Die folgende Ausarbeitung zum oben genannten Thema bezieht sich nicht, wie im Hinblick auf die Formulierung des Themas vielleicht angenommen wird, auf das Rudern, sonder auf den Sport allgemein.
Der Sport wird von einer philosophischen Seite genauer betrachtet und gedeutet.
Dabei werden Ansätze zur Deutung des Sports aufgezeigt und es wird darauf eingegangen was der Sport für eine Bedeutung auch für die Gesellschaft hat. Es dreht sich also um die Cardenal-Frage ob der Sport überhaupt auf eine sinnige Art und Weise gedeutet werden kann und wenn ja durch welche Gesichtspunkte und Blickwinkel dies möglich ist.
Anschließend wird die Frage beantwortet ob der Sport eine eigene schöne Kunst ist und was sich dahinter verbirgt. Welche Rolle die Ästhetik dabei spielt ist ein weiteres zentrales Thema, bei dem auch ein Blick in die Vergangenheit gewagt wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ansätze zur Deutung des Sports
2. 1. Sport in der Gesellschaft
2.2. Sport auf der Grundlage des Jagdtriebes
2.3. Vielseitige Deutung des Sports
3. Die achte Kunst
3.1. Ist Sport eine Schöne Kunst?
3.2. Ästhetische und zweckgerichtete Sportarten
3.3. Die freien Künste
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Sportphänomen aus einer philosophischen Perspektive, um zu ergründen, ob und wie Sport sinnvoll gedeutet werden kann. Dabei wird hinterfragt, inwieweit Sport als „achte Kunst“ betrachtet werden kann und welche Rolle die Ästhetik in verschiedenen sportlichen Betätigungsfeldern spielt.
- Philosophische Deutungsmuster des Sports
- Soziologische Aspekte und Massenphänomene im Sport
- Sport als ästhetisches Phänomen und "achte Kunst"
- Unterscheidung zwischen ästhetischen und zweckgerichteten Sportarten
- Integration des Sports in den Bildungskanon der freien Künste
Auszug aus dem Buch
3.1. Ist Sport eine Schöne Kunst?
Ist eine Vollendung der Bewegung, wie das genannte Beispiel zu Beginn des zweiten Kapitels, ein künstlerisches Ideal und kann der Sport als eine der Künste gedeutet werden? → Tritt also der Sport neben Dichtkunst, Bildhauerei, Malerei, Architektur, Schauspielerei, Musik und Tanz als die achte Kunst auf (wie Pierre Frayssinet es in einem Essay erläutert hat)? Für diesen nämlich ist der Sport eine der schönsten Künste. (vgl. Lenk, 1985, S. 87)
Und auch Pierre de Coubertin, der Wiederbegründer der Olympischen Spiele der Neuzeit, wollte bewusst Sport und Kunst sowie Sport und Geist wiedervereinen, denn er sah in der sportlichen Bewegung und auch im Körper des Sportlers das Ästhetische. Und auch den sportlichen Höchstleistungen wurde ein Kunstwert zugesprochen, denn sie werden in schöpferischer Tätigkeit erschaffen und eifern einem Ideal des Schönen nach.
Die oben gestellte Frage lässt sich, das ist schon zu merken, nicht eindeutig beantworten. Eine mögliche Bejahung der Frage ob denn der Sport eine schöne Kunst sei, sieht folgendermaßen aus: Frayssinet weist zum Einen auf die geschichtliche Verbindung von Sport, Kult und Kunst und deren Gemeinsamkeiten bei den alte Griechen hin. Sie ehrten ihre Götter mit sportlichen Wettkämpfen und mit Kunstwerken gleichermaßen. Zum Anderen meint Frayssinet:
„Es bestehe unter den Sporttreibenden eine mehrheitliche Übereinstimmung, die es uns erlaubt, den Sport als eine Aktivität ohne unmittelbare Nützlichkeit, als zweckfrei zu definieren, die sich in Gestalt eines Wettkampfes aufgrund intensiver Muskelanstrengungen abspielt, welche einen großen Energieaufwand erfordern.“ (Lenk, 1985, S. 89)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die philosophische Herangehensweise an das Thema und steckt den Rahmen der allgemeinen Sportdeutung ab.
2. Ansätze zur Deutung des Sports: Dieses Kapitel kritisiert bestehende, einseitige Interpretationsansätze und beleuchtet Sport als mehrdimensionales Phänomen.
2. 1. Sport in der Gesellschaft: Hier wird der Einfluss sportlicher Massenveranstaltungen auf das Verhalten von Gruppen soziologisch analysiert.
2.2. Sport auf der Grundlage des Jagdtriebes: Dieser Abschnitt untersucht, inwieweit sportliche Aktivitäten auf den menschlichen Jagdtrieb zurückzuführen sind.
2.3. Vielseitige Deutung des Sports: Hier wird die Verbindung zwischen mythologischen und ethologischen Ansätzen der Sportinterpretation zusammengeführt.
3. Die achte Kunst: Dieses Kapitel thematisiert die ästhetischen Grundlagen der sportlichen Bewegung im Kontext der Kunsttheorie.
3.1. Ist Sport eine Schöne Kunst?: Es wird die Frage diskutiert, ob Sport aufgrund seiner Ästhetik als Kunstform kategorisiert werden kann.
3.2. Ästhetische und zweckgerichtete Sportarten: Unterscheidung zwischen Sportarten, bei denen die Art der Ausführung bewertet wird, und solchen, bei denen nur das Ergebnis zählt.
3.3. Die freien Künste: Dieser Teil ordnet den Sport in den historischen Bildungskanon der freien Künste ein.
4. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass Sport ein komplexes, mehrdimensionales Phänomen bleibt, das verschiedene Deutungszugänge erfordert.
Schlüsselwörter
Sport, Phänomenologie, Ästhetik, Kunst, Leistungssport, Breitensport, Philosophie, Gesellschaft, Massenverhalten, Jagdtrieb, Bewegungskultur, freie Künste, Zweckfreiheit, Interpretation, Hans Lenk.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Deutung des Sports und hinterfragt, ob er als eine Kunstform oder als mehrdimensionales gesellschaftliches Phänomen zu verstehen ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Einordnung des Sports, die Analyse von Massenphänomenen, die Ästhetik der Bewegung sowie der Vergleich mit der Kunsttheorie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie facettenreich Sport gedeutet werden kann und ob sich dieser als „achte Kunst“ oder Teil der „freien Künste“ definieren lässt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine philosophisch-theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse bestehender literarischer und philosophischer Deutungsansätze, insbesondere von Hans Lenk, basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Deutungsmuster des Sports, untersucht ihn als ästhetisches Phänomen und differenziert zwischen verschiedenen Sportarten hinsichtlich ihrer künstlerischen oder zweckgerichteten Ausrichtung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sport, Ästhetik, Kunsttheorie, mehrdimensionales Phänomen, Zweckfreiheit und freie Künste charakterisiert.
Was unterscheidet „ästhetische“ von „zweckgerichteten“ Sportarten?
Bei ästhetischen Sportarten (z.B. Turnen) ist die Art der Ausführung entscheidend für die Bewertung, während bei zweckgerichteten Sportarten (z.B. Weitsprung) ausschließlich das messbare Ergebnis zählt.
Warum wird Sport in der Arbeit als „achte freie Kunst“ bezeichnet?
Weil der Sport – ähnlich wie die klassischen freien Künste – zur allgemeinen Bildung und Schulung beiträgt und somit einen Anspruch erhebt, der weit über bloße sportliche Höchstleistungen hinausgeht.
- Arbeit zitieren
- Diplom Sportwissenschafter Andreas Bocek (Autor:in), 2011, Phänomenologische Beschreibung des Ruderns, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262605