Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna

Verhandeln oder Krieg? Hansische Einstellungen

Título: Verhandeln oder Krieg? Hansische Einstellungen

Trabajo , 2003 , 28 Páginas , Calificación: 2

Autor:in: Maik Nolte (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

[...] Dieses vielzitierte Wort Castorps, der seit 1472 Bürgermeister in Lübeck war, wird häufig als Beleg für den "Geist der Hanse"1 herangezogen: nämlich den Krieg nach Möglichkeit zu vermeiden und statt dessen eine Verhandlungslösung zu suchen. Der Frage, inwieweit sich die Hanse in Krisensituationen tatsächlich daran hielt und zu welchen Mitteln sie zur Konfliktbeilegung griff, soll in der vorliegenden Arbeit nachgegangen werden. Ausgehend vom Veranstaltungstitel "Ängste und Risiken im Mittelalter" erfordert die Fragestellung zunächst eine grundlegende Betrachtung der inneren Struktur der Hanse sowie eine Definition der möglichen Bedrohungsszenarien (Kap.2). Im folgenden Kapitel werden Fallbeispiele aus der Hansegeschichte betrachtet. Der Schwerpunkt wird dabei auf Konflikte mit ausländischen Mächten gelegt; die Auseinandersetzungen der Städte mit ihren feudalen Stadtherren können aus Platzgründen nur gestreift werden. Während diese Beispiele aus dem Zeitraum stammen, der für E. Daenell die "Blütezeit" der Hanse darstellt2, soll im 4. Kapitel ein Ausblick auf die Zeit ihres Niederganges unternommen werden, wobei sich die Frage aufdrängt, welches Gewicht die beschriebenen Machtinstrumente, Vorgehensweisen und Drohgebärden zu jener Zeit noch besaßen. Schließlich soll im Kap.5 unter Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse der Frage nachgegangen werden, ob die Hanse in für sie gefährlichen Situationen einem bestimmten Verhaltensmuster folgte und zu welchen Gelegenheiten sie zu welchen Mitteln, d.h. insbesondere, wann und warum sie zu kriegerischen Mitteln griff. In bezug auf den Titel dieser Arbeit soll dabei untersucht werden, ob die Hanse vor der Wahl zwischen "Verhandeln oder Krieg" stand oder vielleicht dem Gedanken "erst verhandeln, dann (im Falle des Scheiterns) Krieg" folgte. 2 Ernst Daenell, Die Blütezeit der deutschen Hanse, 2 Bde., 3. Aufl. Berlin/New York 2001

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Fragestellung

1.2. Quellenlage

1.3. Forschungsstand

2. Zur inneren Struktur der Hanse

2.1. Das "politische System" der Hanse

2.1.1. Die hansische Organisationsstruktur

2.1.2. Privilegien und Handel

2.2. Voraussetzungen militärischen Vorgehens

2.2.1. Konfliktsituationen

2.2.2. Ziele und Instrumente hansischer Politik

2.2.3. Das Risiko des Kaufmannes

3. Auswärtige Konflikte

3.1. Handelskriege und Boykotte

3.1.1. Brügge und Norwegen 1280/84

3.1.2. Flandern 1358

3.1.3. Das "Boykottjahr" 1388

3.2. Die benachbarte Großmacht: Dänemark

3.2.1. Der Kampf gegen Waldemar Atterdag

3.2.1.1. Der Krieg von 1361/62

3.2.1.2. Die Kölner Konföderation

3.2.1.3. Der Friede zu Stralsund

3.2.2. Die Auseinandersetzung mit Erich v. Pommern

3.3. Unliebsame Konkurrenten: Die Holländer

3.4. Kampf um Privilegien: England

4. Verhandeln oder Krieg? - Ein Fazit

4.1. Von Stralsund nach Utrecht: Hansische Kriegszüge und ihre Folgen

4.2. Die Optionen in der Phase des Niederganges

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Interessenwahrung und militärischer Auseinandersetzung in der Geschichte der Hanse. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob die Hanse bei Krisen einem festen Verhaltensmuster folgte, das primär auf Verhandlung setzte, oder ob kriegerische Mittel als kalkulierte Eskalationsstufe zur Sicherung von Privilegien und Handelswegen fest in ihre Politik integriert waren.

  • Struktur der Hanse und das Selbstverständnis als lockerer Städtebund
  • Wirtschaftliche Druckmittel wie Handelssperren und Kontorverlegungen
  • Militärische Eskalationsdynamiken in Konflikten mit Dänemark, England und Flandern
  • Die Transformation vom mittelalterlichen Privilegiensystem hin zu komplexen Handelsnetzwerken
  • Kaufmännisches Risiko und die Rolle der hansischen Diplomatie im späten Mittelalter

Auszug aus dem Buch

3.2.1.1. Der Krieg von 1361/62

Noch während die Hansen mit dem Streit mit Flandern beschäftigt waren, machte sich der dänische König Waldemar IV. Atterdag 1360 daran, die Großmachtpolitik seiner Vorgänger wiederaufzunehmen. Nachdem es ihm gelungen war, die zerrütteten Staatsfinanzen zu konsolidieren, z.B. durch den Verkauf Estlands an den Deutschen Orden und die Verpfändung Schonens an Schweden 1343, nutzte er die schwedischen Thronwirren aus, um Schonen zurückzugewinnen. Die Erneuerung der Handelsprivilegien für diesen wichtigen Markt mußten die Hansen teuer bezahlen. 1361 eroberte Waldemar zunächst die Inseln Bornholm und Oeland, um schließlich im Juli auf Gotland zu landen und Visby einzunehmen. Wenngleich er die Handelsprivilegien der Stadt bestätigte und ihre Zugehörigkeit zur Hanse nicht antastete, beschloß ein Hansetag in Rostock unter Federführung der wendischen und preußischen Städte eine Handelsblockade gegen Dänemark und gleichzeitig Kriegsvorbereitungen zu treffen. Die Städte verbündeten sich mit den Holsteinischen Grafen, den Königen Haakon von Norwegen und Magnus von Schweden sowie dem Deutschen Orden.

