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Antragsprofis und Punktejäger

Auswirkungen der Inszenierung von Wettbewerben im Rahmen der Ökonomisierung deutscher Hochschulen

Title: Antragsprofis und Punktejäger

Term Paper , 2012 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Stefan Landgraf (Author)

Pedagogy - Higher Education
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Bis ins 20. Jahrhunder hinein folgten die deutschen Universitäten dem Humboldt´schen Ideal der Freiheit von Forschung und Lehre in einer vitalen Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden. Die Bildungexpansion der 70er Jahre sowie die aktuellen Veränderungen im Rahmen der Bologna-Reform führten dazu, dass die Universitäten für die "Massen" geöffnet wurden und sie mit immer knapperen finanziellen Ressourcen auskommen müssen. Dies drängt sie zum Wettberwerb und dazu, als Unternehmen zu operieren. Diese Arbeit setzt sich mit den Auswirkungen dieser Veränderungen für die Universitäten auseinander.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hochschulen im Wettbewerb

2.1. Wettbewerb um Dritt- und Fördermitteln

2.2. Wettbewerb um Studierende

2.3. Interne Wettbewerb zwischen Professoren

3. Auswirkungen der Wettbewerbe

3.1. Auswirkungen des Wettbewerbs um Dritt- und Fördermittel

3.2. Auswirkungen des Wettbewerbs um Studierende

3.3. Auswirkungen des internen Wettbewerbs zwischen Professoren

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Folgen der zunehmenden Ökonomisierung deutscher Hochschulen im Rahmen des New Public Management. Dabei wird analysiert, wie wettbewerbsorientierte Steuerungsmechanismen das ursprüngliche Humboldt'sche Ideal der Einheit von Forschung und Lehre beeinflussen und welche strukturellen Veränderungen sowie unerwünschten Anreize durch die Einführung von Leistungsindikatoren und Rankings entstehen.

  • Wettbewerbsdruck durch Drittmittelakquise und Exzellenzinitiative
  • Einfluss von Hochschul-Rankings auf die Studienangebotsgestaltung
  • Interne Konkurrenz zwischen Professoren durch leistungsbezogene Vergütung
  • Konsequenzen der quantitativen Messbarkeit von Wissenschaft
  • Transformation der Hochschulen in unternehmensorientierte Akteure

Auszug aus dem Buch

3.3. Auswirkungen des internen Wettbewerbs zwischen Professoren

Wie bereits dargestellt wurde, führt die Ökonomisierung der Hochschulen unter anderem dazu, dass sich die Hochschulleitung zunehmend auf Managementinstrumente stützt, die Leistung von Professoren anhand von Kennzahlen bemisst und die daraus resultierenden Ergebnisse für die strategische Planung einsetzt. Dahinter steht die Managementillusion, dass sich Leistung durch Kennzahlen objektiv messen lässt. In der Praxis zeigt sich allerdings, dass die Kennzahlen oftmals kaum in einem Zusammenhang stehen und ein Scheinwissen vortäuschen, das die Realität aber nicht abbilden kann. Viele Ziele, die für die Praxis von Bedeutung sind, können mit den Kennzahlen gar nicht oder nur unzureichend erfasst werden. Dies führt zu einer Fehlsteuerung durch das Setzen perverser Anreize. So werden sich die Professoren beispielsweise bemühen, die Zahl ihrer Publikationen in den Peer Reviewed Journals zu erhöhen, da dies von der Hochschulleitung als messbarer Indikator verwendet werden kann. Gleiches gilt für das Anwerben von Mitarbeitern für Drittmittelprojekte. Dabei besteht allerdings das Problem, dass für den angeworbenen Mitarbeiter keine Karrierechancen bestehen. Somit wird der Professor dafür belohnt, dass er talentierte Wissenschaftler davon abhält, an einem Institut tätig zu sein, das ihnen langfristige Karrierechancen eröffnet (vgl. Binswanger 2012: 71-73; Münch 2009: 116-119).

Wettbewerb zwischen Professoren gab es auch vor der Kolonisierung des Wissenschaftssystems durch die Ökonomie. Diese Wettbewerbe waren allerdings nicht darauf ausgelegt, Gewinner und Verlierer zu produzieren, sondern es ging um die Reputation, also die Anerkennung durch die akademische Gemeinschaft. Die Beiträge, die die Wissenschaftler durch ihre Forschung für die akademische Gemeinschaft erbringen, werden als Geschenk verstanden, das der Forscher der Gemeinschaft aus Dankbarkeit dafür zurückgibt, dass er in diese Gemeinschaft aufgenommen wurde. Die „Wissenschaftliche Praxis [war] also ein Schenken aus Dankbarkeit, Verbundenheit und Verpflichtung, eine kollektive Erkenntnissuche und Produktion eines Kollektivgutes, ein produktiver Wettbewerb um Qualität und Priorität ohne Sieger und Besiegte“ (Münch 2011: 47).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt das historische Leitbild der deutschen Universität und deren schleichende Transformation durch Industrialisierung sowie spätere ökonomische Einflüsse.

2. Hochschulen im Wettbewerb: Analysiert die Einführung von Wettbewerbsmechanismen (Drittmittel, Rankings, interne Leistungsanreize) unter dem Paradigma des New Public Management.

3. Auswirkungen der Wettbewerbe: Untersucht kritisch die Folgen der Ökonomisierung auf Forschung, Lehre und das universitäre Klima durch Fehlsteuerungen und perverse Anreizsysteme.

4. Resümee: Zieht das Fazit, dass die angestrebten Effizienzsteigerungen ausbleiben und stattdessen eine qualitative Verarmung sowie eine Abkehr vom Wissenschaftsethos stattfindet.

Schlüsselwörter

Hochschulmanagement, New Public Management, Drittmittel, Exzellenzinitiative, Hochschulranking, Ökonomisierung, Wissenschaftsethos, Leistungsindikatoren, Forschung, Lehre, Wettbewerb, Humbolt'sches Ideal, Publikationsdruck, Reputation, Kennzahlen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der zunehmenden Ökonomisierung und der Einführung wettbewerbsorientierter Steuerungsmechanismen auf die Struktur und Qualität deutscher Hochschulen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Wettbewerb um Drittmittel, der Konkurrenz um Studierende mittels Rankings und dem internen Wettbewerb unter Professoren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass die im Zuge des New Public Management eingeführten Wettbewerbsformen ihr Versprechen auf Effizienzsteigerung nicht halten können und stattdessen wissenschaftliche Fehlentwicklungen provozieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf der Auswertung bestehender Literatur und wissenschaftlicher Diskurse zur Hochschulpolitik und Ökonomisierung basiert.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Mittelpunkt?

Im Hauptteil wird detailliert dargestellt, wie sich die drei identifizierten Wettbewerbsformen konkret auf die tägliche wissenschaftliche Arbeit und die institutionelle Ausrichtung der Universitäten auswirken.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Begriffe wie "Akademischer Kapitalismus", "Leistungsindikatoren", "perverse Anreize" und die "ökonomische Intrusion" beschreiben den Kern der kritischen Auseinandersetzung.

Welche Rolle spielt das Prinzipal-Agent-Modell in der Argumentation?

Es dient zur Erläuterung der gestörten Beziehung zwischen Hochschulleitungen (Prinzipale) und Professoren (Agenten), bei der durch mangelndes Vertrauen Kontrollapparate an die Stelle akademischer Selbstverwaltung treten.

Warum kritisieren die Autoren die heutigen Ranking-Systeme?

Rankings werden als künstliche Messverfahren kritisiert, die zu "Salamitaktik" bei Publikationen und einer Bevorzugung von Mainstream-Forschung führen, statt tatsächliche wissenschaftliche Qualität zu erfassen.

Welches Fazit zieht die Arbeit zur Zukunft der Universitäten?

Die Arbeit fordert ein grundlegendes Umdenken weg vom Misstrauens- und Kontrolldenken hin zu einer Stärkung der intrinsischen Motivation und der akademischen Gemeinschaft.

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Details

Title
Antragsprofis und Punktejäger
Subtitle
Auswirkungen der Inszenierung von Wettbewerben im Rahmen der Ökonomisierung deutscher Hochschulen
College
University of Bamberg
Course
Soziologie
Grade
1,0
Author
Stefan Landgraf (Author)
Publication Year
2012
Pages
27
Catalog Number
V262424
ISBN (eBook)
9783656513612
ISBN (Book)
9783656513162
Language
German
Tags
Universität Wettbewerb Exzelenzinitiative Bologna-Prozess Bologna-Reform Humboldt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Landgraf (Author), 2012, Antragsprofis und Punktejäger, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262424
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