Diese Arbeit befasst sich mit der Sprachentwicklung und Sprachförderung im Elementarbereich und geht der Frage nach, was dies genau bedeutet und welche Konzepte dafür bestehenDie Sprachförderung beschäftigt sich hauptsächlich mit Kindern, die einen Migrationshintergrund haben und deshalb nicht das gleiche Sprachniveau erreicht haben. Es sind jedoch nicht nur diese Kinder, die von der Sprachförderung profitieren, sondern auch einheimische Kinder mit Sprachproblemen. Das Problem dieser Kinder besteht darin, dass sie nicht die gleiche Kommunikationsfähigkeit besitzen als die anderen. Es fällt ihnen schwer,ihre Gedanken in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen und somit sinngemäß wiederzugeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sprachentwicklung und Sprachförderung im Elementarbereich
2.1 Der Unterschied zwischen „Sprechen“ und „Sprache“
2.2 Der Spracherwerb und die dazugehörigen Theorien
2.3 Die Sprachförderung und ihre Konzepte
2.4 Ziel der Sprachförderung
2.5 Die Adressaten
2.6 Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund
3. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die Grundlagen der Sprachentwicklung sowie die verschiedenen Konzepte der Sprachförderung im Elementarbereich, wobei ein besonderer Fokus auf Kinder mit Migrationshintergrund und deren sprachliche Unterstützung im institutionellen Kontext liegt.
- Grundlagen von Sprache und Sprechen
- Wissenschaftliche Theorien zum Spracherwerb
- Konzepte und Modelle der vorschulischen Sprachförderung
- Bedeutung der Muttersprache beim Zweitspracherwerb
- Herausforderungen für Kinder mit Migrationshintergrund
Auszug aus dem Buch
Die Spracherwerbstheorien
Im folgenden Absatz werden wir uns die Sprachentwicklung genauer ansehen. „Grundsätzlich lassen sich vier Theoriezweige unterscheiden: behavioristische, nativistische, kognitivistische und interaktionistische Spracherwerbstheorien.“ (Bunse & Hoffschildt, 2011, S.60). Laut Skinner (1957) ist das Lernen der Sprache gleichzusetzen mit dem Erwerb eines Verhaltens. Dabei nennt er die Prinzipien Stimulus – Response – Verstärkung. Das Kind hört die Äußerungen anderer Personen, imitiert sie und diese Äußerungen werden von der anderen Person wiederum verstärkt. Das Umfeld des Kindes spielt also hier eine zentrale Rolle, denn ohne Bezugspersonen, die dem Kind die nötige Unterstützung beim Erwerb der Sprache geben, könnte es diese nicht lernen.
Eine andere Theorie ist von Noam Chomsky aufgestellt worden. Der amerikanische Linguist wendet starke Kritik an Skinners Theorie an. Wenn das Kind eine Sprache nach dem Stimulus – Response – Verstärkung Prinzip lernen würde, dann könnte es theoretisch nur die Sätze aussprechen, die es schon einmal gehört hat. Da dies nicht der Fall ist, muss es eine andere Theorie geben. Chomsky behauptet daraufhin, dass Kinder ihre eigenen Regeln erfinden und anwenden. Dies unterstreicht er mit dem Beispiel von „ich sitzte“ anstelle von „ich saß“ (vgl. Bunse & Hoffschildt 2011, S.61). Der Genfer Kindheitsforscher und Entwicklungspsychologe Jean Piaget (1896-1980) hingegen behauptet, dass Sprache eher als Produkt der intellektuellen Entwicklung des Kindes gesehen werden kann. Seines Ansehens nach spielt das Denken des Kindes eine größere Rolle als die Sprache. Er sagt, dass die letztere auf dem kindlichen Denken beruht. „Bei Säuglingen und Kleinkindern, die noch keine oder nur wenig Sprache benutzen, gibt es (..) viele Hinweise auf Denkprozesse, bevor ein Kind die ersten Worte äußert. Diese Prozesse sind insbesondere von Jean Piaget untersucht worden.“ (Bunse & Hoffschildt, 2011, S.55).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Themenbereich der Sprachförderung im Elementarbereich und legt dar, dass diese sowohl für Kinder mit Migrationshintergrund als auch für Kinder mit allgemeinen Sprachproblemen essentiell ist.
2. Sprachentwicklung und Sprachförderung im Elementarbereich: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Abgrenzung zwischen Sprache und Sprechen, diskutiert klassische Spracherwerbstheorien und stellt verschiedene institutionelle Förderkonzepte sowie die spezifischen Bedarfe von Kindern mit Migrationshintergrund dar.
3. Schlussfolgerung: Das Fazit unterstreicht die Bedeutung der Mehrsprachigkeit in Deutschland und fordert eine stärkere Einbindung der Eltern sowie eine höhere Wertschätzung von interkultureller Kompetenz.
Schlüsselwörter
Sprachentwicklung, Sprachförderung, Elementarbereich, Spracherwerb, Kommunikationsfähigkeit, Migrationshintergrund, Sprachförderkonzepte, Muttersprache, Zweitspracherwerb, Sprachstanderhebung, Sprachfördermaßnahmen, Mehrsprachigkeit, Pädagogik, Kleinkindalter, Institutionelle Förderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Sprachentwicklung und den Möglichkeiten der Sprachförderung im Elementarbereich, um Kinder in ihrer Kommunikationsfähigkeit zu unterstützen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen der Spracherwerb, die Unterscheidung von Sprechen und Sprache, verschiedene theoretische Erwerbsmodelle sowie spezifische Ansätze zur Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Bedeutung der Sprachförderung zu entwickeln und zu beleuchten, welche Konzepte geeignet sind, um Kindern gleiche Bildungschancen zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle wissenschaftliche Quellen und anerkannte Theorien zur Sprachförderung in Deutschland ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Spracherwerbs, eine Darstellung verschiedener Förderkonzepte sowie eine Untersuchung der speziellen Herausforderungen bei der Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Sprachentwicklung, Sprachförderung, Zweitspracherwerb, Mehrsprachigkeit und die Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund.
Wie unterscheidet der Autor zwischen „Sprechen“ und „Sprache“?
Während das Sprechen als eine physische Kompetenz gesehen wird, die den Einsatz von Sprachwerkzeugen (Stimmbildung, Motorik) erfordert, wird Sprache als komplexes funktionales System definiert, das Verständnis und Wortschatzaufbau umfasst.
Welche Bedeutung hat das „Kieler Modellversuch“ im Kontext der Arbeit?
Das Kieler Modell dient als Praxisbeispiel für die Förderung von zweisprachig aufwachsenden Kindern, wobei insbesondere die Wertschätzung der Muttersprache als Basis für das Erlernen der Zweitsprache Deutsch hervorgehoben wird.
- Arbeit zitieren
- Dan Diederich (Autor:in), 2011, Sprachentwicklung und Sprachförderung im Elementarbereich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262704