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Das deutsche Rentensystem in der Krise

Title: Das deutsche Rentensystem in der Krise

Term Paper , 2003 , 19 Pages , Grade: 2

Autor:in: Julia Knauer (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Summary Excerpt Details

„Etwas Merkwürdiges passierte neulich, auf dem Weg zum Theater (…) Wie gebannt
hockten die Männer vor der Glotze, und mit unerwarteter Milde dachte ich: „Ach wie
süß, die Kerle schauen sicher Fußball.“ (…) als ich bei einem flüchtigen Blick auf den
Monitor feststellte, dass dort kein grüner Rasen, sondern viel mehr drei hässliche,
alte talking heads zu sehen waren. (…) „Hallooo, was guckt ihr denn da so
interessantes?“ fragte (ich). Einer antwortete schnell, der Höflichkeit halber: „Über die
Rente.“ (…) Was um Himmels willen fasziniert sie an der Rente? Die sie vielleicht
erst in 20 Jahren bekommen würden. Oder auch nicht. Aber H., der beim Fernsehen
arbeitet, sagt: „Die beste Quote macht man – abgesehen von der Volksmusik – mit
der Rente und der Steuerreform!“ Das erklärt einiges am öffentlichen
Diskussionselend.“1
Anders beschreibt die haushaltspolitische Sprecherin der Grünen, Antje Hermenau,
das deutsche Sozialsystem. "Unser System ist wie eine Familie, bei der die Eltern
ziemlich alt sind. Der Vater hat die Arbeit verloren, und die Mutter macht einen
Halbtagsjob." In der Hoffnung, dass sich bald ein Job mit dreifachem Einkommen
auftue, finanziere die Familie das große Haus, die zwei Autos und das Studium der
Tochter zum Gutteil auf Pump.“2
Andere Stimmen bezeichnen unsere Rente als “Rente ohne Zukunft“. Die Thematik
des nie unterschriebenen und krankenden Generationenvertrages wird aufgegriffen.
Drei Kinder haben Birgit Schmidtke und ihr Mann Siegfried. Damit, so sagen sie, tun
sie genug für die Gesellschaft. Deswegen wollen sie jetzt den Generationenvertrag
kündigen und keine Rentenbeiträge mehr zahlen. (…) Der Generationenvertrag ist
sowieso am Ende, meint Schmidtke: "Die Kosten des Kindesunterhalts werden
privatisiert, die Eltern bleiben darauf sitzen und die Erträge werden sozialisiert. Auf
einmal wird eine Zwangsversicherung aufgebaut, in die die Kinder einzahlen müssen
- für andere Leute, für fremde Eltern, mit denen sie eigentlich gar nichts am Hut
haben. [...]
1 R. Zucker (01.11.2003): Feuilleton / Zimt / Straßenfeger; Frankfurter Rundschau
2 C. Tutt & C. Hulverscheidt (18.08.2003, Berlin): Demografie: Deutschland droht breite Altersarmut;
www.ftd.de/cgi-bin/gx.cgi/AppLogic+FTContentServer?pagename=PrintArticlel...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. DIE GESCHICHTE DES DEUTSCHEN RENTENSYSTEMS

1.1 1889 BISMARCKS SOZIALGESETZGEBUNG

1.1 1957 DIE GROẞE RENTENREFORM

1.1 RENTENREFORMEN AB 1972 BIS HEUTE

2. DIE AKTUELLEN PROBLEME DES RENTENSYSTEMS

1.1 DER GEBURTENRÜCKGANG

1.1 DIE ÜBERALTERUNG

3. EINLEITENDE WORTE ZUR BEFRAGUNG

4. DIE INTERVIEWS

1.1 EDUARD (59 JAHRE, SELBSTÄNDIG)

1.1 CHRISTA (42 JAHRE, ANGESTELLTE)

1.1 KATHARINA (81 JAHRE, RENTNERIN)

1.1 LARS (26 JAHRE, FACHSCHÜLER)

5. ZUSAMMENFASSUNG DER INTERVIEWS

6. VORWORT

7. AKTUELLE REFORMEN UND REFORMVORSCHLÄGE

7.1 KURZFRISTIG WIRKENDE MAẞNAHMEN

7.2 MITTEL- UND LANGFRISTIG WIRKENDE MAẞNAHMEN

8. SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Krise des deutschen Rentensystems, wobei ein besonderer Fokus auf dem demografischen Wandel und den daraus resultierenden Herausforderungen für die Finanzierbarkeit des Generationenvertrages liegt. Ziel ist es, durch eine historische Analyse, Expertenmeinungen und eine qualitative Befragung verschiedener Altersgruppen ein umfassendes Bild der Problemlage sowie aktueller staatlicher Lösungsansätze zu zeichnen.

  • Historische Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung von Bismarck bis heute.
  • Analyse des demografischen Wandels durch Geburtenrückgang und Überalterung.
  • Qualitative Befragung verschiedener Generationen zu ihrer Einschätzung des Rentensystems.
  • Darstellung und Bewertung aktueller staatlicher Reformmaßnahmen zur Stabilisierung der Rentenkassen.

