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Expertenmodell von Emil Schumacher - Entwicklung eines künstlerischen Expertenmodells am Beispiel von Emil Schumacher

Title: Expertenmodell von Emil Schumacher - Entwicklung eines künstlerischen Expertenmodells am Beispiel von Emil Schumacher

Examination Thesis , 2004 , 64 Pages

Autor:in: Rainer Leyk (Author)

Art - Painting
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Summary Excerpt Details

Ungegenständliche Kunst, wie die Informelle Malerei, löst auch noch heute bei vielen Menschen die unterschiedlichsten Reaktionen hervor. Diese reichen von spontaner Begeisterung, über verständnisloses Kopfschütteln, bis hin zur strikten Ablehnung. Dies zeigt, dass zu bestimmten Richtungen der Kunst, trotz ihrem Einzug in die Kunstgeschichte, immer noch ein gespaltenes Verhältnis und eine gewisse Sprachlosigkeit besteht.

„Nach Reinhard Pfennig erfolgt Lernen im Kunstunterricht durch Machen, Sehen und Sagen.“ 1 Aber dies scheint gerade im Bereich der nicht an Gegenständen gebundenen Kunst gar nicht so einfach zu sein. Wie können daher Unterrichtssituationen geschaffen werden in dem Schüler Erfahrungen mit und an ungegenständlicher Kunst machen können? Eine Aufgabe die, wenn es darum geht Schülern ähnliche Prozesse wie der von Künstlern zu ermöglichen, nicht einfach zu lösen und zu beantworten ist.

Da verwundert es nicht, dass sich viele Lehrende zu Recht vor dem Formlosen scheuen. So „(…) fürchten viele Kunstpädagogen in der eigenen Praxis die Gefahr der Beliebigkeit und Zufallskunst sowie deren Überbewertung oder Fehlinterpretation“ 2 . Darum wird der ungegenständlichen Kunst immer noch sehr wenig Raum im Unterrichtsgeschehen zugebilligt. Ist es daher überhaupt sinnvoll Schüler und Schülerinnen mit derartigen Kunstströmungen, wie der des Informel überhaupt zu konfrontieren?

Ich denke ja. Der institutionelle Ort des Kunstunterrichtes ist für Kinder und Jugendliche oftmals die erste Begegnungsstätte mit abstrakter und ungegenständlicher Kunst, manchmal bleibt sie leider auch die Einzige. Zweifel, ob Kinder und Jugendliche mit dem Formlosen konfrontiert werden sollten, kommen daher aus einem gewissen Ohnmachtmachtsgefühl Kindern und Jugendlichen authentische Prozesse in diesem Bereich zu ermöglichen. Gelingt einem dies nicht, so besteht in der Tat die Gefahr dass Schülerarbeiten zur Zufallskunst degenerieren und sich im Bereich der Willkür auflösen. Gelingt es jedoch Prozesse anzuzetteln, können Schüler grundlegend neue und wertvolle Erfahrungen machen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsanliegen und Fragestellung

3. Forschungsstand

3.1 Das Allgemeine vor dem Besonderen

3.2 Theorie zum Ablauf von Gestaltungsprozessen

4. Vorgehensweise

4.1 Kommunikationsgeschehen im Fokus der Untersuchung

4.1.1 Aussagen, Werk und Wissenschaft

4.1.2 Authentizität von Kommunikationsinhalten

4.1.3 Einschränkung bestehender Quellen

4.2 Qualitative Forschung

4.2.1 Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring

4.2.2 Vorgehensweise qualitativer Inhaltsanalyse mit induktiver Kategorienbildung

4.2.3 Computergestützte Analyse qualitativer Daten

4.2.4 Transkription

5. Expertenmodell von Emil Schumacher

5.1 Expertenmodell und Prozess

5.1.1 Definition künstlerische Prozesse

5.1.2 Beschränkung von Expertenmodellen

5.2 Das Informel

5.2.1 Der Künstler im Kontext der Kunst nach 1945

5.2.2 Autonomes Werk

5.3 Emotionen im Prozess

5.4 Die Vorphase

5.4.1 Inspirationserlebnisse durch die Umwelt

5.4.2 Gestaltung der Wohn- und Ateliersituation

5.5 Die Einstiegsphase

5.5.1 Unruhe und Zweifel

5.5.2 Entwurf, Skizze und Modell

5.5.3 Mentale Konstruktion und der Dialog mit den Mitteln

5.5.4 Beginn auf der Materialebene

5.5.4.1 Aufforderungscharakter des Werkträgers

5.5.4.2 Aufforderungscharakter des Mediums der Farbe

5.5.4.3 Malwerkzeuge

5.6 Die Arbeitsphase

5.6.1 Ausdrucksmittel von Farbe und Linie

5.6.1.1 Farbe und Materie

5.6.1.2 Linie und Form

5.6.1.3 Zeit und Geste

5.6.2 Abkehr vom Bildzentrum

5.6.3 Herstellung eines Bildganzen

5.6.4 Künstlerischer Prozess als Problemlöse-Prozess

5.6.5 Stör-Strategien gegen alles Programmatische

5.6.5.1 Spontaneität

5.6.5.2 Provozierter Zufall

5.6.5.3 Einschmuggeln von Fundstücken

5.6.5.4 Destruktion

5.6.5.5 Aggression

5.6.5.6 Zustand der Übermüdung

5.7 Die Bewertungsphase

5.7.1 Beurteilungsphasen

5.7.2 Erreichen des Zielzustandes

5.7.3 Akt der Taufe

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, ein künstlerisches Expertenmodell anhand des Informellen Künstlers Emil Schumacher zu entwickeln, um Erkenntnisse über künstlerische Schaffensprozesse zu gewinnen und diese für einen prozessorientierten Kunstunterricht nutzbar zu machen.

  • Analyse künstlerischer Schaffensprozesse als Problemlöse-Prozesse
  • Untersuchung der Rolle des Künstlers und des Informel
  • Methodik der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring
  • Bedeutung der künstlerischen Vorphase, Einstiegsphase und Arbeitsphase
  • Integration von Stör-Strategien zur Prozessdynamisierung

Auszug aus dem Buch

5.6.4 Künstlerischer Prozess als Problemlöse-Prozess

„Ein Problem gibt es an sich nicht. Eine Sache wird daher erst in Abhängigkeit mit dem Problemlöser zum Problem. Die Person kann daher eine Situation zu einem Problem »machen«.“ An dieser Stelle gilt es den künstlerischen Prozess eines Emil Schumachers als Problemlöseprozess zu betrachten. Unter Problemlösen versteht man das Bestreben, einen gegebenen Zustand in einen anderen, gewünschten Zustand zu überführen, wobei es gilt, eine Barriere zu überwinden, die sich zwischen Ausgangs- und Zielzustand befindet.

Der Zielzustand bildet dabei stets das am Prozessende stehende Werk, den Ausgangszustand der unberührte Werkgrund. Damit handelt es sich bei künstlerischen Prozessen auch um »Nicht-Routine-Situationen«, denn sind die Mittel zur Erreichung eines Ziels bekannt, spricht man nicht von einem Problem, sondern von einer Aufgabe. Problemlösen ist damit schöpferisch, das Lösen von Aufgaben stattdessen nur reproduktiv. Strategien sind Pläne, welcher sich eine Person beim Lösen von Problemen bedient. Strategien sind damit Handlungen um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Zwischen Ausgangs- und Zielzustand bestehen so genannte Barrieren, welche eine Transformation der Zustände verhindern. Im Problemlöseprozess von Schumacher handelt es sich um dialektische Barrieren, denn Ausgangszustand und Mittel sind bekannt, der Zielzustand selbst ist jedoch unklar. Die Lösung des Problems erfordert einen dialektischen Prozess, in dessen Verlauf alternative Vorstellungen über das Ziel entwickelt, revidiert, geprüft und verworfen werden müssen, bis der Künstler zu einem für sich zufrieden stellenden Zielzustand angelangt. Ist der Zielzustand noch unzureichend gelöst wiederholt sich der Problemlöseprozess.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtet die Schwierigkeiten im Umgang mit ungegenständlicher Kunst im Unterricht und begründet die Notwendigkeit, Schülern authentische Prozesse zu ermöglichen.

