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Evangelische Erwachsenenbildung in der DDR

Friedensethische Bildungsarbeit und Bildungsreformbewegung

Título: Evangelische Erwachsenenbildung in der DDR

Presentación (Redacción) , 2011 , 15 Páginas , Calificación: unbenotet

Autor:in: Linnéa Keilonat (Autor)

Pedagogía - Educación de adultos
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Die Friedensbewegung in der DDR ist keine, von einer einzigen Organisation losgetretene oder geleitete Bewegung gewesen, sondern ein Geflecht aus verschiedensten Gruppen, die durch die gleiche Motivation angetrieben waren. Der Begriff „Friedensbewegung“ ist an sich schon von Außen zugeschrieben.
Nichts desto trotz spielte die evangelische Kirche in ihr eine entscheidenden Rolle. Angetrieben in den 70er Jahren durch die Einführung eines verpflichtenden Wehrdienstes, organisierten Angehörige der evangelischen Kirchen Seminare, Gruppen und Friedensdekaden, die eine breite Öffentlichkeit erreichte. Durch die zum gewissen Teil geschützten Räumlichkeiten der Kirche, ihre Organisationsstruktur, Vernetztheit und Erwachsenenbildungsmöglichkeiten, bot sie Möglichkeiten einer politischen Friedensarbeit für Anti-Kriegsbewegung, angesichts der drohenden Gefahr einer internationalen atomaren Wettrüstung.
„Es war die Staatsführung der DDR selbst, die 1978 in einem Grundsatzgespräch mit der Leitung des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR durch die Gewährung größerer Spielräume für die Kirchen eine wichtige Voraussetzung für diese Entwicklung geschaffen hatte.“ (http://www.friedenskooperative.de/ff/ff01/4-61.htm. 29.03.2011). Dem repressiven DDR Staat und seinen Versuchen der Intriganz zum trotz, schaffte es die Friedensbewegung innerhalb der gebotenen Grenzen, bildungspolitisch aktiv zu bleiben und damit auch einen nicht unerheblichen Teil zum Umsturz des DDR-Regimes beizutragen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. XII Friedensethische Bildungsarbeit

2.1. Protestantische Friedensbildung

2.1.1. Friedensdekade

2.1.2. Friedensgruppen und Freidensseminare

2.1.3. Friedensgebete

2.1.4.Konspirativer Aspekt

2.2. Politische Bildungs- und Begegnungsarbeit der Aktion Sühnezeichen

2.2.1. Arbeitsweise

2.2.2.Theologisch andragogischer Ansatz

2.3. Staatsideologische Friedenserziehung der Christlichen Friedenskonferenz

3. IX Bildungsreformbewegung

3.1. Volksbildung als Tabuszene

3.1.1. Ein staatsideologischer Impuls zur Selbstorganisation

3.2. Kirchliche Bildungkritik

3.3. Kritische gruppen

3.3.1. Ökumenische Arbeitsgruppe in Erfurt

3.4. Bildungsreform als Wendemotiv

4. Fazit

5. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle der evangelischen Kirche in der DDR als Trägerin einer oppositionellen Friedensbildung und Bildungsreformbewegung. Im Fokus steht dabei die Analyse, wie kirchliche Strukturen genutzt wurden, um alternative erzieherische Ansätze zur staatlichen Militarisierung zu entwickeln und einen Beitrag zum gesellschaftspolitischen Umbruch zu leisten.

  • Friedensethische Bildungsarbeit der evangelischen Kirche
  • Protestantische Friedenspädagogik und die Friedensdekaden
  • Die Aktion Sühnezeichen als Institution politischer Bildung
  • Kirchliche Bildungskritik und die Reformbewegung in der DDR
  • Der Einfluss kirchlicher Freiräume auf die Oppositionsbildung

Auszug aus dem Buch

2.1. Protestantische Friedensbildung

Ab Mitte der 70er Jahre stellten Jugend- und Erwachsenenbildner in den protestantischen Kirchen „dem staatlichen, primär politisch ausgerichteten Erziehungskonzept alternative Friedenspädagogische Ansätze entgegen“, die zunächst nur der innerkirchlichen Jugend- und Friedensarbeit dienen sollten, aber letztendlich als Alternative zur offiziellen staatlichen Friedenspolitik und –erziehung, insbesondere zur Wehrerziehung, angelegt waren“. (Rothe 1999, S. 291). Die protestantische Kirche hatte, wie auch die katholische Kirche, keinen politisch wichtigen Einfluss in der DDR. Da Religion an sich eine untergeordnete Rolle spielte und höchstens Privatsache war, ist es schon beachtlich, wie groß ihr Einfluss inder Friedensbildung der DDR war. In Zeiten des kalten Krieges war sie es aber, die Verbindungen zur friedenspädagogischen Diskussion in der BRD hielt und sich um ständige Entwicklung des gesamtkirchlichen Studien- und Aktionsprogrammes zu einem „Rahmenkonzept Erziehung und Frieden“ einsetzte.

Diese Entwicklung entzündete sich maßgeblich an der Einführung des obligatorischen Wehrunterrichts und der sogenannten freiwilligen Militärlagern in den neunten Klassen der allgemeinbildenden Schulen 1978. Besonderer Überlegenheitsfaktor der evangelischen Friedenserziehung und -elternbildung gegenüber der nach Vernichtungspotenzialen und Feindbildmechanismen laufenden Propaganda der staatlichen Erziehungseinrichtungen, war die Einbeziehung der individuellen Konfliktebenen der Beteiligten. Um der Militarisierung und seinen Folgen entgegenzuwirken, setzte sich eine Arbeitsgruppe aus Landeswarten (Jungmännervereinen), Landesjugendpfarrern, Konsistorien des Bundes der evangelischen Kirchen in der DDR und den evangelischen Freikirchen zusammen. Es wurde ein Leitfaden zur Seelsorgerischen Beratung in Fragen des Wehrdienstes und zur Frage der Führung eines Krieges mit atomaren Waffen entworfen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Rolle der evangelischen Kirche als Geflecht aus Gruppen, die trotz staatlicher Repression Bildungsräume für die Friedensbewegung schuf.

2. XII Friedensethische Bildungsarbeit: Analysiert verschiedene Formen protestantischer Friedensbildung, wie Friedensdekaden, Friedensgruppen und die Arbeit der Aktion Sühnezeichen.

3. IX Bildungsreformbewegung: Beleuchtet die Entwicklung kirchlicher Bildungskritik und die Bildung oppositioneller Reformgruppen, die sich gegen das staatliche Schulsystem stellten.

4. Fazit: Reflektiert das Aufklärungsprojekt der Elterngeneration und das Scheitern dieser Reformbemühungen nach der Wende durch die Übernahme westlicher Strukturen.

5. Bibliographie: Listet die verwendeten Quellen und Internetverweise auf.

Schlüsselwörter

DDR, Evangelische Kirche, Friedensbewegung, Friedenspädagogik, Politische Bildung, Bildungsreform, Aktion Sühnezeichen, Friedensdekade, Militarisierung, Oppositionsbildung, Gesellschaftspolitik, Wehrunterricht, DDR-Schulsystem, Friedensethik, Kirchenparlamente.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung der evangelischen Kirche in der DDR als organisatorische Basis für Friedensinitiativen und Bildungsreformgruppen in einem repressiven politischen Umfeld.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Friedensethik, die Gegenwehr gegen staatliche Militarisierung, die historische Vergangenheitsbewältigung sowie der Kampf um Bildungsautonomie.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie kirchliche Freiräume genutzt wurden, um ein alternatives, demokratisches Bildungsverständnis zu entwickeln, das sich dem staatlichen Erziehungskonzept der DDR entgegenstellte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, insbesondere unter Heranziehung von Sekundärliteratur zu evangelischer Erwachsenenbildung und zeitgenössischen Dokumenten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl die friedensethische Bildungsarbeit der Kirche (wie Friedensdekaden und Friedensgebete) als auch die konkreten Ansätze zur Bildungsreform an den DDR-Schulen detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Friedensbewegung, Evangelische Kirche, DDR, Bildungsreform, politische Opposition und Friedenspädagogik.

Welche Rolle spielte die "Aktion Sühnezeichen" in der Arbeit?

Sie wird als ein beispielloses Modell politischer Bildung zur Vergangenheitsbewältigung und Versöhnung beschrieben, das innerhalb kirchlicher Strukturen einen demokratischen Diskurs ermöglichte.

Warum wird das Bildungssystem der DDR als "Tabuszene" bezeichnet?

Da das zentrale Bildungssystem durch die SED streng kontrolliert wurde und ein pädagogischer Diskurs außerhalb staatlicher Vorgaben unterbunden werden sollte, galt Kritik an Schule und Erziehung lange Zeit als Tabu.

Wie wirkten sich die Reformbemühungen nach der Wiedervereinigung aus?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die jahrelangen kirchlichen Reformansätze nach 1990 durch die Einführung westdeutscher Schulstrukturen weitgehend obsolet wurden und ihre Wirkung verloren.

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Detalles

Título
Evangelische Erwachsenenbildung in der DDR
Subtítulo
Friedensethische Bildungsarbeit und Bildungsreformbewegung
Universidad
Humboldt-University of Berlin  (Erziehungswissenschaft)
Curso
Weiterbildung in der DDR
Calificación
unbenotet
Autor
Linnéa Keilonat (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
15
No. de catálogo
V262234
ISBN (Ebook)
9783656506096
ISBN (Libro)
9783656507925
Idioma
Alemán
Etiqueta
evangelische erwachsenenbildung friedensethische bildungsarbeit bildungsreformbewegung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Linnéa Keilonat (Autor), 2011, Evangelische Erwachsenenbildung in der DDR, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262234
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