Unternehmen, die als Zulieferer in einem Geschäftsfeld tätig sind, dass ein Übergewicht an Herstellern gegenüber den Kunden aufweist, müssen sich dem verstärkten Kostendruck durch die angespannte Konkurrenzsituation stellen. Dies gilt auch für Branchen, in denen keine Standardprodukte für den anonymen Markt sondern Auftragsentwicklungen als Leistung angeboten werden. Die Anbieter in diesem Segment müssen zwei grundlegenden Problemstellungen gegenübertreten. Während der Angebotsphase ist es notwendig, den Konkurrenzanbietern mit Kostenvorteilen und technischer Kompetenz zu begegnen, um einen Entwicklungsauftrag zu erhalten. Die größte Schwierigkeit liegt folglich in der Schätzung der Kosten für die Entwicklung und Herstellung des Produktes sowie der Ausarbeitung eines technischen Konzeptes im Rahmen der technologischen Möglichkeiten des Unternehmens, so dass ein konkurrenzfähiges Angebot abgeben werden kann. Nach Erhalt eines Auftrages liegen die technischen Rahmenbedingungen in Form einer Produktspezifikation sowie die betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Form von Vereinbarungen mit dem Kunden über die Absatzmenge sowie die Nettoerlöse fest. Aus Sicht des Anbieters stellt sich nun die Aufgabe, die als Zielvorgabe anzusehenden Erfolgsgrößen des Auftrages im Laufe des Entwicklungsprozesses zu bestätigen. Dazu bedarf es eines laufenden Abgleichs zwischen der internen Kostensituation aufgrund des Entwicklungsstandes des Erzeugnisses mit der Erlös- und Absatzseite, die seitens des Kunden Änderungen im Rahmen der vertraglich vereinbarten Schwankungstoleranz unterliegen kann.
Die dargestellte Entscheidungssituation gleicht einem Regelkreis, wie er auch im Rahmen der Kybernetik für betriebswirtschaftliche Abläufe angewandt wird. Grundsätzlich besteht ein Regelkreis aus einem Regler und einem Regelobjekt. Der Regler nimmt auf Basis einer Zielvorgabe (Soll-Größe) mit bestimmten Maßnahmen (Stellgrößen) auf das Regelobjekt Einfluss. Der Erfolg der Einflussnahme wird anhand eines Abgleichs zwischen Zielvorgabe und tatsächlicher Prozessrealisierung (Ist-Größe) gemessen. Eine Analyse der Abweichungen führt zu Anpassungsmaßnahmen auf Seiten der Stellgrößen oder bei gravierenden Abweichungen auch zu einer Anpassung des Zielsystems. Ein fehlerfreies Funktionieren der Regelreissystematik setzt zum einen eine hohe Informationsqualität und zum anderen einen guten Informationsfluss voraus.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Einführung in die Problemstellung
1.2 Grundlagen zur Konzeption eines Informationssystems zur Projektkalkulation
1.2.1 Controlling – Planung, Kontrolle, Informationsversorgung
1.2.2 Die Informationsbedarfsanalyse als wichtiger Aspekt des Informations versorgungsprozesses
1.3 Darlegung der Vorgehensweise
2 RAHMENBEDINGUNGEN AUS DEN GEGEBENHEITEN DER XXXXXXXXX XXXX
2.1 Vorstellung der Xxxxxxxxx xxxx
2.2 Die Ausgangssituation im Produktbereichscontrolling CR
2.2.1 Grundsätzliches zur Produkt- und Fertigungsstruktur
2.2.2 Aufgaben und Prozesse im Rahmen des Produktbereichscontrolling CR
2.2.3 Grundsätzliches zur Kalkulationssystematik im Produktbereichscontrolling CR
2.2.4 Vorstellung und Analyse der DV-Systeme im Produktbereichscontrolling CR
2.2.4.1 Analyse der DV-Unterstützung bei der Erzeugniskalkulation durch Excel
