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Regionale Disparitäten in der Europäischen Union: Ursachen und Konsequenzen

Title: Regionale Disparitäten in der Europäischen Union:  Ursachen und Konsequenzen

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 31 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Markus Lueske (Author)

Geography / Earth Science - Regional Geography
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Summary Excerpt Details

In den letzten Jahrzehnten wurde in Europa durch die Entstehung und Entwicklung der EU
(Der Einfachheit halber wird im folgenden immer von der EU gesprochen, auch wenn auf
eine der vorangehenden Bezeichnungen und Formen, z.B. EG Bezug genommen wird) ein
tiefgreifender horizontaler und vertikaler Integrationsprozess in Gang gesetzt. Zum einen
kam es im Zeitverlauf zu einer sukzessiven Erweiterung der Europäischen Union und
damit zu einer Expansion auf räumlicher Ebene (horizontale Integration). Zum anderen vollzog sich ein vertikaler Integrationsprozess, der vor allem durch die Vollendung des
gemeinsamen Binnenmarktes und die Schaffung einer Wirtschafts- und Währungsunion
gekennzeichnet ist.
Dieser Prozess ermöglicht eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums in der EU und
eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des EU-Raumes auf dem Weltmarkt. Aufgrund
der unterschiedlichen räumlichen Gegebenheiten und historischen Entwicklungen in den
einzelnen Regionen der EU fällt der Anteil an diesen Integrationsgewinnen in den
einzelnen Regionen sehr unterschiedlich aus. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage
nach der Entwicklung der regionalen Disparitäten immer mehr an Bedeutung.
Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die Bedeutung, Entwicklung und
Implikationen räumlicher Disparitäten in der EU zu geben. Beginnend mit methodischen
Vorbemerkungen zur europäischen Regionalstatistik, werden im darauffolgenden Kapitel
die Entwicklung und aktuelle Ausprägung regionaler Disparitäten in der EU anhand der
Indikatoren Bevölkerungsverteilung, Wirtschaftskraft und Beschäftigung beschrieben und
analysiert.
Kapitel 4 stellt Erklärungsansätze vor; dabei wird zwischen Modellen der
Raumentwicklung (induktives Vorgehen) und formalen Theorien (deduktives Vorgehen)
unterschieden, bevor im Anschluss daran drei Beispiele der regionalen Entwicklung
innerhalb der EU vorgestellt werden.
Die Ziele und Instrumente der Regionalpolitik sind Inhalt des Kapitels 6; hier wird
besonders auf die aktuelle Reform Bezug genommen und anschließend die
Regionalpolitik der EU kritisch betrachtet unter wirtschaftspolitischen, politischen und
pragmatisch-technokratischen Gesichtspunkten.
Das Potenzial der neuen Mitgliedstaaten und die Auswirkungen der Erweiterung auf die
regionalen Disparitäten werden abschließend thematisiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen der europäischen Regionalstatistik

3 Regionale Disparitäten in der Europäischen Union

3.1 Bevölkerung

3.1.1 Verteilung der Bevölkerung im Raum

3.1.2 Natürliche Bevölkerungsentwicklung und Mobilität

3.2 Wirtschaftskraft

3.3 Beschäftigung und Arbeitslosigkeit

3.4. Schlüsselprozesse des Strukturwandels

4 Theoretische Erklärungsansätze

4.1 Modelle der räumlichen Entwicklung

4.2 Formale Ansätze

4.2.1 Theorie der langen Wellen

4.2.2 Polarization-Reversal-Hypothese

4.2.3 Produktzyklus-Hypothese

5 Beispiele der regionalen Entwicklung in der EU

5.1 Altindustrieregion: das Ruhrgebiet

5.2 Technopole im Languedoc-Roussillon: Montpellier

5.3 Industriedistrikte im Dritten Italien

6 Raumordnung und Regionalpolitik

6.1 Raumordnung in Europa

6.2 Regionalpolitik der EU

6.3 Kritik

7 EU-Erweiterung

8 Zukunftsperspektiven

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung, Entwicklung und Implikationen regionaler Disparitäten innerhalb der Europäischen Union. Ziel ist es, die Ursachen für das räumliche Ungleichgewicht unter Berücksichtigung methodischer Grundlagen sowie theoretischer Erklärungsmodelle zu analysieren und die Rolle der EU-Regionalpolitik im Kontext vergangener und zukünftiger Erweiterungsprozesse kritisch zu bewerten.

  • Regionale Differenzierung und Disparitäten in der EU
  • Demographische Entwicklungen und Wirtschaftskraft als Indikatoren
  • Theoretische Modelle räumlicher Entwicklung und Strukturwandel
  • Instrumente und Reformen der EU-Regionalpolitik
  • Auswirkungen der EU-Osterweiterung auf das regionale Gefälle

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Verteilung der Bevölkerung im Raum

Bereits die ungleiche räumliche Verteilung der Bevölkerung in Europa ist eine wichtige Determinante der disparaten ökonomischen Entwicklung. Sie ist gekennzeichnet durch den Gegensatz zwischen einer hohen Bevölkerungskonzentration in Mittel- und Nordwesteuropa und einer sehr geringen Bevölkerungsdichte in vielen Regionen Süd- und Nordeuropas.

