Sport und seine präventive Wirkung auf gesundheitliche Risiken

am Beispiel von Adipositas


Hausarbeit, 2012

23 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung.

2. Bewegung als Teilaspekt von Gesundheit

3. Entstehung von physischen, psychischen und sozialen gesundheitlichen Ungleichgewichten im Alltag von Kindern.
3.1 Theoretische Hintergründe.
3.2 Der Alltag als Problemauslöser

4. Adipositas als Konsequenz eines gestörten Gleichgewichts der Gesundheitsressourcen
4.1 Definition: Adipositas und deren Schweregerade.
4.2 Körperliche Folgen.
4.3 Psychische Folgen.
4.4 Mögliche Therapiemaßnahmen.

5. Sport und seine präventive Wirkung auf Adipositas.
5.1 Physische und psychische Prävention.

6. Auswirkungen auf den Sportunterricht

7. Fazit und Ausblick.

8. Quellen und Literatur.

1. Einleitung

Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Zusammenspiel, den Folgen und der Prävention von Störungen im Bereich der Physis, der Psyche und des sozialen Umfelds von Menschen, die gemeinsam die Gesundheitsressourcen repräsentieren und die Gesundheit an sich darstellen. In diesem Zusammenhang wird der Adipositas und ihren Folgen die zentrale Rolle als Konsequenz einer Störung zukommen, die auf Grund veränderter Gesellschaftsstrukturen und kultureller Entwicklungen immer häufiger auftritt. Darüber hinaus soll die folgende Frage beantwortet werden:

„Ist es durch die alleinige Ausübung von Sport bzw. Bewegung im Allgemeinen möglich, die Gesundheit des Menschen zu erhalten?“

Es soll verdeutlicht werden, dass gesundheitliche Probleme meist früh in der menschlichen Entwicklung auftreten, aus den verschiedensten Gründen resultieren und es sehr schwierig ist, einmal entstandene Schäden wieder zu korrigieren. Aus diesem Grund soll der Prävention, ihren Inhalten und Absichten ein besonderes Augenmerk gelten. Dabei wird deutlich, dass diverse Präventionsarten bekannt sind, die sowohl abhängig vom Interventionszeitpunkt, als auch vom Ort des Eingriffs sind. An diesem Punkt wird auch dem Sportunterricht eine wichtige Rolle zu Teil. Zu Beginn dieser Arbeit soll kurz eine Grundlage zum Zusammenhang von Bewegung und Gesundheit geschaffen werden, die verdeutlicht, wie eng beides miteinander korreliert und welche Aspekte der Gesundheit durch körperliche Aktivität beeinflusst werden. Dennoch soll gleichzeitig herausgestellt werden, dass nicht nur physische Aktivität, sondern auch psychische Aspekte eine tragende Rolle spielen, wenn es um das Gesamtbild der menschlichen Gesundheit geht.

2. Bewegung als Teilaspekt von Gesundheit

Im folgenden Abschnitt wird zunächst auf die Verbindung von Bewegung und Gesundheit eingegangen, um ein Verständnis für die inhaltliche Komplexität von Gesundheit zu schaffen und aufzuzeigen, dass für einen optimalen Gesundheitszustand mehr notwendig ist, als Sport und Bewegung.

Zu Beginn ist zu konstatieren, dass der Zusammenhang zwischen Bewegung und Gesundheit, wie bereits erwähnt, sehr vielschichtig ist. Es ist nicht tragbar zu behaupten, dass Sport in jeglicher Form gesund ist oder macht.[1] Im Endeffekt kann unter Berücksichtigung aller Aspekte festgehalten werden, dass „… gesundheitsfördernde Wirkungen z.B. auf koronare Herzkrankheiten, auf Hypertonie, Fettleibigkeit oder Diabetes als wahrscheinlich gelten können“.[2] Dennoch kommt es immer darauf an, welche Person welchen Sport in welcher Form ausübt. Die Wirkung des Sports ist ähnlich der von Medikamenten zu sehen. Auch hier kommt es auf die richtige Dosierung an. Die Folgen können im Ergebnis sowohl positiv (wohltuender Ausgleich zum Alltag, präventive Wirkungen, Lebensstil positiv beeinflussen) als auch negativ (setzt Mindestmaß an Gesundheit voraus, kann zu Verletzungen führen) sein.[3] Dennoch zielt die Bewegung insgesamt auf die Steigerung des Wohlbefindens und der Gesundheit im Allgemeinen ab. Des Weiteren benötigt der menschliche Körper Belastungsreize, um sich zu entwickeln und funktions- und leistungsfähig zu bleiben. Dies gilt nicht nur für den Körper, sondern auch für die psychischen und sozialen Fähigkeiten des Menschen.[4] So zielt die Bewegung an sich auf eine positive Beeinflussung des Herz-Kreislaufsystems (Verbesserung der arteriellen und venösen Durchblutung, bessere Gehirndurchblutung und infolge dessen eine Senkung des Risikos für Herzinfarkt / Schlaganfall), der Atmung (Funktionsverbesserung der Atmung, Senkung des Risikos für Infekte der Luftwege), des Stoffwechsels bzw.- der Verdauung (Gewichtsregulation, Anregung der Darmtätigkeit, positive Veränderungen im Bereich des Stoffwechsels), des Immunsystems (Aufbau von Widerstandskraft gegen Infekte, Vorbeugung mancher Krebserkrankungen), des Hormonsystems (Steigerung der Insulinwirksamkeit, Verringerung der Stresshormonausschüttung), des Bewegungsapparates an sich (besseres Zusammenspiel des Muskel-Skelett-Systems, höhere Knochendichte, Verhinderung / Abbau muskulärer Schwächen, etc…) und des Nervensystems (bessere Koordinationsfähigkeit, Stressabbau und gesteigerte Stresstoleranz, höhere Schlafqualität) ab. [5]