2.2.4.2 Analyse der multidimensionalen Datenbank im Erzeugniscontrolling
2.2.5 Darstellung des Prozesses Quartalsweise Kalkulation
2.2.5.1 Inhalt und Ziel des Prozesses
2.2.5.2 Prozessablauf und Prozessbestandteile
2.3 Implikationen aus den Gegebenheiten der Xxxxxxxxx xxxx
3 PLANUNG UND KONTROLLE IM KONTEXT DER ENTWICKLUNGSBEGLEITENDEN PROJEKTVERFOLGUNG
3.1 Konzeptionelle Beiträge zur Gestaltung der Planung und Kontrolle des Produkterfolges während der Entwicklungsphase
3.1.1 Planung und Kontrolle von Erfolgsgrößen
3.1.1.1 Begriffsklärungen
3.1.1.2 Planung und Kontrolle unter systemtheoretischen Gesichtspunkten
3.1.2 Frühzeitige Beeinflussung von erzeugnisspezifischen Erfolgsgrößen durch das Kostenmanagement
3.1.2.1 Konzept des Kostenmanagement
3.1.2.2 Bestandteile des Kostenmanagement
3.1.2.3 Ansatzpunkte und konzeptionelle Schwerpunkte des produktbezogenen Kostenmanagement
3.1.3 Konzepttheoretische Implikationen
3.2 Die Produktkalkulation als Instrument der Erfolgsplanung im Kontext der entwicklungsbegleitenden Projektverfolgung
3.2.1 Die Produktkalkulation bei der Xxxxxxxxx xxxx
3.2.1.1 Aufbau der Produktkalkulation bei der Xxxxxxxxx xxxx
3.2.1.1.1 Die Produktkalkulation auf Werksebene
3.2.1.1.2 Die Produktkalkulation auf Unternehmensebene
3.2.1.2 Prämissen der Produktkalkulation bei der Xxxxxxxxx xxxx
3.2.2 Gestaltung von Analyse- und Auswertungsmöglichkeiten bei der Produktkalkulation
3.2.2.1 Kennzahlen und Kennzahlensysteme als Instrumente zur Analyse von Sachverhalten
3.2.2.2 Aufbau zusätzlicher Kennzahlen zur Produktkalkulation im Kontext der entwicklungsbegleitenden Neuanläuferverfolgung
3.2.3 Implikationen aus der entwicklungsbegleitenden Produktkalkulation
3.3 Die Kontrollrechnung als Instrument der Erfolgskontrolle im Kontext der entwicklungsbegleitenden Projektverfolgung
3.3.1 Ziele einer Abweichungsanalyse im Sinne eines wirkungsvollen Kostenmanagement
3.3.2 Ausgewählte Aspekte zur Aufspaltung von Abweichungen
3.3.3 Auswahl einer Methode zur Aufspaltung der Abweichungen
3.3.4 Gestaltung der Abweichungsanalyse
3.3.5 Implikationen aus den Aspekten der Kontrollrechnung
4 DV-GESTÜTZTE INFORMATIONSVERSORGUNG DES MANAGEMENT DURCH CONTROLLING-INFORMATIONSSYSTEME
4.1 Einordnung von Controllinginformationssystemen in die Landschaft der betrieblichen Informationssysteme
4.2 Komponenten eines Managementinformationssystems als Controlling-informationssystem im Kontext der entwicklungsbegleitenden Projektverfolgung
4.2.1 Die Aufbereitung und Speicherung von Informationen durch eine Datenbank
4.2.1.1 Der Aufbau multidimensionaler Datenstrukturen
4.2.1.2 Ausgewählte Besonderheiten multidimensionaler Datenstrukturen
4.2.1.3 Ein Vorgehensmodell zur Erstellung von Datenbanken als Bestandteil von Managementinformationssystemen
4.2.2 Die Aufbereitung und Abgabe von Informationen durch ein Berichtssystem
4.2.2.1 Grundlegende Aspekte eines Berichtswesens im Kontext der entwicklungsbegleitenden Neuanläuferverfolgung
4.2.2.2 Berichtserstellung durch die multidimensionale Analyse- und Navigationstechniken
4.3 Informationstechnische Implikationen
5 KONZEPTION UND PROTOTYPISCHE IMPLEMENTIERUNG EINES CONTROLLING-INFORMATIONSSYSTEMS ZUR ENTWICKLUNGSBEGLEITENDEN NEUANLÄUFERVERFOLGUNG
5.1 Zusammenführung der Anforderungen an die Gestaltung eines Controlling informationssystems zur entwicklungsbegleitenden Neuanläuferverfolgung
