Den Sport gibt es schon seit mehreren tausend Jahren, mindestens so lang wie es auch die Ethik gibt. Doch früher brachte man den Sport weniger mit der Ethik in Verbindung als heute. Das liegt daran, dass der Sport sich seit etwa Ende des 19. Jahrhunderts grundlegend verändert hat. Sport ist ursprünglich zur Erhaltung der Gesundheit getrieben worden. Doch heute haben die Mediatisierung, die Medikalisierung und die Kommerzialisierung den Sport stark beeinflusst.1 Der Gedanke an den Sieg und dessen positiven Folgen haben das schlechte Gewissen unterdrückt, wie man es auch bei den verschiedenen Dopingskandalen in den Medien zu sehen kriegt. Trotz Sperren und Strafen ihrer Gegner, nehmen sie diese nicht als exemplarisches Beispiel und entscheiden sich ebenfalls für das Doping. Ohne Rücksicht auf Gesundheit, Karriere und Fairness spritzen sie sich oder nehmen Medikamente, und haben bei ihrer Missetat nur Ruhm und Reichtum im Kopf. Doch einige ethische Fragen an die Sportler bleiben unbeantwortet:
o Fanden die Sportler das Training für unzureichend und haben sie sich deshalb gedopt?
o Oder hatten die Sportler beim Verlieren das Gefühl, abseits von den Besseren zu stehen, und haben sie sich deshalb gezwungen gefühlt, ein Mitläufer zu werden?
o Hatte sie schon vom Anfang ihrer Sportkarriere die böse Absicht, oder hat der Drang zum Sieg dazu geführt, den Fairnessgedanken aus dem Auge zu blenden?
Hatten sie nach ihren Siegen kein schlechtes Gewissen? Schließlich haben sie betrogen und sich nichts verdient.
Ich versetzte mich in deren Lage und dachte mir, wenn ich ein Spitzensportler wäre, ob ich dopingfrei bleiben würde, oder ob sich bei mir der Druck und die Belastung durchschlagen hätten und mich überredet hätten, mich dem Doping zuzuneigen. Denn schließlich würde ich meine Karriere, meine Gesundheit, mein Ansehen und vieles mehr verlieren und mich und den Sport in das Elend ziehen. Nun wollte ich genaueres zu diesem Thema wissen, und entschied mich, das Dopingproblem ethisch zu hinterfragen.
Zum Inhalt der Seminararbeit lässt sich sagen, dass sie unter sportethischen Aspekten die Dopingproblematik verdeutlichen soll.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Allgemeine Information
1.1 Dopingdefinition
1.2 Geschichte des Dopings
1.3 Ethik und dessen Beziehung zum Sport
2. Sportethik
2.1 Fairness und Chancengleichheit
2.2 Gesundheit
2.3 Das Dilemma zwischen Erfolg und Werten des Sports
2.4 Doping aus der Sicht der Befürworter
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Seminararbeit setzt sich kritisch mit der Dopingproblematik im Leistungssport auseinander, indem sie die ethischen Implikationen des Strebens nach Erfolg beleuchtet und hinterfragt, wie der Leistungsdruck moralische Grundwerte wie Fairness und Gesundheit verdrängt.
- Historische Entwicklung und Definition von Doping
- Die ethische Dimension von Sport und Leistungsstreben
- Fairness, Chancengleichheit und die gesundheitlichen Risiken
- Das moralische Dilemma von Sportlern, Trainern und Ärzten
- Argumentationsmuster und Rechtfertigungsstrategien von Dopingbefürwortern
Auszug aus dem Buch
1.1 Dopingdefinition
Das Ziel einer Dopingdefinition ist es zu beschreiben, was unter Doping zu verstehen ist. 1952 begann der Deutsche Sportbund, eine Definition von Doping aufzustellen:
„Die Einnahme eines jeden Medikaments – ob es wirkt oder nicht – mit der Absicht der Leistungssteigerung während eines Wettkampfes ist als Doping zu bezeichnen.“
Mit der Zeit und mit dem Wandel der Dopingmethoden, vor allem wegen der Entstehung von Anabolika Ende der fünfziger Jahre, wurde diese Definition zu unpräzise. 1963 entstand nach einem Beschluss des Europarates eine neue Definition:
„Doping ist die Verabreichung oder der Gebrauch körperfremder Substanzen in jeder Form und physiologischer Substanzen in abnormaler Form oder auf abnormalem Weg an gesunde Personen mit dem einzigen Ziel der künstlichen und unfairen Steigerung der Leistung für den Wettkampf.“
So ähnlich wie bei der älteren Definition fand man mit der Zeit Mankos und es entstanden viele weitere Definitionen. Heute gibt es viele Definition des Dopings, wobei die offiziell anerkannte Definition die WADC (World Anti-Doping Code) der WADA (Welt-Anti-Doping Agentur) ist. Der Unterschied dieser Definition zu den anderen ist, dass sie nicht nur das Doping selbst beschreibt, sondern auch über mehreren Seiten alle bislang bekannten Möglichkeiten der Nutzung von Doping ausführlich auflistet.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Der Autor führt in die Thematik der Dopingproblematik ein und stellt die zentrale Frage, inwieweit der Erfolgsdruck das ethische Handeln von Sportlern korrumpiert.
1. Allgemeine Information: Dieses Kapitel definiert den Begriff Doping, beleuchtet dessen geschichtliche Entwicklung und stellt den Bezug zwischen Ethik und Sport her.
2. Sportethik: Der Hauptteil analysiert zentrale ethische Werte wie Fairness, Chancengleichheit und Gesundheit im Kontext von Doping und untersucht die Interessenkonflikte verschiedener Akteure im Umfeld des Sports.
Schlüsselwörter
Sportethik, Doping, Leistungssteigerung, Fairness, Chancengleichheit, Gesundheit, Wettkampf, Medialisierung, Kommerzialisierung, Moral, WADA, Anti-Doping Code, Leistungsdruck, ethische Verantwortung, Sportmedizin.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den ethischen Aspekten des Dopings im modernen Leistungssport und untersucht das Spannungsfeld zwischen dem Drang zum Sieg und moralischen Werten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben der Definition und Geschichte des Dopings stehen ethische Fragen zur Fairness, zur gesundheitlichen Integrität und die Rolle von Akteuren wie Trainern und Ärzten im Fokus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Dopingproblematik transparent zu machen und aufzuzeigen, wie das Streben nach Ruhm und Reichtum den fairen menschlichen Sport untergräbt.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf der Auswertung bestehender Dopingdefinitionen, ethischer Konzepte und der Literatur zum Thema Leistungssport basiert.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte setzt der Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Chancengleichheit und Fairness, die Gefahren für die Gesundheit, das Dilemma des Sportlers bei Leistungsdruck sowie eine kritische Betrachtung der Argumente von Dopingbefürwortern.
Was sind die wichtigsten Schlüsselwörter der Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Sportethik, Doping, Fairness, Chancengleichheit und Gesundheit definieren.
Warum spielt die Kommerzialisierung eine Rolle bei der Dopingproblematik?
Durch die zunehmende Medialisierung und finanzielle Anreize wächst der Druck auf Sportler so stark, dass das Verlieren als existenzbedrohend wahrgenommen wird, was Doping als vermeintlichen Ausweg attraktiv macht.
Wie rechtfertigen Dopingbefürworter ihr Handeln?
Sie argumentieren häufig auf einer moralischen Ebene, indem sie Doping als notwendiges Mittel zur Wiederherstellung von Chancengleichheit darstellen oder die gesundheitliche Belastung im Profisport als generell schädlich ansehen.
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- Velihan Bulut (Author), 2011, Sportethik. Wie der Drang zum Sieg das schlechte Gewissen in den Schatten stellt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262652