Hinzu kommen jedoch ebenfalls Wirkungen seelischer und sozialer Natur, die in keinem Fall außer Acht gelassen werden dürfen, da sie einen ebenso starken Anteil an der Gesundheit eines Menschen haben, wie die Bewegung selbst. Als psychischen Nutzen sind an dieser Stelle beispielhaft ein gesteigertes Selbstwertgefühl, eine stärkere Selbstwirksamkeitsüberzeugung und erhöhte soziale Kontakte zu nennen. Insgesamt lässt sich festhalten, dass ein gutes Gleichgewicht zwischen physischen, psychischen und sozialen Gesundheitsressourcen, dem Menschen hilft, den hohen Anforderungen, die im Alltag an ihn oder sie gestellt werden, gerecht zu werden.

In den folgenden Teilen der Arbeit soll ausgeführt werden, wie ein Ungleichgewicht dieser Faktoren entsteht, welche Konsequenzen es haben kann und wie es präventiv mit Hilfe von sportlicher Betätigung vermieden werden kann. Primär wird hierbei Adipositas als Folge eines gestörten Gleichgewichts dargestellt.

3. Entstehung von physischen, psychischen und sozialen gesundheitlichen Ungleichgewichten im Alltag von Kindern

In diesem Abschnitt der Arbeit soll deutlich werden, wie schnell es zu Ungleichgewichten in den Bereichen der Physis, der Psyche und des Sozialen kommen kann. Hierfür wird zunächst ein theoretischer Überblick über die Ursachen für Adipositas gegeben, dem sich die Darstellungen praktischer Situationen aus dem Leben von Kindern anschließen, die zu negativen Veränderungen des Körpers führen können.

3.1 Theoretische Hintergründe

Eine häufige Ursache in heutigen Industrienationen, die zu physischen Problemen führen kann, ist ein Ungleichgewicht zwischen energiedichter Ernährung, die überall und jederzeit möglich ist [6] und gleichzeitig mangelnder Bewegung auf Grund von sozio-kulturellen Einflüssen. Betrachtet man unsere westliche Kultur näher, fällt auf, dass hier eine weitaus höhere Anzahl an Menschen an Adipositas leidet. „Die Adipositas ist in Industrieländern heutzutage eine epidemische Erkrankung mit erheblich zunehmender Tendenz. Da das Körpergewicht von kulturellen und nationalen Gegebenheiten erheblich bestimmt wird,…“ [7] . Zur Verdeutlichung dieser Aussage dient die folgende Grafik, die die Quote der Adipositaserkrankungen in verschiedenen Regionen der Erde darstellt. Hierunter sind sowohl „Industriekulturen“ als auch sonstige Kulturen zu finden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle:

Klingholz, R./ Ylva Köhncke/ Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung [2010]: Übergewicht

