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Effektive Standortpolitik in den neuen Bundesländern im Rahmen der EU-Strukturförderung

Analyse einer standortpolitischen Neuausrichtung in Sachsen-Anhalt für die Förderperiode 2014 - 2020

Titel: Effektive Standortpolitik in den neuen Bundesländern im Rahmen der EU-Strukturförderung

Bachelorarbeit , 2013 , 85 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Patrick Tammer (Autor:in)

BWL - Wirtschaftspolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Neuausrichtung der Standortpolitik in Sachsen-Anhalt in der 2014 beginnenden neuen Förderperiode der EU-Strukturförderung. Diese Neuausrichtung ist notwendig, da die neue Förderperiode der EU-Strukturförderung die geförderten Regionen mit wesentlichen neuen Rahmenbedingungen konfrontiert. Zum einen müssen die Regionen eine finanzielle Mittelkürzung verkraften, und zum anderem werden die Strukturfonds noch stärker auf die EU2020-Strategie ausgerichtet, was sich in einer strengeren Konditionalität der Mittelvergabe äußern wird.
Die Standortpolitik ist eine der Hauptverwendungszwecke der EU-Strukturfördermittel in Sachsen-Anhalt, und ist somit direkt von diesen neuen Rahmenbedingungen betroffen. Aufgrund des restriktiven Charakters dieser Determinanten ist vor allem eine stärkere inhaltliche Priorisierung und somit eine Effektivitätssteigerung notwendig.
Die Arbeit beantwortet daher im ersten Teil die Fragestellung, wie eine effektive Standortpolitik in Sachsen-Anhalt trotz der restriktiveren Bedingungen der neuen Förderperiode gestaltet werden kann. Dazu wurden zunächst bisherige theoretische Grundlagen und empirische Ergebnisse umfangreich analysiert. Zur Operationalisierung des Konzepts einer effektiven Standortpolitik wurde ein Indikator entwickelt, der auf wirtschaftlichen und politischen Indikatoren basiert. Zur Messung der Indikatoren werden unter anderen quantitativen Methoden der Datenerhebung in Form einer Unternehmensbefragung genutzt.
Mit der Beantwortung dieser Fragestellung geht allerdings zwangsweise eine Anpassung der Standortpolitik einher. Diese Anpassung bzw. stärkere inhaltliche Priorisierung der Standortpolitik in Sachsen-Anhalt führt aufgrund der restriktiveren Rahmenbedingungen unweigerlich zu einem Verteilungskonflikt unter den betroffenen Akteuren. Daher sollen im zweiten Teil dieser Arbeit die verteilungspolitischen Auswirkungen einer standortpolitischen Neuausrichtung in Sachsen-Anhalt analysiert werden.
Zu den zentralen Ergebnissen der Arbeit zählt, dass die zukünftige Standortpolitik in Sachsen-Anhalt Standortfaktoren wie Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal, Agglomerationseffekte, Lohnniveau, Universitäts- und Forschungsinfrastruktur sowie Innovationsumfeld und Image des Landes prioritär fördern sollte. Die Förderung von verwaltungsnahen Faktoren, Verfügbarkeit von Gewerbeflächen und neuen Infrastrukturprojekten sollte hingegen gekürzt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die EU-Strukturförderung als politischer Rahmen für die standortpolitische Neuausrichtung in Sachsen-Anhalt

2.1. Theoretische Grundlagen der EU-Strukturförderung

2.2. Instrumente der Strukturförderung

2.3. Determinanten der neuen Förderperiode

2.4. Implikationen für Sachsen-Anhalt

3. Entwicklung eines methodischen Konzepts zur Priorisierung von Standortfaktoren

3.1. Standorttheorien und empirische Ergebnisse der Standortforschung

3.2 Begründung der methodischen Konzeption:

3.3. Ergebnisse des Relevanzrankings der befragten Unternehmen

3.4. Ergebnisse des Verbesserungspotenzial-Rankings

3.5. Ergebnisse der Konsistenzanalyse mit den EU2020-Zielen

3.6 Zusammenfassung der drei Indikatoren und Indikatorbildung:

4. Analyse der verteilungspolitischen Wirkungen einer potentiellen Neuausrichtung der Standortpolitik Sachsen-Anhalts

4.1. Koordinationsspiel mit Verteilungskonflikt

4.2. Operationalisierung der Fragestellung

4.3. Analyse der verteilungspolitischen Wirkungen

5. Ableitung von politischen Handlungsempfehlungen für die Standortpolitik Sachsen-Anhalts nach 2014

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert, wie eine effektive Standortpolitik in Sachsen-Anhalt unter den restriktiveren Rahmenbedingungen der EU-Förderperiode 2014-2020 gestaltet werden kann, und untersucht die daraus resultierenden verteilungspolitischen Auswirkungen.

  • Neuausrichtung der Standortpolitik unter den Bedingungen der EU-Strukturförderung 2014-2020.
  • Entwicklung eines methodischen Konzepts zur Priorisierung von Standortfaktoren mittels Indikatoren.
  • Analyse von Verteilungskonflikten unter den betroffenen Akteuren durch spieltheoretische Instrumente.
  • Ableitung konkreter politischer Handlungsempfehlungen für die Standortpolitik des Landes Sachsen-Anhalt.

Auszug aus dem Buch

3. Entwicklung eines methodischen Konzepts zur Priorisierung von Standortfaktoren

Wie im letzten Kapitel festgestellt, führen die restriktiveren Determinanten der EU-Strukturförderung ab 2014 dazu, dass eine erhöhte Priorisierung und damit eine Neuausrichtung der Standortpolitik in Sachsen-Anhalt notwendig sind. Daraus ergibt sich direkt die Fragestellung, wie sich trotz der restriktiveren Determinanten eine effektive Standortpolitik gestalten lässt. Wie bereits eingangs erwähnt, wird Effektivität hier als ein Kriterium verstanden, in welchem Maße mit einer bestimmten Maßnahme ein verfolgtes Ziel erreicht wird (Maß der Wirksamkeit, Zielerreichungsgrad). In diesem Fall stellt die Ausrichtung der Standortpolitik die Maßnahme und die Ansiedlung externer Unternehmen, als primäre Intention jeder Standortpolitik, das verfolgte Ziel dar. Da zwischen der Maßnahme und der Erreichung des Ziels hier ein Kausalzusammenhang unterstellt wird, kann die Ausrichtung der Standortpolitik auch als unabhängige und die Ansiedlung externer Unternehmen als abhängige Variable betrachtet werden.

Der Terminus „Standortpolitik“ kann am besten mit dem Begriff Ansiedlungsförderung beschrieben werden und ist neben der Bestandspflege, Gründungsförderung und Clusterförderung eine der elementaren Strategien der regionalen Wirtschaftsförderung. Die Standortpolitik umfasst alle Maßnahmen, „die Standorte suchende auswärtige Unternehmen zur Ansiedlung […] bewegen sollen.“ Damit ist das konkrete Ziel, nämlich die Ansiedlung externer Unternehmen, bereits benannt. Die Ansiedlung externer Unternehmen wiederum dient den übergeordneten Zielen der regionalen Wirtschaftsförderung. Diese sind laut Dallmann und Richter: (1) Sicherung bestehender und Schaffung neuer Arbeitsplätze, (2) Sicherung und Verbesserung der Wirtschafts- und Finanzkraft und (3) Schaffung einer ausgewogenen Wirtschaftsstruktur. Damit soll eine konkrete Wohlfahrtssteigerung der in der Region lebenden Bevölkerung realisiert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die wirtschaftliche Entwicklung der neuen Bundesländer nach der Wiedervereinigung, bewertet die Rolle der EU-Strukturförderung kritisch und erläutert die neuen restriktiven Rahmenbedingungen für die Förderperiode ab 2014.

2. Die EU-Strukturförderung als politischer Rahmen für die standortpolitische Neuausrichtung in Sachsen-Anhalt: Hier werden die theoretischen Grundlagen, die Instrumente der EU-Strukturförderung und die spezifischen Determinanten der Förderperiode 2014-2020 als maßgebliche Rahmenbedingungen für die Standortpolitik thematisiert.

3. Entwicklung eines methodischen Konzepts zur Priorisierung von Standortfaktoren: Dieses Kapitel erarbeitet ein methodisches Konzept, das eine Priorisierung von Standortfaktoren durch drei Indikatoren (Relevanz, Verbesserungspotenzial, Konsistenz) messbar macht, und wendet dieses auf Sachsen-Anhalt an.

