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Überlegungen zum sakralen Tanz im Alten Ägypten

Title: Überlegungen zum sakralen Tanz im Alten Ägypten

Scientific Essay , 2006 , 12 Pages

Autor:in: M.A. Sabine Neureiter (Author)

Egyptology
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Mit „sakralem Tanz“ ist nicht ein bestimmter Tanzstil gemeint. Der Begriff bezeichnet vielmehr eine Verortung des Tanzes. Er meint das Tanzen in einem religiösen oder kultischen Rahmen. Im Gegensatz dazu sind die weltlichen Tänze zu sehen, die lediglich der Unterhaltung dienen sollen. Der sakrale Tanz ist Kulthandlung, im „Gottesdienst“ wie beim Totenkult.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einführung

Was ist sakraler Tanz?

Sakralisierung des Tanzes durch „Ich-Aufgabe“

Die Tänze im Alten Ägypten

Sakrale Tänze aus der Frühzeit und dem Alten Reich

Sakrale Tänze aus dem Mittleren und Neuen Reich

Tanzende Zwerge und tanzende Affen

Zum Tanz der mww

Zur Kleidung, Gestik und Körperhaltung

Tanz, Magie und der Rhythmus der Welt

Schluss

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, das Phänomen des sakralen Tanzes im Alten Ägypten neu zu bewerten und über das bestehende wissenschaftliche Standardwerk von Emma Brunner-Traut hinaus alternative, interdisziplinäre Interpretationsansätze zu liefern. Dabei wird insbesondere die Rolle von ritueller Selbsttranszendenz und magischer Körperbewegungen untersucht.

  • Kritische Analyse der kulturgeschichtlichen Einordnung des ägyptischen Tanzes
  • Bedeutung von „Ich-Aufgabe“ und religiöser Ekstase im kultischen Kontext
  • Die Funktion der „mww“-Tänzer im Bestattungsritual
  • Symbolik von Kleidung, Gestik und Körperachsen bei sakralen Tänzen
  • Zusammenhang zwischen Tanz, Magie und kosmischem Rhythmus

Auszug aus dem Buch

Zum Tanz der mww

Über die mww ist viel spekuliert worden. Meiner Meinung nach können die älteren Erklärungsversuche ignoriert werden zu Gunsten der Interpretation Hartwig Altenmüllers und den ergänzenden Überlegungen von Greg Reeder.

Die mww gehörten als Ritualfiguren mit zum Bestattungsritual. „Das besondere Kennzeichen der ‚Muu’“, so Altenmüller, „ist ihr Kopfschmuck, der in alter Zeit aus pflanzlichem Material besteht und der teils als Kranz von um den Kopf gebundenen Papyrusstengeln, teils als Binsenkrone etwa in der Art des Mittelstücks der Atef-Krone gebildet ist“. Altenmüller interpretiert die mww als „Fährleute an den Grenzgewässern des Himmels“ und schreibt zusammenfassend: „Die ‚Muu’ des Bestattungsrituals haben die Aufgabe, den Transport der Mumie einzuleiten und dessen Durchführung zu überwachen. Sie werden als Grenzwächter an den Gewässern des Osthimmels mythologisiert und sind zugleich die Fährleute, die für die Überfahrt des Toten zum Osthorizont und in den Bereich des Sonnengottes sorgen. Als Gefolgsleute und Diener des Sonnengottes gelten die ‚Muu’ im Mythos als Wesen, die einst selbst sterblich waren, aber durch ihren Tod in den Stand von ‚Geistern’ (3hw), ja von ‚Göttern’ (ntrw) erhoben worden sind. Sie sind die Toten, die den während des Bestattungsrituals herangeführten Neuverstorbenen in das Reich des Sonnengottes einholen. Die Tracht der ‚Muu’ deutet ihre Funktion als Fährleute und Grenzwächter an. Wie die Bewohner der Sumpflandschaften sind sie mit den Kränzen aus Papyrusstauden geschmückt“.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Die Autorin legt ihre kritische Perspektive auf das Standardwerk von Emma Brunner-Traut dar und hinterfragt deren evolutionistische Sichtweise auf den altägyptischen Tanz.

Was ist sakraler Tanz?: Es wird definiert, dass sakraler Tanz eine religiöse Kulthandlung beschreibt, wobei Beispiele aus anderen Kulturen zum besseren Verständnis der ägyptischen Praktiken herangezogen werden.

Sakralisierung des Tanzes durch „Ich-Aufgabe“: Das Kapitel erläutert, wie durch Selbsttranszendenz und das Aufgeben der persönlichen Identität eine Verbindung zur göttlichen Sphäre im Tanz erreicht wird.

Die Tänze im Alten Ägypten: Es erfolgt eine Übersicht der überlieferten Tanzformen, unterteilt nach zeitlichen Epochen und der spezifischen Rolle von Zwergen und Affen in Tanzszenen.

Zum Tanz der mww: Eine detaillierte Betrachtung der rituellen Funktion der mww-Tänzer als Grenzwächter und Fährleute zwischen Diesseits und Jenseits.

Zur Kleidung, Gestik und Körperhaltung: Die Bedeutung von Symbolik in Tracht und Körperbewegung wird analysiert, um tieferliegende spirituelle Zusammenhänge im Tanz aufzuzeigen.

Tanz, Magie und der Rhythmus der Welt: Hier wird der Tanz als magischer „Bewegungszauber“ erklärt, durch den der Mensch versucht, in den Rhythmus der kosmischen Allbewegung einzutreten.

Schluss: Die Autorin resümiert, dass eine Neubewertung des sakralen Tanzes notwendig ist, da bisherige evolutionistische Interpretationen zu kurz greifen.

Schlüsselwörter

Sakraler Tanz, Altägypten, Rituale, Bestattungsritual, mww, Emma Brunner-Traut, Ich-Aufgabe, Ekstase, Magie, Körperhaltung, Tempelkult, Totenkult, Symbolik, Jenseitsvorstellung, Bewegungszauber.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Publikation befasst sich mit der Bedeutung des sakralen Tanzes im Alten Ägypten und der kritischen Auseinandersetzung mit etablierten ägyptologischen Forschungsergebnissen zu diesem Thema.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der religiösen Kulthandlung, der Funktion von Tanzfiguren wie den mww, der symbolischen Bedeutung von Körperbewegungen und der Verbindung von Magie und Weltordnung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den spirituellen und geistigen Hintergrund der altägyptischen Tänze besser zu verstehen und die gängige, rein evolutionistische Forschungsmeinung kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt interdisziplinäre Ansätze, etwa aus der Ethnologie, Soziologie und Religionswissenschaft, um eine alternative Perspektive auf ägyptologische Quellen zu gewinnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Tanzformen der verschiedenen Reiche, die symbolische Bedeutung von Kleidung und Gestik sowie die Rolle von ritueller Ekstase als Mittel zur Gottesvereinigung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind sakraler Tanz, Ich-Aufgabe, mww, Bewegungszauber, Bestattungsritual und Jenseits-Übergang.

Wie deutet die Autorin die Rolle der Zwerge in Tanzdarstellungen?

Im Gegensatz zu Brunner-Traut, die Zwerge eher als "Lachnummern" interpretierte, weist die Autorin auf ihre kultische Bedeutung hin und ordnet sie als Gottestänzer ein.

Warum wird der Vergleich mit tibetischen Cham-Mysterien herangezogen?

Dieser Vergleich dient dazu, das Konzept einer transzendenten Körpermanifestation in einer rituellen Umgebung anschaulich zu machen und das Verständnis für ägyptische Mysterien zu vertiefen.

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Details

Title
Überlegungen zum sakralen Tanz im Alten Ägypten
Author
M.A. Sabine Neureiter (Author)
Publication Year
2006
Pages
12
Catalog Number
V262204
ISBN (eBook)
9783656505082
ISBN (Book)
9783656505716
Language
German
Tags
Ägyptologie Ägypten Tanz sakraler Tanz Sport Affen Zwerge Brunner-Traut Religion Kult
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Sabine Neureiter (Author), 2006, Überlegungen zum sakralen Tanz im Alten Ägypten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262204
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