Die Provinzstadt Reims liegt nordwestlich von Paris, wobei die Kathedrale die Silhouette der Stadt bestimmt. Der Bau der Kathedrale fällt in die Zeit der Hochgotik. Sie wird oft mit Chartres und Amiens verglichen, da die Baubeginne sehr eng aneinander liegen. Chartres wurde 1194, Reims 1211 und Amiens 1220 begonnen.
Reims bildet also die Mitte und soll sich beim Bau im Grundlegenden an die Ideen der Baumeisters von Chartres gehalten haben. Die Kathedrale „trägt den Titel einer Königin“ und ist „als Krönungskathedrale eng mit der Geschichte des französischen Königtums verwachsen“.
Ziel meiner Ausarbeitung ist es, die Kathedrale im Zusammenhang mit dem Krönungsprivileg der Stadt zu betrachten und bei der Erklärung des Aufbaus die gestalterischen Gemeinsamkeiten und auch Neuerungen mit Chartres zu vergleichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Reims als Krönungsstadt
3. Baugeschichte
4. Grundriss
5. Innenbereich
6. Außenbereich
7. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die Kathedrale Notre Dame in Reims im Kontext ihrer historischen Bedeutung als Krönungsstätte der französischen Könige und analysiert ihren architektonischen Aufbau sowie ihre gestalterischen Beziehungen zu den Kathedralen von Chartres und Saint-Remi.
- Die historische Rolle von Reims als Krönungsstadt und die damit verbundene Remigiuslegende.
- Die bauliche Entwicklung und Geschichte der Kathedrale von der Antike bis zur Gotik.
- Eine detaillierte Untersuchung des Grundrisses und des Innenraums unter Einbeziehung des Aufrisses und der Maßwerkfenster.
- Die Analyse der Westfassade und des Strebewerks im Außenbereich.
- Vergleichende Betrachtung der architektonischen Einflüsse und Neuerungen im Verhältnis zu Chartres und Amiens.
Auszug aus dem Buch
5. Der Innenraum
Die Kathedrale hat einen dreiteiligen Aufriss bestehend aus: Arkadenzone, Triforium und Obergaden. Das Emporengeschoß ist unter dem Einfluss von Chartres verschwunden. Das Gewölbe ist, wie in Chartres und Saint-Remi, vierteilig.
Die Arkadenzone ist fast genauso hoch wie Triforium und Obergaden zusammen, womit der Aufriss sehr an Chartres erinnert. Die Arkadenbögen laufen spitzbogig in die Höhe und berühren mit ihrem Scheitel fast die Fußlinie des Triforiums. Damit wirkt der Aufstieg der Arkaden jedoch viel steiler als in Chartres.
Ihre Höhe ist so angepasst, dass durch sie die Seitenschifffenster in ihrer vollen Größe zu sehen sind. Das Mittelschiff wird so auch im unteren Bereich mit Licht durchflutet. Kantonierte Pfeiler bilden die Arkadenstütze, bei denen Chartres als Vorbild diente. Die Pfeiler in Reims haben einen zylindrischen Kern und sind von zylindrischen Diensten umgeben, wodurch die Arkadenstütze sehr plastisch wirkt. Sie fassen alle auf dem Kapitell aufliegenden Dienste zu einem einzigen Raumgefüge zusammen. Gekrönt werden die Pfeiler durch ein filigranes Blattkapitell, wobei der gesamte Pfeiler, einschließlich der Dienste, von dem Kapitell umschlossen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Kathedrale Notre Dame de Reims und Definition des Untersuchungsziels, insbesondere der Vergleich mit Chartres und die Einbettung in das Krönungsprivileg.
2. Reims als Krönungsstadt: Erläuterung der Bedeutung der Stadt durch die Remigiuslegende und die Taufe Chlodwigs, welche die Grundlage für die Krönungstradition bildete.
3. Baugeschichte: Überblick über die historische Entwicklung des Ortes und die konkrete Bauphasenplanung der heutigen gotischen Kathedrale ab 1211.
4. Grundriss: Analyse der räumlichen Struktur der Kathedrale, ihrer dreischiffigen Anlage sowie der Einflüsse von Saint-Remi und Chartres auf den Chorgrundriss.
5. Innenbereich: Detaillierte Betrachtung des dreiteiligen Aufrisses, der Pfeilergestaltung und der revolutionären Einführung des gotischen Maßwerkfensters.
6. Außenbereich: Untersuchung der filigranen Westfassade und des funktional sowie ästhetisch hochstehenden Strebewerks im Vergleich zu Notre Dame de Paris und Chartres.
7. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Bewertung von Reims als "Königin" unter den Kathedralen und ein kurzer Ausblick auf den Nachfolgebau Amiens.
Schlüsselwörter
Kathedrale von Reims, Gotik, Hochgotik, Krönungsstadt, Chartres, Saint-Remi, Architektur, Grundriss, Maßwerkfenster, Strebewerk, Westfassade, Innenraum, Baugeschichte, Remigiuslegende, Kathedralbau
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Architektur und historische Bedeutung der Kathedrale Notre Dame in Reims im Kontext ihrer Rolle als Krönungskathedrale der französischen Könige.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den zentralen Feldern gehören die Baugeschichte, die architektonische Struktur (Grundriss, Innenraum, Fassade) und der Vergleich mit zeitgenössischen Kathedralen wie Chartres.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Aufbau der Kathedrale im Zusammenhang mit dem Krönungsprivileg zu betrachten und gestalterische Gemeinsamkeiten sowie Neuerungen gegenüber Chartres aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewendet?
Es wird eine baugeschichtliche und architekturanalytische Untersuchung durchgeführt, die auf der Literatur zu gotischen Kathedralen und einer detaillierten Beobachtung der baulichen Elemente basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Baugeschichte, die detaillierte Analyse von Grundriss und Innenraum sowie die Beschreibung des Außenbereichs inklusive Strebewerk und Fassade.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie gotische Architektur, Kathedrale, Reims, Krönungsgeschichte, Maßwerk und Strebewerk einordnen.
Welche Rolle spielt die Remigiuslegende für den Bau?
Die Legende um Bischof Remigius und die Taufe Chlodwigs begründete den Status von Reims als Krönungsstadt, was einen wesentlichen Anreiz für den ehrgeizigen Neubau der Kathedrale darstellte.
Wie unterscheidet sich die Fassade von Reims von Notre Dame in Paris?
Während die Pariser Fassade als sehr statisch und kompakt beschrieben wird, erscheint die Fassade von Reims durch ihren reichen Skulpturenschmuck und die filigrane Gestaltung wesentlich aufgelockerter und einheitlicher.
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- Anonym (Author), 2004, Die Kathedrale von Reims - Ein historischer Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25868