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Richard Wagners Antisemitismus

erläutert an Alberich und Mime aus "Der Ring des Nibelungen"

Titel: Richard Wagners Antisemitismus

Hausarbeit , 2012 , 24 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Julia Mischke (Autor:in)

Musik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Ich kann nicht so viel Musik von Wagner anhören. Ich hätte sonst den Drang, Polen zu
erobern.“ Dieser provokante Ausspruch Woody Allans gibt Anlass zum Nachdenken: Warum wird
Wagner indirekt mit Adolf Hitler in Verbindung gebracht? Welche Qualität hat diese Aussage
und wie kann sie wissenschaftlich begründet werden? Hat Wagners Abneigung gegenüber
Juden in seinen Werken Eingang gefunden?
Auch wenn Woody Allan seine Ansicht vielleicht mit einem Augenzwinkern kundgetan hat,
sollte, um für mehr Klarheit und Aufklärung zu sorgen und bestehende Vorurteile zu
vermeiden, diesen Denkansätzen nachgegangen werden. Daher wird im Folgenden zunächst
Wagners Antisemitismus erläutert. Vor allem am Beispiel Heinrich Heines, zu dem Wagner
während seiner Pariser Zeit Kontakt hatte, wird gezeigt, wie sehr sich seine Gesinnung,
spätestens beim Verfassen seines Pamphlets „Das Judentum in der Musik“, änderte.
Das Hinzuziehen des Aufsatzes ist außerdem wichtig, da – so viel sei vorab schon gesagt – in
Wagners Operntexten bezüglich der Figurencharakterisierungen kein expliziter Hinweis auf
eine Judendarstellung zu finden ist. Auch in Erläuterungen zu seinen Werken hat Wagner sich
dazu nicht definitiv geäußert. Deswegen lassen nur die von ihm verfassten Aufsätze, Briefe
und glaubhaft überlieferte Aussagen Rückschlüsse auf seine Werke und den darin
dargestellten Figuren argumentativ zu. Als Ausgangspunkt soll daher „Das Judentum in der
Musik“ dienen, um aus „Der Ring des Nibelungen“ Alberich und Mime, zwei in der
Forschungsliteratur oft als jüdisch deklarierte Charaktere, unter dem Gesichtspunkt des
„jüdisch-Seins“ näher zu betrachten.
Leider kann im Rahmen dieser Arbeit nicht explizit auf die möglicherweise direkte
Verbindung von Wagners Texten und Ansichten zu Adolf Hitlers Judenpolitik und die
Ausweitungen im Dritten Reich eingegangen werden. Das Thema wird jedoch im Fazit als
Ausblick für eine mögliche weiterführende Arbeit kurz angesprochen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wagners Wandel zum Antisemitismus

3. „Das Judentum in der Musik“ und dessen Auswirkungen

4. „Der Ring des Nibelungen“ – eine nähere Betrachtung von Alberich und Mime

5. Fazit und Ausblick

6. Literaturverzeichnis

6.1 Primärliteratur

6.2 Sekundärliteratur

6.3 Notenverzeichnis

6.4 Internet

7. Anhang

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die antisemitische Gesinnung Richard Wagners und analysiert, wie sich diese ideologischen Vorurteile in der Charakterzeichnung der Figuren Alberich und Mime im „Ring des Nibelungen“ manifestieren. Dabei wird hinterfragt, inwieweit Wagner antisemitische Stereotype des 19. Jahrhunderts in seine musikalische und dramatische Gestaltung integrierte.

  • Entwicklung von Wagners Antisemitismus im historischen Kontext
  • Analyse der Schmähschrift „Das Judentum in der Musik“
  • Untersuchung von Alberich und Mime als Projektionsflächen antisemitischer Stereotype
  • Diskussion über die Rezeptionsgeschichte und Wirkung auf spätere Ideologien

Auszug aus dem Buch

4. „Der Ring des Nibelungen“ – eine nähere Betrachtung von Alberich und Mime.

Lange Zeit galt die Auffassung, anhand bestimmter körperlicher Merkmale eine rassische und nationale Identität feststellen zu können. Dies erreichte spätestens zur Zeit des Nationalsozialismus im 20. Jahrhundert seinen Höhepunkt. Auch zu Wagners Lebzeiten waren antisemitische Stereotype weit verbreitet. Man war der Überzeugung, dass Juden körperlich anders gebaut waren als Deutsche. Inwiefern Wagner die Vorstellung im „Ring des Nibelungen“ bei den Figuren Mime und Alberich verarbeitet hat und welche Indizien für die Darstellung des – im 19. Jahrhundert – prototypischen Juden sprechen, soll im Folgenden näher erläutert werden.

Bevor Alberich im „Rheingold“ zum ersten Mal auftritt, hört ihn der Zuhörer schon aus der Ferne kommen. Nachdem eine Idylle durch den wiegenden 6/8 – Takt, das lange Verharren in Es-Dur und das heitere Spiel der Rheintöchter aufgezeigt wird, kommt ihnen Alberich, der Nibelungenzwerg, näher. Jedoch ist sein Anschleichen alles andere als graziös. Angefangen durch die Vorschläge der drei Fagotte ab Takt 166, die alsbald durch die Bassklarinette (Takt 170) unterstützt werden, setzt sich sein qualvoller Weg fort. Kurz bevor er die drei anspricht, setzen die Kontrabässe in Takt 178 mit jeweils zwei Achtel und mit einem Pizzicato auf unbetonte Zählzeiten ein. Die Abstände werden dabei immer kürzer, zeigen also das baldige Erscheinen Alberichs an.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach der Verbindung zwischen Wagners Antisemitismus und seinen Werken vor, unter besonderer Berücksichtigung seiner Schrift „Das Judentum in der Musik“.

2. Wagners Wandel zum Antisemitismus: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung des Komponisten von anfänglich liberalen Idealen hin zu seiner ausgeprägten antisemitischen Gesinnung.

3. „Das Judentum in der Musik“ und dessen Auswirkungen: Der Text analysiert Wagners Pamphlet und zeigt auf, wie er darin rassistische Stereotype zur Diffamierung jüdischer Künstler einsetzte und den Grundstein für spätere politische Instrumentalisierungen legte.

4. „Der Ring des Nibelungen“ – eine nähere Betrachtung von Alberich und Mime: Hier wird untersucht, wie Wagner antisemitische Vorurteile der damaligen Zeit in die musikalische Charakterisierung der Zwerge Alberich und Mime einfließen ließ.

5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die kontroverse Frage der historischen Verantwortung Wagners für spätere Entwicklungen im 20. Jahrhundert.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

7. Anhang: Enthält ergänzende Materialien und Belege.

Schlüsselwörter

Richard Wagner, Antisemitismus, Der Ring des Nibelungen, Alberich, Mime, Das Judentum in der Musik, Musikgeschichte, Stereotype, Projektion, Nationalsozialismus, Musikdramatik, Heinrich Heine, Identität, Ideologie, Rezeptionsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Antisemitismus von Richard Wagner und dessen möglicher Spiegelung in der Charakterisierung der Nibelungen-Figuren Alberich und Mime.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören Wagners politische Gesinnungswandlung, die Auswirkungen seiner Schriften auf das Kunstverständnis und die musikalische Umsetzung antisemitischer Vorurteile.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, ob Wagner seine antisemitische Weltanschauung in der Operncharakterisierung von Mime und Alberich explizit oder implizit thematisiert hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literatur- und musikwissenschaftliche Analyse angewandt, die Wagners Schriften in Bezug zu seinen Operntexten und Partituren setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Schmähschrift „Das Judentum in der Musik“ sowie die rhythmische und musikalische Gestaltung von Alberichs und Mimes Auftritten im „Ring“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wagner-Rezeption, musikalischer Antisemitismus, Stereotypisierung und die Analyse von Musikdramen charakterisiert.

Wie unterscheidet Wagner zwischen dem „gebildeten“ und dem „ungebildeten“ Juden?

Wagner behauptet, der „gebildete“ Jude versuche seine Herkunft durch Taufe oder Anpassung zu verbergen, was jedoch zu Vereinsamung und einer künstlichen, oberflächlichen Kunstausübung führe.

Warum wird der „humpelnde Gang“ von Alberich in der Analyse hervorgehoben?

Der humpelnde Gang, untermalt durch spezifische instrumentale Rhythmik, wird im Kontext des 19. Jahrhunderts als ein verbreitetes antisemitisches Stereotyp gedeutet, das körperliche Minderwertigkeit unterstellen sollte.

Welche Bedeutung hat das Zitat von Woody Allan zu Beginn?

Es dient als Aufhänger für die Debatte über die schwierige Verbindung zwischen Wagners Werk und seiner ideologischen Wirkung im Nationalsozialismus.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Richard Wagners Antisemitismus
Untertitel
erläutert an Alberich und Mime aus "Der Ring des Nibelungen"
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Musik)
Veranstaltung
Richard Wagners "Der Ring des Nibelungen" als sprachliches und musikalisches Kunstwerk
Note
1,0
Autor
Julia Mischke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
24
Katalognummer
V262216
ISBN (eBook)
9783656511380
ISBN (Buch)
9783656510925
Sprache
Deutsch
Schlagworte
richard wagners antisemitismus alberich mime ring nibelungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Mischke (Autor:in), 2012, Richard Wagners Antisemitismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262216
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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