Die methodisch-didaktische Bedeutung der Übung im Unterricht


Referat (Ausarbeitung), 2004

10 Seiten, Note: Sehr gut mit Sternchen


Leseprobe

Gliederung

1. Einführung

2. Definition und Ziele der Übung

3. Übung und Unterricht
3.1. Entdeckendes Lernen und produktives Üben

4. Übung im Unterricht bei lernschwachen Schülerinnen und Schülern
4.1. Rahmenbedingungen und gegenwärtige Praxis an der Schule für Lernbehinderte

5. Literatur

1. Einführung

In dieser Arbeit soll, wie der Titel schon sagt, die methodisch-didaktische Stellung der Übung im Unterricht aufgezeigt werden. Da die Schülerinnen und Schüler im Unterricht etwas lernen sollen, sind ein möglicher Ausgangspunkt dazu verschiedene Lerntheorien, die ja den Lernvorgang in unterschiedliche Stufen fassen. So teilt ROTH den Lernvorgang in fünf Stufen auf und differenziert dabei die Stufe der Motivation, die Stufe der Schwierigkeiten, die Stufe des Tuns und Ausführens, die Stufe des Behaltens und Übens und die Stufe der Anwendung. Bei AEBLI hingegen findet sich eine Aufsplittung in vier Teilfunktionen des Lernprozesses, die da zum einen das problemlösende Aufbauen von Handlungen, Operationen und Begriffen, zum zweiten das Durcharbeiten von Handlungen, Operationen und Begriffen, zum nächsten das Üben und Wiederholen und zum letzten das Anwenden wären.

Auf jeden Fall ist die Übung bei den meisten lerntheoretischen Lernprozessgliederungen eine eigene Stufe. Oft wird das Lernen und Üben auch noch durch die Dimensionen Erfahren und Handeln erweitert. Man meint, dass sich Denkstrukturen aus verinnerlichten Handlungen heraus entwickeln.

Doch zunächst soll erst einmal der Begriff Übung definiert und in den Zusammenhang mit Unterricht gebracht werden. Speziell wird dann noch auf die Übung bei lernschwachen Schülerinnen und Schülern eingegangen.

2. Definition und Ziele der Übung

Bei EISENHUT findet man die Ansicht, dass „Übung ...“ „ein Element des Lernens ...“ ist, „... das vom Übungswillen getragen, zielstrebig die Automatisierung und Vervollkommnung dieser Abläufe und ihre Kodierung und Speicherung im Gedächtnis anstrebt und somit den Gesamtvorgang des Lernens erleichtert und ermöglicht.[1] In einer Grafik zu dieser Definition verknüpft er dann anschaulich die verschiedenen und wichtigen Aspekte der Übung, wie z.B. Zielstrebigkeit, Übungswille, Verbesserung, Vervollkommnung, Sicherung und Entlastung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eine für Pädagoginnen und Pädagogen wirklich hinreichende und hilfreiche Definition ist dies aber noch nicht. Im pädagogischen Berufsfeld ist es wichtig, die Übung zum einen als die Beschreibung eines Prozesses zu sehen, der auf ein geplantes Ziel hinführt – also die dynamische Bedeutung dieses Begriffes (etwas bestimmtes z.B. Autofahren üben) – aber auch zu wissen, dass Übung auch die Beschreibung eines Produktes von verschiedenen Lernvorgängen sein kann – also die statische Bedeutung dieses Begriffes (in etwas bestimmten z.B. Autofahren Übung haben).

De JUNG hingegen splittet die Bedeutung des Übungsbegriff sogar in vierfacher Hinsicht auf. Er sieht Übung einmal als Ausbildung, Sicherung und Festigung von Lernerfahrungen, dann als Vorgang und als Ergebnis dieses Vorgangs – die erreichte Fertigkeit – , weiter im Sinne von „Einüben“ und „Einprägen“ und dazu im Sinne von „Ausüben“ – als Tätigkeit.

Aus verschiedenen Deutungen dieses Begriffes entstehen auch verschiedene Ziele, die mit diesem Begriff verknüpft sind. Übung sollte natürlich eine möglichst hohe Qualität der Kenntnisse erreichen. Übung sollte auch die sogenannten Fertigkeiten und Gewohnheiten ausbilden. Zudem sollte Übung die geistigen Fähigkeiten und deren Verlaufsqualitäten verbessern. Und „last bud not least“ sollte Übung das Selbstkonzept und die Lernmotivation (möglichst positiv) beeinflussen.[2]

3. Übung und Unterricht

Für den Unterricht ist allerdings wichtig, zu akzeptieren, dass Übung und Wiederholung von Gelernten ist ein wichtiger Bestandteil eines jeden Lernprozesses. Dazu müssen Lehrerinnen und Lehrer erst einmal ein pädagogisches Verständnis des Übens entwickeln, das aber in der Fülle der lernpsychologischen Rezepte zur Übungsgestaltung unterzugehen droht. Oft haben Lehrerinnen und Lehrer Probleme, ein klares Verhältnis zum Thema Üben zu entwickeln, weil sie Üben nur als ein lästigen Zusatz sehen, der an den eigentlichen und interessanten Hauptteil einer Erschließung und Erarbeitung angehängt wird.

[...]


[1] Vgl. EISENHUT (Seite 22)

[2] Vgl. BÖHM (Seite 54 ff.)

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Die methodisch-didaktische Bedeutung der Übung im Unterricht
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Rehabilitationspädagogik)
Veranstaltung
Lebensweltorientierter Unterricht
Note
Sehr gut mit Sternchen
Autor
Jahr
2004
Seiten
10
Katalognummer
V25955
ISBN (eBook)
9783638284394
Dateigröße
2098 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
In dieser Arbeit wird knapp und präzise der methodische und didaktische Stellungswert der Übung im Unterricht erörtert. Im Seminar ist dieses Thema eingebettet in den Themenkreis der Ergebnissicherung. Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand.
Schlagworte
Bedeutung, Unterricht, Lebensweltorientierter
Arbeit zitieren
Thomas Schrowe (Autor), 2004, Die methodisch-didaktische Bedeutung der Übung im Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25955

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