Auszug aus dem Buch

1.1 Der Geburtenrückgang

1950 wurden in der ehemaligen BRD 812.835 Kinder geboren. 1996 waren es im selben Bundesgebiet noch 702.688, mehr als 110.000 Kinder weniger. In der ehemaligen DDR fiel die Zahl der Lebendgeburten im selben Zeitrahmen von 303.866, um mehr als 210.000, auf 93.325 Kinder. Verdeutlicht heißt, dass 1950 2,1 Kinder pro Frau in der BRD geboren wurden und 2,33 Kinder in Ostdeutschland. 1996 lag diese Geburtenziffer pro Frau in Gesamtdeutschland bei 1,31. 2,1 Kinder pro Frau wären aber erforderlich, um den Bestand der Gesellschaft zu sichern.

Was sind die Gründe für diesen drastischen Geburtenschwund? Um es mit Professor Herwig Birgs Worten zu sagen, der Bevölkerungswissenschaftler und Leiter des Instituts für Bevölkerungsforschung und Sozialpolitik an der Universität Bielefeld ist: „Die Risiken langfristiger Festlegungen im Lebenslauf durch Kinder sind im Zuge des Zivilisationsprozesses in dem Maße gestiegen, wie sich die Vielfalt an Optionen bei der Gestaltung der persönlichen Biografie erweiterte.“ Durch die fortschreitende Individualisierung stehen jedem Einzelnem viele Optionen zur Gestaltung seines Lebens im Rahmen seiner Möglichkeiten zur Verfügung. Auslandsaufenthalte sind üblich, beruflich bedingte Ortswechsel die Norm. Kinder können diesbezüglich den selbstentworfenen Rahmen, in dem das je eigene Individuum handelt, enger stecken, als dies wünschenswert aus der Sicht des Betroffenen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. DIE GESCHICHTE DES DEUTSCHEN RENTENSYSTEMS: Darstellung der historischen Wurzeln ab 1889 sowie der grundlegenden Reformen des Rentensystems bis in die heutige Zeit.

2. DIE AKTUELLEN PROBLEME DES RENTENSYSTEMS: Analyse der demografischen Herausforderungen wie Geburtenrückgang und Überalterung, die das System unter Druck setzen.

3. EINLEITENDE WORTE ZUR BEFRAGUNG: Vorstellung der methodischen Vorgehensweise und der Auswahl der für die Untersuchung befragten Personen.

4. DIE INTERVIEWS: Präsentation der persönlichen Einschätzungen von Individuen aus verschiedenen Altersgruppen zur Rententhematik.

5. ZUSAMMENFASSUNG DER INTERVIEWS: Synthese der Befragungsergebnisse, die ein einheitliches Bewusstsein für die Dringlichkeit von Reformen aufzeigt.

6. VORWORT: Einleitung in den dritten Teil der Arbeit zur Informationsbeschaffung und Strukturierung der Reformpolitik.

7. AKTUELLE REFORMEN UND REFORMVORSCHLÄGE: Detaillierte Auflistung kurz-, mittel- und langfristiger politischer Maßnahmen zur finanziellen Stabilisierung des Rentensystems.

8. SCHLUSSBETRACHTUNG: Abschließende Einschätzung der Autorin zur notwendigen Neuorientierung weg von staatlicher Vollversorgung hin zu privater Vorsorge.

Schlüsselwörter

Altersrente, Rentensystem, Generationenvertrag, Demografischer Wandel, Geburtenrückgang, Überalterung, Kapitaldeckungsverfahren, Umlageverfahren, Reformen, Riester-Rente, private Vorsorge, Sozialversicherung, Rentenformel, Nachhaltigkeitsfaktor, Lebensarbeitszeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Krise des deutschen Rentensystems, beleuchtet die Ursachen und diskutiert sowohl staatliche Reformvorschläge als auch die subjektiven Wahrnehmungen betroffener Bürger.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Rente, dem demografischen Wandel sowie den aktuellen politischen Bemühungen zur Stabilisierung der Rentenfinanzen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den demografischen Druck auf das Rentensystem zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie sich dieser auf die Versicherten auswirkt und wie die Politik darauf reagiert.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer qualitativen Befragung von fünf Personen aus drei verschiedenen Altersgruppen, um unterschiedliche Perspektiven zu erfassen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die Auswertung der Interviews zu den Zukunftssorgen der Befragten und eine detaillierte Darstellung der aktuellen staatlichen Reformmaßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Rentensystem, demografischer Wandel, Generationenvertrag, private Vorsorge und Reformpolitik.

Warum wird die private Vorsorge im Auszug betont?

Weil der gesellschaftliche Trend laut der Arbeit weg von der rein staatlichen Rente und hin zur Eigenverantwortung geht, um das Alter finanziell abzusichern.

Wie schätzen die befragten Personen die Zukunft des Systems ein?

Die Befragten sind sich mehrheitlich einig, dass das bisherige System in seiner Form nicht zukunftsfähig ist und fundamentale Änderungen notwendig sind.

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Details

Title
Das deutsche Rentensystem in der Krise
College
University of Leipzig  (Soziologie)
Course
Armut und Reichtum
Grade
2
Author
Julia Knauer (Author)
Publication Year
2003
Pages
19
Catalog Number
V25838
ISBN (eBook)
9783638283557
Language
German
Tags
Rentensystem Krise Armut Reichtum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Knauer (Author), 2003, Das deutsche Rentensystem in der Krise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25838
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