Während die Bevölkerungsdichte in der nordwesteuropäischen Megalopolis (Süd-England, Benelux-Staaten, Rhein-Ruhrgebiet) sowie in den Regionen um die großen europäischen Metropolen über 500 Ew./qkm liegt, erreichen viele Regionen Nord- und Südeuropas lediglich Werte unter 50 Ew./qkm.

Zudem weisen die einzelnen Länder sehr unterschiedliche Muster der Bevölkerungsverteilung auf. Besonders im Fall der iberischen Halbinsel, aber ansatzweise auch in Italien zeigt sich eine Konzentration der Bevölkerung auf die küstennahen Räume. Neben den Hauptstädten wie Rom und Madrid treten die Regionen um die großen Hafenstädte wie Neapel, Genua, Barcelona, Valencia, Lissabon oder Porto hervor.

In Frankreich ist deutlich die hervorgehobene Stellung der Ile de France gegenüber der Provinz zu erkennen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den Integrationsprozess der EU und leitet die Relevanz der Untersuchung regionaler Disparitäten für den wirtschaftlichen Zusammenhalt ab.

2 Grundlagen der europäischen Regionalstatistik: Dieses Kapitel behandelt die methodischen Herausforderungen bei der Datenerhebung und begründet die Verwendung der NUTS-Klassifikation als Grundlage für den Gebietsvergleich.

3 Regionale Disparitäten in der Europäischen Union: Hier werden zentrale Indikatoren wie Bevölkerungsverteilung, Wirtschaftskraft und Beschäftigung analysiert, um die räumlichen Ungleichgewichte in der EU aufzuzeigen.

4 Theoretische Erklärungsansätze: Es werden verschiedene Modelle der Raumentwicklung und formale Theorien gegenübergestellt, um den ökonomischen Strukturwandel wissenschaftlich zu begründen.

5 Beispiele der regionalen Entwicklung in der EU: Anhand von Fallstudien (Ruhrgebiet, Montpellier, Drittes Italien) werden spezifische Entwicklungsstrategien und deren Erfolge oder Probleme verdeutreiben.

6 Raumordnung und Regionalpolitik: Dieses Kapitel kritisiert die Instrumente der EU-Regionalpolitik und diskutiert den Mangel an einer eigenständigen europäischen Raumordnungspolitik.

7 EU-Erweiterung: Es wird analysiert, wie die Osterweiterung die regionalen Disparitäten durch ein starkes Gefälle zwischen alten und neuen Mitgliedstaaten verschärft.

8 Zukunftsperspektiven: Das Kapitel schließt mit einer Betrachtung der Herausforderungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und stellt das Europäische Raumentwicklungskonzept (EUREK) als Referenzrahmen vor.

Schlüsselwörter

Regionale Disparitäten, Europäische Union, Strukturwandel, NUTS-Klassifikation, Wirtschaftskraft, demographische Entwicklung, Regionalpolitik, Deindustrialisierung, Reindustrialisierung, Industriedistrikte, EU-Osterweiterung, Standortfaktoren, Kohäsionsfonds, Agglomerationsvorteile, Raumentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ursachen und Konsequenzen regionaler Disparitäten innerhalb der Europäischen Union und untersucht, wie wirtschaftliche Entwicklungsunterschiede den Zusammenhalt der EU beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf Bevölkerungsverteilung, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, den sektoralen Strukturwandel sowie die Wirksamkeit und Kritik der europäischen Regionalpolitik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, einen Überblick über die Bedeutung räumlicher Disparitäten zu geben und durch die Analyse von Theorien und Praxisbeispielen aufzuzeigen, wie politisches Handeln auf diese Disparitäten reagiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt ein induktives Vorgehen durch die Auswertung statistischer Regionaldaten (NUTS) sowie ein deduktives Vorgehen durch die Anwendung theoretischer Erklärungsmodelle auf europäische Raumbeispiele.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Erklärungsansätze für regionale Ungleichgewichte, stellt konkrete Beispiele wie das Ruhrgebiet oder das "Dritte Italien" vor und diskutiert die Reform der EU-Regionalpolitik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind regionale Disparitäten, Strukturwandel, EU-Erweiterung, Standortfaktoren und die verschiedenen Modelle der Raumentwicklung.

Warum ist die NUTS-Systematik für die Analyse entscheidend?

Sie dient als notwendiger, wenn auch diskussionswürdiger Standard, um statistische Vergleichbarkeit zwischen den administrativen Gebietseinheiten der verschiedenen EU-Staaten herzustellen.

Welche Bedeutung hat das "Dritte Italien" für die Theoriebildung?

Es dient als Beispiel für eine erfolgreiche regionale Entwicklung durch kleine und mittlere Unternehmen in spezialisierten Industriedistrikten, die sich dem klassischen Zentrum-Peripherie-Schema entziehen.

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Details

Title
Regionale Disparitäten in der Europäischen Union: Ursachen und Konsequenzen
College
University of Mannheim  (Geographisches Institut)
Grade
1,5
Author
Markus Lueske (Author)
Publication Year
2003
Pages
31
Catalog Number
V26032
ISBN (eBook)
9783638284936
ISBN (Book)
9783656526674
Language
German
Tags
Regionale Disparitäten Europäischen Union Ursachen Konsequenzen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Lueske (Author), 2003, Regionale Disparitäten in der Europäischen Union: Ursachen und Konsequenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26032
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