Beispielsweise ist die mangelnde Bewegung zurückzuführen auf das berufliche Ausüben von sitzenden Tätigkeiten oder das Nutzen von Fahrzeugen, Fahrstühlen oder Rolltreppen. Hinzu kommt ein verhältnismäßig oft stressreicher Alltag, in dem eine gesunde Ernährung keinen Platz findet. Dies trifft bereits auf Kinder zu, die gerade in den letzten Jahren immer mehr Stress durch die Schule erfahren. Ganztagsschule, G8, Hausaufgaben, Fremdsprachen bereits in der Grundschule, zusätzlich eventuell noch Nachhilfe, oder Musikunterricht: Es bleibt kaum noch Zeit oder Energie für ein Hobby mit Bewegung. Des Weiteren übertragen sich negative Verhaltensweisen im Bereich des Lebensstils der Eltern auf ihre Kinder. „Es besteht ein signifikant positiver Zusammenhang zwischen dem Gewichtsstatus der Eltern und dem ihrer Kinder, wobei der Status des Vaters nur schwach und derjenige der Mutter stärker mit dem des befragten Kindes bzw. Jugendlichen assoziiert ist.“ [8] Doch nicht nur falsche Ernährung und mangelnde Bewegung sind Auslöser von Adipositas. Auch genetische bzw. physische Dispositionen verstärken das Risiko zu den Betroffenen zu zählen. Hierbei soll jedoch erwähnt sein, dass nicht Adipositas selbst, sondern lediglich die Veranlagung hierzu vererbt wird. Erste Forschungsergebnisse zeigten, dass ein familiärerer Zusammenhang besteht. Bei Kindern, die zwei adipöse Elternteile haben, liegt das Risiko einer Adipositas bei 80%, wohingegen bei Kindern mit zwei „normalgewichtigen“ Eltern lediglich ein Risiko von 20% besteht. In diesem Zusammenhang könnte man erneut mit der Vorbildfunktion der Eltern argumentieren oder familiären Einfluss anführen, doch weitere Studien belegten zweifelsohne eine genetische Abhängigkeit. Allen voran die „Zwillings- und Adoptionsstudie“. Sie sagt aus, dass der BMI von Adoptivkindern eher mit dem der biologischen Eltern korreliert, als mit dem der Adoptiveltern. Hiermit ist ein genetischer Zusammenhang bewiesen. Dennoch bestehen, auch aktuell, etliche offene Fragen bezüglich der Genetik, die zu klären sind.

Hinzu kommen Stress durch Leistungsdruck und andere Faktoren. Der psychische Einfluss wird häufig unterschätzt und nicht als wichtig empfunden, wenn von Gesundheit gesprochen wird. Dies hat den Hintergrund, dass „die durch Sport geförderte Reduktion psychosozialer Belastungsfaktoren,…, weniger gut erforscht [ist]“. [9] Dennoch hat die Psyche einen zentralen Einfluss auf das menschliche Wohlbefinden. In Anbetracht dieses Zusammenhangs fällt es nicht schwer, die psychische Störung als Grundlage für gesundheitliche Probleme zu bestimmen, die ebenfalls als Auslöser für Adipositas in Frage kommt. Hierbei ist zu beachten, dass der psychische Auslöser individuell ist und aus diesem Grund erst ermittelt werden muss. Dies hat zur Folge, dass eine Behandlung nicht standardisiert für jeden Betroffenen gleichermaßen erfolgen kann. Die Behandlung ist für jeden Menschen situationsspezifisch zu wählen. Wird dieser Hintergrund berücksichtigt, erklärt sich auch, warum häufig Behandlungen auf Verhaltenstherapeutischem Ansatz der Kalorien -und fettreduzierten Ernährung fehlschlagen.

[...]


[1] Vgl. Balz, E.; Kuhlmann, D. [2009]: S. 210

[2] Balz, E.; Kuhlmann, D. [2009]: S. 210

[3] Vgl. Balz, E.; Kuhlmann, D. [2009]: S. 210

[4] Vgl. Gmünder ErsatzKasse GEK [2010]: S. 4

[5] Vgl. Gmünder ErsatzKasse GEK [2010]: S. 4

[6] Vgl. Herpertz, S.; de Zwaan, M.; Zipfel, A. [2008]: S. 314

[7] Wirth, A. [2002]: S. 19

[8] Zwick, M.; Deuschle, J. [2011]: S. 107

[9] Ulmer, J. [2003]: S. 47

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Sport und seine präventive Wirkung auf gesundheitliche Risiken
Untertitel
am Beispiel von Adipositas
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
23
Katalognummer
V262658
ISBN (eBook)
9783656511960
ISBN (Buch)
9783656511731
Dateigröße
756 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sport, wirkung, risiken, beispiel, adipositas
Arbeit zitieren
M.ed Maris Bostelmann (Autor), 2012, Sport und seine präventive Wirkung auf gesundheitliche Risiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262658

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Sport und seine präventive Wirkung auf gesundheitliche Risiken



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden