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Indikation zur Gesprächspsychotherapie

Title: Indikation zur Gesprächspsychotherapie

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Raphaela Böhmer (Author)

Psychology - Consulting and Therapy
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In der Medizin wird, nach Pschyrembel Klinisches Wörterbuch (1990, S. 78), Indikation definiert als

„...sog. Heilanzeige; Grund zur Verordnung eines best. diagnostischen oder therapeutischen Verfahrens in einem definierten Krankheitsfall, der seine Anw. hinreichend rechtfertigt,...“.

Dorsch Psychologisches Wörterbuch (1998, S. 392) versteht unter Indikation „...das, was sich als das Geeignete (für einen zu ändernden Sachverhalt) ergibt. Im Zusammenhang mit Psychotherapie wurde die Indikation in dem Maße wichtiger, wie gesicherte Erkenntnisse zur (selektiven) Wirksamkeit psychotherapeutischer Maßnahmen bei verschiedenen Störungen vorliegen. ...Basis für I. ist die Diagnostik bzw. die individuelle Fallkonzeption. Für immer mehr psychische Störungen werden störungsspezifische Vorgehensweisen entwickelt und in ihrer Wirksamkeit überprüft, andererseits spielen für den Therapieerfolg auch andere Faktoren, wie störungsunabhängige Eigenarten der zwischenmenschlichen Beziehungsgestaltung eines Patienten eine Rolle , die bei der I. berücksichtigt werden sollten.“

Nach Eckert (1997, S. 42) ist eine psychotherapeutische Behandlung grundsätzlich dann angezeigt, wenn die Störung des Klienten einen psychischen Ursprung erkennen lässt, und durch die Therapie „mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit“ eine Besserung der Störung zu erwarten ist.

Kann dies positiv beschieden werden, ist weiterhin mit Seidenstücker und Baumann (1979, zitiert nach Schneider; 2000, S. 148) zu fragen, „Bei welchen Patienten mit welcher psychischen Problematik beziehungsweise psychischen Störung ist welche Behandlungsmaßnahme beziehungsweise welche Sequenz von Behandlungsmaßnahmen beziehungsweise welche Sequenz von Behandlungselementen durch welchen Therapeuten zu welcher Zielsetzung wie angemessen, wie effektiv und wie effizient?“

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

0. Diagnostik und Indikation in der Gesprächspsychotherapie

2.1 Zur Praxislage

2.2 Therapiekonzept und Störungsmodell nach C. Rogers

2.3 Status- versus Prozessdiagnose?

0. Wann ist eine Psychotherapie angezeigt?

3.1 Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Kostenträger

3.2 Indikation nach dem Theorie-Konzept der Gesprächspsychotherapie

3.2.1 Indikation nach dem Störungsbild

3.2.2 Klinische Indikation

0. Zur Wirksamkeit verschiedener Verfahren

0. Alternative Konzepte: Adaptive Interventionsstrategien

4.0 Konzeptinterne Ansätze

5.2 Konzeptübergreifende Ansätze

5.2.1 Methoden-Kombination

5.2.2 Methoden-Integration

0. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die theoretischen Hintergründe und die praktische Umsetzung der Indikationsstellung zur Gesprächspsychotherapie unter Berücksichtigung sowohl klassischer Konzepte als auch moderner, adaptiver Interventionsstrategien.

  • Vergleich von Status- versus Prozessdiagnose im Kontext der Gesprächspsychotherapie
  • Störungsmodell und Menschenbild nach C. Rogers
  • Richtlinien des Bundesausschusses zur Indikation einer Psychotherapie
  • Methoden der Konzeptanpassung (Methoden-Kombination und Methoden-Integration)
  • Bedeutung der therapeutischen Beziehungsgestaltung für den Behandlungserfolg

Auszug aus dem Buch

2.2 Therapiekonzept und Störungsmodell nach C. Rogers

Der „klassische“ Ansatz der Klientenzentrierten Gesprächspsychotherapie, wie er von Carl Rogers auf der Basis seines Störungsmodells in den 40er und 50er Jahren konzipiert wurde, geht von einem therapeutischen Beziehungsangebot als Grundlage für eine konstruktive Problembearbeitung seitens des Klienten aus. Rogers selbst definierte seine „Basisvariablen“ bzw. „Therapieprinzipien“ Empathie, Akzeptanz und Kongruenz als notwendige und hinreichende Bedingungen für die Entwicklung eines therapeutischen Prozesses.

Rogers unterstellt jedem einzelnen Individuum die grundsätzliche Fähigkeit sowie die Bereitschaft zur Selbstexploration und konstruktiver Selbstentfaltung, die von ihm als „Aktualisierungstendenz“ bezeichnet wird. Gestört wird ein solches Verhalten durch eine bestehende Inkongruenz zwischen Selbstkonzept und Erfahrung seitens des Individuums, die zu einer Desorganisation der Persönlichkeit führt. Nach Rogers (1991, S. 43) erlaubt eine Beziehungssituation bedingungsloser positiver Beachtung dem Klienten eine unverzerrte Wahrnehmung und eine Reorganisation seiner Selbststruktur. Die Therapie fördert also mit anderen Worten die Selbstregulationsfähigkeit und damit die Selbstheilungskraft des Individuums.

Nach Rogers (1991, S. 41) sind therapeutischen Interaktionsformen ausdrücklich nicht in Abhängigkeit von Klientenmerkmalen zu differenzieren oder, wie Rogers schreibt „in bestimmter Weise für bestimmte Kliententypen zu manipulieren“, dies sei nicht mit dem entscheidenden Theorieaspekt der Kongruenz vereinbar. Gleichwohl stellt auch bereits Rogers fest, dass „ die therapeutische Beziehung von verschiedenen Klienten unterschiedlich genutzt wird, ...“.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Definition des Indikationsbegriffs in Medizin und Psychologie sowie erste Erläuterung der Relevanz für die Gesprächspsychotherapie.

0. Diagnostik und Indikation in der Gesprächspsychotherapie: Untersuchung der historischen und theoretischen Auseinandersetzung zwischen dem klassischen Rogers-Konzept und moderner diagnostischer Praxis.

0. Wann ist eine Psychotherapie angezeigt?: Darstellung der offiziellen Richtlinien des Bundesausschusses sowie der indikationstheoretischen Perspektive der Gesprächspsychotherapie.

0. Zur Wirksamkeit verschiedener Verfahren: Kritische Analyse der Wirksamkeitsforschung und der Diskrepanz zwischen klinischem Alltag und wissenschaftlichen Studiendesigns.

0. Alternative Konzepte: Adaptive Interventionsstrategien: Erörterung differenzierter Ansätze und methodischer Erweiterungen innerhalb und außerhalb des Gesprächspsychotherapie-Konzepts.

0. Fazit: Resümee zur Notwendigkeit neuer, integrativer Standards in der Indikationsstellung, die der Vielfalt psychotherapeutischer Arbeit gerecht werden.

Schlüsselwörter

Gesprächspsychotherapie, Indikation, Carl Rogers, Störungsmodell, Statusdiagnose, Prozessdiagnose, Klientenzentrierte Therapie, Aktualisierungstendenz, therapeutische Beziehung, Wirksamkeit, Methoden-Integration, Selbstkonzept, Interventionsstrategien, Diagnostik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Indikationsstellung zur Gesprächspsychotherapie, indem sie den klassischen theoretischen Rahmen kritisch mit modernen Anforderungen und praktischen Vorgehensweisen kontrastiert.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Menschenbild von Carl Rogers, die Unterscheidung zwischen Status- und Prozessdiagnose, die Bedeutung der therapeutischen Beziehung sowie Ansätze zur Methoden-Integration.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es, den Status quo der Indikationsstellung zu beleuchten und zu begründen, warum eine moderne Praxis über eine rein schulenspezifische Sichtweise hinausgehen und neue, integrativere Standards entwickeln muss.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine Literaturanalyse durch, die relevante psychologische und medizinische Definitionen, empirische Studien zur Wirksamkeitsforschung sowie theoretische Konzepte der Gesprächspsychotherapie zusammenführt und diskutiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Herleitung der Indikationsproblematik, eine Analyse der offiziellen Richtlinien für Psychotherapie und eine Evaluation adaptiver Interventionsstrategien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Besonders prägend sind die Begriffe Gesprächspsychotherapie, Indikation, Carl Rogers, therapeutische Beziehung und Methoden-Integration.

Warum lehnte Carl Rogers die klassische Statusdiagnose ab?

Rogers betrachtete die Statusdiagnose als wenig hilfreich, da sie den Fokus auf das „Problem“ statt auf das „Individuum“ legt und seiner Überzeugung nach eine objektive Kategorisierung im Widerspruch zur notwendigen therapeutischen Haltung der Kongruenz steht.

Was versteht man in diesem Kontext unter einer "Prozessdiagnose"?

Die Prozessdiagnose bei Rogers ist ein zeit- und bedingungsvarianter Vorgang, der primär dem Selbstverstehen des Klienten dient und während des therapeutischen Prozesses kontinuierlich neu evaluiert wird, statt zu Beginn eine starre Diagnose festzuschreiben.

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Details

Title
Indikation zur Gesprächspsychotherapie
College
University of Cologne  (Psychologie)
Grade
1,0
Author
Raphaela Böhmer (Author)
Publication Year
2004
Pages
20
Catalog Number
V25994
ISBN (eBook)
9783638284684
Language
German
Tags
Indikation Gesprächspsychotherapie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Raphaela Böhmer (Author), 2004, Indikation zur Gesprächspsychotherapie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25994
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