Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Pédagogie - Pédagogie curative, Pédagogie spécialisée

Integration behinderter Kinder in die Grundschule

Titre: Integration behinderter Kinder in die Grundschule

Mémoire (de fin d'études) , 2004 , 92 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Dipl. Simone Menzer (Auteur)

Pédagogie - Pédagogie curative, Pédagogie spécialisée
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Seit über dreißig Jahren wird die in Deutschland größtenteils noch vorherrschende Sonderbeschulung durch die Integrationsbewegung in Frage gestellt. Eberwein formulierte (schon) 1990 die Aufforderung an die Sonderpädagogik, die eigens initialisierte Isolation aufzugeben und sich „aufgrund des Erkenntnisstandes der Verpflichtung zu stellen, eine historische Fehlentscheidung- und Entwicklung zu korrigieren, die darin bestand, eine sonderpädagogische Anthropologie begründet zu haben.“ (Eberwein 1990, S. 344 f.).
Auch Preuss-Lausitz schreibt, dass das System der separaten sonderpädagogischen Förderung als „ein nach 1945 irritierend lang festgehaltener „deutscher Sonderweg“ angesehen werden (..) [kann]“ (Preuss-Lausitz 1999, S.45). Sonderpädagogik gilt laut Preuss-Lausitz in Europa und weit darüber hinaus heute als sozial unerwünscht, überholt, ineffektiv und zu teuer gemessen an der Wirkung (Preuss-Lausitz 1999, S. 45).
Das deutsche Schulsystem hat viele Entwicklungen hinter sich. Von der Schule nur für reiche und nichtbehinderte Kinder über die Schule, die in unterschiedliche Gesellschaftsschichten geteilt wurde über die jahrgangsübergreifenden Schulen, die vor allem in ländlichen Gegenden lang verbreitet waren, bis zu der heute noch verbreiteten Unterrichtsform, bei der möglichst leistungs- und altershomogene Klassen gebildet werden, damit eine (fragliche) maximale Förderung vollzogen werden kann.
Alle Menschen sind verschieden – also sind auch alle SchülerInnen verschieden. Daher fordern seit den siebziger Jahren die Eltern von behinderten und nichtbehinderten Kindern sowie viele PädagogInnen eine Schule für alle Kinder: integrativer Unterricht an Regelschulen statt separierenden Spezialschulen.
In Deutschland herrscht gegenwärtig das viergliedrige Schulsystem vor: Hauptschule, Realschule, Gymnasium und Sonderschule, wobei es vermehrt Schulversuche gibt, behinderte und nichtbehinderte Kinder in der (Grund-)schule gemeinsam zu unterrichten, die jedoch in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich ausgeprägt sind.
In der vorliegenden Diplomarbeit geht es um die Frage, ob und unter welchen Umständen die integrative Beschulung von Kindern in der Grundschule der Sonderbeschulung vorzuziehen ist. Dabei wird kurz auf den geschichtlichen Hintergrund der Sonderpädagogik eingegangen, anschließend werden die Rahmenbedingungen untersucht und abschließend werden die Erfahrungen der direkt Beteiligten (Eltern, Lehrer und Kinder) untersucht und vorgestellt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Untersuchungsdesign

