Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting

Ist die regionale Zweiteilung der gesetzlichen Rentenversicherung noch zeitgemäß?

Title: Ist die regionale Zweiteilung der gesetzlichen Rentenversicherung noch zeitgemäß?

Seminar Paper , 2013 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Yannick Bury (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Über 20 Jahre nach Vollendung der Deutschen Einheit liegen der Rentenberechnung immer noch unterschiedliche Berechnungsmethoden zu Grunde. Die aktuelle Bundesregierung hat ihn ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, eine einheitliche Rentenberechnung für das gesamte Bundesgebiet einzuführen. Ein Vorhaben, das bisher nicht umgesetzt wurde.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Konzeption der regionalen Teilung der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) und die grundsätzlichen Annahmen hinter dieser Konzeption darzulegen und anschließend zu diskutieren. Es soll erläutert werden,mit welchen Zielsetzungen die unterschiedlichen Arten der Rentenberechnung zu Stande kamen und welche Konzepte und Annahmen dahinter stehen.
Abschließend soll bewertet werden, ob eine regionale Teilung der GRV noch zu rechtfertigen ist und wie der Übergang in eine einheitliche Rentenberechnung aussehen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Unterschiede der Rentenberechnung in den neuen Bundesländern – Analyse und Diskussion

2.1 Teilhabe- und Beitragsäquivalenz als Effizienzmaß

2.2 Der Status-quo der Rentenberechnung

2.3 Lohnkonvergenz als zentrale Annahme der unterschiedlichen Berechnung

2.4 Beurteilung der unterschiedlichen Berechnungen

2.4.1 Rentenwert

2.4.2 Entgelthochwertung

2.4.3 Bemessungsgrenze

2.4.4 Ein Beispiel zur Verdeutlichung der Problematik der unterschiedlichen Berechnungen

3. Reformvorschläge zur Schaffung einer einheitlichen Rentenberechnung

3.1 Verschiedene Reformkonzepte

3.2 Der Vorschlag des Sachverständigenrats

3.3 Zur Bewertung des Vorschlags

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Konzeption und die aktuelle Rechtfertigung der regionalen Zweiteilung der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) in Deutschland. Ziel ist es, die bestehenden Berechnungsunterschiede zwischen den alten und neuen Bundesländern kritisch zu hinterfragen und zu evaluieren, inwieweit diese nach über 20 Jahren Einheit noch Bestand haben können, sowie Möglichkeiten eines Übergangs zu einer einheitlichen Rentenberechnung aufzuzeigen.

  • Analyse der Teilhabe- und Beitragsäquivalenz als Bewertungsmaßstäbe
  • Kritische Hinterfragung der Annahme der Lohnkonvergenz
  • Untersuchung der regionalen Modifizierungen (Rentenwert, Entgelthochwertung, Beitragsbemessungsgrenze)
  • Diskussion aktueller Reformkonzepte zur Vereinheitlichung
  • Bewertung des Vorschlags des Sachverständigenrats zur besitzstandswahrenden Umbasierung

Auszug aus dem Buch

2.4.1 Rentenwert

Der aktuelle Rentenwert beträgt momentan 28,07 €, der Rentenwert Ost 24,92 (Deutsche Rentenversicherung: 2013). Eine schlichte sofortige Anhebung des Rentenwerts Ost auf das Niveau des aktuellen Rentenwerts würde Mehrkosten von etwa fünf Milliarden Euro verursachen (Sachverständigenrat 2008: 638). Wie bereits gezeigt, entwickelt sich der aktuelle Rentenwert mit dem Lohnfortschritt in den alten Bundesländern, während sich der aktuelle Rentenwert (Ost) mit dem Lohnfortschritt in den neune Bundesländern entwickeln soll. Demnach gilt für beide Regionen nach der ursprünglichen Konstruktion der Systematik bei einer vollständigen Anpassung der Löhne und Gehälter derselbe Rentenwert (Sachverständigenrat 2008: 369).

Insofern ist eine unterschiedliche Berechnung der Rentenwerte bei Annahme einer Lohnkonvergenz begründbar. Dass diese Annahme allerdings als äußerst fraglich zu betrachten ist wurde im vorherigen Abschnitt gezeigt.

Tatsächlich sind zudem bei den Anpassungsvorschriften des aktuellen Rentenwerts (Ost) einige Änderungen zur ursprünglich festgelegten Berechnung vorgenommen worden, die die eigentliche Konzeption einer Angleichung der Renten, die der Angleichung der Nominallöhne folg zuwider laufen. So wurde 2004 mit dem Rentenversicherungsnachhaltigkeitsgesetz eine Schutzklausel Ost beschlossen (Steffen 2008: 4). Inhalt dieser Schutzklausel ist es, dass: „der aktuelle Rentenwert (Ost) […] mindestens um den Vomhundertsatz anzupassen [ist], um den der aktuelle Rentenwert angepasst wird“ (§255a SGB VI). Der aktuelle Rentenwert (Ost) wird also identisch mit dem aktuellen Rentenwert erhöht, auch wenn der Satz der Erhöhung nicht dem Satz des Lohn- und Gehaltswachstums in den neuen Ländern entspricht. Dies bewirkt, dass ein einmal erreichtes Niveau der Angleichung der Rentenwerte nicht wieder unterschritten werden kann, oder im Zeitverlauf sich der Rentenwert Ost deutlich schneller dem aktuellen Rentenwert annähert, als sich die Durchschnittsentgelte annähern (Sachverständigenrat 2008: 370, Steffen 2008: 4).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der regionalen Zweiteilung der GRV ein und definiert die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.

2. Die Unterschiede der Rentenberechnung in den neuen Bundesländern – Analyse und Diskussion: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der Rentenberechnung, die Annahme der Lohnkonvergenz und die spezifischen Verzerrungen bei Rentenwert, Entgelthochwertung sowie Beitragsbemessungsgrenzen analysiert.

3. Reformvorschläge zur Schaffung einer einheitlichen Rentenberechnung: Dieses Kapitel stellt verschiedene politische Reformkonzepte vor und bewertet insbesondere den Vorschlag des Sachverständigenrats im Hinblick auf verfassungsrechtliche Anforderungen und Verteilungswirkungen.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass eine Vereinheitlichung der Rentenberechnung dringend geboten ist, deren politische Umsetzung jedoch aufgrund der Debattenlage unwahrscheinlich bleibt.

Schlüsselwörter

Gesetzliche Rentenversicherung, GRV, Rentenüberleitungsgesetz, RÜG, Rentenwert Ost, Lohnkonvergenz, Beitragsäquivalenz, Teilhabeäquivalenz, Entgelthochwertung, Beitragsbemessungsgrenze, Sachverständigenrat, Rentenanpassung, Rentengerechtigkeit, deutsche Einheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Berechtigung und Konzeption der regionalen Zweiteilung der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) zwischen den neuen und alten Bundesländern mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die Rentenüberleitungsregelungen, das Prinzip der Beitrags- und Teilhabeäquivalenz sowie die Mechanismen der Lohnkonvergenz und deren Auswirkungen auf die Rentenberechnung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die regionale Teilung der GRV kritisch zu hinterfragen, zu bewerten, ob sie noch zu rechtfertigen ist, und Wege für einen Übergang zu einer einheitlichen Rentenberechnung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen und analytischen Auseinandersetzung mit geltenden Rentengesetzen, politischen Reformvorschlägen und ökonomischen Gutachten, insbesondere des Sachverständigenrats.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die bestehenden Berechnungsunterschiede, kritisiert die Annahme der Lohnkonvergenz als Legitimationsgrundlage und diskutiert verschiedene Reformansätze zur Harmonisierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Rentenüberleitungsgesetz (RÜG), Rentenwert Ost, Beitragsäquivalenz, Entgelthochwertung und die Angleichung der Rentensysteme.

Warum wird die Entgelthochwertung kritisiert?

Die Entgelthochwertung wird kritisiert, da sie zu einer Umverteilung führt, die das Prinzip der Teilhabeäquivalenz verletzt und die Einkommenspositionen im Rentenbezug von denen im Erwerbsleben entkoppelt.

Was schlägt der Sachverständigenrat zur Vereinheitlichung vor?

Der Sachverständigenrat schlägt eine besitzstandswahrende Umbasierung vor, bei der bundeseinheitliche Rechengrößen eingeführt werden und Entgeltpunkte einmalig an das gesamtdeutsche Niveau angepasst werden, um verfassungsrechtliche Eigentumsgarantien zu wahren.

Excerpt out of 25 pages  - scroll top

Details

Title
Ist die regionale Zweiteilung der gesetzlichen Rentenversicherung noch zeitgemäß?
College
University of Freiburg  (Institut für Finanzwissenschaft I)
Course
Finanzwissenschaftliches Blockseminar 2013
Grade
1,3
Author
Yannick Bury (Author)
Publication Year
2013
Pages
25
Catalog Number
V262459
ISBN (eBook)
9783656508496
ISBN (Book)
9783656508700
Language
German
Tags
zweiteilung rentenversicherung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yannick Bury (Author), 2013, Ist die regionale Zweiteilung der gesetzlichen Rentenversicherung noch zeitgemäß?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262459
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  25  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint