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Downs' "Ökonomische Theorie der Demokratie" - eine interne und externe Bewertung

Titel: Downs' "Ökonomische Theorie der Demokratie" - eine interne und externe Bewertung

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2004 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Florian Jung (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

An zumindest einer Stelle, meist zu Beginn der Einleitung, stimmen nahezu alle einschlägigen
Texte der Sekundärliteratur zur Person Anthony Downs und seinem bedeutendsten Werk
der „Ökonomischen Theorie der Demokratie“ überein: letzteres sei „ein großer Wurf“1, ja
sogar ein unbestrittener Klassiker der politischen Theorie.2 Für einen kritischen Studenten der politischen Wissenschaften erscheint es beinahe als akademische Pflicht, diese Bewertung eines der Öffentlichkeit weitgehend unbekannten Werkes
einmal gründlich zu prüfen. Hierbei sind allgemein zwei Verfahrensweisen denkbar - die interne
und die externe Bewertung einer Theorie. Erstere verwendet als Wertmaßstab die dem Werk zugrunde liegende Aufgabenstellung, sofern
sich diese ermitteln lässt. Die beiden entscheidenden Leitfragen dieser Methode sind:
Welchen Anspruch erhebt der Autor an sein Werk, und wird er diesem in nachvollziehbarer
Weise gerecht? Die externe Bewertung setzt, abstrakt gesprochen, eine Ebene über der internen
an, indem sie beliebige, werksfremde Maßstäbe anlegt und der Frage nachgeht, welche
Leistung diese Theorie erbringt, respektive welche sie erbringen kann. Aufgrund des nicht zu lösenden Problems, welche Form der Bewertung der anderen vorzuziehen ist, möchte sich die vorliegende Arbeit beiden Aufgabenstellungen widmen. Hierbei
soll quasi induktiv von der spezielleren internen Wertung zu der abstrakteren externen übergegangen
werden. Da für erstere zahlreiche Ausführungen getroffen werden müssen, beruht
der Schwerpunkt der Arbeit eindeutig auf diesem Teil. Entlang der oben formulierten Leitfrage
soll zunächst das dem Werk zugrunde liegende Ziel und der Weg zur Erreichung desselben
kritisch dargestellt werden, bevor die interne Bewertung ein ausführliches Urteil liefert.
Die abschließende externe Bewertung soll sich schließlich kurz mit den wesentlichen
Kritikpunkten an der „Ökonomischen Theorie der Demokratie“ auseinandersetzen und versuchen,
die Bedeutung des Werkes einzuordnen, um so den zu Beginn der Einleitung eröffneten
Kreis zu schließen. 1 Schmidt, Demokratietheorien – Eine Einführung, S. 146 2 Behnke, Die politischen Theorie des Rational Choice, S. 434

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. ZIELSETZUNG

2. SPIELTHEORETISCHE RAHMENBEDINGUNGEN

a) Elementarprinzip

b) Grundbegriffe

c) Menschenbild

d) Grundannahmen

3. SPIELSITUATIONEN UND SPIELAUSGÄNGE

a) Mehrheitsprinzip (Situation I)

b) Koalition von Minderheiten (Situation II)

c) Arrow-Problem (Situation III)

4. INTERNE BEWERTUNG

a) Bewertungsprobleme

b) Mittel der Zielerreichung

c) Erkenntnisse und Konsequenzen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert Anthony Downs’ „Ökonomische Theorie der Demokratie“ mittels einer internen und externen Bewertung, um den Anspruch und die Realitätsnähe des Werkes zu prüfen und dessen Bedeutung für die moderne Demokratietheorie einzuordnen.

  • Spieltheoretische Modellierung demokratischer Prozesse
  • Die Rolle des Rationalitäts- und Eigennutz-Axioms
  • Analyse von Mehrheitsprinzip und Minderheitenkoalitionen
  • Kritische Würdigung der Übertragbarkeit ökonomischer Marktmodelle auf die Politik

Auszug aus dem Buch

c) Menschenbild

Das nachfolgend dargestellte Verhalten der um die politische Macht konkurrierenden Parteien kann erst kritisch durchdacht werden, wenn neben den zentralen Begriffen und dem Grundprinzip der Theorie auch das ihr zugrunde liegende Menschenbild erläutert worden ist. Zwar sind dann politische Kollektive und nicht einzelne Menschen Gegenstand der Betrachtung, doch scheinbar verliert der Mensch das Sein nicht in der Masse. Soll heißen: Downs überträgt die von ihm im Individuum vermuteten Wirkprinzipien in ihrer relativen Stärke einfach, ohne Bedenken auf menschliche Gemeinschaften.

Der Mensch der Downs’schen Modellwelt wird von zwei wesentlichen Motiven geleitet. Zum einen handeln alle auftretenden Akteure, einschließlich Wählern, politischen Parteien und Regierungen, rational in dem Sinne, dass sie für jede Entscheidungsmöglichkeit eine Rangordnung der Präferenzen besitzen, welche in sich nicht widersprüchlich, vollständig und eindeutig sein muss, und nach derer sie stets die Entscheidung ersten Ranges treffen. Dieser Rationalitätsbegriff ist eine streng dynamische Kategorie, die sich scheinbar völlig wertfrei alleine auf den Handlungsprozess bezieht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. ZIELSETZUNG: Downs' Zielsetzung der Aufstellung generalisierter Verhaltensregeln für demokratische Regierungen wird kritisch hinterfragt.

2. SPIELTHEORETISCHE RAHMENBEDINGUNGEN: Es werden das Elementarprinzip, zentrale Begriffe, das zugrunde liegende Menschenbild sowie die spieltheoretischen Grundannahmen des Modells erläutert.

3. SPIELSITUATIONEN UND SPIELAUSGÄNGE: Die Anwendung des Modells auf drei Situationen – Mehrheitsprinzip, Minderheitenkoalitionen und das Arrow-Problem – wird hinsichtlich ihrer Logik und Konstruiertheit analysiert.

4. INTERNE BEWERTUNG: Eine kritische Auseinandersetzung mit der methodischen Umsetzung, den Bewertungsproblemen und den Erkenntnissen aus der spieltheoretischen Modellierung.

Schlüsselwörter

Ökonomische Theorie der Demokratie, Anthony Downs, Rational Choice, Spieltheorie, Politische Ökonomie, Demokratieverständnis, Nutzenmaximierung, Eigennutz-Axiom, Mehrheitsprinzip, Minderheitenkoalition, Arrow-Problem, Politische Akteure, Modellwelt, Demokratietheorie, Politische Ideologien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch das Werk von Anthony Downs zur ökonomischen Theorie der Demokratie durch eine interne und externe Bewertung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen spieltheoretische Rahmenbedingungen, das rational-egoistische Menschenbild sowie die Stabilität demokratischer Systeme unter ökonomischen Annahmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu prüfen, ob Downs mit seinem Ansatz tatsächlich realistische und generalisierte Verhaltensregeln für demokratische Regierungen formulieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine methodische Aufarbeitung der spieltheoretischen Gedankenführung, ergänzt um eine kritische interne und externe Distanzierung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die spieltheoretischen Grundannahmen, verschiedene Spielsituationen (Mehrheitsprinzip, Koalitionen, Arrow-Problem) und die methodische Konsistenz des Modells.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Rational Choice, Nutzenmaximierung, Eigennutz-Axiom, Politische Ökonomie und die spieltheoretische Modellierung der Demokratie.

Warum kritisiert der Autor die Verwendung des Arrow-Problems bei Downs?

Der Autor bemängelt, dass Downs das Arrow-Problem inhaltlich übernimmt, ohne dass es zwingend zur logischen Stringenz seines Modells beitragen würde, was den Gesamtzusammenhang konstruiert wirken lässt.

Was ist das Hauptargument gegen die Anwendbarkeit der Theorie auf die Realität?

Die Arbeit argumentiert, dass die Theorie auf unrealistischen Prämissen (wie vollkommener Information und reinem Egoismus) beruht, was die Tatsächlichkeit und den Nutzwert der abgeleiteten Regeln einschränkt.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Downs' "Ökonomische Theorie der Demokratie" - eine interne und externe Bewertung
Hochschule
Universität Passau  (Lehrstuhl für Politische Theorie)
Veranstaltung
Hauptseminar
Note
1,3
Autor
Florian Jung (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
21
Katalognummer
V26131
ISBN (eBook)
9783638285568
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Downs Theorie Demokratie Bewertung Hauptseminar
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Florian Jung (Autor:in), 2004, Downs' "Ökonomische Theorie der Demokratie" - eine interne und externe Bewertung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26131
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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