Um zu der Entwicklung eines Moduls zu kommen, müssen zunächst die Begriffe Modul und Modularisierung genauer betrachtet werden. Beide Begriffe werden in der beruflichen Ausbildung sehr unterschiedlich eingesetzt. Zudem lässt sich in der Literatur eine Vielfalt an Definitionen finden. Im Folgenden werden einige mögliche Definitionen aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Modul und Modularisierung
1.1 Definition Modul
1.2 Differenzierung von Modulen
1.3 Modularisierung
1.4 Arbeitsdefinition
2 Fachsystematik oder Fächerintegration
2.1 Das fächerintegrative Prinzip
2.2 Das fächerintegrative Prinzip in Modulen
2.3 Vernetztes Denken
3 Exemplarisches Prinzip nach Wolfgang Klafki
4 Situation des Lehrenden innerhalb des Moduls
4.1 Planungsverhalten des Lehrenden
4.2 Rollenverhalten des Lehrenden
5 Entwicklung eines Moduls (e.A.)
5.1 Modulthema
5.2 Vorbemerkung
5.3 Modulbegründung und Orientierung
5.4 Zielsetzungen und Anforderungen
5.5 Hilfsmittel und Literatur
5.6 Modulorganisation und –übersicht
5.7 Bestimmung der Ausgangssituation
5.8 Lernaktivität und Aufträge
5.9 Lerninhalt
5.10 Beurteilung
5.11 Modulauswertung und Beilagen
6 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die Entwicklung eines fächerintegrativen Moduls in der Pflegeausbildung unter Einbeziehung von Schlüsselprinzipien der Bezugswissenschaften. Das primäre Ziel ist es, ein modulares Lehr-Lernkonzept zu entwerfen, das den Paradigmenwechsel vom lehrerzentrierten Unterricht hin zu einer konstruktivistischen Lernbegleitung unterstützt und die Theorie-Praxis-Vernetzung fördert.
- Modularisierung als flexibles Qualifizierungskonzept
- Fächerintegratives Prinzip und vernetztes Denken in der Pflege
- Anwendung des exemplarischen Prinzips nach Wolfgang Klafki
- Rollenwandel der Lehrenden vom Wissensvermittler zum Prozessbegleiter
- Praktische exemplarische Modulentwicklung für gastroenterologische Erkrankungen
Auszug aus dem Buch
0.0 Planungsverhalten des Lehrenden
„In der Planung wird eine zukünftige Situation antizipiert und es werden mögliche Aktionen, ihre Wahrscheinlichkeit und darauf aufbauende mögliche Reaktionen und deren Wahrscheinlichkeit formuliert. Die Planung ist ein Reflexionsvorgang des Akteurs, der zu einem späteren Zeitpunkt dann die entsprechende Durchführung folgt.“ (Sloane 1999, 28)
Die Planung eines Unterrichtes könnte man als eine vollständige Vorwegnahme des Unterrichtes beschreiben. Das würde bedeuten, dass der Lehrer den Unterricht klar dominiert, da er den Unterricht geplant hat. Der Lernende selber würde in den Hintergrund treten. (Sloane,1999, 8f) Das ist eine Sichtweise, die auch heute immer noch häufig vorzufinden ist. Der Lehrende ist häufig immer noch die zentrale Person, plant und bestimmt Situationen. Er ist sozusagen omnipotent.
Ebenso bei der Bestimmung der Erziehungsziele und deren Begründung ist der Lehrende derjenige, der bestimmt, was warum gelehrt bzw. gelernt werden soll. Im konkreten Unterricht werden dann pädagogische Prozesse umgesetzt, die wiederum den Lehrenden zum Hauptakteur bestimmen, da er derjenige ist, der gestaltet und verantwortlich ist.
Zusammenfassung der Kapitel
Modul und Modularisierung: Es werden grundlegende Definitionen von Modulen und Modularisierung in der beruflichen Ausbildung erarbeitet, wobei der Fokus auf dem Output-Modell liegt.
Fachsystematik oder Fächerintegration: Dieses Kapitel vergleicht die traditionelle Fächereinteilung mit dem fächerintegrativen Ansatz und betont die Bedeutung der Vernetzung von Fachwissen.
Exemplarisches Prinzip nach Wolfgang Klafki: Hier wird Klafkis didaktische Theorie erläutert, um zu zeigen, wie konkrete Themen zur Erschließung allgemeiner Prinzipien genutzt werden können.
Situation des Lehrenden innerhalb des Moduls: Das Kapitel analysiert den notwendigen Paradigmenwechsel in der Rolle des Lehrenden, der sich vom Planer zum Prozessbegleiter wandelt.
Entwicklung eines Moduls (e.A.): An einem konkreten Beispiel (Pflege bei gastroenterologischen Erkrankungen) wird die praktische Umsetzung des Modulkonzepts demonstriert.
Fazit: Das Kapitel resümiert die Chancen der Modularisierung, weist jedoch auf die Schwierigkeiten durch starre gesetzliche Rahmenbedingungen hin.
Schlüsselwörter
Modularisierung, Fächerintegration, Pflegeausbildung, Bezugswissenschaften, exemplarisches Prinzip, Wolfgang Klafki, Prozessbegleiter, Konstruktivismus, Handlungskompetenz, Theorie-Praxis-Vernetzung, Ganzheitlichkeit, Lehrmethodik, Modulentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption und Entwicklung eines fächerintegrativen Moduls für die Pflegeausbildung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf Modularisierung, fächerintegrativem Unterricht, der didaktischen Theorie von Wolfgang Klafki sowie dem Rollenwandel von Lehrenden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein praktisches Beispiel für ein Modul zu entwickeln, das Lernende bei der eigenständigen Erschließung komplexer Pflegethemen unterstützt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse kombiniert mit einer exemplarischen Modulentwicklung, die sich an Modulstrukturen der Fachdidaktik orientiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen (Modularisierung, Klafki, Rollenverständnis) mit einer konkreten exemplarischen Darstellung für ein pflegerisches Fachmodul verknüpft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Modularisierung, Fächerintegration, exemplarisches Prinzip, Prozessbegleitung und Handlungskompetenz.
Warum spielt die Bezugswissenschaft Anatomie eine Rolle im Modul?
Die Anatomie liefert, z.B. anhand des Prinzips der Homöostase, notwendige theoretische Grundlagen, um Pflegehandlungen bei Patienten mit gastroenterologischen Erkrankungen fachlich zu begründen.
Welche Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Modularisierung werden benannt?
Die Autoren weisen darauf hin, dass gesetzlich vorgegebene Rahmenbedingungen in der Ausbildung die Umsetzung eines vollflexiblen modularen Systems in der Realität erschweren.
- Arbeit zitieren
- Anke Schwöppe (Autor:in), Esther Schuldt (Autor:in), 2003, Entwicklung eines fächerintegrativen Moduls unter Berücksichtigung von Schlüsselprinzipien der Bezugswissenschaften - exemplarische Darstellung -, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25724