Als der Kriegszug dann im Frühjahr 1362 beginnen sollte, lastete das Hauptgewicht der bewaffneten Kräfte allerdings auf den wendischen Städten, während sich die preußischen und andere sowie die meisten der fürstlichen Verbündeten auf finanzielle Unterstützung beschränkten. Als das Heer unter Führung des Lübecker Bürgermeisters Johann Wittenborg bei der Belagerung Helsingborgs festsaß, da die schwedischen und norwegischen Verstärkungen ausblieben, gelang es Waldemar, den Großteil der hansischen Schiffe vor der Küste auszubringen, was Wittenborg zum Abbruch des Angriffes und zu Verhandlungen zwang. Im Herbst wurde ein Waffenstillstand vereinbart.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert das Thema, die Fragestellung und den methodischen Rahmen der Untersuchung unter Berücksichtigung der hansischen "Geisteshaltung" gegenüber Konflikten.

2. Zur inneren Struktur der Hanse: Analysiert die fehlende politische Einheit des Städtebundes sowie die grundlegenden Instrumente und Risiken hansischer Machtausübung.

3. Auswärtige Konflikte: Detaillierte Fallstudien zu Handelskonflikten, Handelskriegen und dem komplexen diplomatischen sowie militärischen Verhältnis zu Dänemark, England und den Niederlanden.

4. Verhandeln oder Krieg? - Ein Fazit: Reflektiert die Wirksamkeit der hansischen Mittel zwischen Stralsund und Utrecht und bewertet den Übergang in die Phase des Niedergangs.

5. Zusammenfassung: Fasst die Kernergebnisse zusammen, insbesondere die Erkenntnis, dass Kriege für die Hanse meist das letzte Mittel nach dem Scheitern von Verhandlungen darstellten.

Schlüsselwörter

Hanse, Hansetage, Privilegien, Handelspolitik, Kriegführung, Handelssperren, Dänemark, England, Flandern, Mittelalter, Diplomatie, Wirtschaftsmacht, Kaufleute, Kontorverlegung, Sundzoll

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht das außenpolitische Handeln der Hanse und die Entscheidungsgrundlagen zwischen Verhandlung und militärischer Auseinandersetzung zur Sicherung ihrer wirtschaftlichen Privilegien.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Im Fokus stehen die Organisationsstruktur der Hanse, die Rolle von Wirtschaftssanktionen wie Blockaden sowie die Analyse konkreter Konflikte mit europäischen Mächten im späten Mittelalter.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Ziel ist es zu klären, ob die Hanse einem systematischen Verhaltensmuster folgte oder ob die Wahl zwischen Diplomatie und Krieg eher durch situative Notwendigkeiten und interne Zerrissenheit geprägt war.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer ereignisgeschichtlichen Analyse, die durch sozialgeschichtliche Aspekte ergänzt wird, unter Auswertung zeitgenössischer Quellen wie der Hanserecesse sowie einschlägiger Fachliteratur.

Welche Schwerpunkte bilden den Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse verschiedener Konflikte, wie den Handelskriegen gegen Dänemark, England und die holländischen Konkurrenten, um die Wirksamkeit hansischer Machtinstrumente zu bewerten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Handelsprivilegien, hansische Kriegführung, wirtschaftlicher Niedergang und die diplomatische Ambivalenz des Städtebundes charakterisiert.

Warum galt der Friede von Utrecht als ein entscheidender Erfolg für die Hanse?

Der Friede von Utrecht konnte durch geschickte Diplomatie in einer politisch verworrenen Zeit die alten Privilegien sichern und stellte damit einen der letzten großen diplomatischen Erfolge der Hanse dar.

Welche Rolle spielten die wendischen Städte in den kriegerischen Auseinandersetzungen?

Die wendischen Städte nahmen häufig eine führende Rolle ein, da sie durch ihre geografische Lage und Interessen am stärksten betroffen waren, was jedoch oft zu einer Isolation innerhalb des Gesamtbundes führte.

Final del extracto de 28 páginas  - subir

Detalles

Título
Verhandeln oder Krieg? Hansische Einstellungen
Universidad
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Fakultät IV)
Curso
Ängste und Risiken im Mittelalter
Calificación
2
Autor
Maik Nolte (Autor)
Año de publicación
2003
Páginas
28
No. de catálogo
V25911
ISBN (Ebook)
9783638284080
Idioma
Alemán
Etiqueta
Verhandeln Krieg Hansische Einstellungen Risiken Mittelalter
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Maik Nolte (Autor), 2003, Verhandeln oder Krieg? Hansische Einstellungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25911
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  28  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint