen Athen und Sparta
  • Die Krise von 424 v. u. Z. und der gescheiterte Verrat an Athen
  • Kritische Analyse der Motivationen politischer Akteure (Oligarchen vs. Demokraten)
  • Wechselwirkung zwischen innenpolitischen Konflikten und außenpolitischem Druck

Auszug aus dem Buch

4.2. Die gescheiterte Übergabe an Athen 424 in der historischen Überlieferung

Thukydides berichtet uns ausführlich vom Ablauf des gescheiterten Verrats der Stadt an Athen. Auslöser ist für ihn, dass, das durch Krieg und Bürgerkrieg verursachte Leid dazu führte, dass in der Bevölkerung im Stillen darüber diskutiert wurde, ob man den Vertriebenen nicht die Rückkehr gestatten solle. Thukidides bezeichnet diese Meinungsäußerungen als „Flüstern“, was zeigt, dass eine solche Meinung zunächst alles andere als populär war und möglicherweise pro oligarchisch gewertet werden konnte. Die Sympathisanten der Vertriebenen, Thukydides nennt sie „die Freunde der Verbannten“, sahen sich dadurch bestärkt und begannen offener als zuvor, in die gleiche Richtung zu agitieren. Die demokratischen Führer verloren daraufhin den Glauben, dass das Volk weiterhin „mit ihnen“ aushalten würde und entschlossen sich aus „Angst“, den Athenen die Stadt heimlich auszuliefern. Ihre Motivation war, dass dies eine „geringere Gefahr“ „für sie“ wäre „als die Heimkehr der von ihnen Vertriebenen“. Thukydides macht hier also deutlich, dass die „postatai“, wie er sie nennt, eher auf ihr eigenes Wohl bedacht waren als auf das der Stadt.

Der Plan den sie mit den attischen Feldherren Hippokrates und Demostenes ausarbeiteten sah folgendermaßen aus: Unter dem Vorwand ein Ruderboot, dass jede Nacht zur Störung der athenischen Blockade auslief, wieder hinter die langen Mauern zu bringen, sollte ein Tor geöffnet werden, durch das die athenischen Truppen eindringen könnten. Diese sollten dann die langen Mauern besetzen, und die peloponnesische Garnison von der Stadt abschneiden. Danach wollten die Verräter einen scheinbaren Ausfall aus der Stadt gegen die Eindringlinge führen, um den Athenern so auch die Tore der Stadt selbst zu öffnen. Um ihrerseits dabei geschont zu werden, verabredeten sie, sich mit Fett einzureiben, so das sie zu erkennen wären.

Zusammenfassung der Kapitel

1.0. Einleitung: Einführung in den Begriff der Stasis und Definition der Fragestellung anhand des Fallbeispiels Megara.

2.0. Geographische Lage: Beschreibung der topographischen Bedingungen Megaras und deren Einfluss auf die wirtschaftliche und militärische Rolle der Stadt.

3.0. Geschichtliche Entwicklung Megaras von ihrer Gründung bis 431 v. u. Z.: Historischer Überblick über die Entstehung der Polis, ihre Kolonisationstätigkeit und den frühen gesellschaftlichen Wandel.

4.0 Der peloponnesische Krieg: Detaillierte Betrachtung der Kriegsjahre mit Fokus auf die Blockade durch Athen und die destabilisierenden Auswirkungen auf die Innenpolitik Megaras.

5.0. Schluss: Reflektion über die Schwierigkeiten historischer Quellenarbeit und die heutige Relevanz des Themas Bürgerkrieg.

Schlüsselwörter

Stasis, Megara, Peloponnesischer Krieg, Thukydides, Bürgerkrieg, Athen, Sparta, Demokratie, Oligarchie, Machtwechsel, Nisaea, Außenpolitik, Handelsembargo, Polis, Geschichte der Antike

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung politischer Instabilität und Bürgerkriegen (Stasis) in der griechischen Polis Megara während des Peloponnesischen Krieges.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Kriegen auf die Stabilität lokaler Herrschaftssysteme, das Spannungsfeld zwischen Athen und Sparta sowie die Verhaltensweisen politischer Fraktionen in Extremsituationen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erforschung der Motive hinter den politischen Machtwechseln in Megara und die kritische Überprüfung, inwieweit diese auf sozialen Klassenkämpfen oder strategischen Notwendigkeiten basierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen historisch-kritischen Ansatz, bei dem er vorhandene antike Quellen, primär Thukydides, einer intensiven Analyse unterzieht und moderne Forschungstheorien in die Bewertung einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die geschichtliche Entwicklung Megaras, den Druck durch die athenische Seeblockade und die detaillierte Darstellung des gescheiterten Versuchs demokratischer Kräfte, die Stadt 424 v. u. Z. an Athen zu übergeben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Stasis, Megara, Peloponnesischer Krieg, Demokratie, Oligarchie und außenpolitischer Einfluss definiert.

Welche Bedeutung kommt der Rolle der "Prostatai" zu?

Die "Prostatai" (Führer der Volkspartei) stehen im Zentrum der Debatte, da fraglich bleibt, ob ihr Handeln rein egoistisch motiviert war oder als notwendige politische Entscheidung zum Überleben der Polis gewertet werden muss.

Warum ist die Quellenlage zu Megara problematisch?

Die Quellenlage ist sehr lückenhaft, und die Hauptquelle Thukydides verfolgte eine eigene Sichtweise, die möglicherweise durch ein negatives Menschenbild oder pro-oligarchische Tendenzen beeinflusst war.

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Details

Title
Stasis am Beispiel der Stadt Megara
College
Bielefeld University  (Fakultät für Geschichte und Philosophie)
Course
Stasis: Klassenkampf im klassischen Griechenland?
Grade
1
Author
Mark Thumann (Author)
Publication Year
1998
Pages
20
Catalog Number
V25667
ISBN (eBook)
9783638282246
ISBN (Book)
9783638648745
Language
German
Tags
Stasis Beispiel Stadt Megara Stasis Klassenkampf Griechenland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mark Thumann (Author), 1998, Stasis am Beispiel der Stadt Megara, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25667
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