Die Umstellung vom Umlageverfahren zum Kapitalgedeckten Alterssicherungssystem

Eine Lösung für die Probleme der Gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland?


Seminararbeit, 2004

20 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) in Deutschland
2.1 Funktionsweise
2.2 Einflussfaktoren
2.3 Probleme des Umlageverfahrens der GRV

3 Das Kapitaldeckungsverfahren
3.1 Funktionsweise
3.2 Einflussfaktoren
3.3 Probleme des Kapitaldeckungsverfahrens

4 Die Umstellung auf das Kapitaldeckungsverfahren
4.1 Gegenüberstellung der beiden Alterssicherungssysteme
4.2 Probleme bei einer Umstellung
4.3 Das Beispiel der Riester-Rente

5 Fazit

Literatur

Abbildungsverzeichnis

Abbildung Nr. 1: „Funktionsweise des Generationenvertrages“ Quelle: Vgl. Bartsch, Prof. Dr. Peter, 2001.

Abbildung 2: „Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in Preisen von 1995“ Quelle: Vgl. DIW Berlin 2003, Internetquelle 1.

Abbildung 3: „Reproduktionsraten in Deutschland“ Quelle: Vgl. Statistisches Bundesamt Wiesbaden 2003, S.13.

Abbildung 4: Lebensbäume Quelle: Statistisches Bundesamt Wiesbaden 2003, Internetquelle 2.

Abbildung Nr. 5: Funktionsweise des Kapitaldeckungsverfahrens Quelle: Vgl. Bartsch, Prof. Dr. Peter, 2001.

Abbildung Nr. 6: Vergleich der Alterssicherungssysteme Quelle: Eigene Darstellung

Abbildung Nr. 7: Staatliche Förderung der Riester-Rente Quelle: Infoquelle Altersvorsorge, Internetquelle 3.

1 Einleitung

Ob das eingangs angeführte Zitat Norbert Blüms auch heute noch zutreffend ist? Bis vor kurzem behaupteten jedenfalls außer Blüm noch viele weitere Politiker, dass die gesetzliche Rentenversicherung der Bundesrepublik ungefährdet sei und die Deutschen getrost auf ihre Altersversorgung vertrauen könnten.

Inzwischen scheint sich das Blatt allerdings gewendet zu haben. Von allen Seiten ist vom „Kollaps der Rentensysteme“ zu hören. Politiker, Sozialwissenschaftler und Versicherungen scheinen sich einig zu sein, dass der Generationenvertrag aufgrund der demographischen Entwicklung in der deutschen Bevölkerung ausgesorgt habe. Es die Rede von einer Umstellung auf das „Kapitaldeckungsverfahren“, von „Mischsystemen“ und der „Riester-Rente“. All diese Begriffe sind wohl jedem bekannt, was sich aber hinter ihnen verbirgt wissen die wenigsten der Betroffenen genau.

Ob diese Entwicklung des Rentensystems tatsächlich so bedrohlich ist, soll in der vorliegenden Hausarbeit untersucht werden. Hierfür ist im Kapitel 2 zunächst die Funktionsweise des im Umlageverfahren organisierten Generationenvertrages zu betrachten. Welche Faktoren beeinflussen das System und welche Probleme ergeben sich daraus? Analog dazu soll im Kapitel 3 das Kapitaldeckungsverfahren erläutert werden, welches so häufig als Gegenpol und Lösungsmöglichkeit für die überlasteten Alterssicherungssysteme des Generationenvertrages dargestellt wird.

Kapitel 4 wendet sich dann direkt der Fragestellung der Hausarbeit zu, indem nicht nur die beiden Systeme gegenübergestellt und bewertet werden, sondern auch die Schwierigkeiten einer Umstellung auf das Kapitaldeckungssystem erläutert werden. Als Beispiel für einen Versuch der Regierung, diese Umstellung zu bewerkstelligen, soll die Riester-Rente mit ihren bisherigen Ergebnissen diesen.

In einem abschließenden Fazit sollen dann die Argumente, die jeweils für oder gegen eine Umstellung auf ein kapitalgedecktes System sprechen, noch einmal aufgegriffen und bewertet werden. Außerdem sollen hier einige Ideen zu anderen Lösungsmöglichkeiten der aktuellen Rentenproblematik angesprochen werden.

2 Die Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) in Deutschland

Der Generationenvertrag, der dem heutigen im Umlageverfahren organisierten Alterssicherungssystem zu Grunde liegt, ist aus dem sogenannten infrafamiliären Umlageverfahren heraus entstanden. Dieses System, in dem zunächst die Eltern ihre Kinder und später die Kinder ihre Eltern finanzierten, war zwar über Jahrtausende hinweg aufgrund von Altruismus, Normen und Erbschaftsversprechen durchaus funktionsfähig, es enthielt jedoch auch viele große Risiken. Kinderlosigkeit, die Armut der Kinder oder Familienstreitigkeiten konnten ebenso wie die Langlebigkeit der Eltern dazu führen, dass die älteren Menschen nicht ausreichend versorgt waren. In einem kollektiven Umlageverfahren, so die Überlegung, sollte es nun möglich werden, eben diese Risiken breiter zu streuen.

2.1 Funktionsweise

Das Umlageverfahren ist auf einem einfachen Prinzip aufgebaut. Wie aus der Graphik in Abbildung Nr. 1 ersichtlich, finanziert die erste Generation die zweite Generation solange, bis diese alt genug ist, um sich selbst (und die darauf folgende Generation) zu versorgen. Im Gegenzug kommt die 2. Generation für den Unterhalt der 1. Generation im Alter auf. Die jeweils junge, arbeitende Generation zahlt also in das Rentensystem ein, während die laufenden Einnahmen an die Rentnergeneration ausgezahlt werden.[1]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung Nr. 1: „Funktionsweise des Generationenvertrages“
Quelle: Vgl. Bartsch, Prof. Dr. Peter, 2001.

Um wen es sich bei den jeweiligen Einzählern bzw. Leistungsempfänger in der nach diesem System organisierten Gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland genau handelt, ist Gegenstand des folgenden Abschnittes.

2.2 Einflussfaktoren

Maßgeblichen Einfluss auf die Stabilität und Sicherheit der Gesetzlichen Rentenversicherung haben die Höhe der Einnahmen und die Höhe der Ausgaben des Systems. Diese sind wiederum abhängig von der Anzahl der Einzahler bzw. der Leistungsempfänger und des jeweiligen ein- bzw. ausgezahlten Betrages.

Zu den Einzahlern zählen alle beitragspflichtig Versicherten, das heißt alle versicherungspflichtig Beschäftigte, die registrierten Arbeitslosen, die freiwillig Versicherten sowie die Krankengeldempfänger. Aus ihrer Anzahl, der durchschnittlicher Beitragsbemessungsgrundlage und dem Beitragssatz ergibt sich die Höhe der Einnahmen, die darüber hinaus durch einen Bundeszuschuss und Steuern, wie etwa der Ökosteuer, aufgestockt werden.[2]

Zu den Leistungsempfängern zählen all jene, die Anrechte auf Leistungen aus der Gesetzlichen Krankenversicherung erworben haben. Dies sind zum Großteil frühere Einzahler, aber zum Beispiel auch Hinterbliebene. Aus der Anzahl der Leistungsempfänger und der durchschnittlichen Leistungshöhe ergibt sich die Höhe der gesamten Auszahlungen.[3]

2.3 Probleme des Umlageverfahrens der GRV

Da die Ausgaben aus den laufenden Einnahmen heraus finanziert werden, ist ein Funktionieren des Umlageverfahrens nur solange sichergestellt, wie die Höhe der Einnahmen mit der Höhe der Ausgaben übereinstimmt. Verändern sich aber die oben genannten Einflussfaktoren, verschiebt sich die diese Gleichung.

Schwankungen auf der Einnahmenseite entstehen vor allem durch die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und die Lohn- und Gehaltsentwicklung. Der Arbeitsmarkt bestimmt über die wichtigste Gruppe der Einzahler, die versicherungspflichtig Beschäftigten, während je nach Höhe der Löhne und Gehälter der Einzahlungsbetrag steigt oder fällt. Die Arbeitsmarkt- sowie die Lohn- und Gehaltsentwicklung sind ihrerseits wiederum abhängig von der Gesamtwirtschaftlichen Situation, dem Arbeitsangebotsverhalten, den Gesetzlichen Regelungen sowie der demographischen Bevölkerungsentwicklung.[4]

Hieraus ergibt sich, dass die Gesetzliche Rentenversicherung etwa in Zeiten wirtschaftlicher Rezession und bzw. oder bei zu geringen Reproduktionsraten der Bevölkerung auf große Teile ihrer Einnahmen verzichten muss. In der Bundesrepublik treten derzeit beide Szenarien gleichzeitig auf, wie Abbildung 2 und 3 veranschaulichen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: „Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in Preisen von 1995“
Quelle: Vgl. DIW Berlin 2003, Internetquelle 1.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: „Reproduktionsraten in Deutschland“
Quelle: Vgl. Statistisches Bundesamt Wiesbaden 2003, S.13.

Aus der Graphik in Abbildung Nr. 2 ist abzulesen, dass sich das Bruttoinlandsprodukt in den einzelnen Quartalen der letzten zwei Jahre dicht am Nullpunkt entlang bewegt hat und zum Teil sogar negativ war. Nach den Prognosen verschiedener Wirtschaftsforschungsinstitute wird sich daran auch im Jahr 2004 wenig ändern.

Abbildung 3 stellt die Entwicklung der Geburtenraten in Deutschland dar. Statistisch gesehen brachte jede Frau in den letzten 10 Jahren im Durchschnitt 1,24 bis 1,45 Kinder zur Welt. Um allerdings die Bevölkerungszahl konstant zu halten, wären 2,1 Kinder pro Frau notwendig.

Auch die Ausgabenseite kann großen Schwankungen unterliegen. Sie ist abhängig von der Zahl der Leistungsfälle und der durchschnittlichen Leistungshöhe. Die Zahl der Leistungsfälle wiederum ist bedingt durch den Rentenzugang, der abhängig ist vom Renteneintrittsalter und der Stärke der jeweiligen Geburtenjahrgänge, und dem Rentenabgang, der von der Entwicklung der Lebenserwartung abhängt.[5]

[...]


[1] Vgl. Bartsch, Prof. Dr. Peter, 2001.

[2] Vgl. Fachinger, Dr. Uwe; Rothgang, Dr. Heinz; 1997; S. 816.

[3] Vgl. ebenda.

[4] Vgl. ebenda.

[5] Vgl. Fachinger, Dr. Uwe; Rothgang, Dr. Heinz; 1997; S. 825.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die Umstellung vom Umlageverfahren zum Kapitalgedeckten Alterssicherungssystem
Untertitel
Eine Lösung für die Probleme der Gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland?
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Note
2,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
20
Katalognummer
V25825
ISBN (eBook)
9783638283458
ISBN (Buch)
9783656234517
Dateigröße
605 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Umstellung, Umlageverfahren, Kapitalgedeckten, Alterssicherungssystem, Eine, Lösung, Probleme, Gesetzlichen, Rentenversicherung, Deutschland
Arbeit zitieren
Nina Butzke (Autor), 2004, Die Umstellung vom Umlageverfahren zum Kapitalgedeckten Alterssicherungssystem , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25825

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