Durch die Globalisierung der Märkte, der dynamischen und komplexen Entwicklung neuer Technologien und nicht zuletzt durch den verstärkten internationalen Wettbewerb wird eine tief greifende Veränderung im Managementverhalten unentbehrlich Heutige Unternehmungen werden mit neuen Herausforderungen konfrontiert, insofern zeigt sich eine unabdingbare Notwendigkeit, sich gemäß diesen veränderten Rahmenbedingungen in adäquater Weise anzupassen, um künftige potentielle Krisen besser bewältigen zu können.
Gefordert wird ein zeitgemäßes Management, geprägt durch Innovation und intensive interne und externe Kommunikation, welches sich durch flachere Hierarchien und vernetzte Prozesse auszeichnet. Angesichts der Tatsache, dass etwas Altbewährtes nicht immer die effizienteste und effektivste Lösung zu sein scheint, wird ein Umdenken im Managementverhalten notwendig. Der turbulenten Umwelt bewusst, muss man sich stets vor Augen halten, dass „Veränderung“ ein unabdingbares Mittel ist, um die Überlebensfähigkeit des Unternehmens auch in Zukunft zu gewährleisten. „Noch immer ruhen sich zu viele Manager auf dem Erfolg vergangener Tage aus und begreifen nicht, dass sie verkrustete Strukturen aufbrechen müssen, damit ihr Unternehmen auch“ in Zukunft erfolgreich den Existenzkampf besteht. Folglich sind ebenso fortschreitende Entwicklungen in der Technik in sinnvoller Weise hinreichend für das Unternehmen einzusetzen.
Demgemäß traten in den letzten Jahren verstärkt neue Ansätze zur Unternehmensführung und -gestaltung auf. Modeworte wie Business Process Reengineering, Lean Management und TQM wurden unter anderen zu einem zentralen Thema in komplexen Managementsystemen. All diesen Schlagworten liegt ein gemeinsamer Aspekt zugrunde, nämlich die prozessorientierte Betrachtungsweise.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Terminologische Grundlagen
2.1 Zum Begriff des BPR
2.2 Begriffliche Abgrenzung
2.3 Zum Begriff der Prozesse
3 Konzeptionelle Grundlagen
3.1 Die Elemente des BPR
3.1.1 Kompetenzorientierung
3.1.2 Prozessorientierung
3.1.3 Kundenorientierung
3.1.4 Top down Ansatz im Sinne einer Bombenwurfstrategie
3.1.5 Ganzheitlichkeit im Sinne eines White Paper Approach
3.2 Kontextfaktoren
3.2.1 Die Bedeutung der Informationstechnologie
3.2.2 Empowerment
3.3 Zielsetzungen im Rahmen des Reengineering
4 Der Ablauf des Business Process Reengineering
4.1 Vorbereitung
4.1.1 Positionierung des Unternehmens
4.1.2 Implementierung der Projektorganisation
4.2 Die wichtigsten Projektschritte
4.2.1 Prozessanalyse
4.2.2 Prozessredesign
4.2.3 Prozessimplementierung
5 Innovationspotential von BPR
6 Einsatzbereiche in der betrieblichen Praxis
7 Kritische Würdigung
8 Resümee
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Managementkonzept des Business Process Reengineering (BPR) hinsichtlich seiner theoretischen Grundlagen, methodischen Umsetzung und praktischen Anwendung. Das primäre Ziel ist es, den radikalen Wandel durch Prozessorientierung zu analysieren, die Erfolgsvoraussetzungen sowie Risiken kritisch zu hinterfragen und die Einbettung des Konzepts in die moderne Unternehmensführung zu beleuchten.
- Grundlagen des Business Process Reengineering und terminologische Abgrenzung.
- Konzeptionelle Elemente wie Prozess- und Kundenorientierung sowie IT-Einsatz.
- Methodischer Ablauf: Von der Prozessanalyse über das Redesign zur Implementierung.
- Kritische Würdigung von Herausforderungen, Widerständen und Erfolgsfaktoren in der Praxis.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Kompetenzorientierung
Geprägt vom Gedanken der unzureichenden Fähigkeit eines „traditionellen Managements“ den komplexen Anforderungen der heutigen Zeit gerecht zu werden, wird allmählich die Notwendigkeit zur Konzentration auf die eigenen Stärken klar ersichtlich.
Um strategische Vorteile schöpfen zu können, bedarf es einer ganzheitlichen Gestaltung von Ressourcen und Wertschöpfungsprozessen. Stets unter der Prämisse, schneller und besser als der Wettbewerb zu agieren, müssen verschiedene Fähigkeiten und Technologien in Unternehmen, zu Kernkompetenzen zusammengefasst werden, die für den Kunden einen eindeutig erkennbaren Nutzen darstellen.
Business Process Reengineering zielt darauf ab, solche möglichen Kernkompetenzen im Unternehmen zu identifizieren, indem auf folgende Kriterien abzustellen ist:
eine Kernkompetenz eröffnet potentiell den Zugang zu einer Vielzahl von Märkten
eine Kernkompetenz leistet einen wesentlichen Beitrag zu den wahrgenommenen Vorzügen des Endproduktes
eine Kernkompetenz darf von der Konkurrenz nur relativ schwer zu imitieren sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den durch Globalisierung und technologische Entwicklungen entstehenden Innovationsdruck, der Unternehmen zu einer prozessorientierten Neuausrichtung zwingt.
2 Terminologische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert BPR als fundamentales Überdenken und radikales Redesign von Unternehmensprozessen und grenzt es von evolutionären Ansätzen wie TQM ab.
3 Konzeptionelle Grundlagen: Hier werden die Kernelemente wie Kompetenz- und Kundenorientierung sowie die Rolle der Informationstechnologie und Empowerment als Kontextfaktoren analysiert.
4 Der Ablauf des Business Process Reengineering: Dieses Kapitel beschreibt den praktischen Projektablauf, unterteilt in Phasen der Vorbereitung, Analyse, des Redesigns und der Implementierung.
5 Innovationspotential von BPR: Der Abschnitt betrachtet BPR als Konglomerat aus verschiedenen Managementansätzen und hebt die Bedeutung nachhaltiger Prozessorientierung hervor.
6 Einsatzbereiche in der betrieblichen Praxis: Hier wird die Anwendbarkeit von BPR auf verschiedene Branchen und Unternehmensgrößen sowie die Kombination mit anderen Methoden diskutiert.
7 Kritische Würdigung: Das Kapitel reflektiert kritisch über Widerstände, die kulturelle Prägung durch US-amerikanische Ursprünge und das Risiko eines reinen "Profitstrebens".
8 Resümee: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung von BPR als machtvolles Instrument, das jedoch sorgfältig und individuell in die Unternehmensstrategie integriert werden muss.
Schlüsselwörter
Business Process Reengineering, BPR, Prozessorientierung, Kundenorientierung, Kernkompetenzen, Prozessredesign, Change Management, Unternehmensführung, radikaler Wandel, Innovationspotenzial, Empowerment, Informationstechnologie, Wertschöpfungskette, Unternehmenskultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Analyse des Business Process Reengineering (BPR) als Managementinstrument zur radikalen Umgestaltung von Unternehmensprozessen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen theoretische Definitionen, die Identifikation von Kernkompetenzen, methodische Projektschritte sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der praktischen Umsetzung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Erfolgsvoraussetzungen von BPR aufzuzeigen und zu klären, warum das Konzept trotz hoher Anforderungen an das Management und die Belegschaft als wichtiges Gestaltungsinstrument dient.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Untersuchung bestehender Managementkonzepte, um eine strukturierte Bestandsaufnahme des BPR-Ansatzes zu erstellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in konzeptionelle Grundlagen, den konkreten Ablauf eines Reengineering-Projekts sowie eine differenzierte Untersuchung der Innovationspotenziale und Anwendungsbereiche.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Prozessorientierung, radikaler Wandel, Kernkompetenzen, Kundenfokussierung und Change Management.
Warum ist die Unterscheidung zwischen BPR und TQM so wichtig?
Während TQM auf kontinuierliche, inkrementale Verbesserungen setzt, zielt BPR auf einen radikalen, revolutionären Neuanfang ab, weshalb die Vermischung beider Konzepte in der Praxis oft zu Verwirrung führt.
Warum scheitern viele BPR-Projekte in der Praxis?
Häufige Ursachen sind mangelnde Einbindung der Mitarbeiter, unzureichende Strategie-Fokussierung, fehlende Kompetenz in der Beratung oder die Unterschätzung kultureller Widerstände im europäischen Kontext.
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- Markus Slamanig (Autor), 2003, Business Process Reengineering, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26252