Parallele Forschung zum Widerstand in Ost und West anhand von ausgewählten Abhandlungen von u.a. Hans Rothfels, Hans Mommsen zwischen 1945 und heute
Inhaltsverzeichnis
- A Einleitung
- B
- 1 Die Situation nach Ende des 2. Weltkrieges
- 1.1. Die Epoche der Mitlebenden - Zeugen berichten
- 1.2. Selektive Geschichtsbetrachtung in SBZ und DDR
- 2 Perspektivenwechsel
- 2.1. In der Bundesrepublik wird Kritik laut
- 2.2. Erbe und Tradition in der DDR
- 3 Die nächste Generation setzt neue Maßstäbe
- 3.1. Begriffsentwicklung und Milieustudien
- 3.2. Ostdeutsche ,,Koalition der Vernunft"
- 1 Die Situation nach Ende des 2. Weltkrieges
- C Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht die unterschiedlichen Aufarbeitungen der Widerstandsgeschichte in der Bundesrepublik und der DDR seit 1945. Sie verfolgt das Ziel, die Entwicklung der Sichtweisen von Historikern in beiden deutschen Staaten im Laufe der Zeit aufzuzeigen und die Einflüsse der jeweiligen politischen Kontexte auf die Geschichtswissenschaft zu beleuchten.
- Die Rolle des Widerstands im Kontext der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in beiden deutschen Staaten
- Die Herausforderungen der Historiographie im Umgang mit der NS-Vergangenheit und dem Widerstand
- Die Entwicklung des Geschichtsbildes vom Widerstand im Laufe der Zeit in Ost und West
- Die unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen und Interpretationen in der Widerstandsforschung der BRD und der DDR
- Die Bedeutung der „Mitlebenden“ als primäre Quelle für die Frühphase der Widerstandsforschung
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet die Situation nach dem Zweiten Weltkrieg, die durch eine Verdrängung des Widerstands geprägt war. Die Alliierten zeigten wenig Interesse an einer Erinnerung an ein "anderes Deutschland", während die propagandistischen Argumente der Nationalsozialisten noch präsent waren. Dennoch setzten die Überlebenden von Konzentrationslagern und Familien von Widerstandskämpfern die erste Erinnerungskultur in Gang, die jedoch auf breite Ablehnung in der Bevölkerung stieß. Die ersten geschichtswissenschaftlichen Arbeiten zum Widerstand entstanden in dieser Zeit, vor allem durch Historiker, die die NS-Herrschaft selbst miterlebt hatten und die oft mit Widerstandskämpfern verbunden waren.
Das zweite Kapitel betrachtet den Perspektivenwechsel, der in der Bundesrepublik und der DDR ab den späten 1940er Jahren erfolgte. In der Bundesrepublik nahm die Kritik am Widerstand zu, während in der DDR das Erbe des antifaschistischen Widerstands stark betont wurde. Beide Staaten nutzten die Geschichte des Widerstands für ihre jeweiligen politischen Ziele.
Das dritte Kapitel fokussiert auf die nächste Generation von Historikern, die ab den 1960er Jahren eine neue Sichtweise auf den Widerstand einnahm. In diesem Kapitel werden die Entwicklung des Forschungsfeldes und die unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen in Ost und West untersucht. Die Bedeutung der „Koalition der Vernunft“ im Osten wird ebenfalls beleuchtet.
Schlüsselwörter
Widerstandsforschung, deutsche Geschichtsschreibung, Bundesrepublik Deutschland, DDR, Nationalsozialismus, Widerstandsgruppen, Historiographie, politische Kontexte, Mitlebenden, NS-Vergangenheit, „Koalition der Vernunft“, Begriffsentwicklung, Milieustudien
Häufig gestellte Fragen
Wie unterschied sich die Widerstandsforschung in der BRD und der DDR?
In der DDR wurde primär der kommunistische, antifaschistische Widerstand als Staatsdoktrin betont, während in der frühen BRD der Widerstand oft eher verdrängt oder sehr selektiv (z.B. 20. Juli) betrachtet wurde.
Welche Rolle spielten die "Mitlebenden" in der Forschung?
In der Nachkriegszeit waren Historiker oft selbst Zeitzeugen oder mit Widerstandskämpfern verbunden, was die Forschung einerseits authentisch machte, aber auch zu einer subjektiven Perspektive führte.
Was änderte sich in der Widerstandsforschung ab den 1960er Jahren?
Eine neue Generation von Historikern setzte neue Maßstäbe durch Milieustudien und eine kritischere Distanz zur Vergangenheit, was zu einer Erweiterung des Widerstandsbegriffs führte.
Warum ignorierten die Alliierten anfangs das "andere Deutschland"?
Die Alliierten hatten nach 1945 wenig Interesse daran, die Existenz eines nennenswerten deutschen Widerstands hervorzuheben, da dies die Kollektivschuld-Thematik und ihre Besatzungspolitik verkompliziert hätte.
Was war die ostdeutsche „Koalition der Vernunft“?
Dieser Begriff bezieht sich auf spätere Phasen der DDR-Geschichtsschreibung, in denen versucht wurde, auch nicht-kommunistische Widerstandskämpfer stärker in das nationale Erbe zu integrieren.
- Quote paper
- Claudia Fröhling (Author), 2004, Widerstandsforschung - Selektive Geschichtsschreibung in BRD und DDR seit 1945, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26149