Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › World History - Early and Ancient History

Die Vergöttlichung Alexanders des Großen. Mittel zur Macht oder Glaube an die eigene Göttlichkeit?

Title: Die Vergöttlichung Alexanders des Großen. Mittel zur Macht oder Glaube an die eigene Göttlichkeit?

Seminar Paper , 2001 , 11 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Katrin Eichhorn (Author)

World History - Early and Ancient History
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Alexander der Große - ein Mann, der es genoss, sich vergöttern zu lassen. Doch was war es, was ihn dazu bewegte, sich als Abgott oder gar als Gott verehren zu lassen?
War es politische Berechnung, hervorgerufen durch den Willen zur uneingeschränkten Macht, die ihn dazu trieb, dem Rest der Welt glauben machen zu wollen, er wäre heroischer oder göttlicher Abstammung? Oder war er selbst davon überzeugt, ein Gott zu sein?
Hierbei handelt es sich um Fragen zur Persönlichkeit Alexanders, eines Menschen, der die halbe (damals bekannte) Welt in zwölf Jahren erobert hat. War er ein Mensch eiskalter Berechnung oder heißblütigen Glaubens?
Zur Untersuchung dieser Aspekte sind zunächst die Quellen antiker Geschichtsschreiber heranzuziehen. Welche Hinweise geben sie zur Erörterung der Frage? Arrian, Plutarch, Curtius, Strabo und Athenaeus stellen hierbei die verwendeten Texte zur Beantwortung. Parallel zur Analyse der Quellen erfolgt die Untersuchung der Forschungsliteratur: Wie wird die Frage der Vergöttlichung Alexanders durch Wissenschaftler der Moderne bewertet?
In der Forschungsliteratur stellt dieses Problem eine viel behandelte Thematik dar. Der Forschungsstand umfasst im wesentlichen zwei unterschiedlichen Auffassungen.
Wolfgang Will, William Tarn und Helmut Berve vertreten die These der politischen Berechnung. Vor diesem Hintergrund sei jedes Handeln Alexanders auf das Interesse zurückzuführen, seine Macht mit höchstmöglicher Effizienz zu sichern.
Hans-Joachim Gehrke, Fritz Schachermayr und vor allem A. B. Bosworth sind im Gegensatz dazu Vertreter der Theorie, dass Alexander der Große in der Tat daran glaubte, von göttlicher Abstammung bzw. ein Gott zu sein.

Die vorliegende Arbeit ist chronologisch aufgebaut. Behandelt werden die wichtigen Ereignisse in der Herrschaft Alexanders, die ein Nachdenken über die Vergöttlichung dieses Mannes forcieren: familiäre Bedingungen in der Kindheit, der Zug zum Orakel des Ammon, der Versuch der Einführung der Proskynese, die Gleichsetzung mit dem Gott Dionysos und Alexanders Vorhaben, Eroberungen über den Indus hinaus zu tätigen.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. Die literarischen Quellen

2. Die Grundsteinlegung für Alexanders Selbstwahrnehmung

3. Was begab sich im Orakel des Ammon?

4. Die Einführung der Proskynese

5. Die Gleichsetzung mit Dionysos

6. Megalomanie

III. Schluss

IV. Bibliografie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale historische und psychologische Fragestellung, ob die Vergöttlichung Alexanders des Großen auf politischer Kalkulation basierte oder aus einer tiefen inneren Überzeugung seiner eigenen göttlichen Abstammung entsprang.

  • Analyse antiker literarischer Quellen zur Persönlichkeit Alexanders
  • Untersuchung der Bedeutung des Orakels von Ammon für Alexanders Selbstbild
  • Bewertung der Einführung der Proskynese als Akt politischer Macht oder religiöser Identifikation
  • Diskussion der Identifizierung Alexanders mit dem Gott Dionysos im Kontext des Indienfeldzuges

Auszug aus dem Buch

3. Was begab sich im Orakel des Ammon?

Das Orakel des Gottes Ammon, in der Wüste Siwah gelegen, hatte den Ruf, unfehlbar zu sein. Dies berichtete bereits Arrian. In der Tat kann man davon ausgehen, dass die Prophezeiungen des Ammon im Westen (also in Griechenland und Makedonien) durchaus auf Anerkennung und Glaubwürdigkeit stießen. Nicht nur das Wetteifern mit Herakles und Perseus schien Alexander dazu veranlasst haben, das Ammonorakel zu besuchen, sondern auch seine Vorstellung vom Gott selbst. Alexander habe nämlich Ammon als lokale, libysche Manifestation des Zeus angesehen.