5.2 Erstellung eines Idealkonzeptes zur DV-technischen Umsetzung einer entwicklungsbegleitenden Neuanläuferverfolgung
5.2.1 Aufbau einer multidimensionalen Datenbank zur Erfolgsplanung und –kontrolle
5.2.1.1 Die Darstellung der Basisdimensionen
5.2.1.1.1 Die Abbildung der Erzeugnisstruktur
5.2.1.1.2 Die Abbildung des Betrachtungszeitraumes und der Planungsphasen
5.2.1.2 Die Darstellung der Hyperwürfel für die Speicherung der Prämissen
5.2.1.3 Die Abbildung der Produktkalkulation
5.2.1.3.1 Die Hyperwürfel zur Abbildung der Produktkalkulation auf Werksebene
5.2.1.3.2 Die Hyperwürfel zur Abbildung der Produktkalkulation auf Unternehmensebene
5.2.1.4 Die Abbildung der Kontrollrechnung
5.2.1.4.1 Der Hyperwürfel zur Abbildung der Kontrollrechnung auf Werksebene
5.2.1.4.2 Der Hyperwürfel zur Abbildung der Kontrollrechnung auf Unternehmensebene
5.2.1.5 Darstellung optionaler Aspekte
5.2.2 Gestaltungsempfehlungen für ein Berichtswesens zur Erfolgsplanung und –kontrolle
5.3 Darlegung der prototypischen Implementierung zur entwicklungsbegleitenden Neuanläuferverfolgung
5.3.1 Darstellung der multidimensionalen Datenbank zur Erfolgsplanung und –kontrolle
5.3.2 Darstellung des Berichtswesens zur Erfolgsplanung und –kontrolle
5.3.3 Darstellung der Transformationskomponente zur Bewirtschaftung der multidimensionalen Datenbank
6 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit der Konzeption und prototypischen Implementierung eines Controlling-Informationssystems zur Unterstützung der entwicklungsbegleitenden Projektkalkulation (Neuanläuferverfolgung) am Beispiel eines Automobilzulieferers. Ziel ist es, die bestehende Informationsflut zu strukturieren und eine konsistente Datenbasis zu schaffen, die dem Management eine zielorientierte Erfolgssteuerung während des gesamten Produktentstehungsprozesses ermöglicht.
- Analyse der bestehenden DV-gestützten Planungsprozesse und Identifikation von Schwachstellen.
- Konzeption eines Controlling-Informationssystems auf Basis multidimensionaler Datenbanktechnologie.
- Entwicklung und Integration von Methoden zur Abweichungsanalyse und Erfolgsüberwachung (z.B. mittels DB5).
- Prototypische Implementierung als Excel-basiertes Add-In zur Sicherstellung einer anwenderfreundlichen Dateneingabe und -transformation.
- Gestaltung eines Berichtswesens zur effizienten Darstellung von Erfolgskennzahlen im Produktlebenszyklus.
Auszug aus dem Buch
2.2.4.1 Analyse der DV-Unterstützung bei der Erzeugniskalkulation durch Excel
Im Excel ist die Möglichkeit der Erstellung von Vorlagen genutzt worden, um verschiedene Funktionalitäten zentral bereitzustellen. Die wichtigste Realisierung ist dabei die Abbildung der Kalkulationssystematik inklusive der zugehörigen Berichte für die Erzeugniskalkulation. Diese Vorlage nennt sich Kalkulationsmodul (KMOD) und ist zur zeit in der Version 03 im Einsatz. Weitere Excel Vorlagen dienen zum Auslesen von Daten aus der multidimensionalen Datenbank. Auf diese wird im Anschluss an die Beschreibung des Datenbankkonzeptes eingegangen.
Das KMOD03 enthält insgesamt sechs Arbeitsblätter. Diese sind das Anschreiben, das Deckungsbeitragsblatt, das Blatt für alternative Szenarien, das Kalkulationsblatt, das Blatt für Lizenzen, Modulkosten und Schutzrechte sowie das Blatt für die Kursanteile.
