Seit Beginn des Schuljahres 2003/04 unterrichte ich den zweistündigen Sportkurs der Jahrgangsstufe 12 in den Bewegungsfeldern „Bewegung gymnastisch, rhythmisch und tänzerisch gestalten“ und „den Körper trainieren, die Fitness verbessern“ (vgl. HKM 2002, 8). Im ersten Halbjahr lag der Schwerpunkt mehr im gymnastischen und fitnessorientierten Bereich, nun steht der tänzerische im Vordergrund.
Insgesamt zeichnet sich die Gruppe durch ein sehr gutes Sozialverhalten und eine gute Kooperationsbereitschaft aus. Das Verhältnis der Schülerinnen untereinander wie auch zu mir kann als offen, persönlich und freundlich bezeichnet werden, was zu einer angenehmen und produktiven Unterrichtsatmosphäre beiträgt.
Mit Hilfe von Fragebögen und Gesprächen mit den Schülerinnen zu Beginn des Kurses konnte ich mir einen Überblick bezüglich der außerschulischen Sportaktivitäten sowie der Vorerfahrungen in den Bereichen Tanz, Gymnastik und Fitness verschaffen.
Da u.a. das sehr anspruchsvolle „freie Bewegen“ und die Improvisation in dem „Tanzprojekt: Die fabelhafte Welt der Amélie“ eine Rolle spielen, sei hier noch angemerkt, dass die Gruppe in dieser Hinsicht kaum Vorerfahrungen besitzt und ich aus diesem Grund eine sehr „behutsame“ und „gut dosierte“ Vorgehensweise gewählt habe (Näheres in Kap. 2 und 3).
Insgesamt agieren die Schülerinnen größtenteils sehr selbstständig und verantwortungsvoll, was eine induktive und offene Herangehensweise an die Unterrichtsinhalte und –methoden vereinfacht.
Abschließend lässt sich sagen, dass ich in dieser sympathischen Gruppe ausgesprochen gerne unterrichte und v.a. auch das offene und vertrauensvolle Verhältnis der Schülerinnen zu mir, das sich u.a. in Fragen und Vorschlägen äußert, zu schätzen weiß. Das relativ hohe Maß an Selbstständigkeit, Kreativität und Motivation bei einer heterogenen konditionellen sowie koordinativen Leistungsfähigkeit der Lerngruppe stellt eine Herausforderung an die Schülerinnen und Lehrkraft dar, die es in dem „Tanzprojekt: Die fabelhafte Welt der Amélie“ umzusetzen gilt.
Inhaltsverzeichnis
1. Beschreibung der pädagogischen Situation
2. Didaktisch-methodische Überlegungen zur Unterrichtsreihe
3. Didaktisch-methodische Überlegungen zur Unterrichtsstunde
4. Ausblick
5. Literatur
6. Anhang
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Erstellung eines theoretisch fundierten Unterrichtsentwurfs zur Umsetzung ausgewählter Filmsequenzen aus dem Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“ in eine tänzerische Gestaltung, wobei der Fokus auf kreativen Bewegungs- und Ausdrucksmöglichkeiten im Rahmen einer heterogenen Sport-Lerngruppe liegt.
- Integration von Filmmusik und Filmsequenzen als Impulse für kreative Tanzgestaltungen.
- Förderung der Selbstständigkeit und Sozialkompetenz durch Gruppenarbeit und Eigenverantwortung.
- Didaktische Verbindung von Bewegungsimitation und freier Bewegungsimprovisation.
- Methoden des Darstellenden Spiels und der Pantomime zur Umsetzung filmischer Inhalte.
- Berücksichtigung individueller Leistungsniveaus durch differenzierte Aufgabenstellungen.
Auszug aus dem Buch
3. Didaktisch-methodische Überlegungen zur Unterrichtsstunde
Die zentrale Aufgabe der Stunde besteht darin, eine kurze Sequenz des Filmes „Die fabelhafte Welt der Amélie“ in Bewegung umzusetzen. Bei diesem „Transformationsprozess“ (FRITSCH 1999, 291) wird der Filmausschnitt als Impuls für eine kreative Bewegungsgestaltung genutzt. Es geht hier nicht um eine umfassende Interpretation und Filmanalyse aus künstlerischen, literarischen oder filmästhetischen Gesichtspunkten oder um eine Perfektion von Tanztechniken, sondern um elementare Möglichkeiten des Experimentierens, Ausdrückens und Gestaltens (vgl. Kap. 2 und FRITSCH 1999, 289).
In der heutigen Doppelstunde findet unmittelbar vor der Examensstunde ein allgemeines körperliches Aufwärmen statt, das zudem die Funktion des Einfühlens in die Musik („La Valse d’Amélie“; Orchesterversion) und des Lösens von eventuellen Bewegungshemmungen hat. Durch einfache Bewegungsaufgaben werden die Schülerinnen spielerisch animiert miteinander in Kontakt zu treten und den Raum auszunutzen. Außerdem erfahren sie eine Einstimmung auf den Hauptteil der folgenden Stunde, in dem es um selbstständiges kreatives Arbeiten sowie das Suchen und Ausprobieren von unterschiedlichen Bewegungs- und Ausdrucksmöglichkeiten des Körpers geht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Beschreibung der pädagogischen Situation: Analyse der Lerngruppe hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit, Vorerfahrungen und Gruppendynamik unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen des Sportunterrichts.
2. Didaktisch-methodische Überlegungen zur Unterrichtsreihe: Begründung der Themenwahl sowie Einordnung der Reihe in den Lehrplan und die ästhetische Erziehung unter Einsatz des Mediums Film.
3. Didaktisch-methodische Überlegungen zur Unterrichtsstunde: Konkrete Planung der Umsetzungsphase der ausgewählten Filmsequenzen mittels Laptops und Gruppenarbeit zur kreativen Bewegungsgestaltung.
4. Ausblick: Darstellung der geplanten Weiterführung der Choreografie und der Integration des heute Erarbeiteten in das Gesamtkonzept des Tanzprojekts.
5. Literatur: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Medien zur Untermauerung der didaktischen Konzeption.
6. Anhang: Bereitstellung ergänzender Materialien und Hilfsmittel zur Unterstützung der Unterrichtsgestaltung.
Schlüsselwörter
Sportunterricht, Tanzprojekt, Bewegungsgestaltung, Amélie, Improvisation, Imitation, Filmanalyse, Sportdidaktik, Kreativität, Gruppenarbeit, ästhetische Erziehung, Choreografie, Darstellendes Spiel, Lerngruppenheterogenität, Bewegungsrepertoire.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und methodischen Planung einer Unterrichtsreihe für den Sportunterricht der gymnasialen Oberstufe, in der der Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“ als Inspiration für tänzerische Gestaltungen dient.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die tänzerische Umsetzung filmischer Motive, die Verbindung von Improvisation und Imitation sowie die Förderung ästhetischer Erziehung durch Bewegung.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Das Ziel ist es, den Schülerinnen durch die Arbeit mit digitalen Medien und gezielten Aufgabenstellungen zu ermöglichen, eine kurze Filmsequenz in einen ca. 45-sekündigen Bewegungsabschnitt zu transformieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine induktive Herangehensweise, bei der die Schülerinnen durch eigenständiges Experimentieren und kreatives Handeln in Kleingruppen ihre eigene Bewegungssprache entwickeln.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der pädagogischen Situation, die didaktische Begründung der Reihe sowie die detaillierte Planung der spezifischen Unterrichtsstunde und deren Ausblick.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist charakterisiert durch Begriffe wie Sportunterricht, Bewegungsgestaltung, Improvisation, Kreativität und ästhetische Erziehung.
Warum werden Laptops im Sportunterricht eingesetzt?
Die Laptops dienen als Werkzeug, um den Schülerinnen eine präzise Analyse und wiederholte Ansicht der relevanten Filmszenen zu ermöglichen, ohne auf klassische Fernseher und Videorekorder angewiesen zu sein.
Wie wird mit der Heterogenität der Lerngruppe umgegangen?
Die Autorin nutzt differenzierte Aufgabenstellungen und berät die Gruppen situativ, um sowohl leistungsschwächeren als auch leistungsstarken Schülerinnen gerecht zu werden und die individuelle Kreativität nicht einzuschränken.
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- Verena Maras (Author), 2004, Die fabelhafte Welt der Amelie - Die Umsetzung ausgewählter Filmsequenzen in Bewegung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26016