Eine der wohl schwierigsten Satzkonstruktionen der spanischen Sprache stellt
der Konditionalsatz ( la oración condicional ) dar. Nicht nur für Nicht-
Muttersprachler ist es schwierig, sich Gebrauch und Zeitenfolge einzuprägen,
auch Sprachwissenschaftler sind sich in manchen Situationen über die
Abgrenzung zu anderen Adverbialsätzen nicht einig. So beschäftigten sie sich
lange Zeit mit der Frage, ob es zwei oder drei Grundtypen des spanischen
Konditionalsatzes gibt. Nach dem Vorbild der lateinischen Sprache teilt man
Konditionalsätze meist in drei Grundformen ein. Dennoch vertreten einzelne
Sprachwissenschaftler (z. B. R. Seco und S. Gili Gaya) die einfache Zweiteilung
in realen („lo que es posible“) und irrealen („lo que es imposible“)
Konditionalsatz.1 In einer englischsprachigen Grammatik war sogar eine
Einteilung der Konditionalsätze in vier Kategorien zu finden (open conditions/
remote conditions/ unfulfilled conditions/ fulfilled conditions)2. In meiner
Hausarbeit werde ich auf die beiden erst genannten Einteilungsmöglichkeiten
eingehen, wobei der Schwerpunkt auf der Darstellung der Dreiteilung liegen wird.
1 Angel López García, S.125
2 Butt and Benjamin, 1994, S. 135
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Adverbialsatz
3. Der Gebrauch des Konditionals
4. Allgemeines zum Konditionalsatz
5. Aufbau des Konditionalsatzes
6. Die Einteilung der Konditionalsätze
1. reale Konditionalsätze
2. hypothetische Konditionalsätze
3. kontrafaktische Konditionalsätze
7. Einteilung der si-Sätze
1. indikativische si-Sätze
2. konjunktivische si-Sätze
8. Andere Konjunktionen
9. Schlußwort
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Struktur und Verwendung des spanischen Konditionalsatzes. Ziel ist es, die verschiedenen Einteilungsmöglichkeiten der Bedingungssätze sowie die korrekte Zeitenfolge darzustellen, um Lernenden der spanischen Sprache eine strukturierte Orientierung zu bieten.
- Klassifizierung von Konditionalsätzen (Zweiteilung vs. Dreiteilung)
- Struktur und Bestandteile des Bedingungssatzes (Protasis und Apodosis)
- Gebrauch des Konditionals in verschiedenen grammatikalischen Kontexten
- Differenzierung der si-Sätze (Indikativ vs. Konjunktiv)
- Analyse der Zeitenfolge und ihrer Anwendung
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Eine der wohl schwierigsten Satzkonstruktionen der spanischen Sprache stellt der Konditionalsatz ( la oración condicional ) dar. Nicht nur für Nicht-Muttersprachler ist es schwierig, sich Gebrauch und Zeitenfolge einzuprägen, auch Sprachwissenschaftler sind sich in manchen Situationen über die Abgrenzung zu anderen Adverbialsätzen nicht einig. So beschäftigten sie sich lange Zeit mit der Frage, ob es zwei oder drei Grundtypen des spanischen Konditionalsatzes gibt.
Nach dem Vorbild der lateinischen Sprache teilt man Konditionalsätze meist in drei Grundformen ein. Dennoch vertreten einzelne Sprachwissenschaftler (z. B. R. Seco und S. Gili Gaya) die einfache Zweiteilung in realen („lo que es posible“) und irrealen („lo que es imposible“) Konditionalsatz. In einer englischsprachigen Grammatik war sogar eine Einteilung der Konditionalsätze in vier Kategorien zu finden (open conditions/ remote conditions/ unfulfilled conditions/ fulfilled conditions). In meiner Hausarbeit werde ich auf die beiden erst genannten Einteilungsmöglichkeiten eingehen, wobei der Schwerpunkt auf der Darstellung der Dreiteilung liegen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Konditionalsatz-Definition und Vorstellung des methodischen Schwerpunkts der Arbeit.
2. Der Adverbialsatz: Einordnung des Konditionalsatzes in das System der Adverbialsätze und Darstellung seiner Funktion als präzisierendes Element.
3. Der Gebrauch des Konditionals: Erläuterung der verschiedenen Funktionen des Konditionals als Modus und Tempus in der spanischen Sprache.
4. Allgemeines zum Konditionalsatz: Definition der grundlegenden Wirkungsweise des Konditionalsatzes mittels der Konjunktion "si".
5. Aufbau des Konditionalsatzes: Erklärung der zweiteiligen Struktur bestehend aus Protasis und Apodosis.
6. Die Einteilung der Konditionalsätze: Analyse der Klassifizierungsmodelle in reale, hypothetische und kontrafaktische Bedingungssätze.
7. Einteilung der si-Sätze: Differenzierung zwischen indikativischen und konjunktivischen si-Sätzen je nach Realitätsbezug.
8. Andere Konjunktionen: Vorstellung alternativer konjunktionaler Wendungen zur Einleitung von Bedingungssätzen.
9. Schlußwort: Zusammenfassende Bewertung der Dreiteilung als präferiertes Modell für den Sprachgebrauch.
Schlüsselwörter
Spanisch, Konditionalsatz, Grammatik, Zeitenfolge, si-Satz, Protasis, Apodosis, Konjunktiv, Indikativ, Subjuntivo, Bedingungssatz, Sprachwissenschaft, Fremdsprachler, Irrealis, Realis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die grammatikalische Struktur und die korrekte Verwendung des Konditionalsatzes (oración condicional) in der spanischen Sprache.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die Einteilung der Konditionalsätze, die Zeitenfolge, der Aufbau aus Protasis und Apodosis sowie die Unterscheidung zwischen si-Sätzen im Indikativ und Subjuntivo.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die komplexen Regeln der spanischen Konditionalsätze strukturiert darzustellen, um insbesondere Fremdsprachlern eine logische Einordnung und Anwendung zu erleichtern.
Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?
Die Autorin analysiert verschiedene grammatikalische Klassifizierungsmodelle (Zweiteilung vs. Dreiteilung) und stützt sich dabei auf linguistische Fachliteratur sowie eigene Seminaraufzeichnungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Adverbialsätze, den Gebrauch der Konditionalformen, die verschiedenen Klassifizierungen von Konditionalsätzen und die Analyse der Zeitenfolge.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wesentliche Begriffe sind Konditionalsatz, Protasis, Apodosis, Indikativ, Subjuntivo sowie die Unterscheidung zwischen realen, hypothetischen und kontrafaktischen Sätzen.
Warum ist die Dreiteilung der Konditionalsätze laut der Autorin vorzuziehen?
Die Autorin argumentiert, dass eine Dreiteilung für Lernende logischer und überschaubarer ist, da sie eine präzisere Zuordnung der sprachlichen Fälle ermöglicht.
Welche Rolle spielt die Konjunktion "si"?
Das Wort "si" dient als primäres Einleitungselement für den bedingungsbeinhaltenden Nebensatz und erfordert je nach Sachverhalt die Verwendung des Indikativs oder des Subjuntivo.
- Quote paper
- Stefanie Theil (Author), 1999, Der spanische Konditionalsatz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25987