Die Comedian Harmonists waren die Superstars der 1920er Jahren, verzauberten mit ihrer Musik nicht nur das deutsche Publikum, sondern waren sogar in den USA sehr erfolgreich.
Zählt der unvergleichliche Musikstil der Gruppe zu Unterhaltungsmusik, vergleichbar mit der heutigen Popmusik oder müssen wir den Stil der "Ernsten Musik" zuordnen?
Im Laufe der vorliegenden Arbeit geht der Autor intensiv auf diese Fragestellung ein, um anhand von Definitionen der beiden Musikrichtungen eine Aussage darüber treffen zu können, ob die Comedian Harmonists als Vertreter der "Ernsten Musik" zu sehen sind oder aber als Unterhaltungsmusikkünstler die Massen begeisterten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Unterhaltungsmusik
2.2 Ernste Musik
3. Vorstellung der Comedian Harmonists
3.1 Ihre Karriere
3.2 Ihre Musik
4. „Wochenend und Sonnenschein“
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht das Wirken des Vokalensembles „Comedian Harmonists“ im Kontext der deutschen Musikgeschichte zwischen 1928 und 1935, mit dem Ziel zu analysieren, ob und wie es dem Ensemble gelang, die damals strikte Trennung zwischen Ernster Musik und Unterhaltungsmusik zu überbrücken.
- Historischer Werdegang und Karriereverlauf des Ensembles
- Musiktheoretische Einordnung von E- und U-Musik
- Analyse des künstlerischen Stils und der musikalischen Arrangements
- Untersuchung der gesellschaftlichen Wirkung anhand des Liedes „Wochenend und Sonnenschein“
- Einfluss politischer Rahmenbedingungen auf die Existenz der Gruppe
Auszug aus dem Buch
3.2 Ihre Musik
Als Harry Frommermann die „Melody Makers“, später „Comedian Harmonists“ gründete, war er großer Anhänger der Gesangsgruppe „Revelers“, an deren Stil er sich beim Schreiben der ersten Partituren orientierte. Der Stil dieser Gruppe war geprägt durch einen „lockere, dem Jazz entlehnte(r) Gesangsstil“. Zu ihren vielen erfolgreichen Aufnahmen gehörten Titel wie, „Nota“, „Dinah“ und „The Birth of the Blues“.
Diese Art der Musik im Kopf schrieb Harry Frommermann nun etliche Partituren, in denen er zum Teil bekannte Lieder neu arrangierte und in diesen, an den Jazz angelehnten Stil brachte.
Anfangs war es für den Gründer, Harry Frommermann, sehr schwierig, die anderen Mitglieder dazu zu bringen, so zu singen, wie er es sich vorstellte. „Denn jeder dieser jungen Sänger brachte eine schöne Stimme mit, von der er glaubte, zeigen zu müssen“ Es sollten allerdings nicht die einzelnen Stimmen zu hören sein, sondern die Stimmen sollten zu einem einzelnen Akkord verschmelzen. Durch lange, anstrengende Proben gelang es dem Ensemble nach einigen Monaten, diese Vorstellung umzusetzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der Zielsetzung der Arbeit sowie Erläuterung des methodischen Vorgehens zur Untersuchung der Comedian Harmonists.
2. Begriffsdefinitionen: Theoretische Abgrenzung der Konzepte „Unterhaltungsmusik“ und „Ernste Musik“ zur Vorbereitung der inhaltlichen Analyse.
3. Vorstellung der Comedian Harmonists: Detaillierte Betrachtung der Karriereentwicklung des Ensembles sowie Beschreibung ihres charakteristischen musikalischen Stils.
4. „Wochenend und Sonnenschein“: Analyse eines konkreten Fallbeispiels, um die Verbindung von Unterhaltungswert und musikalischer Qualität sowie die Wirkung auf das Publikum zu verdeutlichen.
5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Forschungsergebnisse und Bestätigung der Sonderrolle des Ensembles bei der Überwindung musikalischer Gattungsgrenzen.
Schlüsselwörter
Comedian Harmonists, Vokalensemble, Unterhaltungsmusik, Ernste Musik, Musikgeschichte, Jazz, Arrangements, Wochenend und Sonnenschein, Musiktheorie, Kulturgeschichte, Harry Frommermann, Musikindustrie, NS-Zeit, Emigration, Stimmtechnik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der musikalischen Bedeutung und der Karriere des Vokalensembles „Comedian Harmonists“ in der Weimarer Republik und der frühen Zeit des Nationalsozialismus.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Massenkultur, die strikte Unterscheidung zwischen E- und U-Musik sowie die historische Entwicklung des Ensembles.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel besteht darin zu klären, ob und in welcher Weise es den Comedian Harmonists gelang, die Trennung zwischen „ernster“ Musik und „Unterhaltungsmusik“ künstlerisch aufzuheben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine kulturanthropologische Untersuchung, die auf Literaturanalyse, Quellenstudium (Zeitungsberichte) und einer musikalischen Werkanalyse basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Darstellung des Karriereverlaufs, die Analyse der Musikarrangements und die Untersuchung des Liedes „Wochenend und Sonnenschein“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Vokalensemble, E-Musik, U-Musik, Musikarrangements, Zeitgeschichte und die spezifische Vortragsweise der Gruppe.
Warum erhielten die Comedian Harmonists den sogenannten „Kunstschein“?
Der Kunstschein wurde ihnen vom Kultusministerium verliehen, da ihre Musik als „ernsthaft volksbildend“ eingestuft wurde, was die Gruppe von der Zahlung der Vergnügungssteuer befreite.
Welche Rolle spielte die politische Situation ab 1933 für das Ensemble?
Durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten und die rassistische Ideologie gerieten die jüdischen Mitglieder unter Druck, was schließlich zum Auftrittsverbot und zur Auflösung der Gruppe führte.
- Quote paper
- Fabian Koba (Author), 2003, Die Comedian Harmonists - Ein Vokalensemble zwischen ernster und Unterhaltungsmusik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25816