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Der Tempel als Kosmos. Sakralarchitektur am Beispiel des Luxor-Tempels

Titel: Der Tempel als Kosmos. Sakralarchitektur am Beispiel des Luxor-Tempels

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2007 , 9 Seiten

Autor:in: M.A. Sabine Neureiter (Autor:in)

Ägyptologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ein Tempel ist ein komplexes symbolisches System - die architektonische Umsetzung einer Weltanschauung. Wir haben es im Alten Ägypten mit einer über Jahrhunderte und Jahrtausende gewachsene Weltsicht zu tun, die die sichtbare und die unsichtbare Welt, die diesseitige der Menschen und die jenseitige der Götter, umfasste. Und sie umfasste die Erkenntnis, dass das Weltgeschehen beeinflussbar ist – mittels magischer Handlungen, zu denen auch die Tempelrituale zählten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einführung

Tempelgründungsmythen sind Weltschöpfungsmythen

Luxor-Tempel – Kosmos und Architektur

Luxor-Tempel – Kosmos und Kult

Luxor-Tempel – Kosmos und Verwaltung

Exkurs: Luxor-Tempel und der Mensch

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Luxor-Tempel als komplexes symbolisches System, das weit über seine Funktion als bloßes Gebäude hinausgeht. Das primäre Ziel ist es, den Tempel als architektonische Umsetzung einer altägyptischen Weltanschauung zu entschlüsseln, die den Sakralbau als Ort der zyklischen Schöpfungswiederholung und als Bollwerk zur Aufrechterhaltung der kosmischen Ordnung begreift.

  • Die Verbindung zwischen Tempelgründungsmythen und Weltschöpfungsvorgängen
  • Architektonische Besonderheiten des Luxor-Tempels als "Welt-Tempel"
  • Die Rolle des Tempels im Opet-Fest zur zyklischen Erneuerung der göttlichen Ordnung
  • Die administrativen und sozialen Funktionen des Tempels als Teil des ägyptischen Staates
  • Diskussion esoterischer Deutungsansätze, wie die Analogie zwischen Tempelarchitektur und menschlichem Körper

Auszug aus dem Buch

Luxor-Tempel – Kosmos und Architektur

Im Vergleich zu vielen anderen altägyptischen Tempeln handelt es sich bei dem Luxor-Tempel um eine relativ ungewöhnliche Anlage. Er ist nicht ost-westlich, sondern nord-südlich ausgerichtet. Zudem weißt er zwar alle architektonischen Elemente eines Axialtempels auf - Pylone, offene Höfe, Kolonnaden und Hallen, durch die der Achsenweg direkt zum Allerheiligsten führt -, aber anders als bei den meisten anderen Tempeln steigt der Achsenweg nicht an.

Da die Ausrichtung eines Tempels niemals willkürlich ist, ist davon auszugehen, dass der Sonnenlauf nicht der zentrale Aspekt des Kultbetriebs im Luxor-Tempel war. Der Tempel wurde nicht zum Sonnenauf- und Sonnenuntergang, sondern nach Norden zum Karnak-Tempel hin ausgerichtet, mit dem er durch eine etwa 2,5 Kilometer lange Sphingenallee verbunden war. Interessanter Weise befindet sich aber zwischen dem Barkensanktuar und dem Allerheiligsten der so genannte Zwölf-Säulensaal, der im Gegensatz zu allen anderen Räumen quer zur Nord-Süd-Achse, also ost-westlich ausgerichtet ist, was darauf hinweist, dass der Sonnenlauf in die hier vollzogen Kulthandlungen mit einbezogen war.

Die über 200 Säulen des Luxor-Tempels haben alle die Form von Papyrusbündeln mit entweder offenen oder geschlossenen Kapitellen, die Papyrusdolden nachbilden. Sie symbolisieren die ursprünglichen, sich aus dem Urgewässer Nun erhebenden Sumpfpflanzen, über denen sich der Sonnengott erhebt und als Himmel erstreckt. Die auf den Säulen abgebildeten Kiebitzvögel symbolisieren die Untertanen (Rechit), so dass im Tempel der Jubel und die Verehrung Ägyptens und der ganzen Welt gegenwärtig waren.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Definiert den Tempel als symbolisches System und architektonische Umsetzung einer Weltsicht, in der das Bauwerk als Bollwerk gegen das Chaos dient.

