1 Einleitung
Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist durch eine differenzierte und relativ stark schwankende Nachfrage gekennzeichnet, wodurch die Wichtigkeit dieser Industrie ersichtlich wird, flexibel und anpassungsfähig zu sein.
Die geforderte Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an die sich schnell verändernden Marktbedingungen zeigt, wie wichtig die richtige Produktionsstandortentscheidungen sind, denen die Unternehmen ausgesetzt sind.
Denn eine hohe Anpassungsfähigkeit wird entweder durch eine kostengünstige Produktion oder durch die Vertikalisierung erreicht, da somit – wenn auch auf jeweils verschiedenen Wegen – Kosten eingespart werden können.
In der vorliegenden Arbeit wird jedoch hauptsächlich auf die Produktionsverlagerung ins Ausland eingegangen. Einerseits wird geschildert, für welche Produktionsstandorte sich Unternehmen entscheiden und weshalb sie den Schritt einer Produktionsverlagerung wagen.
Des Weiteren wird untersucht, was die Möglichkeiten aber auch die Grenzen einer solchen Verlagerung sind.
Eine Produktionsverlagerung ins Ausland bedarf reichlicher Überlegung und die Gründe müssen gut durchdacht sein.
Es wird zudem auch gezeigt, inwiefern sich die Globalisierung auf die Bekleidungsindustrie auswirkt und welche Konsequenzen eine solche Verlagerung mit sich bringt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Modebranche
2.1 Definition der „Mode“
2.2 Textile Kette
2.3 Produktlebenszyklus
3. Die Produktionsverlagerung ins Ausland
3.1 Globalisierung
3.2 attraktive Produktionsstandorte
3.3 Entwicklung Chinas als Produktionsstätte
3.4 Gründe der Verlagerung
3.5 Möglichkeiten
3.6 Gefahren und Risiken
4. Die Konsequenzen
4.1 Rückverlagerung
4.2 Global Player
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die strategischen Motive sowie die Möglichkeiten und Gefahren einer Produktionsverlagerung in der Modebranche. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen angesichts globaler Wettbewerbsbedingungen und sich wandelnder Anforderungen Standorte auswählen und welche Konsequenzen – bis hin zur möglichen Rückverlagerung – sich aus diesen Entscheidungen ergeben.
- Bedeutung der Flexibilität in der Modebranche
- Zusammenhang zwischen Produktlebenszyklus und Produktionsstandortwahl
- Strategische Gründe für Verlagerungen (Kostensenkung vs. Markterschließung)
- Risiken der Auslagerung und Herausforderungen für das Management
- Phänomen der Rückverlagerung und Entwicklung zu "Global Playern"
Auszug aus dem Buch
3.3 Entwicklung Chinas als Produktionsstätte
China zählt heute, wie bereits erwähnt, neben den neuen EU-Mitgliedsstaaten zu einem der attraktivsten Produktionsstandorte für ausländische Unternehmen.
Diese Entwicklung begann jedoch erst mit dem Auslaufen des Multi-Fibre Arrangements, welches bis 2005, zum „Schutz der heimischen Textil- und Bekleidungsindustrie der westlichen Industrienationen, den Handel zwischen diesen Industrienationen und den Billigtextilproduzenten regulierte“.14
2005 wurden die EU und die USA dann von chinesischen Textilien überflutet. Die EU und die USA reagierten bald darauf mit einer neuen Regelung, was dazu führte, dass ein Chaos an den chinesischen Häfen durch die angestauten Container ausbrach, weil diese nicht ausgeliefert werden konnten.
Die Haupttextilproduktion startete in Hong Kong, denn als britische Kolonie entwickelte Hong Kong sich schneller als andere asiatische Standorte zu einer freien Marktwirtschaft.
Da sich bei einem Investitionsboom der Lebensstandard einer Volkswirtschaft durch die natürliche ökonomische Entwicklung erhöht, steigen die Produktionskosten und somit auch das Lohnniveau.
Dies hat wiederum zur Folge, dass eine Produktionsverlagerung in günstigere Regionen vorgenommen wird.
Im Falle von China führte dies wiederum dazu, dass die Produktionsstätte in Südkorea, welches in den achtziger Jahren zu einem der ärmsten asiatischen Ländern gehörte, ausgebaut wurden. Dies hatte zur Folge, dass China als Produktionsstandort gering an Attraktivität verlor.15
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit von Flexibilität in der Modebranche und führt in die Fragestellung ein, welche Konsequenzen Produktionsverlagerungen ins Ausland für Unternehmen haben.
2. Die Modebranche: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Mode, die textile Kette und den Produktlebenszyklus, um die Branchenmechanismen und Standortanforderungen zu erläutern.
3. Die Produktionsverlagerung ins Ausland: Hier werden die Globalisierung, die Standortwahl (insb. China), Motive für Verlagerungen sowie die damit verbundenen Chancen und Risiken detailliert analysiert.
4. Die Konsequenzen: Das Kapitel betrachtet die Folgen von Verlagerungen, wobei insbesondere Gründe für Rückverlagerungen und das strategische Verhalten von sogenannten „Global Playern“ beleuchtet werden.
5. Schluss: Die Arbeit resümiert, dass eine erfolgreiche Produktionsverlagerung eine umfassende Analyse sämtlicher Standortfaktoren erfordert und warnt davor, sich allein von niedrigen Lohnkosten leiten zu lassen.
Schlüsselwörter
Modebranche, Produktionsverlagerung, Globalisierung, Textile Kette, Produktlebenszyklus, Standortfaktoren, Kostensenkung, Markterschließung, Rückverlagerung, Global Player, Wettbewerbsfähigkeit, Lieferfähigkeit, Outsourcing, China, Lohnniveau
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Strategien, Motive und Risiken von Unternehmen der Modebranche, die ihre Produktion ins Ausland verlagern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Wandel der Modebranche, der Einfluss der Globalisierung auf Produktionsstandorte sowie die strategischen Herausforderungen des Outsourcings.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Komplexität von Produktionsentscheidungen zu durchleuchten und zu zeigen, dass bei der Standortwahl mehr Faktoren als nur die Lohnkosten entscheidend für den unternehmerischen Erfolg sind.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse unter Einbeziehung relevanter Literatur, aktueller Studien (z.B. vom Fraunhofer-Institut) und Branchenberichten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der Zusammenhang zwischen Produktlebenszyklus und Standort, die Entwicklung von Produktionsstandorten wie China und Vietnam sowie die Gefahren und strategischen Konsequenzen einer Verlagerung erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Produktionsverlagerung, Kostenvorteile, Flexibilität, Rückverlagerung und Global Player.
Warum wird China im Buch als Beispiel für Produktionsverlagerungen genannt?
China dient als Fallbeispiel für den Wandel einer Volkswirtschaft: Vom attraktiven Billiglohn-Produktionsstandort hin zu einem Markt mit steigenden Löhnen, was Unternehmen zwingt, ihre Strategien kontinuierlich anzupassen.
Was versteht die Autorin unter einem „Global Player“ im Kontext der Modebranche?
Ein Global Player ist ein Unternehmen, das durch weltweite Standorte flexibel auf Marktveränderungen reagiert und die Produktion bei Bedarf kurzfristig zwischen verschiedenen Regionen verlagert.
- Arbeit zitieren
- Jennifer von Burg (Autor:in), 2013, Möglichkeiten und Grenzen der Produktionsverlagerung ins Ausland in der Modebranche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262301