Für die Eingabe wird hauptsächlich das Kalkulationsblatt verwendet. Hier trägt der Produktcontroller die Grunddaten für das entsprechende Gerät ein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Definiert die Problemstellung im Kontext der Neuanläuferverfolgung und legt die theoretischen Grundlagen für Controlling-Informationssysteme.
2 RAHMENBEDINGUNGEN AUS DEN GEGEBENHEITEN DER XXXXXXXXX XXXX: Analysiert die betrieblichen Gegebenheiten, bestehende DV-Systeme sowie den Prozess der quartalsweisen Kalkulation bei der Xxxxxxxxx xxxx.
3 PLANUNG UND KONTROLLE IM KONTEXT DER ENTWICKLUNGSBEGLEITENDEN PROJEKTVERFOLGUNG: Erarbeitet konzeptionelle Anforderungen an das Controlling-IS basierend auf dem Kostenmanagement und der deduktiven Analyse von Planungs- und Kontrollinstrumenten.
4 DV-GESTÜTZTE INFORMATIONSVERSORGUNG DES MANAGEMENT DURCH CONTROLLING-INFORMATIONSSYSTEME: Ordnet das zu erstellende Informationssystem in die betriebliche Systemlandschaft ein und erläutert die technischen Komponenten der Speicherung und Aufbereitung.
5 KONZEPTION UND PROTOTYPISCHE IMPLEMENTIERUNG EINES CONTROLLING-INFORMATIONSSYSTEMS ZUR ENTWICKLUNGSBEGLEITENDEN NEUANLÄUFERVERFOLGUNG: Führt die Anforderungen zusammen und beschreibt das Idealkonzept sowie die prototypische Umsetzung mittels multidimensionaler Datenbanken.
6 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Erweiterbarkeit des Konzepts.
Schlüsselwörter
Controlling, Informationssystem, Projektkalkulation, Neuanläuferverfolgung, Produktbereichscontrolling, Multidimensionale Datenbank, MIS Alea, Kostenmanagement, Deckungsbeitragsrechnung, Erfolgsplanung, Abweichungsanalyse, Berichtswesen, TTM-Prozess, Planherstellkosten, Prozesssteuerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption und Implementierung eines IT-gestützten Informationssystems, das speziell auf die Bedürfnisse des Produktbereichscontrollings bei einem Automobilzulieferer zugeschnitten ist, um die Projektkalkulation während der Entwicklung zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind das Controlling, die moderne Informationsversorgung durch multidimensionale Datenbanken (OLAP), die produktbegleitende Kalkulation und das Kostenmanagement im Produktlebenszyklus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Controlling-Informationssystem zu entwerfen und prototypisch umzusetzen, das die Transparenz über die Rentabilität von Neuanläufern erhöht und die Abweichungsanalyse zwischen verschiedenen Planungsständen effizient ermöglicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert induktive Analysen des Ist-Zustands im Unternehmen mit deduktiven, wissenschaftlich fundierten Ansätzen zur Herleitung konzeptioneller Anforderungen für Controlling-Systeme.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Rahmenbedingungen des Unternehmens analysiert, dann die theoretischen Anforderungen abgeleitet, gefolgt von der technischen Einordnung und der konkreten Ausarbeitung eines Idealkonzepts sowie dessen Implementierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Controlling, Projektkalkulation, Neuanläuferverfolgung, Multidimensionale Datenbank, Kostenmanagement und Deckungsbeitragsrechnung.
Wie löst das System das Problem der Dateninkonsistenz in der Kalkulation?
Durch die Einführung eines zentralen, multidimensionalen Datenbankmodells, das direkt in Excel-Kalkulationsvorlagen integriert ist, werden inkonsistente Excel-Listen reduziert und ein automatisierter Schreib- und Leseprozess gewährleistet.
Warum ist die Abweichungsanalyse bei Neuanläufern so wichtig?
Da Neuanläufer während der Entwicklungsphase hohen Unsicherheiten unterliegen, ermöglicht die kontinuierliche Abweichungsanalyse dem Projektmanagement, frühzeitig auf Kosten- oder Erlösänderungen zu reagieren und den Zielerfolg im Blick zu behalten.
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- Ingo Peper (Autor), 2004, Konzeption und prototypische Implementierung eines Informationssystems zur Projektkalkulation am Beispiel der XXX, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26161