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Die Gestalttherapie als Weg in der Arbeit mit geistig behinderten Menschen

Title: Die Gestalttherapie als Weg in der Arbeit mit geistig behinderten Menschen

Research Paper (undergraduate) , 2004 , 37 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Jasmin Jarkow (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Mit dem Thema „Gestalttherapie als Weg in der Arbeit mit geistig behinderten Menschen“, habe ich mich in meiner Arbeit damit beschäftigt, eine therapeutische Möglichkeit aufzuzeigen, die die alltägliche pädagogische Arbeit sinnvoll unterstützten kann.
Zu Beginn habe ich die in den vergangenen Jahren veränderte Sichtweise, die sich innerhalb der Behindertenpädagogik entwickelt hat, erläutert. Welche Sichtweisen, Ansätze und Perspektiven sind in den letzten Jahren entstanden? Hierzu habe ich zunächst „geistige Behinderung“ definiert, um dann auf die derzeitige kritische Auseinandersetzung des Begriffs einzugehen. Die Entwicklungen und Veränderungen in der Behindertenpädagogik haben dazu beigetragen, dass auch der Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten kritisch hinterfragt wird. Nicht die geistige Behinderung wird als Ursache von Auffälligkeiten gesehen, sondern die lebensweltlichen Bedingungen unter denen behinderte Menschen leben. Wie lassen sich jedoch, die in der Theorie erzielten Fortschritte, auch in der Praxis umsetzen? Welche Möglichkeiten gibt es, einen positiven Einfluss für den notwendigen Prozess der Veränderung zu nehmen?
Bisher ist dies nur in wenigen Bereichen gelungen. Das Handlungsfeld in der Praxis ist für pädagogische Mitarbeiter im Bezug auf Verhaltensauffälligkeiten in einigen Bereichen noch immer von Hilflosigkeit und Erfolglosigkeit gekennzeichnet. Die pädagogische Alltagsbegleitung stößt an Grenzen und dies aufgrund von häufig unveränderbaren bestehenden Gegebenheiten. Einen kurzen Einblick gebe ich in die verstehende Diagnostik, um den Bezug zwischen Therapie und Pädagogik zu verdeutlichen.
Da ich selbst in der Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung tätig bin, erschien es mir als besonders wichtig eine Therapie vorzustellen, deren Umsetzung als gute Ergänzung gegenüber pädagogischen Maßnahmen gesehen werden kann. In meiner Arbeit setze ich mich mit den Möglichkeiten auseinander, die die Gestalttherapie im Umgang mit behinderten Menschen aufweist. Ist die Gestalttherapie eine sinnvolle Unterstützung gegenüber der alltäglichen Pädagogik? Kann auch ich als Sozialpädagoge einen positiven Einfluss auf die Prozesse der Gestalttherapie nehmen?
Nach einer kritischen Auseinandersetzung, stelle ich am Ende einen Ausblick der Arbeit mit geistig behinderten Menschen vor.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Geistige Behinderung

2.1 Begriffsdefinition „ geistige Behinderung“

2.2 Die Behindertenpädagogik im Wandel

2.3 Wachsende Kritik am Begriff der geistigen Behinderung

2.4 Verhaltensauffälligkeiten

2.4.1 Veränderte Sichtweisen im Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten

2.4.2 Verstehende Diagnostik

3.Gestalttherapie

3.1 Verhältnis zwischen Pädagogik und Therapie

3.2 Geschichte der Gestalttherapie

3.3 Ziele der Gestalttherapie

3.3.1 Positiver Umgang mit Aggressionen

3.3.2 Kontakt

3.4 Diagnostische Möglichkeiten der Gestalttherapie

4.Gestalttherapie mit geistig behinderten Menschen

4.1 Gestalttherapeutische Prinzipien

4.1.1 Leib- Seele- Geist-Einheit

4.1.2 Hier und Jetzt

4.1.3 Figur- Grund- Prozess

4.1.4 Selbstheilungskräfte

4.1.5 Selbstverantwortung

4.1.6 Erfahrung und Bewusstsein

4.1.7 Kontakt

4.2 Gestalttherapie in der Praxis

4.3 Ziele der Gestalttherapie

4.4 Kritische Auseinandersetzung

5. Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial der Gestalttherapie als sinnvolle therapeutische Ergänzung zur pädagogischen Alltagsbegleitung von Menschen mit geistiger Behinderung. Die zentrale Forschungsfrage ist dabei, ob und wie gestalttherapeutische Ansätze dazu beitragen können, die Lebensqualität und den Ausdruck von Bedürfnissen bei geistig behinderten Menschen positiv zu beeinflussen, insbesondere im Hinblick auf den Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten.

  • Wandel der Sichtweisen innerhalb der Behindertenpädagogik und Kritik am klassischen Behinderungsbegriff.
  • Grundlagen und methodische Prinzipien der Gestalttherapie in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung.
  • Die Rolle der "verstehenden Diagnostik" als Brücke zwischen Pädagogik und Therapie.
  • Umgang mit Aggression, Autoaggression und Kontaktstörungen aus gestalttherapeutischer Perspektive.
  • Praktische Implementierungsmöglichkeiten und die Bedeutung der Beziehungsgestaltung zwischen Betreuer und Klient.