Tempelgründungsmythen sind Weltschöpfungsmythen: Erläutert, wie rituelle Handlungen bei der Tempelgründung als bewusste Wiederholung des Schöpfungsvorgangs verstanden wurden.

Luxor-Tempel – Kosmos und Architektur: Analysiert die ungewöhnliche bauliche Ausrichtung des Luxor-Tempels und dessen Funktion als Modell einer kosmischen Weltordnung.

Luxor-Tempel – Kosmos und Kult: Untersucht die Rolle des Tempels beim Opet-Fest und die rituelle Bedeutung der Verbindung zwischen Amun-Re und dem Gottkönigtum.

Luxor-Tempel – Kosmos und Verwaltung: Beschreibt die weltlichen Funktionen des Tempels als Zentrum für Ausbildung, Wirtschaft und Rechtsprechung zur Wahrung der Ordnung.

Exkurs: Luxor-Tempel und der Mensch: Setzt sich kritisch mit der Theorie von Schwaller de Lubicz auseinander, der den Tempelgrundriss als Abbild des menschlichen Körpers deutet.

Schluss: Führt die verschiedenen Aspekte zusammen und bestätigt den Luxor-Tempel als vierdimensionales Symbol für den göttlich sanktionierten Weltzustand.

Schlüsselwörter

Luxor-Tempel, Sakralarchitektur, Kosmos, Schöpfungsmythos, Opet-Fest, Amun-Re, Gottkönigtum, Maat, Ritual, Welterneuerung, Altägypten, Tempelkult, Architekturgeschichte, Symbolik, Kultbau

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Luxor-Tempel als sakrales Bauwerk, das weit mehr als nur ein Kultort war, sondern als architektonische Verkörperung der altägyptischen kosmologischen Weltanschauung diente.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Verbindung von Tempelarchitektur, kosmischer Weltordnung, rituellen Handlungen, mythologischer Schöpfungslehre und den gesellschaftlichen Verwaltungsfunktionen des Tempels.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den Luxor-Tempel als ein komplexes, symbolisches System zu entschlüsseln, das die göttliche Ordnung (Maat) auf Erden stabilisiert und zyklisch erneuert.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der ägyptologische Quellenkritik mit ethnologischen und religionswissenschaftlichen Perspektiven verknüpft, um alternative Deutungen der sakralen Baukunst zu ermöglichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Gründungsmythen, die architektonischen Besonderheiten des Luxor-Tempels, seine Rolle im Opet-Fest sowie seine administrativen Aufgaben und diskutiert esoterische Körper-Analogie-Theorien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Luxor-Tempel, Sakralarchitektur, Kosmos, Schöpfungsmythos, Opet-Fest, Gottkönigtum und rituelles Kultwesen erschließen.

Warum wird der Luxor-Tempel nicht als "Harim" bezeichnet?

Die Autorin stellt klar, dass diese Übersetzung veraltet ist und der altägyptische Name des Tempels korrekt als "Allerheiligstes" zu übersetzen ist.

Wie bewertet die Autorin die Theorie von Schwaller de Lubicz?

Die Autorin erkennt die Gründlichkeit der Studie von Schwaller de Lubicz an, distanziert sich jedoch von der esoterischen Interpretation, den Tempel direkt mit der menschlichen Anatomie gleichzusetzen.

Welche Bedeutung hat das Opet-Fest im Luxor-Tempel?

Das Fest diente dazu, durch geheime Kulthandlungen in den südlichen Räumen die ursprüngliche, göttliche Ordnung zu regenerieren und die Wiedergeburt des Sonnen- und Schöpfergottes zu feiern.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Tempel als Kosmos. Sakralarchitektur am Beispiel des Luxor-Tempels
Autor
M.A. Sabine Neureiter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
9
Katalognummer
V262181
ISBN (eBook)
9783656505181
ISBN (Buch)
9783656505723
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ägyptologie Ägypten Luxor Luxor-Tempel Amun Tempel Sakralarchitektur Königtum Architektur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Sabine Neureiter (Autor:in), 2007, Der Tempel als Kosmos. Sakralarchitektur am Beispiel des Luxor-Tempels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262181
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Leseprobe aus  9  Seiten
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