Sportethik. Wie der Drang zum Sieg das schlechte Gewissen in den Schatten stellt


Seminararbeit, 2011

24 Seiten, Note: 1,1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Allgemeine Information
1.1 Dopingdefinition
1.2 Geschichte des Dopings
1.3 Ethik und dessen Beziehung zum Sport

2. Sportethik
2.1 Fairness und Chancengleichheit
2.2 Gesundheit
2.3 Das Dilemma zwischen Erfolg und Werten des Sports
2.4 Doping aus der Sicht der Befürworter

Literaturverzeichnis

Erklärung

Einleitung

Den Sport gibt es schon seit mehreren tausend Jahren, mindestens so lang wie es auch die Ethik gibt. Doch früher brachte man den Sport weniger mit der Ethik in Verbindung als heute. Das liegt daran, dass der Sport sich seit etwa Ende des 19. Jahrhunderts grundlegend verändert hat. Sport ist ursprünglich zur Erhaltung der Gesundheit getrieben worden. Doch heute haben die Mediatisierung, die Medikalisierung und die Kommerzialisierung den Sport stark beeinflusst.[1] Der Gedanke an den Sieg und dessen positiven Folgen haben das schlechte Gewissen unterdrückt, wie man es auch bei den verschiedenen Dopingskandalen in den Medien zu sehen kriegt. Trotz Sperren und Strafen ihrer Gegner, nehmen sie diese nicht als exemplarisches Beispiel und entscheiden sich ebenfalls für das Doping. Ohne Rücksicht auf Gesundheit, Karriere und Fairness spritzen sie sich oder nehmen Medikamente, und haben bei ihrer Missetat nur Ruhm und Reichtum im Kopf. Doch einige ethische Fragen an die Sportler bleiben unbeantwortet:

- Fanden die Sportler das Training für unzureichend und haben sie sich deshalb gedopt?
- Oder hatten die Sportler beim Verlieren das Gefühl, abseits von den Besseren zu stehen, und haben sie sich deshalb gezwungen gefühlt, ein Mitläufer zu werden?
- Hatte sie schon vom Anfang ihrer Sportkarriere die böse Absicht, oder hat der Drang zum Sieg dazu geführt, den Fairnessgedanken aus dem Auge zu blenden?
- Hatten sie nach ihren Siegen kein schlechtes Gewissen? Schließlich haben sie betrogen und sich nichts verdient.

Ich versetzte mich in deren Lage und dachte mir, wenn ich ein Spitzensportler wäre, ob ich dopingfrei bleiben würde, oder ob sich bei mir der Druck und die Belastung durchschlagen hätten und mich überredet hätten, mich dem Doping zuzuneigen. Denn schließlich würde ich meine Karriere, meine Gesundheit, mein Ansehen und vieles mehr verlieren und mich und den Sport in das Elend ziehen. Nun wollte ich genaueres zu diesem Thema wissen, und entschied mich, das Dopingproblem ethisch zu hinterfragen.

Zum Inhalt der Seminararbeit lässt sich sagen, dass sie unter sportethischen Aspekten die Dopingproblematik verdeutlichen soll. Dabei ist sie in zwei Teile gegliedert:

Im informativen Teil wird vorerst abgeklärt, was unter dem Begriff Doping zu verstehen ist. Dazu wird kurz die Geschichte des Dopings und einige der Jahrzehnte lang stark umstrittenen Ausformulierungen von unterschiedlichen Dopingdefinitionen bis zum derzeit gültigen Anti Doping Code (WADC) der WADA erläutert. Im sportethischen Teil werden die verschiedenen Ansichten zur Begründung eines Dopingverbotes aufgezeigt, dessen Hauptargumente Gesundheit, Fairness und Chancengleichheit sind. Die aktuelle Dopingbekämpfung erfordert sowohl frühzeitige pädagogische Beratung der jungen Sportler als auch unterstützende Maßnahmen durch nationale und internationale Organisationen, die für die Bekämpfung des Dopings sind. [2]

Diese Seminararbeit soll das Dopingproblem im Sport transparent machen und ist kurzgesagt eine Befürwortung für den guten menschlichen Sport und gegen Doping.

Velihan Bulut

1.Allgemeine Information

1.1 Dopingdefinition

Das Ziel einer Dopingdefinition ist es zu beschreiben, was unter Doping zu verstehen ist. 1952 begann der Deutsche Sportbund, eine Definition von Doping aufzustellen:

„Die Einnahme eines jeden Medikaments – ob es wirkt oder nicht – mit der Absicht der Leistungssteigerung während eines Wettkampfes ist als Doping zu bezeichnen.“ [3]

Mit der Zeit und mit dem Wandel der Dopingmethoden, vor allem wegen der Entstehung von Anabolika Ende der fünfziger Jahre [4], wurde diese Definition zu unpräzise. 1963 entstand nach einem Beschluss des Europarates eine neue Definition:

„Doping ist die Verabreichung oder der Gebrauch körperfremder Substanzen in jeder Form und physiologischer Substanzen in abnormaler Form oder auf abnormalem Weg an gesunde Personen mit dem einzigen Ziel der künstlichen und unfairen Steigerung der Leistung für den Wettkampf.“ [5]

So ähnlich wie bei der älteren Definition fand man mit der Zeit Mankos und es entstanden viele weitere Definitionen. Heute gibt es viele Definition des Dopings, wobei die offiziell anerkannte Definition die WADC (World Anti-Doping Code) der WADA (Welt-Anti-Doping Agentur) ist. Der Unterschied dieser Definition zu den anderen ist, dass sie nicht nur das Doping selbst beschreibt, sondern auch über mehreren Seiten alle bislang bekannten Möglichkeiten der Nutzung von Doping ausführlich auflistet. Zusammenfassung der WADC:

„Nach dem Welt Anti-Doping Code vom 1.1.2004 wird Doping definiert als das Vorliegen eines oder mehrerer der in den Artikeln 2.1 bis 2.8 festgelegten Verstöße gegen Anti-Doping Bestimmungen. Dabei gelten als Verstöße:

2.1 Das Vorhandensein eines verbotenen Wirkstoffes, seiner Metaboliten oder Marker in den Körpergewebs- oder Körperflüssigkeitsproben eines Athleten

2.2 Die Anwendung oder der Versuch der Anwendung eines verbotenen Wirkstoffs oder einer verbotenen Methode

2.3 Die Weigerung oder das Unterlassen ohne zwingenden Grund, sich einer angekündigten Probenentnahme zu unterziehen, die gemäß anwendbaren Anti-Doping Bestimmungen zulässig ist, oder ein anderweitiger Versuch, sich der Probenentnahme zu entziehen

2.4 Das Nichteinhalten von Vorschriften zu Trainingskontrollen

2.5 Der Versuch der Manipulation des Kontrollverfahrens

2.6 Der Besitz verbotener Wirkstoffe und Methoden

2.7 Das Dealen mit verbotenen Wirkstoffe und Methoden

2.8 Das Dopen von Athleten oder deren Unterstützung beim Dopen“ [6]

Heute versteht man unter Doping kurzgesagt, was durch das IOC und die Fachverbände an Substanzen/Wirkstoffgruppen und Methoden auf die „Liste“ gesetzt worden ist. Die Verbotslisten sind offen, d.h., sie können jederzeit ergänzt werden.

[...]


[1] Mehr dazu auf S. 8f.

[2] Vgl. Leitner 2008, S. 111.

[3] Asmuth 2010, S. 17; Haug 2006, S. 28.

[4] Haug 2006, S. 32.

[5] Berendonk 1991, S. XIX; Haug 2006, S. 28.

[6] WADC: http://www.wada-ama.org/rtecontent/document/Code_deutsch.pdf [Zugriff am: 05.06.2011]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Sportethik. Wie der Drang zum Sieg das schlechte Gewissen in den Schatten stellt
Note
1,1
Autor
Jahr
2011
Seiten
24
Katalognummer
V262652
ISBN (eBook)
9783656511977
ISBN (Buch)
9783656511557
Dateigröße
2538 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sportethik, drang, sieg, gewissen, schatten
Arbeit zitieren
Velihan Bulut (Autor), 2011, Sportethik. Wie der Drang zum Sieg das schlechte Gewissen in den Schatten stellt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262652

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