Es ist nicht klar, ob und wie sich das Orakel Alexander gegenüber äußerte. Zu diesem Punkt überliefern die Quellen verschiedenes. Plutarch berichtet von mehreren möglichen Begebenheiten: Auf eine Frage Alexanders seinen Vater Philipp betreffend habe der Priester des Orakels ihn darauf hingewiesen, dass er keinen sterblichen Vater hätte. Außerdem weiß Plutarch zu berichten, dass auch ein kleines Missverständnis stattgefunden haben könnte. Bei der Begrüßung hätte der Priester das Wort paidion (Söhnchen) mit dem Wort paidios (Sohn des Zeus) verwechselt und somit das Gerücht verbreitet, Alexander sei ein Sohn Gottes.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in die Forschungsfrage hinsichtlich der Motivation hinter Alexanders Vergöttlichung und Vorstellung des Forschungsstandes.

II. Hauptteil: Detaillierte Betrachtung der antiken Quellen, der kindlichen Prägung, des Orakelbesuchs, der Proskynese, der Dionysos-Gleichsetzung und der Anzeichen von Megalomanie.

1. Die literarischen Quellen: Einordnung der wichtigsten antiken Geschichtsschreiber wie Arrian, Plutarch und Curtius hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit und Einstellung gegenüber Alexander.

2. Die Grundsteinlegung für Alexanders Selbstwahrnehmung: Analyse der heroischen Vorbilder wie Herakles als Fundament für Alexanders Verständnis seiner eigenen Abstammung.

3. Was begab sich im Orakel des Ammon?: Untersuchung der verschiedenen Quellenberichte zum Orakelbesuch und dessen Einfluss auf Alexanders göttliches Selbstverständnis.

4. Die Einführung der Proskynese: Erörterung der Schwierigkeiten bei der Einführung persischer Sitten und der Widerstände der makedonischen Gefolgschaft.

5. Die Gleichsetzung mit Dionysos: Analyse der Instrumentalisierung des Dionysos-Mythos während des Indienfeldzuges zur Festigung des Herrscheranspruchs.

6. Megalomanie: Betrachtung der Steigerung des Machtanspruchs und der Überforderung des rationalen Handels durch übersteigertes Selbstbewusstsein.

III. Schluss: Zusammenfassendes Ergebnis, dass die Vorstellung der eigenen Göttlichkeit maßgeblich für Alexanders Handeln und Herrschaftsstil war.

IV. Bibliografie: Auflistung der verwendeten Primärquellen sowie der modernen wissenschaftlichen Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Alexander der Große, Vergöttlichung, Gottessohnschaft, Ammon, Orakel, Proskynese, Dionysos, Herakles, Macht, Megalomanie, Antike Quellen, Selbstwahrnehmung, Identifikation, Makedonien, Persien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, ob Alexander der Große sich aktiv vergöttern ließ, um machtpolitische Ziele zu verfolgen, oder ob er tatsächlich an seine göttliche Abstammung glaubte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Quellenlage, familiäre Prägungen, religiöse Orte wie das Orakel von Ammon, sowie kulturelle Praktiken wie die Proskynese und den Dionysos-Kult.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, den Ursprung von Alexanders Vergöttlichung psychologisch und historisch zu ergründen und die Gegensätze in der modernen Forschung zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenkritische Analyse antiker Texte durchgeführt, die mit einem Vergleich aktueller Forschungsthesen kombiniert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil folgt einer chronologischen Abfolge von Ereignissen, die Alexanders Wandel und seine Selbstwahrnehmung beeinflusst haben, von der Kindheit bis hin zu den späteren Eroberungsplänen in Indien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Gottessohnschaft, Selbstwahrnehmung, Megalomanie und die Identifikation mit mythologischen Figuren.

Warum spielt das Orakel des Ammon eine so wichtige Rolle?

Das Orakel markiert einen Wendepunkt, da die dortigen Ereignisse nach Ansicht der Autorin eine tiefe innere Bestätigung für Alexanders Glauben an seine göttliche Natur lieferten.

Wie bewertet die Arbeit die Einführung der Proskynese?

Die Autorin interpretiert die Proskynese nicht nur als politisches Instrument, sondern als deutliches Indiz dafür, dass Alexander eine göttliche Verehrung von seinem Umfeld tatsächlich erwartete und einforderte.

Excerpt out of 11 pages  - scroll top

Details

Title
Die Vergöttlichung Alexanders des Großen. Mittel zur Macht oder Glaube an die eigene Göttlichkeit?
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Geschichtswissenschaften)
Course
Proseminar
Grade
1,7
Author
Katrin Eichhorn (Author)
Publication Year
2001
Pages
11
Catalog Number
V2600
ISBN (eBook)
9783638115667
Language
German
Tags
relevante antike Geschichtsschreiber Ammon-Orakel Proskynese Dionysos
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Eichhorn (Author), 2001, Die Vergöttlichung Alexanders des Großen. Mittel zur Macht oder Glaube an die eigene Göttlichkeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2600
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  11  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint