Aerobic mit Handgeräten - Einführung in Aerobic mit einem Gymnastikball


Unterrichtsentwurf, 2003

13 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Beschreibung der pädagogischen Situation

2. Didaktisch-methodische Überlegungen zur Unterrichtsreihe

3. Didaktisch-methodische Überlegungen zur Unterrichtsstunde

4. Ausblick

5. Literatur

6. Anhang

1. Beschreibung der pädagogischen Situation

Seit Beginn des Schuljahres 2003/04 unterrichte ich den zweistündigen Sportkurs der Jahrgangsstufe 12 in den Bewegungsfeldern „Bewegung gymnastisch, rhythmisch und tänzerisch gestalten“ und „den Körper trainieren, die Fitness verbessern“. Der Unterricht findet freitags in der 8. und 9. Stunde in der Halle A der Herderschule statt. Dem Kurs steht die gesamte Halle zur Verfügung[1]. Für die Aerobiceinheit sind ausreichend Handgeräte[2], eine Musikanlage sowie kleine Matten vorhanden die für das Floorwork[3] und die Entspannungsphasen am Ende der Stunde genutzt werden können.

Der Kurs besteht aus 21 Schülerinnen. Davon sind mir fünf Schülerinnen bereits aus dem vergangenen Schuljahr bekannt[4] und zwei Schülerinnen fehlen krankheits-/verletzungsbedingt schon seit Beginn des Kurses.

Mit Hilfe von Fragebögen und Gesprächen mit den Schülerinnen zu Beginn des Kurses konnte ich mir einen Überblick bezüglich der außerschulischen Sportaktivitäten sowie der Vorerfahrungen in den Bereichen Fitness, Gymnastik und Tanz verschaffen. Fünf Schülerinnen gehen regelmäßig (1-2 mal die Woche) ins Fitnessstudio und zwei gelegentlich. Dies zeigt sich im Unterricht v.a. dadurch, dass genau diese Schülerinnen (S., M., L., D., A. und P.) beim Einüben von Bewegungskombinationen meist in der ersten Reihe zu finden sind, beim Präsentieren gerne und gekonnt die Führung übernehmen und häufig als „Vortänzerinnen“ oder „‑zählerinnen“ fungieren. Auch C. gab an, regelmäßig an Aerobic-Kursen teilzunehmen, doch scheint sie im Vergleich zu den eben genannten Schülerinnen eher schüchtern und nicht so selbstbewusst zu sein. D. tanzt seit 12 Jahren aktiv in einer Tanzgruppe und ist auch selbst Tanzleiterin. Dies kommt dem gesamten Kurs zu Gute, da sie sich vorbildhaft in den Unterricht einbringt. Sie hilft sehr häufig den etwas schwächeren Schülerinnen und hat stets gute und kreative Ideen sowie Verbesserungsvorschläge. Sechs meiner Schülerinnen haben langjährige Balletterfahrungen. Auf Grund ihrer Vorerfahrungen in den Bereichen Fitness, Tanz und Gymnastik fällt es den bis hierhin beschriebenen Schülerinnen leichter rhythmische Strukturen von Musikstücken zu erfassen und in Bewegung um zu setzten, vorgegebene Schritt- und Armkombinationen auszuführen und sich auch bei kreativen Bewegungsaufgaben konstruktiv einzubringen.

Acht Schülerinnen haben keinerlei Vorerfahrung aus dem Fitness-Bereich. Davon sind V., H. und S. hinsichtlich der motorischen Leistungsfähigkeit und rhythmischen Fertigkeiten im leistungsschwächeren Bereich anzusiedeln. Sie „verstecken“ sich beim Einüben von Bewegungskombinationen meistens in den hinteren Reihen und sind froh, wenn bei Gruppenarbeiten Schülerinnen dabei sind, die die Initiative ergreifen und ihnen helfend zur Seite stehen. Ich nutze Formationsänderungen[5], um die Aufstellungen der Schülerinnen so zu variieren, dass jede von ihnen einmal in der ersten Reihe steht. Aber ich gehe mit dieser Methode auch sehr differenziert[6] um, denn ich habe bemerkt, dass es V. und H. sehr unangenehm ist und sie verunsichert reagieren, wenn sie sich räumlich vor ihren Mitschülerinnen bewegen müssen und es ist mir sehr wichtig, dass die Schülerinnen sich in dem Kurs wohlfühlen und nicht unnötig „bloßgestellt“ werden. Auch K., M., C., J. und A. gaben in den Fragebögen an, dass sie noch keine Fitness-Erfahrungen haben. Sie zeigen sich jedoch sehr motiviert und lernbereit und haben in den letzten Stunden bereits einen deutlichen Leistungsfortschritt erzielt. C. und A. haben in der vorletzten Stunde sogar die Präsentation ihrer Gruppenarbeiten übernommen und angezählt, was gerade für Aerobic-Anfängerinnen enorm anspruchsvoll ist.

