Open Source beziehungsweise quelloffene Software ist seit den 70er Jahren eine feste Größe in der IT-Branche. Die Idee: Freier Zugang zu den Quellcodes, um die Innovation von Softwareprogrammen voranzutreiben. Sie darf von jedem zu unterschiedlichsten Zwecken ohne starre Lizenzbeschränkungen genutzt werden. Dieses Konzept birgt Chancen, aber auch Risiken.
Dieses Buch beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, inwieweit mit Open Source-Software erfolgreiche Geschäftsmodelle entwickelt werden können. Wie sie in Unternehmen genutzt werden kann und welche der bestehenden Open Source-Lizenzen für das eigene Projekt optimal zugeschnitten ist.
Aus dem Inhalt: Definition von Open Source, Vorteile und Nachteile von OSS, Open Source -Lizenzen im Vergleich, Einsatz von Open Source-Programmen in Unternehmen, Bausteine für OSS-Geschäftsmodelle.
Inhaltsverzeichnis
Bestimmungsmerkmale für ausgewählte Geschäftsmodelle im Bereich Open Source Software (OSS) von Florian Lüchinger
Vorwort
Einleitung
Digitales Gut Software
Grundlagen Open Source Software (OSS)
Geschäftsmodell-Ontologie
Bausteine für OSS-Geschäftsmodelle
Zusammenfassung und Ausblick
Vergleich von Open-Source-Lizenzen von Alexander Schaaf
Einleitung
Definitionen
Grundlagen
Vergleich der Open-Source-Lizenzen
Handlungsempfehlung für Unternehmen
Resümee
Die Entwicklung von Open Source Software (OSS) – Ein Beispiel für die Integration des Open Innovation Konzeptes in Organisationen? Von Bernhard Ellmer
Einleitung
Definition und Idee von OSS
Open Innovation
Open Source in Unternehmen als eine Form von Open Innovation
Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Publikation untersucht die ökonomischen und rechtlichen Aspekte von Open Source Software (OSS) für Unternehmen. Das Hauptziel besteht darin, aufzuzeigen, wie Unternehmen erfolgreiche Geschäftsmodelle auf Basis von OSS entwickeln können, welche rechtlichen Rahmenbedingungen dabei durch diverse Lizenzen bestehen und wie sich Open Source in den Innovationskontext von Organisationen integrieren lässt.
- Analyse der Bestimmungsfaktoren für erfolgreiche OSS-Geschäftsmodelle.
- Vergleich verschiedener Open-Source-Lizenzmodelle und deren rechtliche Implikationen.
- Grundlagen zu digitalen Gütern und der Geschäftsmodell-Ontologie nach Osterwalder.
- Integration von OSS als Form des Open Innovation Konzepts in Organisationen.
- Handlungsempfehlungen für Unternehmen zum professionellen Lizenzmanagement.
Auszug aus dem Buch
Einleitung
Mit der Entwicklung und Verbreitung des Internets ergab sich die Möglichkeit, digitale Informationen praktisch beliebig oft auszutauschen und dies ohne große Berücksichtigung von Eigentumsrechten. Shapiro/Varian heben einerseits die Vorteile des Internets als neues, schnelles Distributionsmedium von digitalen Informationen hervor, sehen aber andererseits Probleme in der Tatsache, dass durch das Internet eine unkontrollierbare Kopiermaschine in Gang gesetzt wurde: „Digital information can be perfectly copied and instantaneously transmitted around the world, leading many content producers to view the Internet as one giant, out-of-control copying machine“.
Aufgrund dieser Tatsache entwickelten sich mindestens zwei unterschiedliche Perspektiven für die Vermarktungsweise von Software. Die erste fokussierte sich auf einen verbesserten Schutz der Urheberrechte von digitalen Informationen mit Hilfe von Lizenzen. Denn eine Software-Lizenz ist eine Art Vertrag, in dem eine Partei (Lizenzgeber) einer anderen (Lizenznehmer) bestimmte Nutzungsrechte an einer urheberrechtlich geschützten Software überlässt oder beschränkt.
Nichtsdestotrotz ermöglichen die einfachen Kopiermöglichkeiten von digitalen Gütern das leichte Erstellen und Weiterverbreiten von unrechtmässigen Kopien, insbesondere von proprietärer Software. Gemäß Business Software Alliance (BSA) hat Softwarepiraterie im Jahre 2002 weltweit Verluste von 13,08 Milliarden Dollar verursacht.
