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Freie Alternativschulen und ihr Prinzip der Selbstregulierung

Title: Freie Alternativschulen und ihr Prinzip der Selbstregulierung

Seminar Paper , 2002 , 16 Pages

Autor:in: Judith Düringer (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Summary Excerpt Details

„Wenn Sie ein Kind etwas lehren,
so hindern Sie es daran,
es selbst zu entdecken.“
Jean Piaget

1. Einleitung

In der vorliegenden Hausarbeit sollen verschiedene Gedanken zur Methodik, Pädagogik und alltäglichen Arbeit von Freien Alternativschulen (FAS) zusammen getragen werden. Da die genannten Bereiche sehr umfangreich sind, möchte ich mich insbesondere auf den Aspekt der Selbstregulierung Freier Alternativschulen konzentrieren.

Durch das Seminar wurde mein Interesse an dieser Schulform geweckt und durch die Vorbereitung der Präsentation zu Freien Alternativschulen bekam ich viele Informationen zu dieser Schule, die mich faszinierten, aber auch zum kritischen Nachdenken anregten. Vorher waren mir Freie Schulen weitgehend unbekannt.

Die Selbstregulierung ist eines der wichtigsten, wenn nicht sogar das wichtigste Arbeitsprinzip aller Freien Alternativschulen. Die Gründung vieler Schulen basierte auf diesem Leitmotiv. Ich habe aus verschiedenen Quellen Stellungnahmen zu dem Begriff der Selbstregulierung zusammen getragen, um deren Bedeutung für die Alternativschulpädagogik erkennbar zu machen.

In meinen Ausführungen will ich versuchen, das Prinzip der Selbstregulierung darzustellen, indem ich die Entstehung (und Entwicklung) der Freien Alternativschulen in Deutschland erläutere.
Hierzu nehme ich einen historischen Rückblick auf die Reformpädagogik im ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts, auf die 1921 gegründete englische Schule Summerhill und auf die 68er-Bewegung in Verbindung mit der Entstehung antiautoritärer Kinderläden vor.
Bei der Darstellung dieser Bewegungen will ich versuchen, einen Einblick in das Prinzip der Selbstregulierung zu geben und zu zeigen, inwiefern es für die jeweilige Bewegung von Bedeutung war.
Diese drei Ansätze, die die Alternativschulbewegung beeinflusst und geprägt haben, sollen hinführen zu deren Entstehung zu Beginn der 70er Jahre in Deutschland.


Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Allgemeine Informationen zu Freien Alternativschulen in der BRD

2.1.1. Entwicklung und aktuelle Daten

2.1.2. Pädagogik und Methodik

2.1.3. Bildungspolitisches und pädagogisches Selbstverständnis

2.2. Zum Begriff der „Selbstregulierung“

2.2.1. Oskar Negt und der Selbstregulierungsprozess bei Kindern

2.2.2. Lutz van Dick und die Bedeutung der Selbstregulierung in der Glocksee-Schule

2.2.3. Anne Krovoza und Inge Negt über selbstständige Konfliktregulierung

2.3. Bewegungen, die zur Gründung Freier Alternativschulen beitrugen

2.3.1. Summerhill

2.3.2. Studenten- und Kinderladenbewegung

2.3.3. Reformpädagogik

3. Schlussbemerkungen

3.1. Rolle der Freien Alternativschulen im öffentlichen Bildungssystem

3.2. Eigene Beurteilung Freier Alternativschulen und des Prinzips der Selbstregulierung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das pädagogische Kernprinzip der Selbstregulierung an Freien Alternativschulen (FAS) im Kontext ihrer historischen Wurzeln und ihrer Bedeutung für die moderne Schulpädagogik.

  • Grundlagen der Pädagogik und Methodik an Freien Alternativschulen.
  • Analyse des Begriffs der Selbstregulierung nach verschiedenen Theoretikern.
  • Historische Einordnung durch Summerhill, die Studentenbewegung und Reformpädagogik.
  • Diskussion der Rolle von Freien Alternativschulen im öffentlichen Bildungssystem.
  • Kritische Reflexion über die Umsetzbarkeit alternativer Schulkonzepte.

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Oskar Negt und der Selbstregulierungsprozess bei Kindern

Der Sozialphilosoph Oskar Negt ist ein entscheidender Vertreter des Prinzips der Selbstregulierung. Er initiierte zusammen mit einigen reformwilligen Eltern den 1972 begonnenen Schulversuch in der Glocksee-Schule in Hannover.

Dort hat er die wichtige Erfahrung gemacht, dass selbstständiges Handeln bei Kindern, die nach dem Prinzip der Selbstregulierung erzogen werden, keineswegs zufällig und willkürlich verläuft. Kinder bringen bestimmte Verhaltensweisen und Motivationen mit, die durch moralisierende und belehrende Einmischungen von Erwachsenen unterdrückt werden. Lineare Lernschritte entstehen und entwickeln sich bei Kindern allein durch Präsenz, Beobachtung und Aktivität der Bezugspersonen, gelingen aber nur, wenn sie auf Ablösung ausgerichtet sind.

Den wichtigen Aspekt der Beobachtung in der Erziehungsarbeit erkannte bereits der Jugendforscher Siegfried Bernfeld (1892-1953). Er formulierte, dass „Beobachtung [...] das Genie der Erziehung [sei]“.

Selbstregulierung ist ein Prozess, der die Erfahrungsfähigkeit von Kindern steigert und Kindern die Möglichkeit gibt, Herausbildung von Autonomie zu erlernen. Dies macht deutlich, dass sich Selbstregulierung nicht durch Autorität erzeugen lässt, sondern bereits als Mittel und Weg zur Erreichung des Ziels dienen muss.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Freien Alternativschulen mit besonderem Fokus auf das Prinzip der Selbstregulierung.

2. Hauptteil: Detaillierte Betrachtung der pädagogischen Prinzipien, theoretischer Definitionen von Selbstregulierung sowie der historischen Einflüsse von Reformbewegungen auf heutige Schulen.

3. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Bewertung der Rolle von Freien Alternativschulen im Bildungssystem sowie kritische Würdigung der Zukunftschancen des Selbstregulierungsprinzips.

Schlüsselwörter

Freie Alternativschulen, Selbstregulierung, Reformpädagogik, Summerhill, Kinderläden, Autonomie, Mathetik, antiautoritäre Erziehung, Glocksee-Schule, Lernprozess, Schulpädagogik, Selbstverwaltung, Erziehungswissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die pädagogische Arbeit und die zentralen Arbeitsprinzipien von Freien Alternativschulen, wobei der Fokus auf dem Konzept der Selbstregulierung liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der pädagogischen Methodik, der historischen Herleitung des Schulmodells aus der Reformpädagogik sowie der Analyse des Verhältnisses zum staatlichen Regelschulsystem.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, das Prinzip der Selbstregulierung theoretisch zu erfassen und durch die historische Entwicklung der Alternativschulbewegung in Deutschland und deren Einflussfaktoren zu erläutern.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die historische Quellen, pädagogische Grundsatzerklärungen und theoretische Abhandlungen zum Thema Selbstregulierung auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl aktuelle Daten zu Freien Schulen in der BRD präsentiert als auch das Verständnis von Selbstregulierung durch verschiedene Experten beleuchtet und die historischen Vorläuferbewegungen analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Freie Alternativschulen, Selbstregulierung, Reformpädagogik, Summerhill, antiautoritäre Erziehung und Autonomie.

Welche Rolle spielt die Glocksee-Schule in der Argumentation?

Die Glocksee-Schule dient als konkretes Praxisbeispiel, da sie als eine der ersten Schulen diesen Typus in Deutschland maßgeblich geprägt hat und ihre Erfahrungen mit Selbstregulierung von zentralen Theoretikern wie Oskar Negt reflektiert wurden.

Wie bewertet die Autorin den Übergang von Alternativschulen in das Regelsystem?

Die Autorin widerlegt die Befürchtung, dass der Übergang in ein Regelsystem zwangsläufig problematisch ist, und weist darauf hin, dass Kinder durch den Lernprozess der Selbstregulierung und Konfliktlösung gut auf reale gesellschaftliche Strukturen vorbereitet werden.

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Details

Title
Freie Alternativschulen und ihr Prinzip der Selbstregulierung
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Institut für Schulpädagogik)
Course
Seminar: Aktuelle Reformkonzepte für die Grundschule und Sekundarstufe
Author
Judith Düringer (Author)
Publication Year
2002
Pages
16
Catalog Number
V25699
ISBN (eBook)
9783638282505
ISBN (Book)
9783638831215
Language
German
Tags
Freie Alternativschulen Prinzip Selbstregulierung Seminar Aktuelle Reformkonzepte Grundschule Sekundarstufe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Judith Düringer (Author), 2002, Freie Alternativschulen und ihr Prinzip der Selbstregulierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25699
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