Mit dem Topos der unschuldig verfolgten, später aber dennoch rehabilitierten Frau darf die Crescentia-Erzählung der Kaiserchronik wohl als eine der interessantesten Geschichten gelten. Dabei vermag die Geschichte den Leser sowohl durch die inhaltliche Spannung als auch durch ihre konsequent christlich-spirituelle Dimension den Leser in ihren Bann zu schlagen. Doch seitdem Friedrich Ohly das Kompositionsschema dieser Erzählung herausarbeitete, wurde viel über den Charakter der Gattung dieser Erzählung gerätselt: Legende, Märchen, Novelle - oder doch etwas von all dem Verschiedenes? Dieser umstrittenen Gattungsfrage will sich die hier vorliegende Arbeit annehmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Fragestellung
2. Die Einordnung der Crescentia als Legende
3. Die Einordnung der Crescentia als Roman/Novelle
4. Die Turmepisode in der Crescentia als Proto-Märe
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Crescentia-Erzählung?
Es ist die Geschichte einer unschuldig verfolgten Frau, die trotz schwerer Prüfungen an ihrem christlichen Glauben festhält und schließlich rehabilitiert wird.
Warum ist die Gattungsfrage bei der Crescentia umstritten?
Die Erzählung vereint Elemente der Heiligenlegende, des Märchens und der frühen Novelle, was eine eindeutige Zuordnung erschwert.
Was ist die Kaiserchronik?
Die Kaiserchronik ist ein bedeutendes Werk der mittelhochdeutschen Literatur des 12. Jahrhunderts, das die Geschichte der römischen Kaiser in Reimpaaren erzählt.
Welche Rolle spielt die Turmepisode?
Die Turmepisode wird oft als „Proto-Märe“ betrachtet und markiert einen zentralen Punkt der Prüfung und des Leidens der Protagonistin.
Wie wird die Crescentia als Legende eingeordnet?
Aufgrund ihrer spirituellen Dimension und der Darstellung von Standhaftigkeit im Glauben weist sie starke Parallelen zu klassischen Heiligenviten auf.
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- Kim Schlotmann (Author), 2013, Die Gattungsproblematik der Crescentia in der Kaiserchronik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262104