Die zweite Betrachtungsweise hingegen setzte sich zum Ziel, die freie Verbreitung von digitalen Informationen im Bereich Software unter den Begriffen „Free Software“ (FS) oder „Open Source Software (OSS)“ zu fördern. Im Gegensatz zu proprietärer Software geht es bei FS und OSS nicht darum, Rechte einzuschränken, sondern darum, möglichst vielen Menschen eine Veränderung des Codes zu gestatten und damit u.a. eine langfristige Verbesserung der Software zu ermöglichen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Problemstellung im Umgang mit digitalen Gütern und führt in die zwei gegensätzlichen Ansätze des Software-Schutzes und der freien Software-Verbreitung ein.
Digitales Gut Software: Hier werden die ökonomischen Merkmale von Software als digitales Gut, insbesondere die Kostenstruktur und Netzwerkeffekte, theoretisch fundiert.
Grundlagen Open Source Software (OSS): Dieses Kapitel bietet einen historischen Abriss der OSS-Entwicklung und grenzt die Begriffe „Free Software“ und „Open Source“ voneinander ab.
Geschäftsmodell-Ontologie: Die theoretischen Grundlagen der Geschäftsmodell-Ontologie nach Osterwalder werden definiert und als Raster für die Analyse von OSS-Geschäftsmodellen eingeführt.
Bausteine für OSS-Geschäftsmodelle: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse spezifischer Geschäftsmodelle, wie etwa der Linux-Distributoren, mittels der zuvor definierten Analyseraster.
Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zu den Bestimmungsfaktoren für OSS-Geschäftsmodelle zusammen und bietet einen kurzen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.
Schlüsselwörter
Open Source Software, OSS, Geschäftsmodell-Ontologie, Lizenzmanagement, Free Software, Open Innovation, Copyleft, GNU GPL, proprietäre Software, Softwarepiraterie, Netzwerkeffekte, System-Integratoren, Lizenzkompatibilität, Quellcode, Digital Rights Management.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das übergeordnete Ziel der Arbeit?
Die Arbeit verfolgt das Ziel, Bestimmungsmerkmale für Geschäftsmodelle im Bereich Open Source Software zu identifizieren und aufzuzeigen, wie diese im unternehmerischen Kontext erfolgreich implementiert werden können.
Welche Themenfelder stehen im Fokus?
Zentrale Themen sind die ökonomischen Eigenschaften digitaler Güter, die verschiedenen Open-Source-Lizenzmodelle, der Aufbau einer Geschäftsmodell-Ontologie sowie die Integration von OSS-Prozessen in ein Open-Innovation-Modell.
Worum geht es bei der Geschäftsmodell-Ontologie?
Die Ontologie nach Osterwalder bietet ein strukturiertes Analyseraster mit vier Hauptelementen (Produkt, Kundenmanagement, Infrastrukturmanagement, finanzielle Aspekte), um die Logik eines Geschäftsmodells zu beschreiben.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewendet?
Die Autoren stützen sich auf eine theoretische Herleitung der Geschäftsmodell-Bestandteile, die durch eine fallorientierte Analyse und Strukturierung von OSS-Geschäftsmodellen (z.B. Linux-Distributoren, Dienstleister) ergänzt wird.
Wie unterscheidet sich die GPL von anderen Lizenzen?
Die GPL ist durch eine strenge „Copyleft“-Klausel gekennzeichnet, die sicherstellt, dass Weiterentwicklungen der Software ebenfalls unter derselben freien Lizenz veröffentlicht werden müssen, was eine Kommerzialisierung als proprietäre Software verhindert.
Warum ist das Thema Lizenzmanagement für Unternehmen so wichtig?
Lizenzmanagement sichert die rechtliche Konformität, hilft bei der Vermeidung von Risiken durch unzulässige Softwarenutzung und unterstützt Unternehmen dabei, die strategischen Vorteile von Open Source aktiv zu steuern.
Was ist unter dem „Dual License“-Modell zu verstehen?
Hierbei wird ein Produkt sowohl unter einer restriktiven Open-Source-Lizenz (für die Community) als auch unter einer kommerziellen, proprietären Lizenz vertrieben, um sowohl Reichweite als auch Erträge zu sichern.
Welche Rolle spielt die „Open Innovation“-Strategie?
Open Innovation beschreibt die Öffnung der Forschungs- und Entwicklungsprozesse. OSS-Projekte dienen hierbei als Praxisbeispiel, wie externes Wissen und eine Community-basierte Entwicklung in unternehmerische Prozesse integriert werden können.
Was unterscheidet Copyleft von Lizenzen ohne Copyleft?
Lizenzen ohne Copyleft (wie die BSD License) erlauben die Weitergabe von Software und deren Modifikationen ohne die Pflicht, diese ebenfalls unter einer freien Lizenz zu veröffentlichen, was eine Integration in geschlossene Produkte ermöglicht.
- Arbeit zitieren
- Alexander Schaaf (Autor:in), Florian Lüchinger (Autor:in), Bernhard Ellmer (Autor:in), 2013, Open Source-Software. Chance und Risiko für Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262631