2. Forschungsanliegen und Fragestellung: Formuliert die Grundthese, dass Künstler und Schüler ähnliche Prozessprobleme haben, und zielt auf die Entwicklung eines Expertenmodells ab.

3. Forschungsstand: Kritisiert, dass bisherige Forschung eher allgemeine Theorien verfolgt und die individuellen Schaffensprozesse einzelner Künstler vernachlässigt.

4. Vorgehensweise: Erläutert die Wahl der qualitativen Inhaltsanalyse als methodisches Instrument zur Auswertung von Künstleraussagen und die Nutzung von QDA-Software.

5. Expertenmodell von Emil Schumacher: Detaillierte Analyse des Schaffensprozesses von Schumacher, unterteilt in Phasen wie Vorphase, Einstieg und Arbeit, sowie die Rolle von Stör-Strategien.

Schlüsselwörter

Emil Schumacher, Informel, künstlerischer Prozess, Problemlösen, qualitative Inhaltsanalyse, Stör-Strategien, Schaffensakt, künstlerische Bildung, Werkanalyse, Autonomie, Materialität, Prozessorientierung, Expertenmodell, bildnerische Gestaltung, Reflexion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den künstlerischen Schaffensprozess am Beispiel des Malers Emil Schumacher, um ein Expertenmodell zu erstellen, das auf den Kunstunterricht übertragen werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Phasen des künstlerischen Prozesses, die Theorie des Informel, den Einsatz qualitativer Forschungsmethoden und die Anwendung von Problemlösestrategien im künstlerischen Schaffen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, Schülern durch die Orientierung an Expertenprozessen intensivere künstlerische Erfahrungen zu ermöglichen, die über bloße Produktorientierung hinausgehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring, unterstützt durch computergestützte Textanalyse (QDA), um Künstleraussagen systematisch auszuwerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert den Schaffensprozess von Schumacher in verschiedene Phasen – von der Vorphase über den Einstieg bis zur Bewertung – und analysiert spezifische Arbeitsstrategien wie die Nutzung von Zufall oder Störungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Emil Schumacher, Informel, künstlerischer Prozess, Problemlösen, Stör-Strategien und Prozessorientierung.

Warum ist die "Destruktion" für Schumacher eine Strategie?

Destruktion dient Schumacher als Stör-Strategie, um den Prozess aus Sackgassen zu befreien und durch das Zerstören und Wiederaufbauen neue Handlungsperspektiven und Ausgangszustände zu generieren.

Was bedeutet der "Akt der Taufe" in Bezug auf seine Bildtitel?

Der Akt der Taufe bezeichnet die bewusste Vergabe nicht-deskriptiver Titel, um das Werk vor einer Eindeutigkeit durch sprachliche Assoziationen zu schützen und seine Eigenständigkeit zu bewahren.

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Details

Title
Expertenmodell von Emil Schumacher - Entwicklung eines künstlerischen Expertenmodells am Beispiel von Emil Schumacher
College
University of Education Weingarten
Author
Rainer Leyk (Author)
Publication Year
2004
Pages
64
Catalog Number
V25926
ISBN (eBook)
9783638284189
Language
German
Tags
Expertenmodell Emil Schumacher Entwicklung Expertenmodells Beispiel Emil Schumacher
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rainer Leyk (Author), 2004, Expertenmodell von Emil Schumacher - Entwicklung eines künstlerischen Expertenmodells am Beispiel von Emil Schumacher, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25926
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