Diese Hausarbeit des Seminars "Homeland/Homefront: 21st Century Novels" des Masterstudiengangs nutzt als Primärliteratur den Roman "Saturday" von Ian McEwan. Es wird anhand von ausgewählten Textbeispielen analysiert, inwiefern der im Roman angebotene Aphorismus "Think small" als Lösungsweg bei moralischen Konfliktsituationen für den Protagonisten Henry Perowne und zudem bezüglich des Irak-Kriegs fungiert bzw. fungieren kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Empathie und (Fach)Wissen – eine Begriffsannäherung
3 Think small – Darstellung des Aphorismus im Roman
3.1 Die Begegnungen von Baxter und Henry Perowne – Think small als Lösungsweg
3.2 Think small – Der Lösungsweg auch für „größere“ Fragen
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit des Aphorismus „Think small“ als Lösungsstrategie für sowohl private als auch gesellschaftlich-politische Problemlagen im Roman Saturday von Ian McEwan, wobei der Fokus auf dem Protagonisten Henry Perowne und seiner Nutzung von Empathie und Fachwissen liegt.
- Die Funktion von Empathie und Fachwissen als Bewältigungsstrategien
- Die Analyse der Konfrontationen zwischen Henry Perowne und der Figur Baxter
- Die Übertragung von „Think small“ auf die politische Dimension des Irak-Kriegs
- Die kritische Hinterfragung, ob Empathie bei komplexen globalen Problemen ausreicht
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Begegnungen von Baxter und Henry Perowne – Think small als Lösungsweg
In McEwans Roman treffen Henry und Baxter – ein an Chorea Huntington leidender, aggressiver Krimineller – in zwei gewalttätigen Situationen aufeinander, die dem Leser aus der Sicht Henrys vermittelt werden. Die erste Szene, auf die Bezug genommen wird und in der Henrys (Fach)Wissen und die dadurch anscheinend für Baxter hervorgerufene Empathie die Lösung des Konflikts bieten, ereignet sich in der University Street nach einem Beinahe-Autounfall (vgl. S. 83-99).
In den circa ersten zehn Seiten, in denen diese Begegnung dargestellt wird, ist auffällig, wie detailliert McEwan aus der Sicht Perownes die Person Baxter beschreibt. Henry beobachtet sein Gegenüber genau, was ebenfalls durch das medizinisch getönte Verb to examine deutlich wird, welches zudem auf Henrys medizinische Ausbildung hinweist (vgl. McEwan 2006: 83). So fällt Henry recht zu Beginn des Aufeinandertreffens folgendes an Baxter, dessen Nachnamen er nicht erfährt, auf:
As before, the short man – five foot five or six perhaps – is out in front. His gait is distinctive, with a little jazzy twist and dip of his trunk as though he’s punting along a gentle stretch of river. (McEwan 2006: 84)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, präsentiert das Motto „Think small“ aus Ian McEwans Saturday und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dessen Funktionalität als Lösungsstrategie.
2 Empathie und (Fach)Wissen – eine Begriffsannäherung: Es erfolgt eine theoretische Einordnung der Begriffe Empathie und (Fach)Wissen, um eine Grundlage für die Analyse der Handlungsweisen des Protagonisten Henry Perowne zu schaffen.
3 Think small – Darstellung des Aphorismus im Roman: Dieses Hauptkapitel wendet den Aphorismus auf konkrete Konfliktsituationen an, unterteilt in private Begegnungen mit Baxter und die Auseinandersetzung mit globalen Fragen wie dem Irak-Krieg.
3.1 Die Begegnungen von Baxter und Henry Perowne – Think small als Lösungsweg: Der Abschnitt analysiert, wie Henry durch seine medizinische Beobachtungsgabe und Empathie die unmittelbaren Bedrohungen durch Baxter entschärft.
3.2 Think small – Der Lösungsweg auch für „größere“ Fragen: Hier wird untersucht, ob die Strategie der Einzelfallbetrachtung („Think small“) auch bei komplexen politischen Themen wie dem Irak-Krieg eine tragfähige Entscheidungsgrundlage bietet.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Roman „Think small“ zwar als Bewältigungsmöglichkeit anbietet, jedoch gleichzeitig Zweifel daran aufkommen lässt, ob dies bei gesellschaftspolitischen Fragen eine ausreichende Antwort darstellt.
Schlüsselwörter
Ian McEwan, Saturday, Think small, Empathie, Fachwissen, Henry Perowne, Baxter, Irak-Krieg, Perspektivübernahme, Chorea Huntington, Literaturwissenschaft, Moral, Problemlösung, Romananalyse, Gesellschaftskritik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert, ob das Motto „Think small“ aus dem Roman Saturday von Ian McEwan eine effektive Strategie darstellt, um sowohl private Probleme als auch komplexe gesellschaftliche Fragen zu bewältigen.
Welches ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Autorin untersucht, ob „Think small“ als allgemeingültige Lösungsstrategie fungiert oder ob der Roman Zweifel an dieser Funktionalität aufkommen lässt, insbesondere bei globalen politischen Themen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der narrativen Funktion von Empathie, der Rolle von medizinischem Fachwissen sowie der moralischen Auseinandersetzung mit Gewalt und politischen Konflikten.
Welche Methode wird verwendet?
Es wird eine textnahe Analyse des Romans Saturday durchgeführt, unterstützt durch literaturwissenschaftliche Definitionen von Empathie und die Interpretation von Schlüsselstellen des Werks.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Konfrontationen zwischen dem Protagonisten Henry Perowne und dem Kriminellen Baxter sowie die Art und Weise, wie Perowne seine Erkenntnisse aus dem Privatleben auf die politische Debatte über den Irak-Krieg überträgt.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Empathie, Perspektivübernahme, Chorea Huntington und die moralische Reflexion des Protagonisten geprägt.
Warum spielt das medizinische Wissen des Protagonisten eine Rolle?
Henry Perownes Ausbildung als Neurochirurg ermöglicht ihm eine präzise Beobachtung von Baxters körperlichen Symptomen, was wiederum eine spezifische Form der Empathie und der Konfliktbewältigung erst ermöglicht.
Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit bezüglich des Irak-Kriegs?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Roman die Wirksamkeit von „Think small“ bei politischen Großereignissen in Frage stellt, da Henry erkennt, dass seine gefestigte Haltung durch das Schicksal eines Einzelnen allein nicht haltbar ist.
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- Heidi Veldtrup (Author), 2013, ‚Think small’ als Lösungsweg für jedes Problem?!, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262337