Wie die Analyse der Lerngruppe zeigt, handelt es sich hinsichtlich der motorischen Leistungsfähigkeit und der technischen und rhythmischen Fertigkeiten um eine heterogene Lerngruppe, die im Unterricht differenzierte Lerngelegenheiten und ‑zugänge benötigt. Durch verschiedene didaktisch-methodische Vorgehensweisen, wie z.B. der Arbeit in arbeitsteiligen Kleingruppen und im Stationsbetrieb, mit Auftragskarten oder –postern mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen und Schwierigkeitsstufen, der Einübung und Präsentation von Bewegungskombinationen auf unterschiedliche Musikgeschwindigkeiten etc., versuche ich dem individuellen Leistungsstand der einzelnen Schülerinnen gerecht zu werden. (Näheres dazu folgt in Kap. 2 und 3).

Insgesamt zeichnet sich die Lerngruppe durch eine hohe Motivation und Selbständigkeit und ein gutes Sozialverhalten aus. So werden beispielsweise selbständig Inhalte nachgearbeitet.[7] Während Gesprächsphasen ist der Kurs aufmerksam und in der Lage, konstruktiv Ideen zu entwickeln, Bewegungsabläufe zu erkennen und zu verbalisieren und Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten. Es herrscht eine sehr freundliche und produktive Unterrichtsatmosphäre und alle Schülerinnen bringen eine gute Lernbereitschaft mit, so dass auch in Partner- und Gruppenarbeit engagiert geübt wird, wobei sich die Schülerinnen austauschen und unterstützen. Zwischen den Schülerinnen und mir besteht ein angenehmes und offenes Verhältnis und ich unterrichte sehr gerne in diesem Kurs.

[...]


[1] Ich lasse meistens einen der beiden Vorhänge herunter, sodass der Unterricht in zwei Dritteln der Halle stattfindet. Dadurch habe ich bei Gruppenarbeiten einen besseren Überblick und die Kommunikation zwischen den Schülerinnen und den Schülerinnen und mir ist effektiver und angenehmer. Außerdem muss ich die Musikanlage nicht so laut aufdrehen.

[2] Fitnessspezifische Geräte wie kleine Hanteln, Thera-Bänder oder Rope-Skippings gehören nicht zur Ausstattung der Schule – aber „klassische Handgeräte“ wie z.B. Bälle, Stäbe, Keulen, Reifen, Seile und Bänder sind in ausreichender Zahl vorhanden.

[3] Kräftigungs- und Dehnungsübungen am Boden

[4] Melanie aus meinem Gymnastik-/Tanzkurs und Eva, Kathrin, Yasmina und Viktoria aus meinem Biologiekurs.

[5] Wechsel auf die andere Seite der Gruppe beim Vormachen, Schrittkombinationen mit viertel und halben Drehungen, Rotationen/Platzwechsel innerhalb der Gruppe etc.

[6] d.h. ich entscheide situations-, leistungs- und inhaltsabhängig ob eine Formationsänderung angebracht ist.

[7] Z.B. hatten die Schülerinnen im Unterricht eine Aerobic-Schrittkombination erarbeitet. In der darauf folgenden Stunde sollte diese Kombination mit dem Handgerät Stab erweitert werden. Vor dem eigentlichen Stundenbeginn brachten Dagmar und Lina den Schülerinnen, die in der vorherigen Stunde gefehlt hatten, die Schrittkombination selbständig bei.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Aerobic mit Handgeräten - Einführung in Aerobic mit einem Gymnastikball
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2003
Seiten
13
Katalognummer
V26017
ISBN (eBook)
9783638284837
ISBN (Buch)
9783640147274
Dateigröße
525 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Gestaltung einer Bewegungskombination in einer Kleingruppe mit anschließender Präsentation in der Beobachtungskriterien erarbeitet werden
Schlagworte
Aerobic, Handgeräten, Einführung, Aerobic, Gymnastikball
Arbeit zitieren
Verena Maras (Autor), 2003, Aerobic mit Handgeräten - Einführung in Aerobic mit einem Gymnastikball, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26017

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