Auszug aus dem Buch

4.1.2 Hier und Jetzt

Ein weiteres Gestaltprinzip ist das des „Hier und Jetzt“. Die Gestalttherapie geht immer von dem konkret Vorhandenen aus. Für die Therapie bedeutet das, dass immer nur das aktuell gezeigte Verhalten des Patienten als Anhaltspunkt dient. In diesem jetzigen Verhalten wird zugleich alles an Vergangenheit, hierzu zählen z.B. Erfahrungen und Ängste und an Zukunft, z.B. Erwartungen, Hoffnungen, gezeigt.

Das momentane Verhalten spiegelt damit gleichzeitig alles wieder, was an wichtigen großen und kleinen Erlebnissen in einem Menschen ist, Erwartungen, Ängste und Hoffnungen bezüglich der Zukunft. Damit kann die Vergangenheit nicht isoliert betrachtet werden, sondern stets in Verbindung mit dem, was im „Hier und Jetzt“ geschieht. So werden sich Gefühle einer Geschichte nur dann ändern, wenn sich die heutige Situation ändert.

Durch gezeigtes Verhalten werden Gefühle im „Hier und Jetzt“ ausgedrückt, sie zeigen aber auch wie ein Mensch seine Geschichte verarbeitet hat. Eine angstbesetzte Erfahrung aus der Vergangenheit, die nicht gut verarbeitet wurde, wird in einer Situation, die dieser früheren ähnelt, noch ängstlicher reagiert als in einer anderen Situation. Die Vergangenheit als Basis für jetziges Verhalten, lässt sich in drei Bereiche unterteilen:

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik ein, eine therapeutische Unterstützung zur alltäglichen pädagogischen Arbeit bei Menschen mit geistiger Behinderung zu finden und kritisch zu hinterfragen.

2.Geistige Behinderung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der geistigen Behinderung und beleuchtet den Paradigmenwechsel sowie die kritische Auseinandersetzung innerhalb der Behindertenpädagogik.

3.Gestalttherapie: Es erfolgt eine theoretische Einbettung der Gestalttherapie, ihrer Geschichte und ihrer spezifischen Ziele, insbesondere im Kontext von Aggression und Kontakt.

4.Gestalttherapie mit geistig behinderten Menschen: Der Hauptteil erläutert die gestalttherapeutischen Prinzipien und deren Anwendung in der Praxis sowie eine kritische Reflektion über die Möglichkeiten und Grenzen des Ansatzes.

5. Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, dass die Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung hohe Anforderungen an die pädagogische Persönlichkeit stellt und Beziehungsaufbau als essenzielle Voraussetzung gilt.

Schlüsselwörter

Gestalttherapie, Geistige Behinderung, Verhaltensauffälligkeiten, Pädagogik, Behindertenpädagogik, Verstehende Diagnostik, Aggression, Selbstheilungskräfte, Kontakt, Selbstverantwortung, Leib-Seele-Geist-Einheit, Hier und Jetzt, Figur-Grund-Prozess, Förderung, Beziehungsgestaltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwieweit die Gestalttherapie als therapeutisches Verfahren die pädagogische Alltagsarbeit mit geistig behinderten Menschen sinnvoll ergänzen und unterstützen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören der Wandel der Behindertenpädagogik, das Verständnis von Verhaltensauffälligkeiten sowie die praktischen Prinzipien der Gestalttherapie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit zielt darauf ab, Möglichkeiten der Gestalttherapie aufzuzeigen, um geistig behinderten Menschen zu helfen, ihre Gefühle besser zu verstehen, auszudrücken und ihre Selbstheilungskräfte zu stärken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung auf Basis aktueller heilpädagogischer Fachliteratur (insb. Theunissen, Besems/van Vugt) und verknüpft diese mit einer reflexiven Analyse der gestalttherapeutischen Prinzipien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Prinzipien der Gestalttherapie, wie die Leib-Seele-Geist-Einheit und das "Hier und Jetzt", im Kontext der geistigen Behinderung detailliert erläutert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Gestalttherapie, geistige Behinderung, Verhaltensauffälligkeiten, verstehende Diagnostik und Kontaktfähigkeit.

Wie wird das Konzept der "verstehenden Diagnostik" von Theunissen in die Gestalttherapie integriert?

Es dient als Richtlinie, um Verhaltensauffälligkeiten nicht nur als Störung zu sehen, sondern als komplexes Phänomen, dessen Hintergrund (soziale Faktoren, Subjektperspektive) verstanden werden muss, um positive Veränderungsprozesse einzuleiten.

Warum spielt Aggression eine so zentrale Rolle im Buch?

Da Aggression oft als (einzige) verbleibende Ausdrucksform für unterdrückte Gefühle oder Verletzungen bei geistig behinderten Menschen fungiert, ist die therapeutische Arbeit an diesem Punkt entscheidend, um den Kontakt zur Außenwelt wiederherzustellen.

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Details

Title
Die Gestalttherapie als Weg in der Arbeit mit geistig behinderten Menschen
College
University of Kassel
Grade
2,7
Author
Jasmin Jarkow (Author)
Publication Year
2004
Pages
37
Catalog Number
V25741
ISBN (eBook)
9783638282772
Language
German
Tags
Gestalttherapie Arbeit Menschen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jasmin Jarkow (Author), 2004, Die Gestalttherapie als Weg in der Arbeit mit geistig behinderten Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25741
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