4. Analyse der verteilungspolitischen Wirkungen einer potentiellen Neuausrichtung der Standortpolitik Sachsen-Anhalts: Unter Verwendung spieltheoretischer Instrumente wird untersucht, welche Verteilungswirkungen die zuvor identifizierte Neuausrichtung der Standortpolitik auf die Akteure hat und wie sich politischer Widerstand modellieren lässt.

5. Ableitung von politischen Handlungsempfehlungen für die Standortpolitik Sachsen-Anhalts nach 2014: Das abschließende Kapitel leitet basierend auf den Ergebnissen konkrete Handlungsempfehlungen für die strategische Ausrichtung der Standortpolitik in Sachsen-Anhalt nach 2014 ab.

Schlüsselwörter

Standortpolitik, EU-Strukturförderung, Sachsen-Anhalt, Priorisierung, Standortfaktoren, EU2020-Strategie, Wirtschaftsförderung, Unternehmensansiedlung, Spieltheorie, Verteilungskonflikt, Indikatorbildung, Strukturfonds, Regionalpolitik, Investitionsförderung, Innovationsumfeld

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der notwendigen strategischen Neuausrichtung der Standortpolitik in Sachsen-Anhalt angesichts neuer Rahmenbedingungen durch die EU-Strukturförderung in der Förderperiode 2014-2020.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die EU-Strukturförderung, die Priorisierung von Standortfaktoren für Unternehmen, die Anwendung der EU2020-Strategie auf Landesebene sowie die Analyse von Verteilungseffekten durch spieltheoretische Ansätze.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, wie eine effektive Standortpolitik in Sachsen-Anhalt unter den restriktiven Bedingungen der EU-Förderperiode von 2014 bis 2020 gestaltet werden kann und welche verteilungspolitischen Konsequenzen dies für betroffene Akteure nach sich zieht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein methodisches Konzept zur Priorisierung von Standortfaktoren entwickelt, das auf drei Indikatoren basiert: unternehmensseitige Relevanz, Verbesserungspotenzial in Sachsen-Anhalt und Konsistenz mit der EU2020-Strategie. Die Auswirkungen der Neuausrichtung werden mittels kooperativer Spieltheorie simuliert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil entwickelt das methodische Konzept zur Standortfaktor-Priorisierung, analysiert die empirischen Ergebnisse einer Unternehmensbefragung, verknüpft diese mit den EU2020-Zielen und untersucht anschließend die verteilungspolitischen Auswirkungen und Akteurskonstellationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Standortpolitik, EU-Strukturförderung, Sachsen-Anhalt, Priorisierung, Standortfaktoren, EU2020-Strategie und Spieltheorie charakterisiert.

Warum ist eine Neuausrichtung der Standortpolitik in Sachsen-Anhalt zwingend erforderlich?

Eine Neuausrichtung ist notwendig, da finanzielle Mittelkürzungen und eine strengere Konditionalität der EU-Mittelvergabe an die Ziele der EU2020-Strategie eine stärkere Priorisierung und Effektivitätssteigerung der Fördermaßnahmen erfordern.

Wie werden Gewinner und Verlierer der neuen Standortpolitik identifiziert?

Gewinner und Verlierer werden durch die prognostizierte Veränderung der Fördermittelzuwendung im Vergleich zum Status quo identifiziert, basierend auf der Priorisierung der Standortfaktoren, die durch das entwickelte methodische Konzept ermittelt wurden.

Ende der Leseprobe aus 85 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Effektive Standortpolitik in den neuen Bundesländern im Rahmen der EU-Strukturförderung
Untertitel
Analyse einer standortpolitischen Neuausrichtung in Sachsen-Anhalt für die Förderperiode 2014 - 2020
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Note
1,3
Autor
Patrick Tammer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
85
Katalognummer
V262261
ISBN (eBook)
9783656505419
ISBN (Buch)
9783656506898
Sprache
Deutsch
Schlagworte
effektive standortpolitik bundesländern rahmen eu-strukturförderung analyse neuausrichtung sachsen-anhalt förderperiode
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Patrick Tammer (Autor:in), 2013, Effektive Standortpolitik in den neuen Bundesländern im Rahmen der EU-Strukturförderung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262261
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Leseprobe aus  85  Seiten
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