2. Geschichtliche und ideengeschichtliche Entwicklung der Hilfspädagogik

2.1 Von der Aussonderung behinderter Kinder zu den ersten Erziehungs- und Bildungsversuchen

2.2 Von den Erziehungsversuchen zu den ersten Hilfsschulen

2.3 Sonderpädagogik in der nationalsozialistischen Zeit

2.4 Die Entwicklung der Sonderpädagogik nach dem 2. Weltkrieg 1945

2.5 Die Integrationsbewegung

2.6 Zusammenfassung und Diskussion der geschichtlichen und ideengeschichtlichen Entwicklung der Hilfspädagogik

3. Integration in der Praxis – die Rahmenbedingungen schulischer Integration

3.1 Rechtliche Rahmenbedingungen

3.2 Strukturelle und konzeptionelle Anforderungen

3.2.1 Innere Differenzierung

3.2.2 Projektarbeit

3.2.3 Wochen- und Tagesplanarbeit

3.2.4 Freie Arbeit

3.3 Räumliche Anforderungen

3.4 Exkurs: Kostenvergleich: Integration versus Sonderbeschulung

3.5 Personelle Anforderungen

3.5.1 Ansprüche an die RegellehrerInnen

3.5.2 Anforderungen an die SonderpädagogInnen

3.5.3 Diskussion personeller Anforderungen

4. Die Beteiligten der integrativen Beschulung

4.1 Die Eltern in der Integration

4.1.1 Gründe für Integrationsklassen

4.1.2 Gründe gegen eine integrative Beschulung

4.1.3 Einschätzung der Wirkung einer gemeinsamen Beschulung auf ihre Kinder

4.1.4 Zusammenfassung und Diskussion der Elternmeinung- und Erfahrung

4.2 Lehrerinnen und Lehrer in Integrationsklassen

4.2.1 Motivation der Lehrer für einen Einstieg in den integrativen Unterricht

4.2.2 Bewertung des integrativen Unterrichtes aus der Sicht der Grundschul- und SonderschullehrerInnen

4.2.2.1 Hamburger Untersuchung von Hinz und Wocken 1994/95

4.2.2.2 Untersuchung von Heyer, Preuss-Lausitz und Schöler 1995 in Brandenburg

4.2.2.3 Untersuchung von Dumke/Krieger/Schäfer 1985/86 in Bonn

4.2.2.4 Untersuchung von Deppe-Wolfinger/Prengel/Reiser 1985/86 in der BRD

4.2.3 Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse

4.3 Kinder in der Integration

4.3.1 Integration aus der Sicht der Kinder

4.3.1.1 : Untersuchung von Heyer, Preuss-Lausitz und Schöler 1996 in Brandenburg

4.3.1.2 Befragung von Dumke und Schäfer im Schuljahr 1985/86 in Bonn

4.3.2 Forschungsergebnisse zum gemeinsamen Unterricht

4.3.2.1 Soziale Integration der behinderten Kinder in die Grundschulklasse

4.3.2.2 Schulleistungen der behinderten und nichtbehinderten SchülerInnen in integrativen und nichtintegrativen Klassen

4.3.2.3 SchülerInnenverhalten in Integrationsklassen

4.3.3 Diskussion der Ergebnisse

5. Zusammenfassung und Wertung der Ergebnisse

5.1 Geschichtliche und Ideengeschichtliche Entwicklung der Hilfspädagogik

5.2 Die notwendigen Rahmenbedingungen für integrativen Unterricht in der Grundschule

5.2.1 Rechtliche Regelung

5.2.2 Strukturelle und konzeptionelle Anforderungen

5.2.3 Räumliche Gestaltung

5.2.4 Kostenvergleich

5.2.5 Personelle Bedingungen

5.3 Die Beteiligten integrativer Beschulung

5.3.1 Die Meinung der Eltern

5.3.2 Die Meinung der LehrerInnen

5.3.3 Die Kinder in Integrationsklassen

5.4 Bewertung der Ergebnisse

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, ob integrativer Unterricht an Regelschulen die separierende Sonderbeschulung in Deutschland ablösen kann oder sollte. Dabei analysiert die Autorin sowohl den historischen Kontext der Hilfspädagogik als auch die aktuellen rechtlichen, strukturellen und personellen Rahmenbedingungen. Ein zentrales Ziel ist es, durch die Einbeziehung wissenschaftlicher Studien zu den Erfahrungen von Eltern, Lehrern und Schülern zu belegen, dass integrative Beschulung nicht nur pädagogisch vorteilhaft, sondern auch organisatorisch und finanziell umsetzbar ist.

  • Historische und ideengeschichtliche Entwicklung der Sonderpädagogik.
  • Notwendige Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche schulische Integration.
  • Kostenvergleich zwischen integrativer Beschulung und Sonderschulwesen.
  • Positionen und Erfahrungen der direkt Beteiligten (Eltern, Lehrkräfte, Kinder).
  • Evaluation und Bewertung der Ergebnisse hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit des deutschen Schulsystems.

Auszug aus dem Buch

3.5.1 Ansprüche an die RegellehrerInnen

Gerade die RegelschullehrerInnen sind doch in ihrem beruflichen Alltag Einzelkämpfer (Dumke/Krieger/Schäfer 1989, S. 150), dass heißt, dass sie ihren Unterricht einzeln und abgeschieden vom Kollegium halten und es nicht gewohnt sind, sich dem „Gefühl der Kontrolle“ durch Anwesenheit anderer MitarbeiterInnen (z.B. SonderpädagogInnen, SozialarbeiterInnen, Zivi, PraktikantInnen o.ä.) hingeben zu müssen (vgl. Heyer 2002, S. 199). Gehrmann/Hüwe begründen das Unbehagen der GrundschullehrerInnen auch in der beruflichen Sozialisation: Die Anwesenheit anderer LehrerInnen ist in der Lehrerlaufbahn in der Regel immer mit Bewertungen (Prüfungen) einhergegangen und erschwert wohlmöglich den positiven Blick auf ein Zwei-Lehrer-System (Gehrmann/Hüwe 2001, S. 100; ebenso Lersch 2001, S. 68 f.).

Obwohl 55-75% der Lehrer grundsätzlich bereit sind, im Zwei-Lehrer-System zu unterrichten, schrecken sie die Sorge vor Reibungsverlusten, einer zu hohen Arbeitsbelastung durch Termine für Absprachen und eine „fremde Kompetenz“ in „ihrem“ Unterricht (z.B. SonderpädagogInnen, SozialarbeiterInnen) vor der Realisierung ab (Jaumann 1996, S. 25). „Manche Lehrerinnen und Lehrer haben mehr Angst vor dem zweiten Erwachsenen in der Klasse als vor dem behinderten Kind.“ (Schöler 1993, S.79).

Der gemeinsame Unterricht bedarf neuer und modifizierter Fähigkeiten und Fertigkeiten seitens der RegelschullehrerInnen. Diese fühlen sich jedoch oft nicht ausreichend qualifiziert (Dumke/Krieger/Schäfer 1989, S. 143). Im integrativen Unterricht sind durch die zieldifferenten Lernanforderungen methodisch-didaktische Anpassungen an die unterschiedlichen Lernmöglichkeiten und Fähigkeiten der SchülerInnen unumgänglich. Die GrundschullehrerInnen müssen in der Lage sein, berufsfeldübergreifend zu kooperieren und beratungskompetent für die Eltern der Kinder in einer Integrationsklasse sein. Diese erforderlichen Kompetenzen erhalten jedoch an den Hochschulen für Lehrerbildung einen viel zu geringen Stellenwert (Gehrmann/Hüwe 2001, S. 101; ebenso Heyer 1990, S. 181).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Ablösung der Sonderbeschulung durch die Integrationsbewegung und definiert die Forschungsfrage sowie das Design der Arbeit.

2. Geschichtliche und ideengeschichtliche Entwicklung der Hilfspädagogik: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Weg von der frühen Aussonderung über die Gründung der Hilfsschulen bis hin zur Sonderpädagogik im Nationalsozialismus und der späteren Integrationsbewegung nach.

3. Integration in der Praxis – die Rahmenbedingungen schulischer Integration: Hier werden die rechtlichen, strukturellen, räumlichen und personellen Voraussetzungen für eine gelingende Integration in der Grundschule detailliert erörtert.

4. Die Beteiligten der integrativen Beschulung: Dieser Teil analysiert durch verschiedene Studien die Sichtweisen und Erfahrungen von Eltern, Lehrkräften und Schülern im Kontext der integrativen Beschulung.

5. Zusammenfassung und Wertung der Ergebnisse: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet die integrative Beschulung als gesellschaftspolitisches Ziel für ein inklusives Schulsystem.

Schlüsselwörter

Integrative Beschulung, Sonderpädagogik, schulische Integration, Inklusion, Regelschule, Innere Differenzierung, Kooperation, Lehrerbildung, Schulleistungen, Sozialverhalten, Elternmeinung, Projektarbeit, Heterogenität, Schulsystem, Bildungsreform

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der integrativen Beschulung von behinderten und nichtbehinderten Kindern an allgemeinen Grundschulen in Deutschland und hinterfragt die Legitimität des Sonderschulsystems.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Sonderpädagogik, die notwendigen rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen für Integration sowie die empirische Auswertung der Erfahrungen von Eltern, Lehrern und Kindern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, ob die Forderung nach einer Auflösung der Sonderschulen zugunsten integrativer Unterrichtsmodelle durch praktische Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse gerechtfertigt ist.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die bestehende repräsentative Forschungsstudien, Befragungsergebnisse und pädagogische Fachliteratur sichtet, analysiert und diskutiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die praktischen Voraussetzungen wie Klassenbesetzung, räumliche Gestaltung und die spezifische Kooperation zwischen Regellehrern und Sonderpädagogen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Integrative Beschulung, Sonderpädagogik, Heterogenität, Innere Differenzierung und die Kooperation verschiedener Berufsgruppen im Lehrerteam.

Wie bewerten die Eltern die integrative Beschulung ihrer Kinder?

Die befragten Eltern zeigen eine hohe Gesamtzufriedenheit und würden sich mehrheitlich erneut für eine integrative Beschulung entscheiden, da sie vor allem die soziale Entwicklung ihrer Kinder als positiv hervorheben.

Welchen Stellenwert hat die Kooperation im Lehrerteam für den Erfolg der Integration?

Die Kooperation gilt als entscheidender Schlüsselfaktor; erst durch die Zusammenarbeit in einem Zwei-Lehrer-System und den Verlust des traditionellen Einzelkämpfertums kann eine individuelle Förderung aller Kinder in heterogenen Lerngruppen gelingen.

Fin de l'extrait de 92 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Integration behinderter Kinder in die Grundschule
Université
University of Applied Sciences Bremen
Note
1,0
Auteur
Dipl. Simone Menzer (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
92
N° de catalogue
V26257
ISBN (ebook)
9783638286541
ISBN (Livre)
9783638702393
Langue
allemand
mots-clé
Integration Kinder Grundschule
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dipl. Simone Menzer (Auteur), 2004, Integration behinderter Kinder in die Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26257
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  92  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint